Schweiz
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Coronavirus: Darf ich jetzt nicht mehr bei Aliexpress bestellen? Die 9 wichtigsten Fragen



Wie steht es um die Verbreitung des Coronavirus?

Mittlerweile sind weltweit über 20'000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es gab 426 Todesfälle (Stand: 5. Februar). Seit mehreren Tagen sind aber keine neuen Staaten zur Liste mit bestätigten Fällen hinzugekommen. Trotzdem nimmt die Zahl der Infizierten in den bereits betroffenen Ländern weiterhin zu.

Die Ausbreitung bisher:

Coronavirus Ausbreitung bis 5. Februar 2020Coronavirus Ausbreitung bis 5. Februar 2020

Bild: watson

Was passiert gerade in China?

Ein in wenigen Tagen aus dem Boden gestampftes Spital, die Quarantäne der Stadt Wuhan: Alles deutete zu Beginn noch darauf hin, dass China das Virus und seine Verbreitung unter Kontrolle hat. Nun äussern sich aber auch kritische Stimmen.

Eine Rekonstruktion der Verbreitung des Virus der «New York Times» zeigt, dass China nach Meldung der ersten Fälle die Gefahren heruntergespielt und kritische Informationen zurückgehalten hat. So habe man den Zeitpunkt verpasst, um eine Epidemie zu verhindern.

Weiter hat ein chinesischer Blogger Videomaterial aus einem chinesischen Spital gepostet, das den Bildern der gut ausgerüsteten und organisierten Spitälern widerspricht, die von offizieller Seite her verbreitet werden.

Die Bilder des chinesischen Bloggers in der ARD-Sendung Tagesthemen:

abspielen

Video: YouTube/tagesschau

Gibt es bereits Fälle in der Schweiz?

Eine Einschleppung des Virus in die Schweiz sei möglich, schreibt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Wer aus einigen Ländern Südostasiens in die Schweiz einreist, wird aber derzeit nicht speziell behandelt.

Schweizweit wurden über 50 Verdachtsfälle gemeldet, keiner wurde bisher aber bestätigt. «Bislang wurde in keiner der untersuchten Proben das neue Coronavirus nachgewiesen», schreibt das BAG.

Warum ist das Coronavirus so gefährlich?

Im Vergleich zu anderen Krankheiten – wie der herkömmlichen Grippe – ist das Coronavirus relativ harmlos. Zum Vergleich: Jährlich gibt es weltweit drei bis fünf Millionen schwere Grippefälle. Daran sterben jedes Jahr 300'000 bis 600'000 Personen.

Das neue Coronavirus hat zwar bereits zu über 400 Todesopfern geführt, ist aber nicht per se tödlich. «Eine Infektion ist sicherlich kein Todesurteil», so Richard Neher, Professor am Biozentrum der Universität Basel. «Die Todesfälle waren Patienten, die eher älter und gesundheitlich geschwächt waren oder einen schweren Verlauf des Virus hatten.»

FILE - In this Friday, Jan. 31, 2020, file photo, a sports hall of a school at the Frankfurt Airport is prepared with beds in Frankfurt, Germany. About 90 people from the Chinese area around Wuhan, which is affected by the corona virus, are expected to arrive in Frankfurt on Saturday. Health authorities are scrambling to halt the spread of a new virus that has killed hundreds in China. But with important details about the illness and how it spreads still unknown, officials and medical personnel are struggling. (Boris Roessler/dpa via AP, File)

Ein Klassenzimmer in der Nähe des Flughafens in Frankfurt wurde für den Fall eines Ausbruchs kurzerhand zur Gesundheitszentrale umfunktioniert. Bild: AP

Zwar werden bereits erste Erfolge im Kampf gegen das neuartige Virus gemeldet, bisher kann die Coronavirus-Infektion aber nur symptomatisch behandelt werden, da es (noch) kein Medikament gegen die Viren gibt.

Und genau hier liegt das Problem: Wenn die Krankheit nicht eingedämmt und ausgerottet wird, wird sie uns noch über Jahrzehnte hinweg begleiten. Weiter haben Forscher Angst vor einer Mutation des Virus, die je nach dem sehr viel gefährlicher als die ursprüngliche Form sein könnte.

Wie wird Corona übertragen?

