Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Grossmünster mit LGBTQ+ Flagge

Bild: watson / shutterstock

Interview

«Protestanten protestieren halt» – das sagt der Religionsexperte zum Zank um die Homo-Ehe

Die reformierte Kirche ist gespalten ob der Frage, ob die «Ehe für alle» zu befürworten sei und künftig auch homosexuelle Paare kirchlich getraut werden können. Religionssoziologe Jörg Stolz sagt, es sei normal, dass sich die Protestanten streiten.



Die Debatte um die «Ehe für alle» steckt seit 2013 im Parlament fest und kommt nur schleppend voran. Diesen Sommer sprach sich die vorberatende Kommission des Nationalrats zwar für die «Ehe für alle» aus – allerdings mit Ausnahmen. In der kommenden Frühjahrssession dürfte die Gesetzesänderung nochmals behandelt werden.

Noch schwerer als die Politik tut sich die Kirche mit der Frage, ob auch Homosexuelle heiraten dürfen. Die Katholiken wollen gar nicht erst Stellung zur «Ehe für alle» beziehen. Bei den Reformierten ist man ob der Frage gespalten. Segnungen für homosexuelle Paare sind in der reformierten Kirche schon lange gang und gäbe. Aber sollen sie auch heiraten dürfen?

«Ja», findet Gottfried Locher, oberster Protestant der Schweiz. Der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK nahm schon diesen Sommer klar Stellung. Seither ist Feuer im Dach der Reformierten. Seit Montag tagt die Delegiertenversammlung des SEK, um in dieser Angelegenheit zu einer Übereinkunft zu kommen. Der Religionssoziologe Jörg Stolz erklärt, warum es sich die Protestanten gewohnt sind, zu streiten.

Herr Stolz, die Reformierten sind sich uneinig, ob Homosexuelle mit der «Ehe für alle» dieselben Rechte haben sollen wie heterosexuelle Verheiratete. Warum spaltet diese Frage so?
Jörg Stolz:
Die reformierte Kirche ist sehr heterogen. Es gibt liberale, feministische, religiös-soziale und evangelikale Strömungen. Letztere haben bezüglich der Homosexualität eine sehr kritische Haltung. Dazu kommt, dass die reformierte Kirche basisdemokratisch ist.

Die Spaltung innerhalb der Kirche gehört also sozusagen zum Programm bei den Protestanten?
Ja, es ist normal, dass in der reformierten Kirche Meinungsverschiedenheiten aufeinanderprallen. Protestanten protestieren halt. Und gerade die Sexualmoral und Fragen um die Familie sind grosse Fragen, die in der christlichen Gemeinschaft fundamental sind. Auch international führen diese Themen zu grossen Verwerfungen innerhalb der Kirchen.

jörg stolz, religionssoziologe universität Lausanne

Bild: zvg

Zur Person

Jörg Stolz ist Professor für Religionssoziologie an der Universität in Lausanne. Er arbeitet zu Säkularisierung, lokalen religiösen Gemeinschaften und Evangelikalismus.​

Segnungen für homosexuelle Paare sind in der reformierten Kirche schon lange gang und gäbe. Aber trauen wollen viele Pfarrer ein lesbisches oder schwules Paar nicht. Wo liegt das Problem?
Um in der Kirche heiraten zu können, muss sich ein Paar zuerst zivil trauen. Weil das nach Schweizer Recht bisher für homosexuelle Paare nicht möglich war, fand die reformierte Kirche einen Kompromiss. Sie bat ein Ritual an, das ein bisschen so aussah wie eine Heirat, aber nicht so genannt wurde und auch nicht als solche galt. Wenn nun künftig Homosexuelle zivil heiraten dürfen, dürfen sie sich theoretisch auch kirchlich trauen lassen. Doch daran scheiden sich die Geister.

