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Erkranken Kinder am Kawasaki-ähnlichen-Syndrom haben sie hohes Fieber. bild: shutterstock

Interview

Mysteriöse Krankheit bei Kindern mit Corona: Eine Expertin erklärt die Hintergründe

Hohes Fieber, entzündete Blutgefässe: Weltweit berichten Ärztinnen und Ärzte von Kindern, die an einer neuartigen Krankheit leiden. Ein Zusammenhang mit Sars-Cov-2 wird vermutet. Die Basler Infektiologin Nicole Ritz gibt Antworten.

Annika Bangerter / ch media



Ist das Coronavirus für Kinder doch nicht so ungefährlich, wie bisher angenommen? Dies legen Berichte von Medizinern aus aller Welt nahe. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen Sars-Cov-2 und einem Kawasaki-ähnlichen-Syndrom. Dabei entzünden sich die Blutgefässe, was bei einem schweren Verlauf zu irreversiblen Schädigungen oder gar zum Tod führen kann.

Seit einigen Wochen sind vermehrt Kinder an diesem neuartigen Syndrom erkrankt. Die Infektiologin Nicole Ritz, Leitende Ärztin am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), erklärt die Hintergründe:

Weltweit berichten Kinderärztinnen und -ärzte von Patienten, die an einem Kawasaki- ähnlichen-Syndrom erkrankt sind. Wie ist die Situation in der Schweiz?
Es gibt Kinderspitäler in der Schweiz – so auch unseres – die solche Fälle behandelt haben oder nach wie vor betreuen. Das Syndrom tritt extrem selten auf, bislang sind es in der Schweiz eine Handvoll Fälle. Die Situation ist für uns aber ungewöhnlich: Wir erleben den Anfang einer neuen Krankheit, die wir noch nicht verstehen und einordnen können. Jeden Tag lernen wir durch unsere Patienten Neues dazu.

Was weiss man über das Syndrom?
Das «Multisystem inflammatory syndrome», wie es offiziell heisst, ruft eine sehr schwere Entzündungsreaktion hervor – ähnlich wie bei einer Blutvergiftung oder einem toxischen Schocksyndrom. Die Kinder haben hohes Fieber und einen zu tiefen Blutdruck oder Bauchschmerzen. Einige leiden zudem an Hautausschlägen oder geröteten Augen. Ein typisches Symptom, das direkt auf die neuartige Erkrankung hinweist, gibt es jedoch nicht.

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Die Infektiologin Nicole Ritz ist Leitende Ärztin am Universitäts-Kinderspital beider Basel. bild: ch media

In den USA, Frankreich und England sind Kinder daran gestorben. Wie gut lässt sich das inflammatorische Syndrom behandeln?
Die schwersten Fälle des neuen Syndroms müssen auf der Intensivstation betreut werden. Sie brauchen eine Blutdruck- und teilweise eine Atemunterstützung sowie entzündungshemmende Medikamente. Man versucht dadurch, die lebensgefährliche Situation zu überbrücken. Aktuell gibt es noch keine etablierte Therapie gegen das schwere inflammatorische Syndrom. Deshalb tauschen sich Mediziner fortlaufend national und international aus. Die bisherige Erfahrung zeigt: Wird das Syndrom früh erkannt, lässt es sich relativ gut behandeln. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nie.

Wann sollen Eltern ärztliche Hilfe holen?
Da es sich bisher um eine seltene Erkrankung handelt, besteht grundsätzlich kein Grund für Eltern, sich Sorgen zu machen. Aber wenn das Kind über mehrere Tage hohes Fieber hat oder wenn hohes Fieber rasch zu einem massiv schlechten Allgemeinzustand führt, dann ist es generell ratsam, sich rasch beim Hausarzt zu melden.

Ist das Kawasaki-ähnliche-Syndrom ansteckend?
Das ursprüngliche Kawaski-Syndrom ist seit den 1960er-Jahren bekannt. Es gibt keinen bestimmten Auslöser dafür – weder ein Virus noch ein Bakterium. Wir nehmen an, dass gewisse Infektionen als Trigger wirken. Das allein reicht jedoch nicht, es braucht weitere Faktoren, die das Syndrom begünstigen. Das kann beispielsweise eine genetische Ursache sein. Daher ist das Syndrom als solches von Kind zu Kind nicht ansteckend. Bei dem neuartigen inflammatorischen Syndrom sehen wir einen Zusammenhang mit einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Die Ähnlichkeit und der Zusammenhang mit dem Kawaski-Syndrom werden zurzeit erforscht.

