Schweiz
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Medical personnel at work in the intensive care unit of the hospital

In den Spitälern bereitet man sich auf den grossen Corona-Ansturm vor. Bild: KEYSTONE

Ein zusätzliches Lebensjahr kostet 100'000 Franken – so wird dieser Wert berechnet



Die Coronavirus-Pandemie hat die Schweiz voll in ihrem Würgegriff. Seit zwei Wochen befindet sich das Land auf Geheiss des Bundesrats in der «ausserordentlichen Lage», oder im sogenannten Lockdown. Um die ungehinderte Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 und einen damit befürchteten Kollaps des Gesundsheitssystem zu verhindern, steht das gesellschaftliche Leben in der Schweiz so gut wie still. Menschen müssen möglichst zu Hause bleiben, viele Geschäfte bleiben geschlossen.

Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Gemäss der «NZZ am Sonntag» gehen der Schweizer Volkswirtschaft pro Woche Lockdown vier Milliarden Franken verloren. Kein Wunder, wird mittlerweile ernsthaft darüber diskutiert, ob der grosse Aufwand zur Eindämmung des Virus überhaupt noch verhältnismässig ist. Die brennende Frage, die sich viele stellen, lautet: Kostet uns die Eindämmung des Virus mehr, als es Schaden verursacht?

Un membre de la Police locale patrouille dans la Rue de Lausanne lors de la pandemie de coronavirus (covid-19), ce mercredi 25 mars 2020, a Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Das gesellschaftliche Leben in der Schweiz steht wie hier in Freiburg beinahe komplett still. Bild: KEYSTONE

Eine schwierige Frage, denn es stellt sich sogleich die nächste Frage: Wie viel ist ein Menschenleben wert? Oder im spezifischen Fall: Wie viel sind die drei weiteren Lebensjahre wert, die ein Corona-Toter im Schnitt gemäss Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel, noch vor sich gehabt hätte?

Das Bundesgericht hielt 2010 in einem viel beachteten Urteil fest, dass jährliche Behandlungskosten von 100'000 Franken gerechtfertigt seien, wenn sich damit das Leben um ein Jahr verlängern lässt. Damals musste das oberste Schweizer Gericht darüber entscheiden, ob eine Krankenkasse 500'000 Franken pro Jahr für ein Medikament zur Behandlung der seltenen Stoffwechselkrankheit Morbus Pompe übernehmen muss und entschied sich dagegen.

Doch wie kam das Bundesgericht auf die 100'000 Franken pro Lebensjahr? Der Betrag stammt aus der Gesundheitsökonomie, die versucht, mit nüchternen und sachlichen Überlegungen die begrenzten finanziellen Mittel des Gesundheitssystems möglichst effizient einzusetzen.

Wie viel ein statistisches Leben wert ist, zeigt sich vor allem an der Zahlungsbereitschaft einer Gesellschaft für Schutzmassnahmen. So wurde beispielsweise untersucht, wie viel Geld Arbeitgeber im Mittel ausgeben, um den berufsbedingten Tod eines Arbeitnehmers zu verhindern. Entsprechende Studien kommen je nach Kontext und Land auf Werte zwischen fünf und zehn Millionen Dollar.

Ein konkretes Beispiel nannte Gesundheitsökonom Stefan Felder 2011 in der NZZ. Er rechnete vor, dass wenn ein Airbag 500 Franken kostet und die Wahrscheinlichkeit, dass er genau ein Menschenleben rettet, 1:10'000 ist, dass ein Menschenleben dann rund fünf Millionen Franken wert ist. Es wird also per Wahrscheinlichkeitsrechnung ermittelt, wie viele Menschenleben die einzelnen Schutzmassnahme in einem gewissen Zeitraum rettet.

FILE - MAY 19:  According to reports May 19, 2015, Japanese airbag supplier will declare almost 34 million vehicles In the U.S. to be defective because of potentially explosive airbags. AUBURN HILLS, MI - AUGUST 19:  A Takata employee sews an airbag at Takata's current crash-testing facility August 19, 2010 in Auburn Hills, Michigan. Takata dedicated a new, high-tech 18,000 square-foot sled crash simulation facility today that cost $14.6 million and is expected to be built and operational by August of 2011. (Photo by Bill Pugliano/Getty Images)

Steigt der Airbag-Preis, steigt auch der Wert eines statistischen Menschenlebens. Bild: Getty Images North America

Ein weiteres Beispiel: Eine repräsentative Anzahl Testpersonen wird gefragt, wie viel Geld man bezahlen würde, um aus einer Gruppe von 10'000 Menschen entfernt zu werden, aus der per Zufall genau einer sterben muss. Wären die Leute im Durchschnitt bereit, 500 Franken auszugeben, um das Todesrisiko von einem Zehntausendstel zu eliminieren, so ergibt das einen Wert für ein statistisches Menschenleben von fünf Millionen Franken.

