Schweiz
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Gerhard Pfister, Parteipraesident und Nationalrat (Zug), aufgenommen an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz, am Samstag, 15. Februar 2020, in Frauenfeld. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

CVP-Präsident Gerhard Pfister: «Hier bietet die BDP durchaus eine Chance – und wir müssen die Chance ergreifen.» Bild: KEYSTONE

Wie soll die neue Mitte-Partei heissen: «Die Volkspartei»? «Die Mitte»? «Mitte Schweiz»?

BDP-Präsident Martin Landolt ging in die Offensive und bot CVP-Präsident Gerhard Pfister Gespräche für eine neue Mitte-Partei an. Dieser begrüsst die Diskussionen. Bereits werden mögliche Namen beurteilt.

Othmar von Matt / ch media



Wie soll die neue Partei heissen? «Die Volkspartei»? «Demokratische Volkspartei»? «Die Konservative Partei»? Oder soll sie «Mitte» im Namen führen? «Allianz der Mitte»? «Mitte Schweiz»? «Union der Mitte»? «Die Mitte»? «CVP. Die Mitte»?

Oder – angelehnt an die Aufklärung – schlicht und einfach «Freiheit und Solidarität»?

«Wir wollen prüfen, ob die Gründung einer neuen Mitte-Partei machbar ist.»

Martin Landolt, BDP-Präsident schweiz am wochenende

Diese Namen liess die CVP in der Basisumfrage beurteilen, die sie Mitte Februar startete. Und es wird immer klarer: Eine neue Mitte-Partei rückt näher. «Ich habe CVP-Präsident Gerhard Pfister mitgeteilt, dass ich ein Mandat habe, um mit ihm offiziell Gespräche aufzunehmen», sagte BDP-Präsident Martin Landolt in der «Schweiz am Wochenende». «Wir wollen prüfen, ob die Gründung einer neuen Mitte-Partei machbar ist.» Gleichzeitig kündigte Landolt für diese Woche eine Basisbefragung der BDP an.

CVP-Präsident Pfister wiederum reagierte in der «Samstagsrundschau» sehr offen auf Landolts Avance: «Ich begrüsse es sehr, dass wir die Kräfte in der Mitte bündeln können.» An der Politik werde sich nichts ändern.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS MARTIN LANDOLT DAS PRAESIDIUM DER BDP SCHWEIZ ABGEBEN WILL, AM MONTAG, 21. OKTOBER 2019 - Martin Landolt, Praesident der BDP Schweiz, an der Delegiertenversammlung der BDP Schweiz, am Samstag, 28. April 2018, in Seewis. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Bild: KEYSTONE

Die BDP ist dort stark, wo die CVP schwach ist - in Bern

Pfister sieht in der möglichen gemeinsamen Gründung einer neuen Partei mehrere Chancen für die CVP. «Ich habe immer gesagt, das Potenzial einer Mitte-Partei ist grösser, als was die CVP derzeit ausschöpfen kann», hielt er auf Radio SRF fest. «Die BDP ist zum Teil in Kantonen stark, in denen die CVP eher klein ist. Da sind wir komplementär.»

Für die CVP von besonderem Interesse sind die Strukturen, welche die BDP hat, vor allem im Kanton Bern. Dort spielt die BDP nach wie vor eine wichtige Rolle. «Hier ist die CVP aus historischen Gründen sehr klein», erklärte Pfister.

«Zu gegebener Zeit müssten wir sicher auch mit der EVP und allenfalls mit der GLP darüber reden»

Martin Landolt

Die CVP habe es nicht geschafft, in den Stammlanden in grösserem Ausmass zu wachsen. «Hier bietet die BDP durchaus eine Chance – und wir müssen die Chance ergreifen. Denn die Schweiz braucht eine starke Mitte-Partei.»

Landolt hatte im Interview auch noch die EVP und die GLP ins Spiel gebracht. «Zu gegebener Zeit müssten wir sicher auch mit der EVP und allenfalls mit der GLP darüber reden», sagte er, ob sie Interesse daran haben, mit uns eine starke Marke zu bilden.» Zunächst brauche es nun aber eine Projektskizze.

EVP winkt ab, die GLP ist Zurückhaltend

Bei der EVP winkt man ab. «Die EVP feierte eben ihr 100-­ Jahr-Jubiläum», sagt Präsidentin Marianne Streiff. «Wir sind eine eigenständige Partei, die auch viele junge Mitglieder hat.» Das E im Sinne des Evangeliums im Namen der Partei sei «sehr wichtig». Streiff: «So gesehen kann ich mir nicht vorstellen, das wir uns einer neuen Mitte-Partei anschliessen würden.» Die Fraktions-Zusammenarbeit mit CVP und BDP hingegen sei «gut und wichtig».

Zurückhaltend zeigt sich GLP-Präsident Jürg Grossen. «Zuerst sollen die beiden Parteien nun mal ihren Prozess durchführen», sagt er. «Falls sie es schaffen, eine neue Partei zu gründen, werden wir sicher einen guten Kontakt zu ihnen pflegen. Ich bezweifle aber, dass unsere Wählerbasis offen wäre dafür, einer solchen neuen Mitte-Partei beizutreten.» (aargauerzeitung.ch)

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