Schweiz
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Menschen demonstrieren unter dem Motto

Auch sie demonstrierten in Zürich für gleiche Rechte. Bild: KEYSTONE

Bunter Protestzug an der Pride in Zürich fordert die «Ehe für alle»



«Same Love – Same Rights»: Das diesjährige Zurich Pride Festival hat sich die Gleichstellung auf die farbigen Fahnen geschrieben. Am lauten und schrillen Umzug am Samstagnachmittag in Zürich forderten die Teilnehmenden die Zivil-Ehe für alle.

Das geltende Partnerschaftsgesetz kenne zur Ehe über 20 Unterschiede und sei kein Ersatz für sie, hatten die Pride-Organisatoren im Vorfeld betont. Die Ungleichbehandlung lasse sich in keiner Art und Weise rechtfertigen. «Wir wollen mit den genau gleichen Rechten und Pflichten heiraten können», hiess es denn am Umzug auch auf Plakaten.

«Die Protestanten haben gewartet, bis sie Katholiken heiraten durften, Bürgerliche bis sie Adelige heiraten durften – jetzt ist es Zeit, dass auch die Menschen der LGBT-Community heiraten dürfen», sagte Jessica Zuber, Geschäftsführerin der alliance F, des Bundes der schweizerischen Frauenorganisationen vor dem Umzug.

Pride 2018 in Zürich

Tausende bunt gekleidete Menschen hatten sich an diesem heissen Mittag auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelt. Der Aargauer SP-Grossrat Florian Vock appellierte an die Menge, sich auch für die Transmenschen stark zu machen und erntete dafür einen riesigen Applaus.

Schrille Diven und farbige Paradiesvögel

Unter lauter Musik und begleitet von unzähligen farbigen Fahnen und Ballonen setzte sich der Umzug der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen und Transgender-Community (LGBT) schliesslich in Bewegung. Er führte in diesem Jahr vom Helvetiaplatz in die Zürcher Innenstadt, über die Bahnhofstrasse und wieder zurück.

So viele Gruppen wie noch nie – Mitglieder von LGBT-Organisationen und ihre Sympathisanten – nahmen teil. Mit 60 Organisationen waren es zehn mehr als im Vorjahr. Aufwändig herausgeputzte Diven, schrille Paradiesvögel, leicht bekleidete Muskelprotze und auch viele Familien mit Kindern zogen durch die Stadt.

Auf dem Kasernenareal stieg danach ein grosses Fest. Dort trat unter anderem auch die Gewinnerin des diesjährigen Eurovision Song Contests, Netta Barzilai, auf. Die schrille Sängerin holte den Sieg für ihr Heimatland Israel. In ihrem Song «Toy» geht es um weibliche Selbstbestimmung, Gewalt und Missbrauch.

Gegen Polizeiwillkür

Das Zurich Pride Festival ist nach eigenen Angaben der grösste LGBT-Anlass der Schweiz. Auf dem Programm standen seit Mitte Juni zahlreiche kulturelle, gesellschaftliche und sportliche Events für jedermann. Den Abschluss bildet traditionsgemäss ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag.

Der Anlass findet in Zürich seit 1994 statt, zunächst unter dem Namen Christopher Street Day (CSD). Er entstand in Erinnerung an einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. Seit 2010 nennt er sich in Anlehnung an internationale Vorbilder Zurich Pride Festival. (sda)

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 17.06.2018 13:17
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, was gegen die Ehe für alle spricht... eine Bevormundung der Bürger sondergleichen.
    Auch Vielehe sollte möglich sein, wobei ich da zumindest verstehen kann, dass dies zahlreiche rechtspraktische Probleme mit sich bringen würde. Aber der Staat hat sich grundsätzlich nicht in das Privatleben der Bürger einzumischen. (Das gilt auch für den Schamlippen-Cederic)
  • User9000 #lina4weindoch 16.06.2018 22:31
    Highlight Highlight Ist Christian Ineichen von der CVP Luzern nun seiner Einladung an die Pride gefolgt und hat evtl. sogar seine Ansichten zur Ehe für Alle überarbeitet?
    @teamwatson Wisst ihr da Näheres?
    • Divorce 17.06.2018 14:32
      Highlight Highlight Ja er war da. Er ist nun für die Homo-Ehe aber immer noch gegen die adoption etc
    • Juliet Bravo 17.06.2018 16:14
      Highlight Highlight https://www.blick.ch/news/schweiz/homo-ehe-gegner-ineichen-cvp-kriecht-zu-kreuze-ich-bin-pro-ehe-fuer-alle-id8506180.html#

  • B-Arche 16.06.2018 20:54
    Highlight Highlight Ihr habt klerikal-bürgerlich-rechts gewählt als Schweiz und somit wird das nicht kommen.
    Solange "Konservative" immer noch meinen durch Leitbild (heterosexuelle) Ehe und Familie würden Homosexuelle "sich umpolen" und aus gesellschaftlichem Druck eine heterosexuelle Ehe eingehen plus Kinder (dabei einfach "ans Vaterland denken") - solange wird sich nichts ändern.
  • Walter F. Sobchak 16.06.2018 19:03
    Highlight Highlight Solange das Adoptivrecht nicht aufgeweicht wird, kann man von mir aus die eingetragene Partnerschaft auch Heirat nennen.
    • Fabio74 17.06.2018 00:16
      Highlight Highlight Solange wie wir keine gleichen Rechte haben, inkl. Adoption werden wir kämpfen!
    • Silly_Carpet 17.06.2018 00:21
      Highlight Highlight Aber wen interessiert schon deine Meinung 😒
  • dding (@ sahra) 16.06.2018 16:47
    Highlight Highlight Man könnte fast meinen, Gay sein, sei die neue Religion.

    Lustige Zeiten, in denen wir leben.
    • Jason84 16.06.2018 17:56
      Highlight Highlight Nein. Allerdings können auch homosexuelle Menschen stolz auf sich sein, ihren Stolz zeigen und für ihre Rechte öffentlich demonstrieren.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.06.2018 18:05
      Highlight Highlight Definitiv lustiger als noch Religionen den Alltag bestimmten ja.
      Aber grämmen sie sich nur ein bisschen hinter dem Bildschirm während andere das Leben geniessen, sollten sie vielleicht auch mal versuchen.
    • Fabio74 16.06.2018 18:20
      Highlight Highlight Solange gleiche Rechte verhindert werden gehen wir auf die Strasse.
      Wenn du ein Problem mit Gays hast tu was dagegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fabio74 16.06.2018 16:40
    Highlight Highlight Schöner Umzug wars. Hat Spass gemacht mizulaufen
    • Geogräfin 17.06.2018 01:51
      Highlight Highlight Kann ich nur zustimmen :)

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