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epa04016276 A picture made available on 12 January 2014 shows Swiss satirist and cabaret artist Andreas Thiel on stage at the German Academy Award ceremony held at Taafelhalle in Nuremberg, Germany, 11 January 2014. Thiel received the main prize which is endowed with 6,000 euros.  EPA/DANIEL KARMANN

Andreas Thiel bei einem Auftritt in Nürnberg 2014. Bild: EPA

Thiel vs. Schawinski

«Von mir aus kann einer den Holocaust leugnen»

Der Zürcher Ex-Regierungsrat Markus Notter wirft Satiriker Andreas Thiel vor, «brandgefährlich» zu sein und rassistische Ressentiments zu schüren. Diese Kritik prallt an Thiel ab. Viel mehr sieht er sich als Verteidiger der Redefreiheit. 



Ein Artikel der

Es ist das Aufregerthema der Woche: Die eigentlich als Diskussionssendung geplante TV-Show «Schawinski» lief am Montagabend völlig aus dem Ruder, Gesprächsgast Andreas Thiel und Moderator Roger Schawinski führten ein Gespräch, das keines war.  

Thema der Sendung hätte der Weltwoche-Artikel von Thiel sein sollen, in dem dieser den Koran heftig kritisierte. Letztlich bewarfen sich Thiel und Schawinski aber mit gegenseitigen Anfeindungen. Im Netz wurde die Sendung mit bereits über 500'000 Klicks zum Quotenhit. 

Das neuste Kapitel schreibt nun der «Blick». Der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter übt darin massive Kritik an Thiel: «Mit dieser Diskussion werden Grenzen verschoben. Ganz viele Leute fühlen sich bestätigt und trauen sich nun, Dinge zu sagen, die sie sich vorher nicht getraut haben», so der SP-Mann. Die Gesellschaft lebe davon, dass es Grenzen gebe. 

«Jeder kann sagen, was er will»

Für Thiel ein völlig falscher Ansatz: «Jeder kann sagen, was er will, auch wenn es meiner Meinung nach dumm oder falsch ist», sagt er dem «Blick». Inhaltliche Grenzen sieht er keine. «Von mir aus kann einer den Holocaust leugnen. Es darf keine Instanz geben, die sagt, was richtig und falsch ist», so Thiel. Tabus seien gefährlich. 

Notter – mittlerweile Präsident der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz – bezichtigt Thiel, dass er mit seiner Brandrede die Islamophobie befeuere: «Der Islam wird langsam zum Feindbild schlechthin und jeder kann sich daran abreagieren. Das ist schwierig, das kann man fast nicht mehr stoppen.»

Thiel hingegen will sich nicht dem Vorwurf des Rassismus aussetzen. Er habe den Koran gelesen und gemerkt, dass entgegen den Behauptungen von Islamwissenschaftlern das Glaubensbuch kein friedliches Werk sei. Es werde darin gegen Andersgläubige gehetzt, davor wolle er warnen. «Ich bin einfach dagegen, dass man Probleme totschweigt. Ein offenes Ohr bringt mehr als die Faust im Sack zu machen», so Thiel. (fum)

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