Aus dem Wert eines statistischen Menschenlebens lässt sich auch der Wert eines zusätzliches Lebensjahr errechnen. Die 100'000 Franken aus dem Bundesgerichtsurteils von 2010 sind dabei allerdings keineswegs in Stein gemeisselt.

2018 bezifferte das Bundesamt für Raumplanung den Wert eines Menschenlebens unter Berücksichtigung von Zahlen der OECD auf 6,6 Millionen Franken und errechnete daraus den Wert eines Lebensjahres auf 220'000 Franken. Die WHO hat auch schon mit 180'000 Euro pro Lebensjahr gerechnet. (pre)

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59
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59Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 02.04.2020 13:10
    Highlight Highlight Es ist schon spannend...

    Vor zwei, drei Wochen schreite die ganze Presse nach stärkeren Massnahmen...

    Nun schreit die ganze Presse nach einer Auflockerung...

    Irgendwie scheinen sie keine eigene Meinung zu haben und provozieren ausserdem dadurch, dass am schönen Wochenende und an Ostern sich niemand mehr an die „bleiben sie zu Hause“ Regel hält...
  • Shlomo 02.04.2020 11:08
    Highlight Highlight Schön, dass in der heutigen neoliberalen Gesellschaft das Leben gegen Geld aufgewogen wird.
    Wie dermassen kaputt muss so eine Gesellschaft sein.
  • Dr no 02.04.2020 10:35
    Highlight Highlight Selbstverständlich müssen wir diese Diskussion führen. An den Massnahmen dieser Krise werden wir ALLE noch Jahre zu beissen haben. Man kann sich schon fragen, was die Eindämmung des Virus kosten darf, bzw. im welchem Umfang er geschehen muss. Das Durchschnittsalter eines italienischen Coronatoten ist 83 (!). Wie heisst das Filmzitat ? "Hunde wollt ihr ewig leben ?"
    • Michael Heldner 02.04.2020 13:03
      Highlight Highlight In DE liegt sie btw bei 79,5 Jahren (ebenfalls mit mehreren Vorerkrankungen) aber wenn man sagt das die Meisten Corona Toten schon vor Corona mit einem Bein im Sarg standen wird man angeschaut als gäbe es in der Schweiz keinen Tod ohne Corona
    • Gn0m 02.04.2020 22:09
      Highlight Highlight Bei einem überlasteten Gesundheitssystem sterben auch viel mehr jüngere Menschen und Kinder als es sonst tun würden. Dann hätte niemand mer die Mittel um sich um geplatzte Blinddärme, Krebs-OPs, schwierige Geburten, etc. zu kümmern.
    • Dr no 03.04.2020 00:25
      Highlight Highlight Gnüm dann müsste man halt Prioritäten setzen ...
  • Kirschbaum 02.04.2020 09:40
    Highlight Highlight Das Sterben gehört mal zum Leben. Keiner stirbt, wenn es nicht in seinem Schicksal steht. Das Leben ist wie der Kreislauf der Sonne, sie geht auf kommt zum Zentith und geht langsam unter. Auf der anderen Seite des Lebens geht sie wieder auf. Ein ewiger Kreislauf. Wieso fürchtet sich der Mensch so sehr vor dem Tod? Das einzig sichere in unserem Leben, auch wenn wir diese Tatsache verdrängen.
    • Maya Eldorado 02.04.2020 10:46
      Highlight Highlight Als ich Kind war, wurden die Toten noch zuhause aufgebahrt und die Menschen gingen schauen, um von ihm Abschied zu nehmen.
      Bei der Beerdigung wurde der Verstorbene mit Ross und Wagen abgeholt und zur Kirche gebracht, wo der Trauergottesdienst stattfand. Anschiessend wurde er auf dem Friedhof bestattet.

