Schweiz
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Die Quarantäne «light» geht nicht an allen spurlos vorbei. bild: shutterstock

Interview

Ab Tag 11 folgt der Lagerkoller: Was du jetzt dagegen tun kannst

Nach der ersten Aufregung folgt der Koller: Spätestens ab Tag 11 der Quarantäne soll sie uns zu schaffen machen. Im Gespräch mit einer Psychologin finden wir heraus, was jetzt zu tun ist.



Innerhalb kürzester Zeit wurde der Alltag der Schweizerinnen und Schweizer komplett auf den Kopf gestellt. Home-Office, Familienverhältnisse, soziale Isolation – dieses temporär auf den Kopf gestellte Leben geht nicht an allen spurlos vorbei. Das zeigt auch eine Mitteilung des Sorgentelefons Die Dargebotene Hand. «Seit Anfang März laufen die Drähte heiss: innert 15 Tagen würden 1'720 Gespräche zum Thema Coronavirus verzeichnet», schreibt der Verband. In den kommenden Wochen wird er die Kapazitäten ausbauen und die Schichten um 17 Prozent ausbauen. Das Sorgentelefon hält fest: «Das Coronavirus ist für die psychische Gesundheit eine grosse Gefahr.»

Doch was macht diese «Quarantäne light» mit uns? Die englische Medizin-Fachzeitschrift «The Lancet» hat in einem Artikel Ergebnisse aus 24 Studien zu diesem Thema zusammengetragen. Die Daten stammen vorwiegend aus SARS- oder Ebola-Quarantäne-Massnahmen.

>>> Alle aktuellen Entwicklungen im Liveticker

Die Auswirkungen

Die Fachzeitschrift hält fest, dass die meisten Studien über negative psychologische Auswirkungen berichteten. Dazu gehören:

In den Studien werden zudem die psychologischen Auswirkungen bei Menschen, die sich in Quarantäne begeben mussten, weil sie in Kontakt mit Personen waren, die potentiell mit SARS infiziert waren, miteinbezogen. Diese Probanden berichteten von Angst, Nervosität, Traurigkeit und Schuldgefühlen.

Die Untersuchungen halten ausserdem fest, dass die Quarantäne auch langfristige Auswirkungen haben kann. Drei Jahre nach dem Ausbruch von SARS wurden beispielsweise Alkoholmissbrauch oder andere Abhängigkeitssymptome mit der Quarantäne in Verbindung gebracht.

Die Stressfaktoren

Die Auswirkungen der Quarantäne auf die psychische Verfassungen hängen von verschiedenen Faktoren ab:

Wie die Studien ergaben, nimmt die psychische Belastung spätestens nach zehn Tagen zu. In der Schweiz wäre das dieses Wochenende der Fall. watson hat Psychologin Dr. Annalisa Stefanelli gefragt, was man jetzt dagegen tun kann.

Das sagt die Psychologin

Frau Stefanelli, wie können sich die nächsten Wochen auf unsere Psyche auswirken?
Annalisa Stefanelli: Es ist sehr vieles möglich. Je nachdem, in welcher Situation man sich befindet; ob alleine, mit einer Familie, in einer Partnerschaft. Wir können uns einsam, eingeengt, ängstlich, unsicher oder entwurzelt fühlen. Viele Sicherheiten, die wir hatten, sind nicht mehr da. Bei gewissen der Job, andere sehen ihre Familien nicht mehr. Es gibt niemand, der sich nicht betroffen fühlt. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass wir jetzt alle in ein Loch fallen.

Sondern?
Es ist auch eine Zeit, in der viele Fragen auftauchen. Zeiten von Veränderung bringen auch immer die Möglichkeit von Wachstum. Es muss nicht schlecht sein, wenn man sich gewisse Fragen stellt. Wir wollen in unseren Gesprächen den Leuten Mut machen und auch das Potenzial dieser Situation aufzeigen. Diese Zeit wird vorbeigehen und die Frage ist, was wir daraus machen, ob wir sie als Krise sehen oder als Wachstum.

Also hat es auch etwas Positives.
Viele werden jetzt Dinge überdenken und herausfinden, was ihnen wirklich wichtig ist. Sich mit Beziehungen auseinandersetzen, Lösungen suchen, etwas Neues einführen. Jemand der einsam ist, wird vielleicht merken, dass er sich nicht mehr zurückziehen will.

Zur Person

Dr. Annalisa Stefanelli ist Psychologin FSP und Life Coach. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Soziale Strukturen und Dynamiken, bewusste Erziehung und positive Psychologie. Aufgrund der Coronakrise hat sie die Plattform Psychologists and Coaches United lanciert, auf der konkrete Hilfe in Form von halbstündigen Gesprächen unentgeltlich angeboten wird.

Trotzdem beginnt jetzt für viele die kritische Zeit. Warum?
Die ersten zehn Tagen haben wir uns mit praktischen Fragen beschäftigt; Wie unterhalte ich meine Kinder? Wie tätige ich die Einkäufe? Meistens bleibt dann noch keine Zeit, sich mit dem eigenen emotionalen Zustand zu befassen. Wenn man sich mal in der neuen Situation einlebt, kommen aber psychische Themen zum Vorschein. Das wird demnächst bei vielen der Fall sein.

Wie kann man sich darauf vorbereiten?
Es ist wichtig, dass man sich früh um die eigene psychische Gesundheit kümmert und nicht erst im Nachhinein. Wir haben das Glück, dass wir von den Erfahrungen von anderen Ländern lernen – wir wissen ungefähr, was auf uns zukommt. Ausserdem ist es wichtig, dass wir uns regelmässig mit jemandem austauschen und über unsere Gefühle sprechen.

Sie haben kurzerhand eine Plattform gegründet, wo man sich gratis helfen lassen kann. Warum?
Es war eine spontane Idee. Ich bin in der Nacht aufgestanden, weil mein Sohn weinte und habe mir überlegt, welchen Beitrag ich in dieser Krise leisten kann. Mir wurde klar, dass die Leute früher oder später psychologische Unterstützung brauchen werden. Am nächsten Morgen habe ich mein Netzwerk von Psychologen und Coaches mobilisiert und innerhalb eines Wochenendes eine Webseite erstellt, in der unentgeltlich halbstündige Gespräche für alle angeboten werden.

Haben Sie schon viele Anfragen gekriegt?
Wir sind erst seit fünf Tagen online, aber die Community wächst von Tag zu Tag. Ich hatte selber auch schon einige Gespräche. Bei diesen ging es vor allem um Beziehungen. Viele Familien oder Paare müssen plötzlich Themen ansprechen, die auf Eis gelegt wurden. Jetzt ist man so nah und lange aufeinander, dass man sich damit befassen muss.

Wird von offizieller Seite her zu wenig auf die Pflege der psychischen Gesundheit in dieser Zeit aufmerksam gemacht? Braucht es hierfür auch eine Kampagne?
Das fände ich natürlich super. Man wurde ja genügend aufgeklärt, was man für die körperliche Hygiene tun kann. Es wäre nicht verkehrt, wenn sie dies auch für die psychische Hygiene tun würden. Es ist wichtig, zu kommunizieren, dass man nicht in die Krise fallen muss, dass es Möglichkeiten gibt, sich zu helfen. Natürlich ist die physische Gesundheit nun an erster Stelle. Aber ich wünschte mir, dass man nicht vergisst, dass diese Zeit auch andere Auswirkungen hat.

Wird sich diese Situation langfristig auf unsere Psyche auswirken?
Das ist schwierig zu sagen. Ich bin mir aber sicher, dass das ein einschneidendes Erlebnis im Leben von uns allen ist. Es gibt Leute, die werden das womöglich verdrängen, es gibt solche, die negative Konsequenzen tragen werden und es gibt andere, die gestärkt aus dem Ganzen herauskommen.

Wenn Sie es mir erlauben, würde ich Ihnen nun gerne noch Fragen von unseren Usern stellen.
Sehr gerne.

Fragen aus der Community

Ich habe Angst, weil ich eine Risikopatientin bin. Was kann ich dagegen tun?
Bei der Angst ist es wichtig, dass man sie annimmt. Im Prinzip ist Angst nichts Schlechtes, solange diese nicht unser Leben erheblich einschränkt. Wichtig ist aber, dass man diese Angst sachlich angeht. Es hilft, wenn man mit jemandem über die Angst spricht und diese beschreibt («Wovor habe ich konkret Angst?») und in diesem Fall aufzählt, was man tut, um sich zu schützen. Kann man sich noch besser schützen, um die Angst zu mildern? Was könnte konkret helfen, damit man sich weniger ängstlich fühlt? Falls das nicht weiterhelfen sollte, empfehle ich frühzeitig ein Gespräch mit einem Therapeuten.

Wie gehe ich mit zu viel Gedanken an meine Mitmenschen um?
Das sogenannte Overthinking kann nun viele betreffen. Wenn man sich zu sehr um seine Mitmenschen sorgt, sollte man sie anrufen und einfach mal fragen, wie es ihnen geht. Es beruhigt, wenn man von dieser Person selber hört, dass es ihr gut geht. Wenn man zu sehr von den Gedanken eingenommen wird, hilft es, sie auf etwas anderes zu lenken: Tätigkeiten, die ein gewisses Mass an Konzentration verlangen sind hierfür super (z.B. ein Buch lesen, nach einem komplizierten Rezept kochen, etc.). Es gibt aber auch Menschen, die sich nun allgemein viel Sorgen machen und auch für Menschen leiden, die sie nicht kennen. Hier ist es wichtig, dass man sich selbst schützt, den Nachrichtenkonsum reduziert und versucht, so gut es geht, die Gedanken auf was Positives zu lenken.

Sollte ich mich schlecht fühlen, wenn ich die Zeit momentan geniesse?
Im Gegenteil, es ist eben genau das, was man versuchen sollte, zu machen. Aber natürlich ohne, dass man die Situation verharmlost oder nicht ernst nimmt. Es geht auch nicht darum, dass man das Leben geniesst, indem man Dinge tut, die unangebracht sind. Man kann und sollte versuchen, die Situation sehr bewusst anzunehmen und die positiven Sachen zu geniessen. Was macht mich momentan glücklich? Was macht mir Spass? Daraus kann man Energie schöpfen und psychisch fit bleiben. Man ist nicht automatisch ein schlechter Mensch, wenn man während dieser Krise versucht, das Positive zu sehen und zu geniessen. Denn nur so kann man seine Positivität nutzen, um anderen Menschen zu helfen.

Diese konkreten Tipps können helfen

Damit die psychische Belastung möglichst klein gehalten werden kann, hat der Berufsverband der Psychologinnen und Psychologen Tipps veröffentlicht, die in dieser Zeit helfen können.

Die Stiftung Rheinleben, die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen begleitet und unterstützt, gibt auf ihrer Webseite weiterführende Tipps:

Hier wird geholfen

Speziell während dieser Zeit haben Fachstellen ihre Hotlines ausgebaut oder Plattformen öffentlich zugänglich gemacht. Hier eine Auswahl:

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63
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63Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 34RS90 30.03.2020 16:22
    Highlight Highlight Man könnte meinen die Welt geht unter. Verdammt nochmal, reisst euch zusammen. Das wird ja nicht ewig dauern..
  • oh snap 30.03.2020 12:44
    Highlight Highlight Fröhnt doch eurem Hobby, falls ihr das zwischen Karriereleiter hochrennen, Pläne schmieden und fremden Ansprüchen genügen zu wollen nicht irgendwo auf dem Weg verloren habt..
    • Ohniznachtisbett 31.03.2020 08:14
      Highlight Highlight Soso... Welchem Hobby denn? Ist ja alles verboten. Wenn Briefmarken sortieren, basteln und joggen nicht zu deinen Hobbys gehören, dann wirds aktuell schwierig. Ich kann aktuell keines meiner Hobbys und meiner "normalen" Freizeitaktivitäten machen. Und nein Shoppen ist nicht mein Hobby. Und nichts von dem hat mit der Karriereleiter, Pläne schmieden und fremden Ansprüchen zu tun. Trotzdem kann ich momentan nicht viel mehr machen als arbeiten im Homeoffice und TV. Schön wenn du ein Hobby hast, das noch nicht verboten ist.
  • champedissle 30.03.2020 11:21
    Highlight Highlight Im Gegensatz zur Schweiz gilt die Ausgangssperre bei uns in Frankreich mittlerweile 14 Tage. Spazieren ist nur 1 km im Umfeld der Wohnadresse erlaubt, ansonsten für Arztbesuche und zum Einkauf. Einen "Lagerkoller" kann ich nicht feststellen. Es ist lästig aber nicht zu ändern, was solls.
  • bcZcity 30.03.2020 05:54
    Highlight Highlight Stubenhocker sind die neuen Nerds! Yeah 👍🥳 Kniet nieder, ihr unwürdigen, schwachen Partygänger, Reisejunkies und Unternehmungssüchtigen. 😅 Möge die Entbehrung eure Seelen läutern und ein neues Zeitalter der Bescheidenheit einläuten! Auf einmal ist die kleine, hippe Stadtwohnung doch nicht so cool wenn das urbane Disneyland dicht macht, HA! 😆
  • Glaedr 30.03.2020 00:59
    Highlight Highlight Sorry Watson aber könnt ihr das nicht mal lassen?
    Es gibt viele Leute die in der selben Situation sind wie ich, Leute die über eine längere Zeit nicht mehr nach Hause dürfen, ja ich darf nicht mal mehr meine eigene Familie, Freundin berühren.
    Und das nur weil wir die zivilen Behörden unterstützen müssen/dürfen.
    Solche Artikel und gewisse Kommentare sind einfach nur ein Schlag ins Gesicht.
    Ich weiss ihr werdet auf die wirklich unmenschlichste und brutalste Art gefoltert, mit zu Hause bleiben.
    Also wirklich, wer das nicht ertragen kann der ist ein riesen weichei und ja das war sehr lieb gesagt.
  • Kruk 29.03.2020 21:08
    Highlight Highlight Ich merke beinahe keinen Unterschied.

    Täglich Arbeiten - dort gelten die Massnahmen nicht.
    In Restaurants ging ich schon vorher nicht - zu teuer.
    Shopping - nicht mein Hobby.

    Ausser das ich ein paar Verwandte und Bekannte schon längers nicht getroffen habe.
  • Nelson Muntz 29.03.2020 19:08
    Highlight Highlight Zeit für Comfort Food

    - Curries
    - Spaghetti Bolognese
    - usw.
  • Pummeleinhorn 29.03.2020 18:19
    Highlight Highlight Hört doch auf das ist, kein Lager, sondern wir haben ein zu Hause und man kann sich das leben wirklich schwer machen aber ohne mich und sicher denken andere Personen auch so man kann aus jeder Situation das beste daraus machen es liegt an uns, wenn wir was verändern möchten, dann halten wir weiter an die Vorschriften von BAG dann kommt das schon gut :)
    • paulinapalinska 30.03.2020 10:56
      Highlight Highlight ui war das ein langer satz.
  • ldk 29.03.2020 18:13
    Highlight Highlight Andere wären froh könnten sie zuhause bleiben. Aber Baustelle geht ja. Lol.
  • Flamme 29.03.2020 18:08
    Highlight Highlight Ich wohne allein und hab keinen Job infolge Krankheit. Ich war vorher schon lange depriviert, was soziale und körperliche Kontakte angeht, hatte gerade 2-3 erfreuliche Gruppenaktivitäten gefunden, und jetzt, alles weg, auf Wochen ohne die leiseste Berührung, niemand näher als 2m ... und die virtuellen Kontakte drehen sich um Corona, die verständichen Existenzängste ...
    Nähe hilft heilen. Isolation macht krank. Der Wald hilft viel. Eine Ausgangssperre: für mich Folter.
    • AddictedtoMentos 29.03.2020 20:41
      Highlight Highlight Ich hoffe, dass du das gut durchstehst und nach, oder vielleicht sogar während dem ganzen Schlammasel den positiven Trend in deinem Leben weiterführen kannst!!
    • Mia_san_mia 29.03.2020 22:01
      Highlight Highlight Du musst jetzt einfach Geduld haben... Du schaffst Das 💪🏻😘🤗
    • Di La 30.03.2020 06:03
      Highlight Highlight Es gibt die möglichkeit der psychiatrischen Spitex welche auch jetzt zu ihnen nach Hause kommen kann (Sicherheitsmassnahmen werden eingehalten) Falls sie interesse hätten würde ich ihnen raten sich bei ihrer Wohngemeinde über ein mögliches Angebot zu informieren.
      Stay safe (Im Kopf sowie im Körper:) )
    Weitere Antworten anzeigen
  • Julietta 29.03.2020 18:03
    Highlight Highlight So viele harte Worte hier und so wenig Empathie.

