Schweiz
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Umfrage zeigt: Ja-Trend für Anti-Diskriminierungs-Gesetz (– und es öffnet sich ein Graben)

Das Anti-Diskriminierungs-Gesetz erhält viel Zuspruch. Auch für die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» findet sich derzeit eine Mehrheit. Das geht aus einer Tamedia-Umfrage zur Abstimmung vom kommenden 9. Februar hervor.



Die Einstellung der Stimmberechtigten gegenüber beiden Vorlagen ist deutlich: Für das Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung sprechen sich 55 Prozent bestimmt und 10 Prozent eher aus (total: 65 Prozent) und für die Wohnrauminitiative 41 Prozent bestimmt und 22 Prozent eher (total: 63 Prozent). Jeweils 32 Prozent der Befragten gaben an, bestimmt oder eher nicht für die beiden Vorlagen zu stimmen.

epa07910133 Participants attend Kosovo's third Pride Parade in Pristina, Kosovo, 10 October 2019. Hundreds of participants marched through the main square of the capital city, demanding freedom and equal rights for the LGBT (lesbian, gay, bisexual, and transgender) community in Kosovo.  EPA/VALDRIN XHEMAJ

Ein Bild der dritten Pride-Parade in Pristina, Kosovo. Bild: EPA

Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden, fanden 77 Prozent der Befragten. Gerade in Zeiten von Hass-Attacken im Internet sei eine Anpassung nötig. Schwulenhass sei in der Schweiz immer noch salonfähig, darum müsse er einfacher geahndet werden können, ist die Meinung von 14 Prozent. Hingegen fanden 31 Prozent, das Anti-Diskriminierungs-Gesetz würde die Meinungsfreiheit einschränken.

Wohnen sei ein Grundbedürfnis, und die Initiative setze dieses lediglich um, meinten 55 Prozent – der Bund solle nicht in die Marktwirtschaft eingreifen, fanden aber dennoch 46 Prozent. 16 Prozent sind der Ansicht, es gebe genügend bezahlbaren Wohnraum – sie standen allerdings 28 Prozent der Befragten gegenüber, die vom Gegenteil überzeugt sind.

Kluft zwischen Links-grün und Liberal-konservativ

Zu beobachten ist ein deutlicher Graben zwischen Links-grün-liberal und Liberal-konservativ-rechts: Am meisten Sympathien geniesst das Anti-Diskriminierungs-Gesetz bei Anhängern von Grünen, SP und GLP (Ja und eher Ja: 89, 87 und 85 Prozent), am wenigsten bei jenen der CVP, FDP und SVP (Ja und eher Ja: 62, 59 und 38 Prozent).

Für die Wohnraum-Initiative sind wiederum vor allem Anhänger von SP und Grünen sowie der GLP (je 89 Prozent Ja und eher Ja sowie 66 Prozent) – FDP und SVP lehnen sie ab (Ja und eher Ja: 41 und 48 Prozent), die CVP steht zwischen den Blöcken mit 55 Prozent Ja und eher Ja.

Auch Geschlecht und Alter spielen eine Rolle beim Abstimmungsverhalten. So sind deutlich mehr Frauen für das Anti-Diskriminierungs-Gesetz als Männer: 76 Prozent der Frauen wollen sicher oder eher für sie stimmen, bei den Männern sind es 55 Prozent. Für die Wohnraum-Initiative oder eher dafür sind 73 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer.

Jüngere Menschen sind deutlich eher für das Anti-Diskriminierungs-Gesetz als jene über 65 Jahre. Bei der Wohnraum-Initiative ist es etwa ausgeglichen. Eine Rolle spielt auch, wo die Stimmbürger wohnen: Städter sind für die Initiative, in der Agglomeration oder auf dem Land Lebende weniger.

Das Ergebnis der Umfrage deckt sich mit jenem der ersten SRG-Umfrage, die vor einer Woche publiziert wurde. Auch sie zeigte aktuell Mehrheiten für beide Vorlagen. (sda)

Methode

Für die Tamedia-Umfrage wurden von der LeeWas GmbH vom 19. bis 21. Dezember 8192 Menschen aus der Deutschschweiz, 2451 aus der Romandie und 521 aus dem Tessin befragt, wie es in einer Mitteilung von Tamedia heisst. Der Stichproben-Fehlerbereich liegt bei plus/minus 1.6 Prozentpunkten.

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Camille Fédérale - Der Röstigraben bei Abstimmungen

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