Schweiz
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Ein Instagram-Bild besiegelte das Ende von CS-Chef Thiam – das schreibt die Sonntagspresse



Ein Bild auf Instagram besiegelte das Ende von CS-Chef Thiam

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bild: instagram/tidjane.thiam

Es war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch veröffentlichte Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam auf Instagram eine Foto, die ihn und die Konzernleitungsmitglieder lachend zeigte. Es entstand nach einem Arbeitsessen und suggerierte breite Unterstützung für Thiam. Das Bild führte innerhalb der Grossbank zu heftigen Irritationen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Nicht allen abgebildeten Managern soll klar gewesen sein, dass es öffentlich wird. Einige fühlten sich von Thiam für einen PR-Coup missbraucht. Das Bild besiegelte, was sich in den Tagen davor abgezeichnet hatte: Thiams Abgang. Parallel dazu drohten ausländische CS-Aktionäre dem Verwaltungsratspräsidenten Urs Rohner mit der Absetzung, falls er Thiam stürze. Die Drohung missfiel den Verwaltungsräten. Das Vorpreschen der amerikanischen und britischen Aktionäre beschleunigte den Chefwechsel – zumal einige Verwaltungsräte vermuteten, Thiam habe die Angriffe mit den Investoren abgesprochen. «Wir handeln nicht auf Zuruf», lautete die Haltung im Verwaltungsrat. Andere Aktionäre hatten Rohner ihre Unterstützung zugesichert. Die Trennung verläuft einvernehmlich, damit Thiam seine gesperrten Boni bekommt. Zudem bot ihm Rohner an, er dürfe am kommenden Donnerstag an der Medienkonferenz die Jahreszahlen von 2019 präsentieren. Das sei Thiam wichtig gewesen, denn er sei stolz auf seine Arbeit. Dass er gehen würde, stand wohl seit Anfang Jahr fest. Nachdem die «NZZ» im Dezember enthüllt hatte, dass neben Iqbal Khan eine zweite Person beschattet worden war, schien dem Verwaltungsrat klar: Die Kultur bei der CS ist unhaltbar. Rohner und Vizepräsident Severin Schwan brauchten jedoch einige Wochen Zeit, um das Gremium zu einen.

In einem Jahr zwölf Millionen Franken erbeutet: Türkische Bande zockt Schweizer Rentner ab

Die Masche ist perfide – und immer gleich: Betrüger rufen Rentner an, geben sich als Polizisten aus und bringen Betagte dazu, ihr Erspartes einem falschen Beamten in zivil auszuhändigen. Wie erfolgreich die Kriminellen mit der Masche sind, zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), die dem «SonntagsBlick» vorliegen. Demnach hat die Summe des auf diese Weise ergaunerten Geldes in der Schweiz explosionsartig zugenommen. Im Jahr 2019 zockten die Täter bei hilflosen Senioren zwölf Millionen Franken ab – dreimal so viel wie im Jahr zuvor und mehr als 30-mal so viel wie 2016. Rund 2000 Versuche registrierte das Fedpol letztes Jahr, 56 waren erfolgreich. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen. Der krasseste Fall bisher: Von einer Rentnerin aus dem Kanton Zürich erbeuteten Unbekannte 3,6 Millionen. Die Spuren der falschen Polizisten führen in die Türkei. Dort betreiben die Hintermänner eigens dafür eingerichtete Callcenter. Sobald ein Opfer in die Falle tappt, kommen Kleinkriminelle aus Deutschland oder der Schweiz als Geldabholer zum Einsatz. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Fäden vom sogenannten Miri-Clan gezogen werden, einer berüchtigten libanesisch-türkischen Grossfamilie. Fedpol-Sprecherin Sibyl Kurz sagt gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Die Ermittlungen gestalten sich oft komplex, da die Täter transnational agieren.» Und sie warnt: «Wir gehen davon aus, dass die Problematik weiterhin akut bleibt.»

