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Anti-lockdown protesters face police as they demonstrate against coronavirus restrictions in Stockholm Saturday March 6, 2021.  The protest was disbanded by police due to lack of permit for the public gathering. (Henrik Montgomery / TT via AP)

In Stockholm wurde am Samstag gegen die schwedischen Corona-Massnahmen demonstriert. Bild: keystone

Chur, Wien, Stockholm: In halb Europa wurde gegen die Corona-Massnahmen protestiert

Am Samstag kam es in verschiedenen Ländern Europas zu Demonstrationen gegen die jeweiligen Corona-Massnahmen. In Chur nahmen mehr als 4000 Personen am Protest teil.



Chur

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In Chur haben am Samstag über 4000 Personen gegen die Behördenanordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie demonstriert. Kundgebungen dieser Art fanden bereits in anderen Schweizer Städten statt, aber mit geringerer Teilnahme.

Aufgerufen zum Protestmarsch für eine verhältnismässige Corona-Massnahmenpolitik hatte der Verein «Stiller Protest». Die Demonstration wurde von der Churer Stadtpolizei unter Auflagen bewilligt. Bedingung für die Durchführung der Kundgebung war unter anderem eine Maskentragpflicht.

Der friedliche Protestmarsch durch die Churer Altstadt beeindruckte durch seine Länge. Nach Angaben der Stadtpolizei marschierten über 4000 Personen schweigend durch die Gassen. Zeitweise machten sich Leute mit einem rhythmischen Klatschen bemerkbar. Viele Kundgebungsteilnehmer hatten sich weisse Schutzanzüge übergezogen.

«Wir brauchen keinen Polizeistaat»

Auf dem Marsch brachten die Demonstrierenden ihre Anliegen vor allem mit Aufschriften zum Ausdruck. Auffällig oft auf hochgehaltenen Tafeln zu lesen stand: «Finger weg von unseren Kindern». Andere schrieben «Stopp Diktatur» auf einen Karton. Wiederum andere forderten: «Wir brauchen keinen Polizeistaat». Zudem wurden Fahnen mit dem Schweizer Kreuz geschwungen.

Den Versammlungsschluss bildete der Auftritt mehrerer Redner auf der Churer Quaderwiese. Dabei wurde vor allem Kritik an der Politik des Bundesrates geäussert.

Einen Auftritt hatte auch der Prättigauer SVP-Grossrat Ruedi Weber. Dessen Rede zur Corona-Situation hatte unlängst im Bündner Kantonsparlament hatte für Aufsehen gesorgt, auch und überwiegend im Internet. Weber wurde gelobt, weil er den Leuten angeblich aus dem Herzen gesprochen hatte.

Wien

Auch in Wien haben am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Einschränkungen protestiert. Darunter waren nach einem Bericht des Senders ORF Leute, die mit Reisebussen aus der österreichischen Provinz gekommen waren sowie Rechtsextreme und Gruppen aus Deutschland.

Ein Transparent richtete sich gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz. «Kurz muss weg», stand darauf. Rund 200 Gegendemonstranten kamen zu einer Fahrradrallye zusammen und fuhren mit lautem Geklingel durch die Strassen. Weil sich viele Teilnehmer der Demonstration nicht an das Abstandhalten und Masketragen hielten, wurden nach Polizeiangaben zahlreiche Anzeigen erstattet und einige Menschen festgenommen.

Unter anderem hatte die rechte Oppositionspartei FPÖ zu einer Kundgebung unter dem Motto «Demokratie, Grundrechte und Freiheit» aufgerufen. Der ehemalige Innenminister und Fraktionschef der FPÖ, Herbert Kickl, sprach von «Corona-Stahlhelmen in den Regierungsbüros». Die Regierung sei im Machtrausch und die EU-Gesundheitspolitik ein «gleichgeschaltetes Machtspiel».