Wie geht es den Kindern, die Sie behandelt haben, heute?
Sie haben sich erholt oder befinden sich auf dem Weg zur Besserung.

Eine Studie untersucht die Folgen von Corona bei Kindern

Die Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU) – eine Meldestelle zur Erfassung von seltenen Krankheiten – hat im Mai eine Studie zu Sars-Cov-2 gestartet. Dabei werden die Daten von Kindern erhoben, die am neuen Coronavirus erkrankt sind und ambulant oder stationär betreut werden mussten. 29 Kinderspitäler und -abteilungen beteiligen sich. Das Ziel ist, das Krankheitsspektrum, die Risikofaktoren und die verschiedenen Krankheitsverläufe zu erheben. Auch das Kawasaki-ähnliche Inflammationssyndrom ist Teil der Untersuchung. Diese ist für fünf Jahre angelegt. Nicole Ritz leitet die Studie zusammen mit Petra Zimmermann vom Kantonsspital Fribourg. (aargauerzeitung.ch)

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62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pankratios 22.05.2020 11:47
    Highlight Highlight Es ist sicher richtig, wenn man auch über dieses Thema aufgeklärt wird. Ebenso ist es wichtig, dass man daran forscht.
    Nur sollte man das nicht zur Panik machen. Bis jetzt reicht die medizinischen Versorgung für solche Fälle, sofern es bei dieser Anzahl bleibt.
  • Dave1974 22.05.2020 08:43
    Highlight Highlight Es tut mir ja leid, aber ist jetzt wirklich der Zeitpunkt, in dem man über ein schon länger auftretendes Krankheitsbild bei Kindern schreiben muss?

    Viele Leute sind schon verunsichert durch Corona und dadurch sehr verletzlich.
    Bei rund 450 Fällen im Jahr in z.B. Deutschland darf man sich zwar darum sorgen, aber doch nicht noch die angeschlagenen Eltern mit Unsicherheiten füttern!?

    Von rund 10'000 positiv auf SARS-CoV-2 getesten Kindern und Jugendlichen (auch D) erinnerten 5 an das Kawasaki-ähnliche Syndrom.

    Aus meiner Sicht sicher zu verfolgen, aber auch Salz in die Wunden gestreut.
    • MartinZH 22.05.2020 11:38
      Highlight Highlight Man kann natürlich auch einfach den Kopf in den Sand stecken und unangenehme Tatsachen verschweigen, um niemanden zu verunsichern. Und die Medien sollen diese Nicht-Aufklärung auch noch mitmachen? Ich denke nicht, dass das ein adäquater Umgang mit Problemen ist, wenn man sich im erwachsenen Alter befindet.

      Wann wäre dann ein besserer Zeitpunkt, als wenn man zu neuen Erkenntnissen gelangt ist?

      Ist es nicht klüger und entspricht es nicht eher der Handlungsweise von Erwachsenen, bereits jetzt genau hinzuschauen und nicht anschliessend zu jammern, dass man es ja schon vorher hätte wissen können?
    • RicoH 22.05.2020 11:47
      Highlight Highlight Und warum genau soll man nicht darüber berichten dürfen?
      Die Aussage ist wohl eindeutig: je früher die Infektion erkannt wird, umso grösser sind die Heilungschancen. Diese Information willst du allen Eltern vorenthalten, nur weil ein paar Menschen empfindlich darauf reagieren könnten?
    • Dave1974 22.05.2020 14:58
      Highlight Highlight Es geht schlicht um den Zeitpunkt und nicht um ein Vorenthalten.
      Das Krankheitsbild wird seit 1961 beobachtet und ist nicht neu. Sonst könnte man auch keine Zahlen nennen.
      Es gibt Leute, die rennen mit ihren Kindern wegen eines harmlosen Mückenstichs in den Notfall und solche braucht man im Moment nicht noch zu befeuern, oder!?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Kritiker Bernd 22.05.2020 08:24
    Highlight Highlight Die Krankheit war anscheinend auf der Nebenwirkungsliste verschiedener Impfungen.. Vielleicht sollte nebst dem Nachweis auf Covid 19 Antikörper auch noch der impfstatus geprüft werden? Kostet ja nichts.. Ev. Gibt es hier ja auch eine Korrelation? War bisher immer für das Impfen aber das hinterlässt einen schalen Beigeschmack..
    • MartinZH 22.05.2020 14:03
      Highlight Highlight @Der Kritiker Bernd: Ich gehe davon aus, dass die forschenden Wissenschaftler schon nichts ausser acht lassen, um nach Erklärungen zu suchen. 😉

      Dabei geht es in erster Linie um Ursachenforschung [!], denn reine Korrelationen haben meist keinen grossen Nutzen.