Bundesrat will mehr Männer am Herd sehen

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Der Bundesrat will neue Dynamik in die Schweizer Gleichstellungspolitik bringen. Er wird in dieser Legislatur erstmals eine «nationale Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern» vorlegen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Ziel dieser Strategie ist es, «die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung» umzusetzen. Und dabei denkt der Bundesrat auch an die Verteilung von Erwerbs- und Hausarbeit. Heute sind die Männer immer noch stärker im Beruf engagiert, während die Frauen mehr unbezahlte Haus- und Familienarbeit verrichten. Der Bundesrat will dies ändern. Er formuliert darum als Ziel der neuen Strategie auch, die Verteilung dieser Arbeit ausgewogener auf beide Geschlechter zu verteilen. Wie dies geschehen soll, ist offen. Trotzdem sorgt der Plan bereits für Streit. SVP-Politiker wittern einen Eingriff in die Privatsphäre von Familien. Gleichstellungspolitikerinnen kritisieren derweil, die Pläne kämen spät und seien zu vage.

Pestizidbelastung im Grundwasser: Versteckspiel der Behörden

Zahlen des Bundesamtes für Umwelt zeigen: In einigen Gemeinden sind die Pestizidkonzentrationen im Grundwasser bis zu 25 Mal höher als der Grenzwert erlaubt. Wo diese Pestizidhöllen liegen, war bis jetzt nicht bekannt. Die Umweltbehörden wollten das geheim halten. In der Gemeinde Fischbach (LU) erfuhr der Gemeinderat zum Beispiel erst durch die «SonntagsZeitung», dass der Bund hier hohe Schadstoffwerte gemessen hat. Auch kantonale Behörden tun sich schwer damit, die Pestizidwerte zur veröffentlichen.

Neuer Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein: «Es geht darum, die Bank in ruhige Bahnen zu lenken»

Der derzeitige CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein wird Nachfolger von Tidjane Thiam als Konzernchef. (Archiv)

Bild: KEYSTONE

Nach seiner überraschenden Beförderung zum Chef der Credit Suisse will sich Thomas Gottstein darauf konzentrieren, die Folgen der Bespitzelungsaffäre zu bewältigen. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt er: «Es geht darum, die Bank in ruhige Bahnen zu lenken. Es ist eine gewisse Verunsicherung entstanden. Ich will dazu beitragen, dass sie verschwindet.» Grössere personelle und strategische Änderungen plant Gottstein jedoch nicht. Er belasse die Geschäftsleitung so, wie sie ist. Wachsen will Gottstein, der bisher das Schweiz-Geschäft der Bank geführt hat, vor allem ausserhalb Europas. «Die grossen Wachstumschancen sind in Asien und den Schwellenländern. Dort wollen wir mindestens mit dem Markt oder schneller wachsen.»

Corona-Virus sorgt für Verluste am Flughafen

Die wegen des Coronavirus ausgesetzten Flüge von und nach China reissen ein Loch in die Kasse des Flughafens Zürich. Das berichtet die «SonntagsZeitung». Insgesamt fallen pro Woche 28 Flüge aus. An den Spitzenzeiten sind dadurch Slots frei geworden. Diese können aber nicht weitergereicht werden – auch wenn sich dafür Interessenten fänden. «Es handelt sich um einen Fall von höherer Gewalt», sagt Flughafen-Sprecherin Jasmin Bodmer. Deshalb verblieben die Nutzungsrechte dieser Slots bei den Airlines. Dem Flughafen brechen damit auf unbestimmte Zeit Gebühren weg, die sich pro An- und Abflug-Paar auf mehr als 10'000 Franken summieren dürften. Das ergibt pro Woche gut 140'000 Franken. Doch noch mehr ins Gewicht dürften die Ausfälle in den Luxusläden am Flughafen fallen. Denn die Chinesen gelten als kaufkräftigste Kundengruppe.