Stockholm

Anti-lockdown protesters demonstrate against coronavirus restrictions in Stockholm Saturday March 6, 2021.  The protest was disbanded by police due to lack of permit for the public gathering. (Henrik Montgomery / TT via AP)

Bild: keystone

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm waren es gemäss Angaben der örtlichen Polizei hunderte Menschen, die gegen Corona-Massnahmen demonstrierten. Ein Demonstrant wurde festgenommen und ein Polizist leicht verletzt. Die Polizei forderte die Menschen mehrmals zum Auflösen der Demonstration auf, da Zusammenkünfte von mehr als acht Menschen nicht erlaubt seien. Organisiert hatte den Protest eine Gruppe, die die Beschränkungen als unbegründet bezeichnete.

epa09056848 People take part in an anti-lockdown protests in Stockholm, Sweden, 06 March 2021. The protests against lockdown and ban on large gathering were disbanded by police due to lack of permit for public gathering. When faced with police the protesters started marching north toward the downtown Stockholm.  EPA/HENRIK MONTGOMERY  SWEDEN OUT

Bild: keystone

Schweden war in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise freizügigen Corona-Massnahmen sowie Empfehlungen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Seit 1. März müssen aufgrund der wieder steigenden Infektionszahlen Restaurants, Kneipen und Cafés um 20.30 Uhr schliessen. Zuletzt hatte die Stadt Stockholm ihren Einwohnern empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Verkehr sowie etwa beim Friseur oder im Lebensmittelmarkt zu tragen. Geschäften und Einkaufszentren wird eine Begrenzung auf 500 Kunden empfohlen.

Cork, Irland

People take part in a demonstration against coronavirus lockdown restrictions organised by the People's Convention, in Cork city centre, Ireland,  Saturday March 6, 2021. (Niall Carson/PA via AP)

Bild: keystone

Dicht gedrängt und zumeist ohne Mund-Nasen-Masken haben in der irischen Stadt Cork mehrere Hundert Menschen gegen die Lockdown-Regeln in dem EU-Staat demonstriert. Anders als bei einem Protest in der Hauptstadt Dublin vor einer Woche habe es keine Zwischenfälle gegeben, berichtete der Sender RTÉ am Samstag. Ein Sprecher der Anti-Lockdown-Initiative sagte, zahlreiche Menschen seien von der Polizei abgewiesen worden. In Irland sind wegen der Corona-Pandemie derzeit keine Massenversammlungen erlaubt.

Extra: Präsident Paraguays bittet alle Minister um Rücktritt nach Corona-Protest

Riot police pursue a protester during a protest against the government of President Mario Abdo Benitez in response to the shortage of medications for COVID-19 patients in hospitals and the low availability of the vaccine against the new coronavirus, amid the resignation of the country's health minister, in Asuncion, Paraguay, Friday, March 5, 2021. (AP Photo/Jorge Saenz)

Bild: keystone

Nach Krawallen bei einer Demonstration gegen den Umgang der Regierung mit der Corona-Krise hat Paraguays Präsident Mario Abdo Benítez alle Kabinettsminister zum Rücktritt aufgefordert. Der Präsident habe die Botschaft der Bürger gehört, sagte Kommunikationsminister Juan Manuel Brunetti am Samstag vor Journalisten. «Er hat alle Mitglieder des Kabinetts gebeten, ihre Posten zur Verfügung zu stellen.»

Es war am Freitagabend (Ortszeit) im Zentrum der Hauptstadt Asunción zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Randalierer schleuderten Steine auf die Beamten, die wiederum Gummigeschosse und Tränengas einsetzten. Der konservative Abdo Benítez respektiere friedliche Proteste und rufe zu Frieden auf, sagte Brunetti.

In dem südamerikanischen Land steht das Gesundheitswesen vor dem Kollaps. Zuletzt musste die Regierung einräumen, dass es an wichtigen Medikamenten für die Behandlung von Covid-19-Patienten mangelt und fast alle Betten auf den Intensivstationen der öffentlichen Krankenhäuser belegt sind. Gesundheitsminister Julio Mazzoleni trat aufgrund des öffentlichen Drucks am Freitag zurück. (dfr/sda)

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