Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Absolut krass und krank»: Schweizer Internet-User werden mit Kinderpornos erpresst



Eine kriminelle Cyber-Attacke hat am Sonntag Schweizer Internet-User ins Visier genommen. In einem Erpresser-Mail wurden die Angeschriebenen aufgefordert, innert kurzer Frist umgerechnet 1100 Franken auf ein Bitcoin-Konto zu überweisen, wie der Blick berichtet. Ansonsten würden die Betroffenen «grossen Schaden» erleiden. 

Die Drohung richtet sich nicht nur gegen den jeweiligen Empfänger, sondern auch gegen dessen Angehörige. «Am 22.08.18, um 16 Uhr läuft eine Frist ab, welche über Ihr weiteres Schicksal, sowie das Ihrer Familie und Ihrer Firma entscheidet», lautet der Anfang der Mail. 

«Absolut krass und krank»

Das Erpresser-Mail ging angeblich an viele Schweizer Internet-User, darunter einige Nationalräte, die nun gegenüber dem «Blick» Stellung genommen haben. 

«Ich habe schon viele anonyme Drohungen erhalten. Aber diese hier war schon sehr speziell», sagt Adrian Amstutz (SVP). Sein Ratskollege Philipp Hadorn (SP) sagte, der Inhalt der Mail sei wirklich schockierend gewesen. Nationalrat Nik Gugger stimmt ihm zu: «Die Drohungen sind absolut krass und krank.».

Philipp Hadorn, SP-SO, spricht an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 8. Maerz 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Philipp Hadorn (SP).  Bild: KEYSTONE

Rassistische Emails und illegale Pornos

Im 13-seitigen Anhang wird detailliert erklärt, wie dem Empfänger Schaden zugefügt werden soll, sollte kein Geld fliessen. Angereichert wurde das Dokument mit unzähligen Beispielen und verstörenden Bildern. Alle Handlungen würden im Namen des Opfers ausgeführt werden, mit dem Ziel, dieses finanziell, emotional, sozial und physisch zu schädigen. 

So sollen Geschäfte über Onlineplattformen wie Ebay oder Ricardo abgewickelt, die Ware aber anschliessend nicht ausgeliefert werden. Das würde dann rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Zudem sollen per Email Bombendrohungen, rassistische Äusserungen und illegale Pornografie verschickt werden. Aber auch Drogengeschäfte sollen unter falscher Identität im Darknet getätigt werden.

Damit aber noch nicht genug. Kinderpornografische Inhalte sollen so modifiziert werden, dass die Gesichter der Opfer darin auftauchen. Zwar sind etliche Bilder einer Person für solche «Deepfake» genannte Videos nötig. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten sei das durchaus machbar, lautet die Analyse des Blicks

Strafverfolgung aussichtslos

Die IT-Abteilung der Parlamentsdienste und das Bundesamt für die Polizei (Fedpol) sei über den Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Ebenfalls im Bilde sei die europäische Polizeibehörde Europol. 

Wer genau hinter der verschlüsselten Drohung steckt, ist nicht bekannt. Es dürfte schwer sein, die Verantwortlichen ausfindig zu machen, denn die Drahtzieher befinden sich zumeist im Ausland. Somit sind die Schweizer Behörden bei der Strafverfolgung praktisch machtlos. 

Hadorn und Amstutz wollen sich beide dafür einsetzen, dass sich die Politik dieser Problematik annimmt. «Ich möchte jetzt vom Gesamtbundesrat wissen, bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren», zitiert Blick Adrian Amstutz.

(vom)

Das könnte dich auch interessieren:

So überzeugend kann manipuliertes Video aussehen

Video: srf

Die bösartigsten Computer-Attacken aller Zeiten

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

Was Google, Facebook, Instagram und Snapchat wirklich von dir wissen – die laaaaange Liste

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Apple-Mitarbeiter hören sich deine Siri-Gespräche an – jup, auch das Bettgeflüster

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Das steckt hinter den merkwürdigen DJ-BoBo-Artikeln auf Facebook

Link zum Artikel

Wer ab Freitag das Internet nutzt, muss wissen, dass er vom Staat überwacht wird

Link zum Artikel

21'000 Schweizer Passwörter gestohlen: So prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

10 Massnahmen, um der digitalen Verfolgung zu entgehen

Link zum Artikel

Daten lassen sich offenbar nicht wirksam schützen – was macht denn eigentlich ein Datenschützer?

Link zum Artikel

Was man mit privaten Sicherheitskameras darf – und warum die Cloud riskant ist

Link zum Artikel

ETH-Forscher zeigt: Facebook kann deine Daten sammeln, selbst wenn du kein Konto hast

Link zum Artikel

Wie du Fake-News erkennst und was das mit deinen Daten zu tun hat 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel