Schweiz
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Une personne regarde sur son smartphone l'application SwissCovid alors que des personnes font la fete lors d'une soiree d'ete le samedi 27 juin 2020 dans le quartier du Flon a Lausanne. SwissCovid est une application mobile de suivi des contacts mise en place en Suisse lors de la pandemie de Coronavirus (Covid-19) pour faciliter la recherche des contacts. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Ein Komitee will, dass das Volk über die gesetzliche Grundlage der SwissCovid-App entscheidet. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Dilettantisch von A bis Z: Wie sich die Gegner der SwissCovid-App lächerlich machten

Das Referendumskomitee gegen die SwissCovid-App hat die Hausaufgaben nicht gemacht. Ihr Auftritt ist dilettantisch – nicht nur wegen den Übersetzungsfehlern.



Das Volk soll über die gesetzliche Grundlage der SwissCovid-App entscheiden. So verlangt es ein Komitee aus staatskritischen Kreisen. Das ist ihr gutes Recht, für das Demokratinnen und Demokraten einstehen dürfen. Allerdings darf man von einem Referendumskomitee erwarten, dass es sich mit der Thematik befasst, die es bekämpfen will.

Und hier haben die SwissCovid-App-Kritiker offenbar ihre Hausaufgaben nicht gemacht. So warnt die Webseite des Komitees, dass Google und Apple «möglicherweise» die SwissCovid-Daten erfassen könnten. Und dass «sehr sensible Daten» zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung auf ausländischen Servern landen würden.

Doch diese Bedenken haben mit der Realität wenig zu tun. Die Gründe liegen im «Privacy by Design» der SwissCovid-App, die so entwickelt wurde, dass keine besondere Gefahr von der App ausgehen kann. Funktionieren tut das durch ein geschicktes Zusammenspiel von Kryptografie und dezentralem Ansatz.

Zugegeben: Das zu verstehen, ist tatsächlich nicht einfach. Von einem Referendumskomitee darf man verlangen, dass es sich in Datenschutz-Fragen schlaumacht – bevor es die Gefahr einer «digitalen Diktatur» nach chinesischem Vorbild herausruft.

Nicht nur scheint das Komitee hier versagt zu haben, es untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit, in dem es gegen die eigenen Werte handelt. So lagert die Referendumskomitee-Webseite auf den Servern des kostenlosen Homepage-Anbieters Wix.com. Wer Argumentarien, Unterschriften-Bögen oder das Komitee kontaktieren will, wird zu Google Drive weitergeleitet. Beide Drittanbieter sammeln Nutzerdaten en masse, ohne dass man vom Komitee gewarnt wird.

Der digitale Auftritt des Komitees ist so dilettantisch, dass es nicht überrascht, dass auch der deutschsprachige Webseitentext eine kaum lesbare 1:1-Übersetzung von Google Translate ist. So wird die Berufsbezeichung «Conseiller national» des SVP-Politikers Jean-Luc Addor tragisch-lustig mit «Nationaler Berater» auf dem Unterschriften-Bogen übersetzt.

Das schwächt nicht nur die Argumente, sondern ist für ein Referendumskomitee einfach nur peinlich.

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