Die katholische Kirche will zur «Ehe für alle» gar nicht erst Stellung beziehen, von den Reformierten hingegen erwartet man eine gewisse Offenheit gegenüber modernen Lebensformen. Doch wie modern ist die reformierte Kirche wirklich?
Im internationalen Vergleich ist die reformierte Kirche in der Schweiz sehr modern. Gerade wenn man Schwesternkirchen in den USA anschaut, gibt es theologisch wie auch gesellschaftlich grosse Unterschiede. Auf der anderen Seite sind unsere Volkskirchen pluralistisch und vereinen verschiedenste Stimmen. Die einen sind progressiver und die evangelikal Denkenden sind konservativer. Und es sind Letztere, die sich jetzt gegen die «Ehe für alle» wehren.

«Jetzt ändert sich das zivile Recht stark. Es macht darum Sinn, dass sich die Kirche festlegt, wie sie ihre Regeln verändern will.»

Wie gross ist deren Einfluss?
Das ist gar nicht mal so einfach zu sagen. Wir schätzen, dass von allen Reformierten zwischen drei bis sechs Prozent Evangelikale sind. Nicht so viele also. Allerdings sind sie unter den Praktizierenden stärker vertreten, sind fleissigere Kirchengänger und vom Mitgliederschwund innerhalb der reformierten Kirche nicht so stark betroffen.

Sie sprechen es an: Die reformierte Kirche leidet seit Jahren unter Mitgliederschwund. Wäre es für sie jetzt nicht eine Chance, sich bei der Frage um die «Ehe für alle» progressiv zu positionieren?
Es sieht ganz danach aus, als wäre genau das die Strategie vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und dessen Präsident Gottfried Locher.

Ist das eine kluge Strategie?
Ich bin kein Unternehmensberater für Kirchen. Aber wenn man es aus einer soziologischen Perspektive betrachtet und sieht, wie unglaublich schnell und unglaublich stark sich die Akzeptanz von Homosexualität verbreitet, ist es schon klug, da als Kirche mitzuhalten. Eine andere Frage ist, ob das auch theologisch sinnvoll ist.

Heute gibt es in der reformierten Kirche schwule und lesbische Pfarrer und mehrere christliche Organisationen von Homosexuellen. Ist die Frage damit nicht sowieso hinfällig, ob Homosexuelle nun auch heiraten dürfen?
Nicht unbedingt. Trotz der Diversität in der reformierten Kirchen, braucht es Regeln, die für alle gelten sollten. Jetzt ändert sich das zivile Recht stark. Es macht darum Sinn, dass sich die Kirche festlegt, wie sie ihre Regeln verändern will.

«Es gibt kein gemeinsames Bekenntnis, keine gemeinsame Ansicht darüber, was sie glauben.»

Der oberste Protestant der Schweiz, Gottfried Locher, sagte, dass die Homosexualität «Gottes Schöpfungswille» entspreche. Was steht denn in der Bibel über die Homosexualität?
Biblische Texte wurden in Zeiten geschrieben, in der Homosexualität sehr kritisch angeschaut wurde. Die Frage ist, was man mit dem biblischen Text macht. Er kann verschieden ausgelegt werden. Evangelikale leiten daraus ab, dass Homosexualität nicht statthaft ist. Aber man kann die Bibel auch ganz anders lesen.

Und wer entscheidet denn, was gilt?
Die Protestanten haben keine zentrale Instanz, die entscheidet. Es gilt das Priestertum aller Gläubigen. Jeder muss für sich selber entscheiden, wie er die Bibel auslegen will. Das war ein zentraler Punkt der Reformation. Es gibt kein gemeinsames Bekenntnis, keine gemeinsame Ansicht darüber, was sie glauben.

Und was, wenn sich Protestanten in dem, was sie glauben, widersprechen?
Dann ist das einfach sehr liberal und fortschrittlich. Ein individualisiertes Modell der Kirche, wenn Sie so wollen.

Nun gut. Je nachdem wie das Wort Gottes ausgelegt wird, ergeben sich unterschiedliche Schlussfolgerungen für das Leben. Aber wer entscheidet nun über die «Ehe für alle»?
Das passiert demokratisch mit dem Entscheid der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds. Dieser gibt eine Empfehlung für seine Mitgliederkirchen ab. Zwar ist diese Empfehlung ein starkes Zeichen, doch wie sie schliesslich umgesetzt wird, obliegt jedem Pfarrer selbst.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!

Göttlicher Rock'n'Roll in Lima

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

95
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
95Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Saerd neute 06.11.2019 20:13
    Highlight Highlight Warum stört sich jemand an der Haltung der Kirche. Ist eigentlich klar was die Kirche sagt, Paulus hat es unmissverständlich formuliert.
    Wem das nicht passt muss sich ja nicht kirchlich trauen lassen.
  • Nickname_499 06.11.2019 17:39
    Highlight Highlight „Biblische Texte wurden in Zeiten geschrieben, in der Homosexualität sehr kritisch angeschaut wurde.“

    Naja.... Es gibt in der ganzen Bibel gerademal ca 8 Stellen, die etwas über Homosexualität aussagen KÖNNTEN.

    Und ich finde es schwierig davon zu sprechen, dass Homosexualität (im heutigen Sinne) gemeint ist. Es geht vielmehr um Sexpraktiken zwischen Heterosexuellen oder Tempelprostitution (Götzendienst) aber meiner Meinung nach nicht um „echte Liebe“ zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen.
    Darum habe ich als Christ, mit freikirchlicher Prägung, mehr und mehr ein JA zur Ehe für Alle
  • Kaspar Floigen 06.11.2019 11:10
    Highlight Highlight Ist schon krass, dass wir in dieser Frage Trump-Land hinterherhinken.
    • moedesty 06.11.2019 23:03
      Highlight Highlight dafür können homosexuelle sich in der ganzen schweiz küssend und ohne Gefahr herumlaufen. in gewissen staaten in den USA werden sie noch gejagt. in den USA ist es nur auf papier im ganzen land OK homosexuell zu sein. in der schweiz ist die Einstellung der menschen viel offener obwohl es halt noch nicht bürokratisch verankert ist.
  • Rikku 06.11.2019 10:19
    Highlight Highlight Liebe ist doch ein kostbares Gut, manche sagen: das kostbarste, was wir haben können. Sollte das nicht gefördert werden? Ich verstehe nicht, wie man Liebe bekämpfen kann, wie man auf Liebe mit Ablehnung und Hass reagieren kann. Und gleichzeitig für Weltfrieden beten...
    • Share 06.11.2019 17:27
      Highlight Highlight Weltfrieden. Amen.
  • Share 06.11.2019 08:54
    Highlight Highlight Theologisch nicht ausgedeutet? Das täte aber Not. Die Propagierung der Bourgoisie und das Surfen auf der entsprechenden Datenwelle macht die Sache nicht einfacher, sondern muss als politische Einflussnahme einer Minderheit betrachtet werden.
    • Share 06.11.2019 09:00
      Highlight Highlight Auf die Frage nach der Heirat antwortete die amerikanische Praesidentschaftskandidatin Warren: wenn du eine findest. Mehr Häme und Vorschub zu Diskriminierung geht nicht mehr.
    • Share 06.11.2019 09:06
      Highlight Highlight Theologisch, und da lehne ich mich als Katholik mutig aus dem Fenster, ist die Frage nach dem Lebensweg neu zu stellen. Katholiken werden das Sakrament der Ehe auf das Individuum hin weiterentwickeln müssen. Ohne die Apokryphen einer vergangen Zeit. Auch in der christlichen Bibelforschung ist nicht davon auszugehen, dass diese Minderheit den Kreuzweg Jesu verblassen lässt und den Lebensweg der Sakramente erneuert. Ohne diese Spannung fällt das bourgeoise christliche Menschenbild in sich zusammen.
    • Share 07.11.2019 08:05
      Highlight Highlight Nun so ein Glücksindex hat so seine Tücken. Für diesen Gedanken brauchst du dich nicht zu grämen. Das Ehestatut abzuschaffen ist schwere Kost. Den Priesterstand aus der Gemeinde zu nehmen macht sicher auch nicht alle glücklich.
  • Rethinking 06.11.2019 04:50
    Highlight Highlight Interessiert es heutzutage überhaupt irgendwen noch ob er in der Kirche heiraten darf?

    Schlussendlich geht es ja wohl den meisten um eine tolle Location und Tradition. Sicher aber nicht um Religion.
  • Oxymora 05.11.2019 20:01
    Highlight Highlight Wie steht es um die Meinung der protestantischen Götter?
    Haben die nichts mehr zu melden?
    • Prozessionsspinnerin 05.11.2019 23:26
      Highlight Highlight Die stecken fest, weit weg im Paradies, ihre Vereine beobachtend, jedoch unfähig, mit ihnen Kontakt aufzunehmen.
  • thoroz 05.11.2019 18:17
    Highlight Highlight Die Kirche hat gar nichts zu sagen, denn Staat und Kirche sind getrennt. Die Bibel für gesellschaftlich relevante Fragen zu bemühen ist reine Heuchelei.
    • Phrosch 05.11.2019 22:24
      Highlight Highlight thoroz, die Kirche hat selbstverständlich das Recht, zu sagen, was in der Kirche geschieht. Dazu gehört auch, ob es eine kirchliche Trauung für Homosexuelle gibt. Ist wie bei dir zu Hause: du sagst, ob man die Füsse auf den Tisch legen darf oder nicht.
  • Shikoba 05.11.2019 17:00
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, die kirchliche Trauung ist mir so ziemlich egal. Die Ehe für Alle ist jedoch etwas rechtliches, was von der Kirche getrennt ist (oder sein sollte). Ich möchte die gleichen Rechte haben was das Leben in einer Ehe beinhaltet, ob dies eine kirchliche Zeremonie beinhaltet, kann die Kirche anschliessend für sich entscheiden. Vom Staat möchte ich nicht diskriminiert werden, von der Kirche werde ich dies ohnehin. Und jetzt dürft ihr blitzen ;-)
  • Trompete 05.11.2019 15:34
    Highlight Highlight Ich glaube zu Wissen, dass ein nicht allzu kleiner Teil jener Personen welche gegen die "Ehe für alle" sind, sich nicht am Sexualleben Homosexueller oder der Religion stören, sondern vielmehr am anschliessend erlaubten Zugriff zur Reproduktionsmedizin. Bei manchen sind dies ethische Bedenken (faktische Selektion), bei anderen einfach eine Schlussfolgerung aufgrund des ihrer Ansicht nach herrschenden, globalen Bevölkerungsdrucks.
    • Ueli der Knecht 05.11.2019 16:52
      Highlight Highlight "Ich glaube zu Wissen, dass ein nicht allzu kleiner Teil jener Personen welche gegen die "Ehe für alle" sind, sich nicht am Sexualleben Homosexueller oder der Religion stören, sondern vielmehr am anschliessend erlaubten Zugriff zur Reproduktionsmedizin. "

      Ich meine, das ist ein Irrglaube, Trompete.

      Letztlich wollen diese Leute doch nur ihre latente Homphobie kaschieren, indem sie vorgaukeln, sich am Zugriff zur "Reproduktionsmedizin" zu stören.

      Sie könnten nämlich sonst den Zugriff zur Reproduktionsmedizin generell bekämpfen, und nicht nur im Zusammenhang mit der Ehe-für-Alle-Diskussion.
    • Shikoba 05.11.2019 17:02
      Highlight Highlight Und statt ihre ethischen Bedenken zu äussern und für alle anzupassen, setzen sie sich dafür ein, dass dies bei Heterosexuellen erlaubt bleibt und Homosexuelle weiterhin nicht heiraten dürfen. Macht nicht so viel Sinn..
    • Trompete 05.11.2019 20:05
      Highlight Highlight Ist nicht gerade die Angleichung des Adoptionsrechts sowie der Zugang zur Reproduktionsmedizin eine grundlegende Motivation hinter der Ehe für alle?