      Ja davon bemerkt man schon lange nichts mehr in der Oeffentlichkeit. Der Tod wurde aus dem Leben verdrängt.
  • Bratansauce 02.04.2020 09:31
    Highlight Highlight Ein zusätzliches Lebensjahr kostete nicht 100'000 Franken, sondern kann je nach Situation einfach unbezahlbar sein.
    • Maya Eldorado 02.04.2020 10:49
      Highlight Highlight Wie recht Du hast! Das Leben IST unbezahlbar.
      Man kann es nicht mit Geld aufwiegen.
      Der Kapitalismus mit all seinen Auswüchsen, macht uns das glauben.
      Und weil fast die ganze Menschheit davon infisziert ist und drinn steckt, wird das kaum mehr durchschaut.
  • bernhardmat 02.04.2020 09:22
    Highlight Highlight 500’000 Franken pro Jahr für ein Medikament. Das ist der Schlüssel zur Antwort. Die Erforschung und spätere Herstellung des Medikaments kann niemals soviel kosten. Das Problem ist die altbekannte, unbegrenzte Profitgier, nicht nur der Pharmaproduzenten, sondern auch anderer im Sektor Medizin und, vor allem der vielen Finanzspekulanten, die masslos absahnen.
    • Shlomo 02.04.2020 14:42
      Highlight Highlight Ähm, hast du irgend eine Ahnung wieviel dien Forschung, Entwicklung und die klinischen Studien für ein neues Medikament kosten?
      Und ja es handelt sich bei Pharmafirmen um unternehmen die Profit machen dürfen. Falls du dies nicht möchtest muss der Staat halt Medikamente erforschen und entwickeln.
    • bernhardmat 02.04.2020 21:18
      Highlight Highlight @ Shlomo. Etwas Profit ist in Ordnung. Aber ist so viel nötig? https://www.marketwatch.com/story/roche-profit-sales-rose-in-2019-sees-further-growth-in-2020-2020-01-30-2103351
      Irgendwer muss dran glauben für diese Gier und zuletzt degenerieren wir so, dass wir dem Geld mehr Wert geben als dem Leben.
  • Eugen1999 02.04.2020 09:03
    Highlight Highlight Scheibchenweise wird versucht via Corona die persönliche Freiheit massiv einzuschränken. Die zu Risikogruppen erklärten Menschen werden weiter eingesperrt. Das via Angsttreiberei und Überwachung. Die andern dürfen wieder zur Arbeit, auch dies mit Einschränkungen im privaten Bereich. Das Ganze ist Mittel zum Zweck die Leute einzuschüchtern. Ziel, Reduzierung des Verbrauchs der Weltressourcen und Dezimierung der Weltbevölkerung. Grund? 8 Milliarden sind zu viel, der Klimawandel explodiert, die Weltwirtschaft ist gestrandet. Fantasie? Kaum! Voilà, wieder ein Verschwörer. Weg damit!
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 02.04.2020 09:54
      Highlight Highlight Zur Dezimierung der Weltbevölkerung taugt das Virus nicht. Bei den schlimmsten Annahmen wird die Weltbevölkerhng von 7.75 auf 7.12 sinken.
    • Saraina 02.04.2020 10:40
      Highlight Highlight Wenn weiterhin die Alten so „geschützt“ werden, indem man ihre Lebensqualität total einschränkt, und ihnen täglich vorrechnet, was sie pro weiteres Lebensjahr kosten, wird ihre Zahl ganz sicher sinken, weil Exit und Dignitas grossen Zulauf erhalten.

