Schweiz
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Die Kantonsschueler waehrend dem 1. Schultag mit der neuen Maskenpflicht waehrend der Corona Pandemie in der Kantonsschule Reussbuehl in Luzern am Montag, 17. August 2020. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Kantonsschülerinnen und -schüler in Luzern. Maskenpflicht gilt in einigen Kantonen an Schulen. Bild: keystone

8 Punkte über die aktuelle Lage der Schweiz in der Coronakrise

Seit Monaten dominiert die Coronakrise unser Leben. Die Fallzahlen steigen in den letzten Wochen wieder kontinuierlich an. Aber sie alleine geben kein Bild über die Situation.



Fallzahlen, Testvolumen, Positivitätsrate, Hospitalisationen, Todesfälle – es gibt einige Statistiken, welche zusammen ein Bild von der Coronakrise ergeben. Stefan Kuster, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, erklärte an der heutigen Pressekonferenz: «Die Situation ist stabil, aber fragil.» Wir blicken auf acht Punkte.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Fallzahlen

Nach dem Höhepunkt im März/April brachte die Schweiz die Fallzahlen bis in den tiefen zweistelligen Bereich. Seit Ende Juni steigen sie aber wieder kontinuierlich an. Aktuell stehen wir bei rund 400 bis 500 täglichen Fällen.

Tägliche Fallzahlen

Ein spannender Nebeneffekt: An welchem Wochentag werden am meisten Fälle gemeldet? Oder anders: Normalerweise ist der Montag der Tag mit den wenigsten neuen Fällen, der Dienstag derjenige mit den zweitwenigsten. Insgesamt stiegen aber auch die Meldungen an diesen Tagen an.

An welchem Wochentag wie viele Corona-Fälle gemeldet werden

Wochentage Coronafälle Schweiz

Entwicklung seit dem 6. März 2020. bild: watson

Situation in den Kantonen

Mit Stand vom 10. September weisen vier Kantone aktuell mehr als 60 Fälle pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen aus. Es sind dies:

Die Übersicht aller Kantone siehst du hier:

Fälle pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen

Stand der Daten: 8. September. quelle: BAG

So bekämpft man das Coronavirus in Genf, Zürich und der Waadt:

Positivitätsrate

Die Fallzahlen alleine geben aber noch kein Bild über die aktuelle Lage. Es spielen diverse Faktoren mit rein. Zum Beispiel die Anzahl Tests und die Positivitätsrate.

Die Anzahl Tests schwankt dabei auch nach Wochentag. Am Wochenende lassen sich meist deutlich weniger Menschen testen. Insgesamt nahm die Anzahl seit Ende August wieder zu.

Tägliche Tests

Die Positivitätsrate dagegen sinkt seit Ende August von rund 4 Prozent auf aktuell rund 3 Prozent. Die höhere Anzahl Fälle in den letzten Tagen ist also auch den vermehrten Tests zuzuschreiben.

Positivitätsrate (Schnitt letzte 7 Tage)

Hospitalisationen

Eines der grössten Themen in den letzten Wochen sind die Hospitalisationen. Obwohl die Anzahl Fälle permanent steigt, bleiben die Hospitalisationen relativ konstant – was auch das Ziel des BAG ist. Im Schnitt der letzten sieben Tage pendelte sich die Anzahl der Neuen Hospitalisationen zuletzt zwischen täglich 6 und 8 ein:

Hospitalisationen (Schnitt letzte 7 Tage)

Die Schweizer Spitäler mussten Ende März / anfangs April über 2000 Corona-Patienten behandeln. Den tiefsten Stand an Hospitalisierten wegen Covid-19 erlebten wir nach dem Höhepunkt im Frühling Ende Juni, als unter 100 Personen mit Corona in einem Schweizer Spital lagen.

Die Zahl stieg bis Anfang August auf rund 140 Fälle, sank aber wieder auf rund 110 ab und zeigt keine steigende Tendenz.

Anzahl aktuell Hospitalisierte

Intensivstationen

Auch die Betten auf der Intensivstation werden von Corona-Patienten deutlich weniger belegt als beim Höhepunkt im Frühling, als kurzzeitig über 400 Patienten mit Covid-19 auf der Intensivstation lagen.

Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Hospitalisationen: Anfang August nahmen die Fallzahlen nochmals zu auf rund 25, aktuell liegen wir bei knapp über 10 Patienten auf der Intensivstation.

Anzahl Personen auf der Intensivstation (aktuell)

Todesfälle

Auch die Todesfälle bleiben zum Glück seit Wochen tief. Wir sind weit weg von den über 60 Toten pro Tag von Anfang April. Momentan werden täglich meist 0 bis 3 Todesfälle dem BAG gemeldet.

So lange die Hospitalisationen und Patienten auf den Intensivstationen tief bleiben, dürften auch die Todesfälle nicht gross steigen.

