Schweiz
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Zucker in Süssgetränken soll gekennzeichnet werden



Süssgetränk in Dose

(Zu) viel Zucker drin. Bild: Shutterstock

Eine Zuckersteuer wird in der Schweiz laut einer Umfrage von 70 Prozent der Stimmberechtigten abgelehnt. Sie setzen vielmehr auf Eigenverantwortung. Gewünscht wird eine einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Ein Grund für die allgemein tiefe Zustimmung für eine Zuckersteuer sei die geringe erwartete Wirksamkeit, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten siebten Monitor «Ernährung und Bewegung». Nur 23 Prozent der Stimmberechtigen gingen davon aus, dass eine Zuckersteuer einen Einfluss auf den Konsum hätte. Das seien weniger als die 27 Prozent, die eine Zuckersteuer befürworten.

Obwohl vier Fünftel der Stimmberechtigten die Lebensmittelkennzeichnung nutzten, sei deren Akzeptanz in den letzten Jahren gesunken. Schweizerinnen und Schweizer wünschten sich eine einfache und transparente Kennzeichnung der Lebensmittelbestandteile.

Die aktuelle Norm, die Nährwerttabelle, werde für zu kompliziert gehalten. Zurzeit bewerte etwas mehr als die Hälfte der Stimmberechtigen (52 Prozent) diese Art der Kennzeichnung als sinnvoll. 80 Prozent seien jedoch der Ansicht, dass eine Farbkennzeichnung zum gesetzlichen Standard werden sollte.

Zucker bereits freiwillig reduziert

Die Getränkebranche spielt nach Ansicht der Stimmberechtigten eine immer wichtigere Rolle, wenn es um eine ausgewogene Ernährung geht. Die Branche senke den Zuckergehalt ihrer Produkte seit Jahren freiwillig, hiess es im Monitor weiter. Damit Konsumentinnen und Konsumenten geschmackliche Veränderungen nicht allzu stark wahrnehmen, reduziere die Branche den Zucker schrittweise. Von 2005 bis 2015 habe sie den Zuckergehalt in ihren Getränken um 13 Prozent gesenkt.

Der Monitor «Ernährung und Bewegung» wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern für die Informationsgruppe Erfrischungsgetränke in einer repräsentativen Umfrage zum siebten Mal erhoben. Die Informationsgruppe ist ein freier, überparteilicher Zusammenschluss von Vertreterinnen und Vertretern der Erfrischungsgetränkeproduzenten und der nationalen Politik. Sie wurde 2013 auf Initiative der Getränkehersteller gegründet. (aeg/sda)

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Schso
09.09.2020 10:58registriert April 2017
die Nährwerttabelle wird für zu kompliziert gehalten? Da steht doch schön aufgelistet drauf, wieviel Zucker im Produkt drin ist...
Wie unmündig sind die Leute eigentlich?
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Bits_and_More
09.09.2020 10:54registriert October 2016
Kann mir bitte jemand erklären, was den an der Nährwerttabelle nicht klar sein soll?
Da steht doch ganz einfach, wie viel Zucker auf 100gr drin ist und wie viel % der empfohlenen Tagesdosis dies ausmacht. Einfacher geht es doch kaum?
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Konsortin Sha'ira
09.09.2020 11:38registriert July 2020
Man könnte auch einfach nach Chile sehen und schauen, wie die es handhaben, und was nützt von dort übernehmen. Auch hier ist bereits die Hälfte (!) der Bevölkerung übergewichtig.
Mir wäre aber sowieso lieber, wir hätten 1.) mehr Lokales statt Internationales (Heidelbeeren aus Peru, ernsthaft?) 2.) weniger Zucker in Verarbeitetem 3.) weniger irreführende, entschuldigung, *spezifische* Bezeichnungen. Z.B. könnte man die Zutaten unter Zucker gruppieren; Zucker (Invertzuckersirup, Dextrose, Maltodextrose) anstatt nur einzeln anzugeben.
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