      Schnaps ist in der Schweiz für Personen über 18 Jahren legal zu erwerben. Angenommen Peter istGegner des Alkoholkonsums ganz allgemein. Möchte Peter es allen verbieten, wäre dies für ihn mit einem riesigen Aufwand mit geringen Siegesaussichten verbunden. Würde aber irgendwann gefragt, ob Schnaps schon ab 16 erlaubt sein soll, was wird Peter dann wohl abstimmen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 05.11.2019 15:33
    Highlight Highlight Ich verstehe die Forderungen der LGBTQ-Community nach "Ehe für alle" nicht.

    Konsequent wäre in meinen Augen vielmehr die Forderung "Ehe nur für Gläubige". Denn die Ehe ist ein religiöses Produkt und hat daher in einem säkularen Staat überhaupt keinen Platz.

    Daher finde ich, sollte die Forderung lauten, die Ehe als zivilrechtliches Konstrukt ganz abzuschaffen, und dieses altertümliche Konstrukt den Religionsgemeinschaften und Kirchen überlassen.

    Ergo: Weg mit der Ehe!
    • Rethinking 06.11.2019 05:00
      Highlight Highlight Endlich mal eine Innovative Idee.

      Wir sollten viel stärker in der „Zukunft“ denken als im „Jetzt“. Oder anders: Bei der Lösungsfindung lassen wir uns viel zu sehr von unserer aktuellen Weltsicht beeinflussen. Daraus kann nicht wirklich Neues entstehen.

      Die Ehe sollte abgeschafft werden. Jede Person sollte einzeln besteuert werden. Für Erbschaft, AHV und Pensionskasse soll in einem Online-Portal die/der aktuelle Lebenspartner und Kinder hinterlegt und für die Erbschaft auch gleich alle Details hinterlegt werden können.
  • Locutus70 05.11.2019 14:38
    Highlight Highlight Letztlich entscheidet der Diakon bzw. Pfarrer oder Priester. Unsere Tochter z. B. wird katholisch getauft werden, obwohl das Götti evangelisch ist und das nach katholischem Kirchenrecht nicht möglich wäre. Dem Diakon ist das egal :)
  • fidget 05.11.2019 14:35
    Highlight Highlight Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb man homosexuellen Paaren die Heirat vorenthalten möchte. Das hat ja keinerlei Auswirkung auf Drittpersonen, ob nun zwei Schwule/Lesben heiraten oder nicht. Wenn sie das möchten und es für sie wichtig ist, dann sollen sie das dürfen. Nur weil es nicht ins eigene Weltbild passt, dass sich auch zwei vom gleichen Geschlecht lieben können, wird alles in dem Zusammenhang geflissentlich ausgeblendet und nicht zugelassen. Um bei der Religion zu bleiben: Gott liebt jeden so, wie er ist. Homosexualität ist auch ein Aspekt seiner Schöpfung, sonst gäbe es sie nicht.
  • Erklärbart 2.0 05.11.2019 13:52
    Highlight Highlight Schon schräg - die Homosexuellen Hochburg Vatikan (und das mein ich nicht despektierlich oder so) möchte quasi Homosexualität verbieten (sehr überspitzt formuliert).
    • moedesty 06.11.2019 23:08
      Highlight Highlight stimmt er hätte doch synonyme verwenden können wie z.b. scharf oder übertrieben. haha.
  • Michael Goldberg 05.11.2019 13:52
    Highlight Highlight Hugo Stamm darf sich für den Sektenblog gerne eine Scheibe von Herrn Stolz abschneiden. Gelungenes Interview zu einem spannenden Thema!
  • irgendwie so: 05.11.2019 13:37
    Highlight Highlight Ich finde, ein gelungenes Interview, imho sachlich- nüchtern bei einem oft aufgeheizten Thema.
  • Hierundjetzt 05.11.2019 13:29
    Highlight Highlight Wir streiten seit 500 Jahren und das ist auch gut so. Was es bringt? Unglaublich viel.

    Beispiel: Es gibt kein armes protestantisches Land.

    Sämtliche reichen und wirtschaftlich bedeutende Länder des Planeten sind Protestantisch: USA, Kanada, Australien, Neuseeland, UK, Schweiz, Deutschland, sämtliche Nordländer, Südafrika etc.

    Die grösste Stärke und gleichzeitig die grösste Schwäche der 3 grössten Glaubensgemeinschaft der Welt ist, wie erwähnt, die individualisierte Auslegung der Bibel und des Glaubens.

    Daher werden wir auch in dieser Frage eine gute Lösung finden.
    • zaphod67 05.11.2019 13:56
      Highlight Highlight Mir war bis heute gar nicht bewusst, dass Saudi Arabien, Japan und Korea, um nur einige zu nennen, protestantisch sind.
    • DemonCore 05.11.2019 14:03
      Highlight Highlight Auf der anderen Seite korreliert Religiosität signifikant mit Armut sowie mit medizinischen und psychischen Problemen. Die erfolgreichsten unter den entwickelten Staaten sind praktisch komplett säkular und für die grosse Mehrheit der Bevölkerung spielt Religion im Alltag keine Rolle mehr. Den Eltern zu liebe wird manchmal noch kirchlich geheiratet oder ein Kind getauft. Aufgeklärte Menschen sehen das aber bereits als Missbrauch eines Unmündigen an.
    • Mutzli 05.11.2019 14:17
      Highlight Highlight @Hierundjetzt

      Sorry, aber das ist absoluter Nonsens und das sag ich als böser, kirchenfeindlicher, reformiert aufgewachsener Atheist.

      Mal abgesehen davon, dass es immer Quark ist, die Entwicklung ganzer Länder auf einen Faktor zurückzuführen: Anglikanische Kirche hat eine komplett andere Struktur und seperat vom Rest des Protestantismus entwickelt und zig Länder, die Sie interessanterweise vergessen haben zu erwähnen: Frankreich, Japan, Spanien, Deutschland ist mehrheitlich katholisch (Schweiz übrigens auch), Österreich, Israel, Irland, Luxembourg, Singapur etc. etc. etc.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pipikaka Man 05.11.2019 13:19
    Highlight Highlight Verstehe Gegner der Homo Ehe nicht. Was juckts denen wer mit wem was macht?
    • Bündn0r 05.11.2019 13:33
      Highlight Highlight Angeblich ihr "Gott", eine Art alter, imaginärer Freund.
    • DemonCore 05.11.2019 14:00
      Highlight Highlight Gott persönlich hat etwas gegen Schwule, da sie sich gegen ihn versündigen. Steht alles in seinem Bestseller.
    • Locutus70 05.11.2019 15:08
      Highlight Highlight Ich habe nix gegen die Ehe für Alle, kann aber die "Gegner" verstehen. Vielen geht es da einfach eher um eine theologische statt weltlicher Auslegung.
      Schau es wird von der katholischen Kirche offiziell gesagt "Homosexualität ist nicht Gottes Wille" - wenn du noch die Evolution mit Gott gleichsetzt dann ist das richtig. Wären alle Lebewesen homosexuell wäre Evolution nicht möglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kiro Striked 05.11.2019 12:48
    Highlight Highlight Die Frage ist halt..

    Welches Recht hat die Kirche. Über sowas bestimmen zu können.. welchen schaden haben Heteros, wenn Schwule heiraten und zusammensind oder heiraten. Welchen schaden habe ich. Wenn mein Nachbar Heiratet? Keinen. Welchen Schaden hat die Kirche, wenn mehr leute in der Kirche Heiraten? richtig... Keinen.. im Gegenteil...

    Hier treffen nur kleingeister aufeinander, die das selber nachdenken, und selber meinungsbilden, schon vor langer Zeit in andere Hände gegeben haben.

    Mir tun alle Menschen leid, die anderen ihr glück nicht gönnen wollen.
  • insert_brain_here 05.11.2019 12:47
    Highlight Highlight Als Agnostiker frage ich an dieser Stelle immer: Warum? Wieso streben gleichgeschlechtliche Paare die Segnung einer Religionsgemeinschaft an die ihre Lebensweise grundsätzlich als verwerflich betrachtet? Und warum muss sich unser Parlament mit dem Mist beschäftigen? Einfach den ganzen religiös verbrämten Mittelalterkram aus Verfassung und Gesetz rausschmeissen und mit Popcorn zuschauen wie die Fanklubs der jeweiligen imaginären Freunde sich noch in 1000 Jahren streiten werden.
  • Schmiegel 05.11.2019 12:19
    Highlight Highlight Die Reformierten verklären ihre Religion noch mehr als die Katholen!
    • Schmiegel 05.11.2019 17:31
      Highlight Highlight @tjuck: Woran? An Kommentaren wie von Lilie oder von Hierundjetzt. Es wird sogar immer noch und wie schon immer Reichtum an Geld mit dem Protestantismus gleich gesetzt.
      Oder daran, dass kaum ein reformiertes Kirchenmitglied weiss, dass ihre Konfession (im Gegensatz zu den Katholen) noch missioniert!
      Die meisten Katholiken scheinen wenigstens genug Selbstkritik zu besitzen um zu wissen, dass ihre Konfession mehr Schattenseiten und Ungerechtigkeiten als andere hat. Von Reformierten hört man immer nur: "iich bin imfall reformiärt" wenn man das Christentum kritisiert.
  • eldorak 05.11.2019 12:14
    Highlight Highlight Korrigiert mich, falls ich falsch liege, aber bei der Ehe für alle gehts ja in erster Linie nicht darum, ob man nun den kirchlichen Segen erhält, sondern dass man vor dem Gesetz gleich behandelt wird. Mal abgesehen davon sind ja diverse Rechte nicht dieselben, wie sie für ein Heterosexuelles Paar gelten.

    Ich würd sogar so weit gehen und sagen, dass die Kirche, welche eigentlich nichts mit dem Staat zu tun haben sollte, da selber entscheiden soll, wen sie nun trauen oder nicht. Das darf allerdings keine rechtlichen Einflüsse in anderen Bereichen haben.
    • Der_Andere 05.11.2019 13:36
      Highlight Highlight Das ist aber je nach Kanton eben gerade nicht so.

      In den Kantonen Bern und Zürich zahlt beispielsweise der Kanton mindestens teilweise die Löhne der Pfarrer. Damit ist ein Pfarrer quasi ein Beamter und die Kirche eine staatlich finanzierte Institution.

      Und ein Beamter/eine solche Institution sollte auf keinen Fall nach reinem Ermessen Gesetze umgehen können. Wenn also der Gesetzgeber die Homoehe erlaubt, müsste in der Theorie auch die Kirche sie kirchlich absegnen.

      Wenn die Kirche sich querstellen will, müsste sie wohl selbsttragend werden. Alles andere wäre unglaubwürdig.


  • Snowy 05.11.2019 12:09
    Highlight Highlight Noch vor ein paar Jahren hätte diese Entscheidung für mich Relevanz gehabt. Vielleicht hätte mich ein klares Votum Pro "Ehe für Alle" davon abgehalten aus der protestantischen Kirche auszutreten.

