Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Michael Lauber blitzt vor dem Bundesgericht ab



Aufsichtsbehörde wirft ihm Amtspflichtverletzung vor: Bundesanwalt Michael Lauber. (Archivbild)

Bundesanwalt Michael Lauber. Bild: KEYSTONE

Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ist zu Recht nicht auf die Revisionsgesuche von Bundesanwalt Michael Lauber und der Bundesanwaltschaft (BA) eingetreten. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Die Gesuche richteten sich gegen Beschlüsse der Beschwerdekammer zum Ausstand von Lauber und weiteren Personen im Fifa-Komplex.

Das Bundesgericht hält in zwei am Donnerstag veröffentlichten Urteilen fest, dass die Beschlüsse der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom Juni 2019 nicht mit einer Revision angefochten werden können.

Zu diesem Schluss war bereits die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts im Juli 2019 gekommen, weshalb sie nicht auf die Beschwerden eintrat. Diese Entscheide zogen Lauber und die BA an das Bundesgericht weiter.

Unbedachte Äusserung

Lauber, der frühere leitende Staatsanwalt des Bundes, Olivier Thormann, und der Staatsanwalt des Bundes, Markus Nyffenegger, wurden im Juni 2019 von der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in den Ausstand geschickt. Die Ausstandsgesuche hatten der frühere Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke und ein weiterer Beschuldigter im Fifa-Komplex gestellt.

Die Beschwerdekammer hiess die Gesuche gut. Lauber wurden im Wesentlichen die unprotokollierten informellen Treffen mit Fifa-Vertretern zu Last gelegt. Der vorsitzende Richter bei diesem Entscheid war Giorgio Bomio-Giovanascini. Nachträglich wurde bekannt, dass er sich bereits vor dem Entscheid im Rahmen einer SP-Veranstaltung dazu geäussert hatte.

Lauber und die BA reichten deshalb bei der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ein Revisionsgesuch gegen die Ausstands-Entscheide ein. Sie forderten darin neben der Revision auch den Ausstand von Bomio-Giovanascini.

Enge Verflechtungen

Teil der Berufungskammer war damals auch Olivier Thormann, der davor bei der BA gearbeitet hatte und im Fifa-Komplex in den Ausstand treten musste. Im Entscheid zum Revisionsgesuch war er jedoch nicht Teil des Spruchkörpers.

Unterdessen ist Thormann Präsident der Berufungskammer und Mitglied der Verwaltungskommission des Bundesstrafgerichts. Im Fifa-Komplex wird er als Richter kaum mitwirken können. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mbr72 10.04.2020 08:49
    Highlight Highlight Hoegger (aka Lauber): SIE SIND RAUS!
  • Eifach_öpis 09.04.2020 17:27
    Highlight Highlight Schmeisst den typen endlich raus!
  • Bitsundbites 09.04.2020 16:43
    Highlight Highlight Nochmals: Ist doch nur noch peinlich Herr Lauber. Wie lange wollen sie noch so weitermachen.? Das ist doch auch kein Zustand für Sie. Und am Bundes- Bern: Wie lange wollt Ihr noch zuschauen. ? Er zieht jeden Monat nur noch Lohn ohne das noch jemand an unseren Bundesanwalt glaubt. Macht endlich was.
  • THING 09.04.2020 15:30
    Highlight Highlight Wann hat dieses juristische Versteckspiel endlich ein Ende?
    Benutzer Bild
  • techiesg 09.04.2020 15:17
    Highlight Highlight Eigentlich sollten wir alle (!) ‚unsere‘ NationalrätInnen auffordern, diesen Herrn da von seinem Posten zu entfernen. Schliesslich sind sie (die NR) UNSERE Vertreter in Bern und können den Bundesanwalt abwählen - aber es fehlt(e) ihnen wohl die Motivation oder der Mut dazu.
    • _kokolorix 09.04.2020 18:41
      Highlight Highlight Ja, ja, mindestens ein Drittel hat kä Luscht😀
  • carlos zapato 09.04.2020 14:24
    Highlight Highlight Das dieser Egomane noch im Dienst ist, zeigt, wie krank das System doch ist.
  • Theor 09.04.2020 13:27
    Highlight Highlight Arbeitet der Typ eigentlich auch noch für das, was er gewählt wurde, oder gehen seine 8 Arbeitsstunden mittlerweile täglich für seine persönlichen Rachefeldzüge drauf?
    • phiwi80 09.04.2020 14:36
      Highlight Highlight Nun ja er wurde ja im Herbst wiedergewählt (von wem und warum schon wieder?) Seine Arbeitshaltung war vollumfänglich bekannt.
  • Marc Oh Polo 09.04.2020 12:33
    Highlight Highlight Und wieder einmal hat der Bundesanwalt auf Kosten von uns Steuerzahlerinnen eine Gerichtsbehörde beschäftigt. Und wieder einmal hat der Bundesanwalt eins aufs Dach gekriegt. Wie lange lässt sich die Wahlbehörde (die vereinigte - fast hätte ich geschrieben "verneigte" - Bundesversammlung dieses Schmierentheater noch bieten? Der muss sowas von sofort weg!
  • Avalon 09.04.2020 12:30
    Highlight Highlight Einfach nur peinlich, dieser Lauber 🙄
  • Le_Urmel 09.04.2020 12:22
    Highlight Highlight Hat Herr Lauber doch gut gemacht: Er hat sich der FIFA angedient, hat verhindert, dass die Korruptionsaffäre um die WM 2006 in Deutschland im Sande verlief.

    Er sicherte der Schweiz, dass die FIFA kaum Schaden erlitt.


    Dafür hat er den Ruf der Schweizer Justiz weltweit geschädigt, aber wen interessiert es, wenn das Geld weiter fliesst?
  • Howard 09.04.2020 12:16
    Highlight Highlight Hoffentlich hat nun diese unsägliche Angelegenheit ein Ende. Herr Lauber, bitte ziehen Sie sich zurück ins Private. Danke & Adieu!
    • Don Alejandro 09.04.2020 18:09
      Highlight Highlight Danke für was?
  • mukeleven 09.04.2020 12:14
    Highlight Highlight bewundernswert ist der lange atem dieses sesselklebers - seine karriere muesste eigentlich laengst vorbei sein...
    • the Wanderer 09.04.2020 17:19
      Highlight Highlight bewundernswert ist vorallem, dass so ein zwielichtiger Typ letzten Herbst von der vereinigten Bundesversammlung wiedergewählt wurde.
      Es gibt Momente, da schäm ich mich, Schweizer zu sein.

Masseuse erleichtert welschen Rentner um 1,2 Millionen Franken – Gefängnis

Eine ehemalige Masseuse, die einen Rentner um 1.2 Millionen Franken erleichtert hat, muss 18 Monate ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat den Rekurs der Frau abgewiesen.

Das Waadtländer Kantonsgericht hatte die Angeklagte zu einer 36-monatigen Haftstrafe verurteilt, wovon die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde. Diese Strafe ist nun rechtskräftig.

Der Geschädigte hatte die Masseurin 2008 in ihrem Salon kennengelernt. Die käufliche Beziehung entwickelte sich zumindest für den Rentner zu einer …

Artikel lesen
Link zum Artikel