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Die An'Nur-Moschee in Winterthur am Dienstag, 17. November 2015. Laut dem Syrien-Kenner Kurt Pelda, der intensive Recherchen getaetigt hat, soll es im Umfeld der An'Nur-Moschee eine Zelle des IS geben. Den 
Recherchchen zufolge soll vor Kurzem eine weitere Person von Winterthur nach Syrien gereist sein. Die Maenner die nach Syrien gereist seien, sollen Jihadisten sein, die in der Moschee in Winterthur rekrutiert worden seien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die An'Nur-Moschee in Winterthur.
Bild: KEYSTONE

Kurt Pelda spricht von Syrien-Rückkehrer in «Winterthurer IS-Zelle»

Kurt Pelda berichtet in der «Weltwoche» über die Winterthurer IS-Zelle. Angeführt werde sie von einem 39-jährigen Hassprediger, der dem Fedpol bekannt sei. Die Zelle soll Verbindungen nach Belgien pflegen.



Syrien-Experte und Journalist Kurt Pelda hat bereits am Dienstag gegenüber dem «Landboten» von einer Winterthurer IS-Zelle gesprochen. Laut Pelda gibt es in der Zürcher Grossstadt eine Reihe von radikalen Predigern und Gebetsleitern, die sich in der An'Nur-Moschee im Quartier Hegi mit Jugendliche träfen.

In der «Weltwoche» analysiert Pelda die Zelle im Detail. Konkret gehe es um einen kleinen Kreis von Personen, die sich in sogenannten Sunna-Lektionen in Nebenräumen der An'Nur-Moschee träfen, angeführt von einem 39-jährigen Hassprediger.

Ein junger Mann, der von diesem angeworben worden sei, sagt gegenüber Pelda: «Dieser Mann ist purer IS.» Laut dem Bericht sei er regelmässig nach Libyen gereist – nicht nur geschäftlich, sondern auch für einen Besuch in der IS-Hochburg Sirte. Mindestens vier junge Männer und ein Mädchen aus WInterthur seien bereits in Syrien untergetaucht – darunter der mittlerweile verstorbene Thaiboxer Valdet Gashi.

Zielpublikum: Jung, arbeitslos, bildungsfern

Zielpublikum des Hasspredigers sei eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen und jungen Männern im Alter von etwa 14 bis 25 Jahren. Sie würden aus dem Balkan, aus Nordafrika, dem nahen Osten, Afghanistan und vom Horn von Afrika stammen – die meisten von ihnen bildungsfern und arbeitslos. Pelda zitiert einen Muslimen: «Die sitzen dann in einer Ecke und zeigen sich gegenseitig Dschihad-Videos.» 

Pelda berichtet zudem von einem 20-Jährigen, der im Sommer in Syrien verschwunden und jetzt wieder in Winterthur zurück sei. Details dazu nennt er keine.

Verbindungen nach Belgien

Die Zelle sei eng mit den Koranverteilern der Aktion «Lies!» verknüpft, schreibt Pelda weiter. Diese würden den Jungen pro Tag 50 bis 100 Franken Taschengeld ausbezahlen – zusätzlich würden Reisen ins europäische Ausland bezahlt. Zum Beispiel zu Treffen im süddeutschen Raum. Auch nach Belgien sollen die Winterthurer «Lies!»-Prediger Verbindungen pflegen. 

Die Haltung, Jugendliche würden sich hauptsächlich im Internet radikalisieren, sei falsch, schreibt Pelda. Hassprediger seien kein ausländisches Problem und die allermeisten Dschihad-Anhänger würden sich auch in der Schweiz im Kreis Gleichgesinnter und unter Anleitung charismatischer Prediger radikalisieren.

Laut Pelda ist der «Drahtzieher der extremistischen Aktivitäten» dem Fedpol bekannt. (dwi)

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