    Heute ist es dafür zu spät.
    Quasi halb-staatlich organisierte Glaubensgemeinschaften haben für mich keinerlei Daseinsberechtigung mehr.
    Das bedeutet freilich nicht, dass sie verboten werden müssen - sehr wohl aber als normale, privatrechtlich organisierte Vereine angesehen werden sollen inkl Steuerpflicht etc.
    • DemonCore 05.11.2019 12:32
      Highlight Highlight Bravo. Es ist höchste Zeit, die Sonderrechte der Kirchen aufzuheben.
    • BerriVonHut 05.11.2019 14:17
      Highlight Highlight Danke Snowy, du hast es auf den Punkt gebracht! Ganz meine Meinung.
    • R. Klärer 05.11.2019 14:52
      Highlight Highlight @Snowy
      Eine solche totale Trennung von Staat und Kirche würde die katholische Kirche kaum tangieren, da sie eine eigene Weltorganisation mit teilweise staatsähnlichen Strukturen darstellt. Der Vatikan würde gegenüber den Schweizer Katholiken in seiner Autorität wohl noch gestärkt.
      Die reformierten Landeskirchen sind dagegen seit ihrer Entstehung eng mit dem Staat (d.h. den entsprechenden Kantonen) verbunden und würden bei ihrer Degradierung zu Freikirchen de facto abgeschafft. Kann man billigend in Kauf nehmen, aber man sollte diesen Effekt in seine Überlegungen mit einbeziehen.
  • Noob 05.11.2019 11:57
    Highlight Highlight Ist immer alles ein grosses Missverständnis...
    Benutzer Bild
  • DemonCore 05.11.2019 11:45
    Highlight Highlight Etwas was ich trotz allem nicht in meine Kopf kriege ist, wie man als homosexuelle Person, die gemäss dem alten Testament mit dem Tod bestraft werden soll und nach dem Neuen Testament niemals Zugang zum "Reich Gottes" erhalten kann, trotzdem Teil der christlichen Kirche sein will. Das Christentum hat keine Sympathien für Homosexuelle und nimmt es in Kauf, dass sie psychisch geschädigt werden und fordert ihren Tod. Das ist abscheulich.
  • lilie 05.11.2019 11:43
    Highlight Highlight Ich bin in der reformierten Kirche aufgewachsen und kann die liberale Haltung in allen Glaubensfragen aus eigener Erfahrung bestätigen. Niemand hat die Deutungshoheit - die Bibel wird als Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung benutzt, nicht als unverrückbares Gesetz.

    Dass die reformierte Kirche daher einen Diskurs zur Trauung für Homosexuelle führt, ist nur logisch. Die reformierte Kirche war schon zu ihrer Gründungszeit progressiv - die progressive Haltung wird sich auch diesmal durchsetzen, da bin ich überzeugt. 👍
    • supremewash 05.11.2019 12:14
      Highlight Highlight Da muss man den Begrif "progressiv" aber schon etwas dehnen, nicht?
    • DemonCore 05.11.2019 12:34
      Highlight Highlight Das alte Testament empfiehlt für Homosexuelle die Todesstrafe. Es ist ein Dokument des Hasses und der Gewalt und hat in einer freien, progressiven Gesellschaft nichts verloren. Und bevor das grosse Verharmlosen los geht: Jesus sagt im Neuen Testament mehrfach, dass die alten Gesetze unverändert weiter gelten.
    • lilie 05.11.2019 12:39
      Highlight Highlight @supremewash: Wenn du eine Vorreiterrolle in gesellschaftlicher Hinsicht meinst, dann trifft es nicht zu, das stimmt. Im kirchlichen Kontext hingegen kann man die Haltung durchaus als progressiv bezeichnen, finde ich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der_Andere 05.11.2019 11:36
    Highlight Highlight Ich bin ja immer noch der Meinung, dass gerade im Kanton Bern die Kirche der Gesetzgebung zu folgen hat, solange der Kanton weiterhin die Löhne der Pfarrer bezahlt.

    Sollte die Ehe für alle Tatsache werden, wird sich eben auch die Kirche fügen müssen, wenn sie am Tropf des Kantons hängt.

    Wenn sie sich dann gegen die gelten Gesetze stellen will und Homosexuellen die Eheschliessung nicht gewähren will, müsste sie selbsttragend werden.

Muss Kesb auch Affen schützen? Basler Primaten-Initiative kommt vors Bundesgericht

Eine Volksinitiative, die Grundrechte für Primaten fordert, kommt vors Bundesgericht. Das Basler Parlament wollte die Initiative für ungültig erklären.

Grundrechte gelten für alle Menschen. Doch was ist mit den Affen, Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans? Eine kantonale Volksinitiative fordert seit 2016, dass über 300 Primaten-Arten ein «Recht auf Leben und auf körperliche und geistige Unversehrtheit» erhalten sollen. Hinter diesem ungewöhnlichen Vorschlag steckt die Stiftung Sentience Politics.

Ihre Begründung: «Nichtmenschliche Primaten sind hochintelligent, können mit Menschen in Zeichensprache kommunizieren, sind leidensfähig, empfinden …

Artikel lesen
Link zum Artikel