«Wir gehen davon aus, dass man sich per Tröpfchenübertragung bei nahem Kontakt anstecken kann. Beispielsweise wenn man niest», erklärt Viren-Experte Neher. Die grosse Unbekannte sei aktuell die Inkubationszeit. «Die wird momentan auf eine Woche bis zehn Tage geschätzt. Was relativ lange ist», so Neher. Das erschwere die Vorhersage von weiteren Infektionen.

Die Symptome ähneln jenen einer Grippe. Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Atembeschwerden können solche sein. Laut safetravel.ch ist der Krankheitsverlauf oft mild und kann in nur seltenen Fällen zu lebensbedrohlichen Atemwegsschäden führen. Menschen mit chronischen Krankheiten sind davon häufiger betroffen.

Sollte ich nun nichts mehr aus China bestellen?

«Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht», sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Vermutet wird demnach derzeit, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der Weg von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

Die Chance ist also sehr gering, dass genügend Viren die Reise aus China auf irgendwelchen Produkten überstehen und dann in deine Lunge gelangen. Ausser den üblichen Bedenken musst du dir also keine Sorgen machen.

Wie kann man sich schützen?

Ein spezieller Schutz ist in der Schweiz nicht nötig. Wie zur Vorbeugung einer herkömmlichen Grippe helfen häufiges Händewaschen und Desinfizieren.

Und hilft ein Mundschutz? Das hängt davon ab, ob er sachgemäss getragen wird. Die Masken sollten möglichst eng anliegen und regelmässig gewechselt werden. Wird die Maske zum Essen ausgezogen und danach mit ungewaschenen Händen wieder angezogen, verliert sie jeglichen Schutz. Nötig ist ein Mundschutz aber nicht.

Worauf sollte ich sonst noch achten?

Das BAG rät von Reisen in die chinesische Stadt Wuhan ab. Diese sei praktisch unter Quarantäne abgeriegelt und alle Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Swiss fliegt mindestens bis Ende Februar keine Flughäfen auf dem chinesischen Festland mehr an. Nach Hongkong fliegt sie aber weiterhin.

Für eine allfällige Reise nach China gibt das BAG weitere Empfehlungen ab:

Woher kommt das Virus?

Ursprünglich wurde das Virus von Tieren (unter anderem Hühner, Fledermäuse, Murmeltiere und andere Wildtiere) auf den Menschen übertragen. Nach Angaben der chinesischen Behörden wurde es in Wuhan von einem Fischmarkt auf den Menschen übertragen.

The Wuhan Huanan Wholesale Seafood Market, where a number of people related to the market fell ill with a virus, sits closed in Wuhan, China, Tuesday, Jan. 21, 2020. Heightened precautions were being taken in China and elsewhere Tuesday as governments strove to control the outbreak of the coronavirus, which threatens to grow during the Lunar New Year travel rush. (AP Photo/Dake Kang)

Der Wuhan Huanan Wholesale Seafood Market, hier nahm der Ausbruch seinen Anfang. Bild: AP

(leo/lea/hel)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Flight-Tracking 06.02.2020 15:32
    Highlight Highlight Das Virus wird auch die Anzahl der Flüge, insbesondere der Inlandsflüge, stark beeinträchtigen. Das sehe ich schon auf https://flight-tracking.org/
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 05.02.2020 22:01
    Highlight Highlight Und wie ist das mit dem Schwimmen in Schwimmbädern?
  • Mia_san_mia 05.02.2020 17:13
    Highlight Highlight Man sollte auch sonst nichts dort bestellen 😉
  • SenõrTequila 05.02.2020 13:41
    Highlight Highlight Die Karte erinnert mich an das Spiel Plaque Inc
  • Forest 05.02.2020 13:36
    Highlight Highlight Ungefähr so 😉
    Benutzer Bild
  • unverbesserlich 05.02.2020 12:27
    Highlight Highlight Sektion Wish auuuf😎😆
  • x4253 05.02.2020 12:25
    Highlight Highlight "Weiter haben Forscher Angst vor einer Mutation des Virus, die je nach dem sehr viel gefährlicher als die ursprüngliche Form sein könnte."
    Naja, dass kann passieren. Viren die für Menschen töten, sind deswegen tötlich, weil sie nicht auf den Menschen angepasst sind.

    Die Mutation dürfte eher dahin gehen, dass es weniger schädlich ist. Der Mikroorganismus will ja seinen Wirt für die Verbreitung nutzen und nicht töten!
    • who cares? 05.02.2020 15:07
      Highlight Highlight Source: trust me, dude.
    • x4253 05.02.2020 18:05
      Highlight Highlight @who cares?
      https://medlineplus.gov/viralinfections.html

      @magnum
      Viren haben keinen eigenen Metabolismus, und brauchen deshalb einen Wirt für die Reproduktion. Wieviel 'wollen' oder nicht darin steckt ist ebenfalls umstritten.
  • sheshe 05.02.2020 12:23
    Highlight Highlight Du sollst auch sonst nichts bei Aliexpress bestellen!

    Support your local dealer!
    • x4253 05.02.2020 12:47
      Highlight Highlight Gerne. Nur lassen mir viele lokale Händler keine Wahl weil sie die Teile entweder nicht haben (und dann auch in China bestellen), nicht wissen was das ist (und dann ebenfalls einfach auf Ali nachschauen und dort bestellen) oder mein Geld einfach nicht wollen ("wir liefern nicht an Privatpersonen").



    • John Henry Eden 05.02.2020 12:51
      Highlight Highlight Der lokale Händler darf bei weiterhin bei Alibaba bestellen und wir sollen es dann überteuert bei ihm Dealer kaufen?

      Nach dieser Logik müssten wir auch unseren Nachbarn zwanzig Franken bezahlen, damit sie für uns beim Bäcker ein Gipfeli holen.

      Oder glauben einige hier etwa, dass unsere lokalen Händler die Produkte aus China selber herstellen?!?!?!
    • Spargel 05.02.2020 13:06
      Highlight Highlight Local Dealer welcher dann bei Alice press bestellt
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cirrum 05.02.2020 11:29
    Highlight Highlight Billigscheiss aus z.B China zu bestellen sollte sowieso verboten werden. Bei Allem was billig ist, wird irgendjemand benachteiligt. Finde es schrecklich mit welcher Ignoranz und Blindheit die Leute solche Sachen unterstützen und dann grosse Sprüche klopfen wegen Klima usw.
    • MarGo 05.02.2020 14:22
      Highlight Highlight Natürlich hast du recht... leider möchte die Politik bei den meisten Artikeln aber nicht, dass wir wissen, woher es kommt. Siehe Lebensmittelbereich... praktisch alles, was in Dosen ist, kommt nur noch aus China... ohne Deklarationspflicht...
      Im Gegenteil - wird ein Produktionsschritt bspw in Italien gemacht, darf man sogar "aus Italien" schreiben...

      Ich glaube es ist die Karma-Linie von Coop, die sämtliche Zutaten immer mit Herkunft deklariert... das müsste schon längst Standard sein...
    • Xonic 05.02.2020 15:32
      Highlight Highlight Aber M-Budget isch ebe geil.

      Doppelmoral...
    • just sayin' 05.02.2020 17:22
      Highlight Highlight @Cirrum

      "Billigscheiss aus z.B China zu bestellen sollte sowieso verboten werden..."

      ...ausser ein schweizer händler klatscht 500% marge drauf? dann ist es wieder ok?

      "Finde es schrecklich mit welcher Ignoranz und Blindheit die Leute solche Sachen unterstützen und dann grosse Sprüche klopfen wegen Klima usw."

      und ich finde es schrecklich mit welcher naivität die leute in fachgeschäften einkaufen und meinen, dass diese artikel nicht zum grösstenteil aus genau denselben fabriken in china kommen.
  • MartinZH 05.02.2020 11:26
    Highlight Highlight Quintessenz: Eine Bestellung bei Aliexpress ist zwar nicht gefährlich, aber man muss noch länger warten – bis die Sachen kommen –, als das sonst schon der Fall ist..! 🙄👍😉
    • birdiee 05.02.2020 14:03
      Highlight Highlight Hab ich auch gemerkt, warte seit 10 tagen auf den versand, bald läuft die frist ab und dann gibts wohl geld zurück...
    • RAZZORBACK 05.02.2020 14:36
      Highlight Highlight Selber Schuld :-)
    • Xonic 05.02.2020 15:32
      Highlight Highlight Es ist Lunar New Year, da arbeitet niemand in China. Unabhängig vom Coronavirus.
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