      Warum? Bei der Korrelationsanalyse wird nicht zwischen abhängiger
      und unabhängiger Variable unterschieden.

      Korrelationen können zwar Hinweise geben und Indizien liefern, doch leider treten in der wissenschaftlichen Forschung oft Scheinkorrelationen (sog. "Voodoo-Korrelationen") auf.

      Impfkritiker und -gegner lieben Korrelationen... 😉
    • Der Kritiker Bernd 22.05.2020 21:49
      Highlight Highlight Danke MartinZH.. Ist denn die Verbindung zu corona mehr als eine Korrelation? Oder warum wird es in diesem Zusammenhang gestellt?
    • MartinZH 23.05.2020 07:47
      Highlight Highlight @Der Kritiker Bernd:

      Die Koinzidenz wird sicher der Grund sein. 😉

      Die Ärztin sagt: "Bei dem neuartigen inflammatorischen Syndrom sehen wir einen Zusammenhang mit einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Die Ähnlichkeit und der Zusammenhang mit dem Kawaski-Syndrom werden erforscht."

      Ich gehe davon aus, dass wenn ein Kind Symptome des «Multisystem inflammatory syndrome» aufweist, es positiv auf Corona getestet wurde.

      Die Ärtin sagt: "Wir erleben den Anfang einer neuen Krankheit, die wir noch nicht verstehen und einordnen können. Jeden Tag lernen wir durch unsere Patienten neues dazu."
  • Stinkstiefel 22.05.2020 01:48
    Highlight Highlight Werte Panik-Kommentatoren,

    Lest ihr eigentlich jeweils den Artikel, bevor ihr in die Tasten haut? Die praktizierende Ärztin schreibt von "einer Handvoll Fälle" des Kawasaki-Syndroms, die sich alle erholt haben oder auf dem Weg der Besserung sind. Eine Handvoll Fälle auf über 30'000 bestätigte Coronafälle in der Schweiz und die klare Aussage, dass man sich keine Sorgen machen muss. Wenn ihr Daniel Koch oder Nicole Ritz nicht traut, dann traut ihr wahlweise der Politik oder den Medien mehr wie den Ärzten. Hält ihr das für besonders rational oder aufgeweckt?
    Benutzer Bild
    • MartinZH 22.05.2020 12:18
      Highlight Highlight @Leon1: Das hat nichts mit Panik zu tun, sondern mit wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn.

      Es geht nicht nur um diesen Bericht ("Alltagsbeobachtung") von dieser einzelnen praktizierenden Ärztin, sondern es geht um wichtige medizinische Forschungsfragen im Zusammenhang mit einem neuen Coronavirus, bei welchem alle seriösen Fachleute und Wissenschaftler sagen, dass man noch längst nicht alles weiss. Die Anzahl Fälle sind dabei sekundär.

      Bereits am 14.5.20 wurde berichtet: "Über 100 Fälle in New York: Mysteriöse Kinder-Krankheit könnte mit Corona zusammenhängen"
      https://www.watson.ch/!912065093
    • Kruk 22.05.2020 22:44
      Highlight Highlight Nun, dies ist ja nicht das einzige Medium welches darüber schreibt und diese Ärztin ist es auch nicht.

      Es häufen sich die Berichte über Leute welche milde Verläufe durchgemacht haben, sprich nicht hospitalisiert werden mussten, die aber dann bei Rückfällen deutlich stärkere beschwerden hatten, oder eben die Spätfolge PIMS bei Kindern.

      Die aktuellen Artikel auch in TA/derBund (leider nur im ABO) und in den Internationalen Medien geben m. M. n. ein besseres Bild als dieser hier.
      Es ist etwas neues mit vielen unbekannten und Vorsicht, nicht Panik, ist angebracht.


    • Kruk 22.05.2020 22:45
      Highlight Highlight «Ich habe in meiner Karriere hundert Krankheiten untersucht. Covid-19 ist die seltsamste, die ich bisher gesehen habe.»

      Tim Spector, Professor am King’s College London
    Weitere Antworten anzeigen
  • suppenhuhn 21.05.2020 21:57
    Highlight Highlight Der Dani Koch weiss was er tut. Glasklare Kommunikation, widerspruchsfreie Argumentation und fachlich fundierte Entscheidungen.
    Da hat das Virus einfach keine Chance.