Bauernchef Ritter liebäugelt mit den Grünen

Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands, will eine Agrar-Allianz mit den Grünen. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» skizziert einen entsprechenden Deal für eine neue Agrarpolitik. Die Grünen sollen sich mit landwirtschaftlichen Produktionsvorgaben zufrieden geben, die zwar erhöht würden, aber leicht unter dem Bio-Niveau blieben. Im Gegenzug würden die Bauern die grüne Forderung nach einem Importstopp für Agrargüter, die nicht nach Schweizer-Standards produziert werden, stützen. Als ersten Schritt zu einem solchen Bündnis fasst Ritter die Unterstützung des Referendums gegen den Freihandelsvertrag mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ins Auge. Ritter: «Ich glaube, wir sollten uns mit den Grünen zusammentun und uns auf einen solchen Kompromiss einigen.»

Seiler Graf und Reynard präsentieren Aktionsplan für die SP

Die Kandidaten fuer die SP Praesidentschaftswahlen, Priska Seiler Graf , rechts, und Mathias Reynard, links, anlaesslich des Parteitag der SP Luzern vom Samstag, 8. Februar 2020 im Pfareiheim in Hitzkirch. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Bild: KEYSTONE

Priska Seiler Graf und Mathias Reynard wollen die Nachfolge von SP-Parteichef Christian Levrat antreten. Diese Woche haben sie einen Aktionsplan formuliert, in dem sie die Zukunft der Partei skizzieren, sollte sie die Basis an die Spitze wählen. Das Konzept liegt dem «SonntagsBlick» vor. Der Basis, die Anfang April die neue Spitze kürt, machen sie darin das Angebot, den Kurs der Sozialdemokraten in Zukunft weitaus stärker mitzubestimmen als in der Vergangenheit. Die parteiinterne Demokratie gehöre Gestärkt. Konkret sollen die SP-Mitglieder «die wichtigsten politischen Entscheidungen» öfters in Urabstimmungen treffen. Zudem fordern Seiler Graf und Reynard, dass zwingend ein Mitglied, das nicht im Bundeshaus politisiert, im Vizepräsidium vertreten sein muss. «Wir stellen uns die Rolle des Präsidiums nicht so vor, dass wir unsere Visionen dem Rest der Partei aufzwingen», schreiben Seiler Graf und Reynard. Der Aktionsplan ist aber auch geprägt vom historisch schlechten Wahlergebnis vom 20. Oktober. Ein Schockerlebnis, das «zu einer gewissen Neuorientierung der SP Schweiz führen» müsse. Ein Seitenhieb gegen die bisherige Parteispitze – und in Richtung Meyer und Wermuth: «Wir brauchen dringend eine viel klarere Sprache. Um nicht das gleiche Schicksal wie einige andere Sozialdemokratien in Europa zu erleiden», dürfe die SP «kein Klub von Intellektuellen sein», sondern müsse wieder zu einer grossen Volkspartei werden, damit die SP wieder als die Partei der Arbeiter- und Mittelschicht wahrgenommen werde. So aufgestellt, soll die SP bei den Wahlen 2023 einen Anteil von über 20 Prozent erreichen. Heute dümpelt die SP bei 16,8 Prozent. Diesen Quantensprung an der Urne dürfte auch mit der Lancierung von Volksinitiativen geschafft werden, bei der Gleichstellung und in der Klimapolitik.

Nach dem Pädophilen nun der «Homo-Heiler» – Bistum Freiburg kommt nicht zur Ruhe

Nachdem der Freiburger Bischof Charles Morerod vergangene Woche den Pfarrer und Domherren Paul F. per sofort suspendierte, kommt nun ans Licht: Ein weiterer Kirchenmann der Diözese sieht sich ebenfalls Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Ausserdem hat er in der Vergangenheit in Frankreich in der Gruppe «Courage» mitgewirkt, die unter anderem mit Konversionstherapien Homosexuellen «helfen» will, sie zurück auf den katholischen Weg zu bringen – mittels höchst umstrittener Konversionstherapien. Der Mitarbeiter V. arbeitet seit einem Jahr als Seelsorger in Neuenburg, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Wie sich V.s vergangene Tätigkeit auf seine Beschäftigung in der Diözese Freiburg auswirkt, bleibt auch nach der Stellungnahme der Pressestelle des Bischofs offen.

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