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BILD-SERIE WAHLEN 2019: ZU DEN PARTEI-GIVEAWAYS DER GPS STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDE BILDER ZUR VERFUEGUNG --- [Staged Picture] A person with a pin of the Green Party of Switzerland on the jean jacket , in Zurich, Switzerland, on August 9, 2019. (Keystone/Christian Beutler)..[Gestellt Aufnahme] Eine Person mit einem Pin Gruenen Partei der Schweiz (GPS) auf der Jeansjacke, am 9. August 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Button an der Jeans-Jacke eines Mitglieds der Grünen. Bild: KEYSTONE

Jetzt ist es amtlich: Der Aufschwung der Grünen ging auf Kosten der SP

Die eidgenössischen Wahlen im vergangenen Herbst gingen als «Klima-Wahl» in die Geschichte ein. Grüne und Grünliberale waren die grossen Gewinner. Nun zeigt eine Studie, wer damals welche Partei wählte und weshalb.



Der Wahlsieg der Grünen bei den eidgenössischen Wahlen im vergangenen Herbst ging auf Kosten der SP. Die Sozialdemokraten verloren fast einen Viertel ihrer einstigen Wählerschaft an die Grünen. Die Verluste der SVP sind auf eine schlechte Mobilisierung zurückzuführen. Dies zeigt eine am Freitag präsentierte Studie aus dem Wahlforschungsprojekt Selects, das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert und vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften Fors in Lausanne durchgeführt wurde.

Sieger und Verlierer

Die eidgenössischen Wahlen 2019 gingen als «Klima- und Frauenwahl» in die Geschichte ein. Die Grünen (+6,46 Prozentpunkte) und die Grünliberalen (+3,17 Prozentpunkte) waren die grossen Wahlgewinnerinnen, während die vier Bundesratsparteien SVP (-3,8 Prozentpunkte), SP (-2 Prozentpunkte), FDP (-1,29 Prozentpunkte) und CVP (-0,27 Prozentpunkte) an Wählerstärke einbüssten.

Viele Wechselwähler

Die Wahlstudie Selects 2019 erklärt diese Entwicklungen und zeigt auf, wer welche Partei wählte und aus welchen Gründen. Die «grüne Welle» lässt sich demnach mit der verbreiteten Sorge um das Klima insbesondere bei der jungen Wählerschaft erklären. Die Kernthemen Klima und Umwelt etablierten sich während des Wahlkampfs als wichtigstes politisches Problem für die Wählerschaft.

Insgesamt konnten Grüne und GLP ihre Wählerbasis aber nicht ungewöhnlich stark mobilisieren. 44 Prozent jener, die 2015 grün gewählt hatten, nahmen gemäss der Studie 2019 nämlich nicht mehr an den Wahlen teil.

Die zusätzlichen Stimmen für die Grünen kamen vor allem von ehemaligen SP-Wählerinnen und -Wählern. Die Sozialdemokraten konnten laut einer Studie ihre Parteibasis zwar gut mobilisieren, verloren aber fast einen Viertel ihrer ehemaligen Wählerschaft an die Grünen. Oder anders ausgedrückt: Rund ein Drittel der Wählerschaft der Grünen von 2019 hatte 2015 die Stimme noch der SP gegeben.

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GLP mit Stimmen von links und rechts

Im Zuge der Klimadebatte stieg auch die GLP in der Wählergunst, obwohl ihr die Wählerinnen und Wähler laut der Studie in der Umweltthematik deutlich weniger Engagement und Kompetenz zusprechen als den Grünen. Die GLP legte insbesondere bei den unter 35-Jährigen stark zu und überzeugte viele ehemalige SP- und FDP-Wählende zum Wechsel.

Allerdings hat die GLP laut den Politikwissenschaftlern nach wie vor eine wenig gefestigte Stammwählerschaft. Sie konnte nur knapp zwei Drittel ihrer Wähler von 2015 halten. Weniger als die Hälfte jener, die im Frühsommer eine GLP-Wahl beabsichtigten, legten im Herbst tatsächlich GLP ein.

SVP verliert kaum Stimmen an andere Parteien

Am meisten Mühe, ihre Anhängerschaft zum Urnengang zu bewegen, hatte die SVP, wie die Forscher analysierten. Erstmals ging weniger als die Hälfte der SVP-Anhängerschaft an die Urnen. Die Partei litt darunter, dass ihre Kernthemen Migration und Asyl bei den Wahlen 2019 praktisch aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwanden.

Die SVP verfügt aber insgesamt über die stabilste Wählerbasis. 85 Prozent jener, die 2015 der SVP die Stimme gaben und 2019 an die Urnen gingen, wählten wiederum SVP. Die Partei verlor also wenig Wählende an andere Parteien.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT DER PARTEILEITUNG DER SVP ZUERICH NACH DER WAHLSCHLAPPE, AM FREITAG, 29. MAERZ 2019 - Jass cards as giveaways of the Swiss People's Party (SVP) of Switzerland, on the occasion of the federal parliamentary elections 2015, in Zurich, Switzerland, on July 13, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Jasskarten als Werbeartikel der Schweizerischen Volkspartei (SVP) anlaesslich der Eidgenoessischen Parlamentswahlen 2015, am 13. Juli 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die SVP kann mit treuer Gefolgschaft auftrumpfen. Bild: KEYSTONE

CVP mit treuer Wählerschaft

Die FDP hatte ebenfalls mit Mobilisierungsproblemen zu kämpfen. Sie büsste vor allem bei den Frauen an Wählergunst ein. Im Gegensatz dazu gelang es der CVP von allen Parteien am besten, ihre Anhängerschaft zu mobilisieren, wie die Selects-Studie zeigt.

Dank der Loyalität ihrer Stammwählerschaft konnte die CVP ihren Wähleranteil einigermassen halten. Für Erst- und Wechselwähler war die CVP hingegen wenig attraktiv.

Frauen wählen öfter Frauen

Die Studie untersuchte auch die Gründe für die «Frauenwahl». Die Frauen gewannen im Nationalrat zwanzig Sitze hinzu, der bisherige Frauenanteil von 32 Prozent stiegt auf 42 Prozent. Auch hier spielt laut den Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern nicht die Mobilisierung die Hauptrolle. «Die parteiübergreifende Mobilisierung der Frauen gelang nur teilweise», heisst es in der Studie.

2019 wurde trotzdem zum Jahr der Frauenwahl, weil die Bereitschaft Frauen anstatt Männer zu wählen im Vergleich zu 2015 deutlich zunahm. Insbesondere Frauen waren stärker gewillt, Kandidatinnen zu wählen: Vier von fünf Frauen, jedoch nur gut die Hälfte der Männer, sagten aus, dass sie bei gleicher Kompetenz eine Kandidatin einem Kandidaten vorziehen würden. (ram/sda)

Breite Datenbasis

Die Schweizer Wahlstudie Selects untersucht seit 1995 die Wahlteilnahme und das Wahlverhalten bei eidgenössischen Wahlen. Die Aussagen basieren auf verschiedenen Daten. Berücksichtigt wurde eine Nachwahlbefragung von 6664 Wahlberechtigten sowie eine dreimalige Befragung derselben Personen vor und nach den Wahlen mit zwischen 5000 und 8000 Wahlberechtigten pro Befragung.

Auch Aussagen von 2158 Kandidierenden für den National- und Ständerat wurden in der Analyse berücksichtigt. Schliesslich wurden 87 traditionelle Medien sowie die Auftritte der Kandidierenden und Parteien in den sozialen Medien inhaltlich analysiert.

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