Schweiz
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Bundesrat verurteilt «Therapien» gegen Homosexualität



ARCHIVBILD ZUM ADOPTIONSRECHT DER KINDER DES PARTNERS VON EINGETRAGENEN GLEICHGESCHLECHTLICHEN PAAREN, AM FREITAG, 29. DEZEMBER 2017 - Members of the Gay and Lesbian community participate at the Gay Pride parade in Fribourg, Switzerland, 25 June 2016. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat verurteilt so genannte Therapien zur «Heilung» von Homosexualität bei Jugendlichen. Verbieten will er sie aber nicht. Stattdessen sollen die Schutznormen besser bekannt gemacht und die Aufsicht gestärkt werden.

Das schreibt er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zu einer Motion von BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti (ZH). Sie fordert ein Verbot von «Therapien», welche zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Kindern und Jugendlichen zu verändern, zudem Berufsverbote für Psychologinnen, Therapeutinnen oder Seelsorgerinnen, die solche anbieten.

Entsprechende «Therapien» seien in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch, schreibt Quadranti. Auch wenn dies oft im Verborgenen passiere, sei es traurige Realität. Österreich habe einem Verbot bereits zugestimmt, in Deutschland sei ein solches in Vorbereitung. Es sei Zeit, das auch in der Schweiz zu tun.

Der Bundesrat lehnt jegliche «Therapie», welche die Veränderung der homosexuellen Orientierung zum Ziel hat, aus menschlicher, fachlicher und rechtlicher Sicht ab. Homosexualität sei keine Krankheit und bedürfe keiner Therapie, schreibt er. Eine «Behandlung» sei nicht nur eine Diskriminierung, sondern könne für die Betroffenen auch schwerwiegende psychische Schädigungen zur Folge haben.

Nach Angaben des Bundesrats ist bei Gefährdung Minderjähriger die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zuständig. Je nach Konstellation könnten die Eltern sogar wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht zur Rechenschaft gezogen werden. Auch Berufsverbote können schon heute verhängt werden. Ein Verbot von «Therapien» zur Veränderung der sexuellen Orientierung ist laut Bundesrat jedoch mangels einer spezifischen Gesetzgebung nicht möglich. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • GraveDigger 05.09.2019 14:43
    Highlight Highlight Warum verbieten wir nicht den Bundesrat? Der betreibt ja auch Gehirnwäsche. Ist noch Schlimmer, denn diese Hirnwäsche betrifft jeden.
  • moimoimoi 05.09.2019 13:39
    Highlight Highlight Der Bundesrat vermisst eine Gesetzgebung aufgrund derer er ein Verbot aussprechen könnte. Sind nicht Bundesrat und Parlament dazu da, eine solche Grundlage zu schaffen?
  • Nik G. 05.09.2019 13:12
    Highlight Highlight Verbietet es einfach! Was soll das Verurteilen?! Man kan Menschen immer via Gehirnwäsche dazu zwingen. Wird man bestraft ist die Hemmschwelle viel grösser.
  • Adualia 05.09.2019 12:57
    Highlight Highlight Schweinerei... Gerade Kinder und Jugendliche (aber natürlich auch Erwachsene!) werden dadurch massiv geschädigt.

    Ich hoffe, es wird dennoch bald ein Gesetz geben, welches solchen "Therapien" endgültig verbietet.

    Aber auch dann wird es wohl leider im Verborgenen passieren... Manche Menschen sind einfach widerlich :(
  • Aline Feel Good 05.09.2019 11:09
    Highlight Highlight Das ist wiedermal typisch schweiz immer korrekt und ja keine eigene Meinumg bilden. Leben und leben lassen. Love is love love is louder!!! Umd was mich miesten störrt ist es wird immer von einer Krankheit gesprochen....finde all die so krankhaft gegen die homosexualität kämpfen schon eher krankhaft!!!Die müsste man mal psychosch behandeln lassen!!!
  • Chris Olive 05.09.2019 10:56
    Highlight Highlight Solche Therapien sind extrem gefährlich. Besonders für Kinder und Jugendliche, die sich selten wehren können und auf die unglaublicher Druck ausgeübt wird.

    Da nützen auch weitere Schutznormen und eine stärkere Aufsicht nichts, wie der Selbstversuch des Magazins Gesundheitstipp gezeigt hat.
    Es scheint problemlos möglich zu sein, einen Therapeuten für die Konversionstherapien zu finden. Tragisch ist auch, dass die Kosten über die Krankenversicherung abgerechnet werden.
    • Chris Olive 05.09.2019 13:48
      Highlight Highlight @LibConTheo
      Ich geh mal davon aus, dass der Psychiater die Abrechnung nicht mit dem Vermerkt "Enthomosexualisierung" ausgestellt hat.

      Also ich habe die Hoffnung das die Krankenkasse eine Rechnung mit solch fragwürdiger Praxis nicht übernehmen würde.

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