      Und die Todesfälle werden rasant explodieren, wenn die ärmeren und unterentwickelten Länder erst voll betroffen sind. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das Virus in Südafrika anstellt, wo HIV-Infektionen und Tuberkulose weit verbreitet sind.
    • Fruchtzwerg 02.04.2020 11:02
      Highlight Highlight @Eugen: Wenn du den Alu-Hut abgelegt hast, würde ich mich an deiner Stelle dafür bedanken, dass sich ein Grossteil der Bevölkerung mit der Risikogruppe solidarisch zeigt, sich selbst einschränkt und trotzdem noch, wo möglich, arbeiten geht, damit wir EUCH schützen und unterstützen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Moudi 02.04.2020 09:01
    Highlight Highlight Laut Epidemiegesetz 70'000.- bei einem Impfschaden. Stand 2017
  • Alteresel 02.04.2020 08:40
    Highlight Highlight Das ist eine ad absurdum geführte statistische Rechnerei. Das mag als Spielerei interessant sein, wenn das aber zur Entscheidfindung, ob man z.B. eine Operation noch machen oder ein teures Medikament noch einsetzen will, zugezogen wird, dann wird das nicht nur politisch sondern auch ethisch ganz heikel.
    • Super8 02.04.2020 09:55
      Highlight Highlight Das ist keine Spielerei sondern Realität, denn irgendjemand muss das bezahlen.
  • 3klang 02.04.2020 07:52
    Highlight Highlight Ich denke die Frage nach der Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahmen ist durchaus berechtigt. Aus meiner Sicht sollten wir so früh wie möglich mit Lockerungen in einigen Nischen beginnen um allmählich wieder zur Normalität zurückkehren zu können. Diesen Lockdown werden wir noch einige Jahre spüren.

    Man muss einfach mit beachten, dass wir die Kurve nicht nur für die COVID-Patienten versuchen flach zu halten. Wenn die Spitäler überlastet sind, gibt es auch keinen Platz mehr für die 'normal' Erkrankten und Verunfallten.

  • ammann 02.04.2020 07:42
    Highlight Highlight Solche Rechnungen sind grundlegend falsch. Es gibt schlicht Dinge, die keinen monetären Wert haben. Und solch Dummheiten sind nur möglich, weil aus einem MenschenLeben Mensch als ökonomisches Gut einer Berechnung zugeführt wird - Leben ignoriert wird dabei. Leben ist kein Gut - oder anders rum: was ist Leben denn?
    • Saraina 02.04.2020 10:44
      Highlight Highlight Genau, diese Berechnungen entspringen einem Menschenbild, dass den Menschen als schiere Ressource beurteilt, dessen Wert abnimmt, sobald er als Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wird, sei es wegen seines Alters oder einer Erkrankung, oder weil seine Leistung günstiger und störungsfreier durch Maschinen oder Roboter erbracht werden kann. Das ist ein ganz gefährliches Narrativ!
    • einmalquer 02.04.2020 11:54
      Highlight Highlight @Saraina

      Deshalb heisst es ja Human Resources...

      und übrigens: deshalb werden auch Reiche älter als Arme
  • Projektionsfläche 02.04.2020 07:17
    Highlight Highlight Der Versuch, den Wert eines Menschenlebens in Geldeinheiten zu beziffern, muss zum Scheitern verurteilt sein. Und ist womöglich schon im Kern unmoralisch und falsch. Ganz sicher darf man eine solche Frage nicht Juristen oder Politikern überlassen.

    Ich finde, dass die Gesellschaft als Ganzes darüber zu befinden hat, wie die auch im Gesundheitswesen knappen Ressourcen gerecht zu verteilen sind. Und vielleicht müssen wir das Gesundheitswesen grundsätzlich überdenken.

    Für mich ist es unerträglich, wenn wirtschaftliche Überlegungen wichtiger sind als Menschenleben. Das ist doch ein Systemfehler.
    • phreko 03.04.2020 09:40
      Highlight Highlight Ja dann viel Spass, wenn alle vorhandenen Mittel nur noch ins Gesundheitswesen fliessen sollen...
    • Projektionsfläche 03.04.2020 10:30
      Highlight Highlight Das habe ich mit keiner Silbe gefordert und es wäre auch völlig absurd, alle verfügbaren Ressourcen einer Volkswirtschaft ins Gesundheitswesen zu stecken.
  • Ökonometriker 02.04.2020 06:57
    Highlight Highlight Hier wird die Ökonomik wieder einmal aus dem Kontext gerissen und falsch dargestellt. Zudem wurden vom BGE falsche Zahlen als Berechnungsgrundlage verwendet - die Usanz der Gerichte war hier klar wichtiger als die Wissenschaft, sonst wäre der Betrag weitaus höher.

    Wie dem auch sei: das Bundesgericht hat in dem Urteil aber nicht nur den
    Betrag von 500'000 Franken als zu hoch taxiert: "Das (Bezahlenmüssen) wird verneint, weil für die nicht auf der Spezialitätenliste aufgeführte Arznei kein hoher therapeutischer Nutzen ausgewiesen ist."

