Schweiz
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Teaserbild Kriminalstatistik

Ein Überblick über die Situation in der Schweiz.  Bild: montage: watson / material: shutterstock

Die Lage in den Schweizer Gefängnissen – in 5 Punkten

In den letzten 30 Jahren ist die Anzahl Häftlinge in der Schweiz rasant gestiegen, 2017 sind sechs Personen ausgebrochen. Das und mehr zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik. Ein Überblick über die Situation in den Kantonen und ein Ländervergleich.



Anzahl Insassen seit 1988

Die am Dienstag publizierten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: In den letzten 30 Jahren ist die Anzahl Häftlinge in der Schweiz gestiegen.

1988 waren 4519 Personen in Schweizer Gefängnissen inhaftiert. Was meinst du, wie viele waren es im Jahr 2017? 

Das macht eine Quote von 82 pro 100'000 Einwohnern. Im Vergleich zu anderen Ländern liegen wir damit im unteren Bereich. Aber mehr dazu weiter unten. 

Weniger, aber grössere Haftanstalten

Die Zahl der Justizvollzugseinrichtungen in der Schweiz ist in den letzten 30 Jahren hingegen um fast ein Drittel gesunken. Kleinere Anstalten wurden nach und nach geschlossen.

2017 konnte rund ein Viertel der Anstalten mehr als 100 Insassen aufnehmen, 1988 waren nur 9 Prozent der Anstalten so gross. Die Kapazität stieg um 2'000 Haftplätze, also etwas weniger als der Insassenbestand. Eng wird es deshalb dennoch nicht: 2017 standen pro 100'000 Einwohner 89 Haftplätze zur Verfügung, sieben mehr als nötig. 

In Untersuchungshaft nach Kanton

Im Verhältnis zur Anzahl Einwohner sitzen in Genf die meisten Personen ein. Absolut sind es im Kanton Zürich aber sieben mehr. 

Nach Alter, Geschlecht und Herkunft

Nur wenige Frauen sind hierzulande inhaftiert: Am Stichtag im November 2018 waren es 382 was einen Anteil von 5.5 Prozent ausmacht. 

Bei knapp 5'000 der hierzulande Inhaftierten handelt es sich um Personen ohne Schweizer Pass. Gestiegen ist dabei besonders der Anteil Ausländer mit Wohnsitz im Ausland. Sie machen über die Hälfte des Bestands aus.

Dieser Anstieg erklärt sich zum Teil durch die Zunahme an Ausländern, die sich nicht rechtmässig in der Schweiz aufhalten. Und dies wiederum ist auf kriegerische Handlungen wie den Bosnien- oder den Syrienkrieg zurückzuführen. 1988 spielten solche Auseinandersetzungen noch eine untergeordnete Rolle.

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Jeder Punkt entspricht einem Insassen in einem Schweizer Gefängnis. Stichtag: 1. November 2018. quelle: freiheitsentzugJugendsanktionsvollzug

Ausbrüche und Fluchten

Im Jahr 2017 haben es sechs Personen geschafft, aus der Strafanstalt zu entkommen. Drei wurden innerhalb einer Woche wieder verhaftet. 170 Personen sind aus einer offenen Einrichtung geflohen – 30 davon sind innerhalb einer Woche aber freiwillig wieder zurückgekehrt, 103 wurden verhaftet. 

Ausbrüche und Fluchten Schweizer HäftlingeAusbrüche und Fluchten Schweizer HäftlingeAusbrüche und Fluchten Schweizer HäftlingeAusbrüche und Fluchten Schweizer Häftlinge

Ländervergleich 

Kurz etwas zur besseren Einordnung dieser Zahlen:

In den USA ist der Anteil der Inhaftierten weltweit mit Abstand am grössten, pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner sind es 655. Zur Erinnerung: In der Schweiz waren es im Jahr 2017 nur 82 von 100'000 Einwohnern. 

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA. 

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Video: srf

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173 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Triple
06.02.2019 11:31registriert July 2015
Finde ich noch krass, von 6900 Häftlingen haben 5000 keinen Schweizer Pass. Trotz meiner liberalen Einstellung stellen sich da für mich doch gewisse Fragen.
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G. Nötzli
06.02.2019 11:25registriert June 2015
Über 70% Ausländer hat mich überrascht...
Ist Ausschaffungshaft auch in dieser Statistik? Wäre evtl. gut dies zu bereinigen, da Schweizer wohl kaum ausgeschaft werden...
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andrew1
06.02.2019 15:14registriert August 2016
Ausländer sind also häufiger inhaftiert und häufiger arbeitslos als schweizer. Und bei den "schweizern" sind wohl viele eingebürgerte. Was hat noch gleich die hohe zuwanderung für wirtschaftliche und gesellschaftliche vorteile?
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173

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