    Alles Gute für Betroffenen und Angehörigen.
    • MartinZH 21.05.2020 23:04
      Highlight Highlight Ich kenne leider Deine Art von Humor nicht... Ich hoffe aber, Dein Kommentar war sarkastisch gemeint? 🤔
    • Apeiron 22.05.2020 08:12
      Highlight Highlight Glasklare Kommunikation?
      "Masken sind keinen Schutz" vs. "Wir empfehlen Masken zu Tragen"
    • fant 22.05.2020 13:15
      Highlight Highlight Masken bieten keinen Schutz für die Person, die sie trägt.

      Aber für alle anderen, die in der Nähe sind.

      Deshalb: PRO Masken-Pflicht an Orten, wo die 2m Regel nicht eingehalten werden kann, zB OeV!
  • Team Insomnia 21.05.2020 21:08
    Highlight Highlight Es war mir nie logisch warum Kinder angeblich nicht gefährdet sein sollen. Das Immunsystem eines 8-12 Jährigem Kindes ist nicht so entwickelt wie bei einem Erwachsenem. Aber was weis ich schon...🤷‍♂️
    • faentu1934 21.05.2020 22:43
      Highlight Highlight Das Immunsystem eines Kindes bis 10 oder 12 Jahre lässt sich in der Tat sehr schlecht mit dem eines Erwachsenen vergleichen. Und genau deshalb sind auch Kinder in diesem Alter weniger gefährdet. Aber was weiß ich schon....
    • jetztodernie 21.05.2020 23:57
      Highlight Highlight Das gefährliche am Coronavirus ist oft eine übermässige Reaktion des Körpers/Immunsystems (--> Entzünding) und nicht ein direkter Schaden durch das Virus selbst. Macht also schon etwas Sinn, dass Kinder weniger schlimm betroffen sind, weil sie weniger häufig "zu fest" reagieren.
    • blueberry muffin 22.05.2020 01:00
      Highlight Highlight @faentu1934 hilft natürlich den toten Kindern grausam viel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MartinZH 21.05.2020 21:04
    Highlight Highlight Tja, Herr Koch, vielleicht reicht es eben doch nicht ganz, wenn man nur "mit ein paar Ärzten geredet" hat, um valide Aussagen über "Corona und Kinder" zu machen, wenn man noch so wenig weiss und ein ganzes Land (mit immerhin 8,6 Mio. Einw.) möglichst verantwortungsvoll und umsichtig durch eine Pandemie-Krise führen sollte.

    Es gibt Länder, in denen die Kindergärten und Schulen noch (bis Sept.) geschlossen sind. Ich gehe nicht davon aus, dass die dortigen Gesundheitsbehörden übervorsichtig sind.

    M.E. wäre es auf jeden Fall umsichtiger, wenn man bei den Kindern auf "Nummer sicher" gehen würde.
    • Pinga 21.05.2020 21:22
      Highlight Highlight Ohne über den Zeitpunkt der Schulöffnung werten zu wollen: Wie stellen Sie sich ein Hochfahren der allgemeinen Wirtschaft vor, wenn es keine Möglichkeit zur Kinderbetreuung gibt?
    • paule 21.05.2020 21:22
      Highlight Highlight MartinZH,
      wir können nicht alles was uns am Leben erhaltet, das ist zum Beispiel auch die Wirtschaft und das Lernen, zumachen wegen Gefahren die im Promillebereich 5 Stellen hinter dem Komma stehen.
      Das Leben war immer Lebensgefährlich und wird es bleiben.
      Es gab immer Krankheiten und wird sie immer geben, desswegen müssen diejenigen die das Wegstecken nicht mit dem Leben aufhören.
      Alles muss schlussendlich auch bezahlt werden, ob wir wollen oder nicht, oder wir ersticken in den Schulden.
    • MartinZH 21.05.2020 21:40
      Highlight Highlight Das Problem sollte nicht mit diesem Wirtschafts-Fokus betrachtet werden. Das Kinderbetreuungs-Problem zu lösen, wäre weniger teuer, als gesundheitliche Langzeit-Folgen einer ganzen Alterskohorte ein Leben lang zu finanzieren.

      Es geht nicht um Gesundheit vs. Wirtschaft. Dazu gibt es seriöse Studien aus der Ökonomie: Zu strikte Massnahmen sind gut für die Gesundheit, schaden aber der Wirtschaft.

      Aber: Umgekehrt ist es eben anders: Sind die Massnahmen zu unvorsichtig und locker, dann schadet das sowohl der Gesundheit, aber mittel- bis langfristig eben auch der Wirtschaft.

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