    Sonst würde die Pharma-Abzocke ja noch krasser...
    • Anna Lyse 02.04.2020 09:12
      Highlight Highlight Interessant - hast du Belege zum gesamten Kontext und wo das BGE falsch gerechnet hat? Würde das gerne an(n)alysieren.
    • dorfne 02.04.2020 09:21
      Highlight Highlight Danke für diesen klugen Kommentar.
    • Bratansauce 02.04.2020 09:37
      Highlight Highlight Wir haben aber in diesem Fall gleich zwei Abzockerparteien: die Pharma-Abzocker und die Versicherungs-Abzocker.

      Ich verstehe wirklich immernoch nicht, weshalb eine obligatorische und vom Gesetz her vorgeschriebene Grundversicherung privatisiert ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Morgenbrot 02.04.2020 06:48
    Highlight Highlight Zitat: "Wie viel sind die drei weiteren Lebensjahre wert, die ein Corona-Toter im Schnitt gemäss Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel, noch vor sich gehabt hätte?"

    Woher stammt dieser Durchschnitt von drei Jahren?
    • Stefan Morgenthaler-Müller 02.04.2020 07:09
      Highlight Highlight Gemäss Statistik. Es gibt eine mathematische Aufzählung, wann die Menschen sterben und wie wahrscheinlich es ist. Darum können Versicherungen Prämien ausrechnen, sonst wäre das gar nicht möglich.
    • 3klang 02.04.2020 07:45
      Highlight Highlight DIe Corona-Toten sind im Durchschnitt rund 80 Jahre alt.
      Die Lebenserwartung liegt bei ca 83 Jahren.

      Das ergibt die durchschnittlichen 3 Jahre, welche diese Menschen wegen Corona verloren haben.


    • Morgenbrot 02.04.2020 07:53
      Highlight Highlight Welche Statistik?
      Es wird klar von Corona-Toten gesprochen.
      Deshalb formuliere ich meine Frage um:

      Woher stammt der Durchschnitt von drei Jahren bei Corona-Patienten?

      Meine Schlussfolgerung: Alle Patienten, für die eine Infektion mit dem Coronavirus tödlich enden kann, haben ohnehin "nur noch" eine Lebenserwartung von durchhschnittlich drei Jahren.

      Das spricht jetzt aber nicht wirklich für die Gefährlichkeit des Virus, denn für solchen Patienten stellen auch alle bisher bekannten Erreger das gleiche Risiko dar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 02.04.2020 06:29
    Highlight Highlight Wie viel kostet es, wenn die Nationalbank die Geldmenge um CHF 100'000 erhöht?
    • Die Erleuchtung 02.04.2020 09:08
      Highlight Highlight Wenn auf der anderen Seite nicht gleichzeitig die Wirtschaftsleistung steigt nimmt einfach der Wert der Währung entsprechend ab. Die Nationalbank kann wohl die Geldmenge erhöhen sie kann aber keinen Realwert schaffen.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 02.04.2020 13:15
      Highlight Highlight Ein Wert ist eine subjektive Zuweisung. Was soll Realwert also sein, wenn für sie der Wert von X a ist und für mich b.

      Wie dem auch sei, hat sich die Wirtschaftsleistung in den letzten 15 Jahren nicht im selben Masse entwickelt wie die Geldmenge.

      Wie funktioniert das mit dem Dollar? Die Anzahl Dollar ist in den letzten 10 Jahren verdoppelt worden, obwohl die Wirtschaftsleistung sich nicht verdoppelt hat. Und müsste da der Dollar nicht halb so viel kosten wie damals? Tut er aber nicht. Haben Sie eine Erklärung?
  • Berner_in 02.04.2020 06:21
    Highlight Highlight Auf diese Weise wird auf dem Altar des Kapitalismus die Menschlichkeit geopfert.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 02.04.2020 06:42
      Highlight Highlight In Deutschland hatten sie zehntausende Leute umgebracht, die nicht für die deutsche Wirtschaft (die Rasse) gut genug waren. Google mal nach Euthanasie. In der Schweiz wurden Menschen wegen diesem Grund zwangssterilisiert. Gar nicht lange her.