Anzahl tägliche Todesfälle

Altersverteilung

Die tiefe Anzahl an Hospitalisationen und Todesfällen liege daran, dass sich vor allem Jüngere mit dem Coronavirus infizieren, so Experten Tatsächlich machte die U50-Altersgruppe in den letzten Wochen immer deutlich über 60% der Neuansteckungen aus.

Die seit Wochen befürchtete Verlagerung der Jungen zu den Alten fand bisher auch nicht wirklich statt. Allerdings zeigte sich in den letzten zwei Wochen ein leichter Trend in diese Richtung. Der Anteil der Ü60-Jährigen stieg von 7,3 Prozent Mitte August auf 11,6 Prozent in den letzten sieben Tagen. Den grössten Zuwachs an Neuinfektionen gab es zuletzt bei den 50- bis 59-Jährigen.

Altersverteilung der Neuinfektionen im Wochenschnitt:

Bild

Quarantäne

Das BAG meldet seit Anfang Juli auch diejenigen, welche sich in Isolation befinden oder wegen des Contact Tracings oder der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne befinden.

Wir zeigen hier den jeweiligen 7-Tage-Schnitt. Zu beachten gilt, dass das BAG nicht jeden Tag von allen Kantonen Meldung erhält. Darum können die Angaben zwischendurch tiefer sein, als dass sie tatsächlich sind.

Anzahl Personen in Isolation im 7-Tage-Schnitt

Praktisch parallel zu den Personen in Isolation entwickelt sich auch die Anzahl der jeweiligen Kontakte in Quarantäne.

Anzahl Kontakte der Personen in Contact-Tracing-Quarantäne im 7-Tage-Schnitt

Bei den Personen, welche nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne mussten, zeigt sich die Auswirkung der Sommerferien. Seit diese Ende August überall vorbei sind, nimmt die Zahl deutlich ab.

Personen in Quarantäne nach Rückkehr aus Risikoland im 7-Tage-Schnitt

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    Alle Leser-Kommentare
  • Anonym.- 10.09.2020 21:06
    Highlight Highlight Frage zur Positivitätsrate: wieviel % beträgt die Fehlerquote des PCR-Tests, also die falsch positiv gemeldeten Fälle?
  • Hadock50 10.09.2020 21:03
    Highlight Highlight Kennt jemand eine Webseite wo man im Kanton Zürich die Hotspots nach Gemeinden und Stadtkreisen sehen kann ?
    ❤ DANK im Voraus !
  • oliverreader 10.09.2020 19:19
    Highlight Highlight Bei Punkt 7 könnte das Bild trügen. früher wurden nur Risikopersonen mit eindeutigem Risiko und klaren Sympromen getestet - also eher ältere. Junge hingegen nicht. Heute werden alle getestet was zu scheinbar mehr jungen Positiven führt.
  • Anonym.- 10.09.2020 18:35
    Highlight Highlight Frage zur Positivitätsrate: in welchem %-Bereich liegen die falsch positiven PCR-Tests?
  • ivolution 10.09.2020 17:59
    Highlight Highlight „Die tiefe Anzahl an Hospitalisationen und Todesfällen liege daran, dass sich vor allem Jüngere mit dem Coronavirus infizieren, so Experten„

    Ich bin kein Experte aber trotzdem bin ich ziemlich sicher, dass dies nur einer von vielen Faktoren ist, die die tiefen Zahlen auslösen.

    Wieso wird eigentlich in letzter Zeit nie mehr auf die Sterblichkeitsrate von Covid-19 eingegangen? Im April wurde da gross gerechnet und heute hätte man doch noch viel mehr statistisch relevante Zahlen dafür. Kann es sein, dass diese Sterblichkeitsrate durch die vielen Covid-Überlebenden stark gesunken ist?
  • Dr. Unwichtig 10.09.2020 17:32
    Highlight Highlight Nun, ja - ein Blick auf die Altersverteilung zeigt, dass die aktuelle Situation in keiner Weise anders ist, als in den letzten Wochen. Schwankungen sind normal und hatten bisher keinerlei Auswirkungen auf Todesfälle oder Hospitalisierungen. Der „Trend zu älteren Infizierten“ ist nicht nachhaltig sichtbar und Kuster hätte sich die entsprechende Bemerkung - die schon wieder ein kleiner Nadelstich der Verunsicherung ist - getrost sparen können.
  • Antichrist 10.09.2020 16:45
    Highlight Highlight Städte mit Maskenpflicht haben am meisten Fälle. Grenzregionen auch, da will man aber nichts tun.
    • sheimers 10.09.2020 17:07
      Highlight Highlight Logisch: Die mit den meisten Fällen haben eine Maskenpflicht eingeführt, bei den anderen ist das nicht nötig. Und das mit den Grenzregionen stimmt nicht immer, Schaffhausen und Basel haben pro Kopf nicht halb so viele Fälle wie Fribourg.
    • The_real_Zippy 10.09.2020 20:32
      Highlight Highlight @ sheimers
      Dass der Kanton Solothurn zu den Kantonen mit den meisten Fällen gehört ist mir allerdings Neu...

