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Sie helfen bei Ärger mit der Kesb: Die Arbeit für die Anlaufstelle Kescha nimmt zu



Die unabhängige Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) hat im letzten Jahr in 1324 Fällen Personen beraten, die sich mit der Kesb, einem Beistand oder Gericht wegen einer angeordneten Massnahme in einer Konfliktsituation befanden.

Gerade in diesen Corona-Zeiten hätten die Beraterinnen und Berater nicht nur öfter zum Hörer greifen müssen als in den Vorjahren, sondern auch längere Beratungsgespräche geführt, teilte die Kescha am Sonntag mit.

ARCHIV - ZU DEN THEMEN UEBER DIE AUFGABEN DES GRENZWACHTKORPS UND UEBER DEN KINDESSCHUTZ AN DER WINTERSESSION STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 12. DEZEMBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die beschriftete Eingangstuer zur KESB Obwalden am Montag, 19. Oktober 2015, anlaesslich einer Informationsveranstaltung zur Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerde (KESB) in Sarnen. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bei Ärger mit der Kesb kann die Kescha helfen. Bild: KEYSTONE

In 60 Prozent der Kescha-Fälle ging es dabei um Kinderschutz. Meist seien Konflikte zwischen den Elternteilen das Problem gewesen. Strittig waren an erster Stelle Fragen des Besuchsrechts, an zweiter Stelle Fragen zur Obhut beziehungsweise zum Sorgerecht, wie es weiter hiess.

In diesen Fällen musste die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) oder das Scheidungsgericht oft für oder gegen eine Partei entscheiden, was zu Konflikten führen könne. Bei Paaren mit Kindern in Trennung sollen deshalb laut Kescha vermehrt Konfliktlösungsverfahren wie etwa die Mediation angeordnet werden.

Nebst Konflikten im Zusammenhang mit Trennungsverfahren habe die Kescha viele Anrufe von Herkunftseltern erhalten, bei denen es um eine ausserfamiliäre Unterbringung von Kindern ging. Hier soll die Begleitung der Herkunftseltern standardmässig geprüft werden, schrieb die Kescha. Die hilfesuchenden Eltern befänden sich in diesen Situationen oftmals in einer schweren Krise.

Im Erwachsenenschutz (40 Prozent) ging es in den meisten Fällen um Konflikte mit Beiständen. Die Kescha ist der Meinung, dass im Erwachsenenschutz die Beistandschaften von langjährigen Bezugspersonen geführt werden sollen, dies schaffe Vertrauen und reduziere Konflikte.

Die meisten Hilfesuchenden stammten aus der Deutschschweiz (rund 97 Prozent). Fälle aus der italienischen Schweiz (knapp zwei Prozent) und der Romandie (knapp ein Prozent) waren in der Minderheit.

Im letzten Jahr habe das fünfköpfige Beratungsteam insgesamt 1324 Fälle bearbeitet, das sei etwas mehr als in den Vorjahren (+/- 1100). Dies zeige, dass die Anlaufstelle Kescha auch im vierten Jahr weiterhin einem grossen Bedürfnis entspreche. In 73 Prozent der Fälle habe eine einzelne Beratung gereicht, um helfen zu können. (sda)

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