      Die Menschheitsgeschichte ist voller solcher Taten, in der es darum ging, nicht im Markt verwertbare Menschen (kapitalistisch geschrieben) auszulösen.
    • Mcapple 02.04.2020 08:04
      Highlight Highlight Vielen Dank Herr Morgenthaler, ich wusste bis heute nicht, dass ich Nationalsozialismus habe.
      #Ironie aufgebraucht#

      Ökonomie wird vom griechischen Oikos abgeleitet, was gut mit "Haus und Hof" übersetzt werden kann und bezieht sich auf das Handeln einer Wirtschaftseinheit. Oikos kann somit eine Familie, eine Sippe, eine Firma, ein Staat, ect. sein.
      Ökonomie ist eine Denklehre, die sich mit dem Überleben des Oikos beschäftigt. Die vielseits zitierte Gier ist nicht Lehr-Bestandteil...

      Herr Morgenthaler-Müller, um Ihren Post wieder aufzugreifen, wünsche ich Ihnen einen schönen Tag, Sie "Nazi'.
    • LeChef 02.04.2020 08:26
      Highlight Highlight So ein riesen Schmarren, Stefan! Nazi-Deutschland war ein kapitalistischer Unfall? Was kommt als nächstes, waren Stalins Gulags auch ein Auswuchs der freien Marktwirtschaft?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hardy18 02.04.2020 06:18
    Highlight Highlight Was heisst das jetzt? Ab morgen geht es normal weiter?
    Die Kosten von 100,000 CHF pro Person haben wir bei weitem erreicht. 😄

    Wenn es ums Geld geht, macht man sich immer eine einfache Rechnung. Man ist ja selber das beste Beispiel. Aber wieso kostet ein Medikament 500.000? Ich dachte immer, dass der Bund Geld in die Forschung steckt...
    • phreko 02.04.2020 09:56
      Highlight Highlight 4 Milliarden Franken pro Woche sind auf wieviele Corona-Tote zu verteilen?
    • Hardy18 02.04.2020 23:17
      Highlight Highlight 400.000 Leute müssen pro Woche sterben, damit sich der Lockdown „finanziell“ lohnt.

      Alles andere ist reine Spekulation.
  • Influenzer 02.04.2020 06:03
    Highlight Highlight Ein Grund mehr, der Ökonomie als Wissenschaft zu misstrauen.
    Und allen, die Entscheidungen allein aufgrund ökonomischer Überlegungen und nicht aufgrund humanistischer, ganzheitlicher Bildung fällen.
    • stebrun 02.04.2020 06:33
      Highlight Highlight Ökonomie ist die Lehre der begrenzten Ressourcen und gehört damit zu einem ganzheitlichen Ansatz dazu. Es geht nicht darum, einzig in der Kategorie "Geld" zu denken, sondern darum, solche Fragen als Gesellschaft gemeinsam auszuhandeln. Ressourcen sind nun mal begrenzt und wenn wir z.B. entscheiden, dass wir alles Mögliche tun, um ein einzelnes Menschenleben zu retten, dann haben wir dafür in anderen Bereichen weniger Handlungsmöglichkeiten. Z.B., um in die Forschung für ein Malaria-Medikament zu investieren, mit dem man potenziell tausende Menschenleben in anderen Ländern retten könnte.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 02.04.2020 06:33
      Highlight Highlight Ökonomie ist keine Wissenschaft, eher Ideologie.

      In der Finanzkrise 2008 mussten die führenden Ökonomen des Fachs eingestehen, dass sie keine Ahnung haben, was da genau passiert.

      Auf diesem Gebiet gewinnen Leute Nobelpreise, wenn sie widerlegen, dass der Mensch nicht wie Homo Oeconomicus funktioniert.
    • dorfne 02.04.2020 09:20
      Highlight Highlight 220'000 Fr. darf ein zusätzliches Lebensjahr für einen betagten Menschen, der bereits unter mehreren Krankheiten leidet, kosten. Und in den Flüchtlingslagern vegetieren die Leute unter menschenunwürdigen Bedingungen vor sich hin und wir schauen nur zu. In Afrika werden mit Hilfe korrupter Regierungsclans die Rohstoffe geplündert und den Einheimischen bleiben nur verseuchte Böden und Gewässer. Ihre Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren. Alles für unsern Wohlstand. Aber Sie haben Recht: für ökonomische Überlegungen
      darf kein Platz sein wenn es um Menschenleben geht.





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