      Allerdings seit letzter Woche Maskenpflicht in Läden und das mit tiefen, einstelligen Zahlen.....
  • Masus 10.09.2020 16:30
    Highlight Highlight PT. 4

    Was ich nicht erwartet hätte ist das Ausmass der Quarantänefälle. Wenn man die drei separierten Grafiken zusammen nimmt, dann befinden sich über den gesamten Zeitraum zwischen 10'000 und 20'000 Personen in Quarantäne. Das summiert sich über ein Jahr auf grob 15'000 Jahre Freiheitsbeschrenkung/Entzug, ohne den Einbezug des Lockdowns.
    • Masus 11.09.2020 00:07
      Highlight Highlight Sehr interessant, wie diese nüchterne Feststellung über 170 Blitze erhält, obwohl darin ausschliesslich objektive Betrachtungen über den Beitrag stehen..?
  • Masus 10.09.2020 16:25
    Highlight Highlight PT. 2

    - Dass Reiserückkehrer, Contact tracing Quarantinierte und sich in Isolation Befindende separat ausgewiesen wird erhöht zwar die Genauigkeit der Angaben, verkleinert aber auch die wahrgenommene Anzahl der total in Quarantäne befindlichen.

    - Speziell die Kurve der Hospitalisierungen würde einen markant anderen Eindruck machen und mehr derjenigen der Verstorbenen ähneln, wenn der gleiche Zeitsbschnitt verwendet worden wäre.
  • Locutus70 10.09.2020 16:23
    Highlight Highlight Alles in allem erfreuliche Zahlen - gerne weiter so.
  • Masus 10.09.2020 16:21
    Highlight Highlight Danke dass hier neutral über Kennzahlen berichtet wird, die sonst viel zu selten in die Diskussion einbezogen werden!

    Ein paar interessante Punkte dazu:
    - die Skalen können für ungeübte verwirrlich sein, so wird nicht überall über die gleiche Zeitspanne reportiert und die x Skalen sind sehr unterschiedlich. Wenn man nur die Grafiken der Verstorbenen und in Quarantäne befindliche Personen vergleicht könnte so der Eindruck entstehen, dass die Situation ähnlich ausschaut. In Wahrheit gibt es über 1000 mal mehr Quarantänefälle.

    PT. 1
    • Masus 10.09.2020 16:31
      Highlight Highlight PT. 2

      - Dass Reiserückkehrer, Contact tracing Quarantinierte und sich in Isolation Befindende separat ausgewiesen wird erhöht zwar die Genauigkeit der Angaben, verkleinert aber auch die wahrgenommene Anzahl der total in Quarantäne befindlichen.

      - Speziell die Kurve der Hospitalisierungen würde einen markant anderen Eindruck machen und mehr derjenigen der Verstorbenen ähneln, wenn der gleiche Zeitsbschnitt verwendet worden wäre.
  • MeinSenfHierUndJetzt 10.09.2020 16:05
    Highlight Highlight Danke Watson!
    Mich würden auch die Quarantäne-Regeln unserer Nachbarländer interessieren. Haben die auch vergleichbare Regeln wie wir sie (zumindest theoretisch, siehe Frankreich) haben? Ab welcher Inzidenz dürfen wir nicht mehr ohne Quarantäne nach Deutschland, Frankreich, Österreich einreisen?
  • CalibriLight 10.09.2020 14:46
    Highlight Highlight Das liest sich sehr gut und vielversprechend. Die Massnahmen greifen und wir sind bisher sehr gut unterwegs.
  • mafussen 10.09.2020 14:42
    Highlight Highlight Auf meiner Seite https://coronatrend.ch finden sich ein paar täglich aktualisierte Grafiken.
    Benutzer Bild
  • Andres Schlumpf 10.09.2020 14:42
    Highlight Highlight Und damit die Anzahl Hospitalisationen, Intensiv- und Todesfälle tief bleibt, halten wir uns am besten an die Vorgaben des BAG.
    • Masus 10.09.2020 16:35
      Highlight Highlight Und realisieren dabei, dass die Fallzahlen an sich keine Gefahr darstellen, was es uns erlaubt über die genannten Massnahmen in einem neuen Licht nachzudenken, genau👍
    • Rhinopower 10.09.2020 18:39
      Highlight Highlight Ja genau... die Vorgaben des BAG... hahaha. Hat genau gar nichts damit zu tun, aber wer glaubt wird selig
    • Terraner 10.09.2020 18:58
      Highlight Highlight @ Masus
      Die Zahlen sagen überhaupt nichts über die schwere der Erkrankungen aus und wie rasch die Leute genesen und welche Langzeitfolgen Sie erleiden.

      Nur weil man nicht ins Spital muss, heisst das leider nicht das der Verlauf harmlos ist und keine Langzeitfolgen bleiben.
  • Kanuli 10.09.2020 14:38
    Highlight Highlight Danke! So einen Bericht habe ich seit langem ersehnt.
  • Jonas der doofe 10.09.2020 14:26
    Highlight Highlight Danke für die gut verständlichen Grafiken

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