    Es gibt viele Menschen, die Probleme haben zu Hause, die einsam sind, Depressionen haben.. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortführen.

    Nicht allen fällt es leicht, einfach nur noch zu Hause zu sein.

    Es ist doch schön, dass diese Menschen auch eine Anlaufstelle erhalten und Tipps erhalten um sich selber zu helfen.

    Wer die Tipps nicht braucht, umso besser.

    Allen einen schönen Sonntag Abens
  • N. Y. P. 29.03.2020 17:58
    Highlight Highlight Frage:

    Was ist für das psychische Wohlergehen besser ?

    8 Wochen Isolation (Wohnung) alleine überstehen oder zu zweit ?

    Im ersten Reflex antwortet man, dass man zu zweit eher 8 x 7 x 24 überstehen kann.

    Aber ist das wirklich so ?
    • pachifig 30.03.2020 15:41
      Highlight Highlight Mit dem richtigen Partner schon ;-)

      Tut mir leid für diejenigen, welche merken müssen, dass sie doch nicht den idealen Partner haben.
  • DichterLenz 29.03.2020 17:57
    Highlight Highlight Ich würde gerne auf Skitouren gehen, aber jetzt ist halt die Zeit für ein neues Klavierstück üben, Bücher lesen, Zeichnen, eine neue Programmiersprache lernen, komplizierte Rezepte ausprobieren. Das war so nicht geplant, ist aber auch nicht so schlimm.
    • shaquille_oatmeal 30.03.2020 11:16
      Highlight Highlight Hat man im Homoffis automatisch Zeit für so Sachen oder musstest du leider deine Arbeit vorübergehend einstellen? Das ist überhaupt kein Vorwurf, ich lese nur, dass alle plötzlich so viel Zeit haben um neue Dinge zu lernen und ich im Büro denk mir einfach: ha, ok...
    • DichterLenz 30.03.2020 12:07
      Highlight Highlight Am Wochenende natürlich. Unter der Woche hab ich Homoffis, da wird normal gearbeitet.
  • Heidi73 29.03.2020 17:52
    Highlight Highlight Eine Stunde spazieren im Wald und alles lässt sich wieder aushalten😊
  • dmark 29.03.2020 17:51
    Highlight Highlight Seht es mal positiv - man kann endlich das Handy benutzen, ohne ständige Furcht haben zu müssen, dass der Akku leer geht, weil immer eine Steckdose in der Nähe ist ;)
    Da gilt es um zu denken, wenn bislang das Zusammenstellen einer Playlist, Insta oder der Club das Wichtigste im Leben waren...
    Man ist ja, wenn man nicht in Quarantäne verbleiben muss, dennoch frei um mal raus zu gehen, Spazierenlaufen, Pokemon fangen, auch Freunde (natürlich auf Abstand) zu treffen, den Kleiderschrank aufräumen/sortieren, Socken stopfen, ein Bild für die Grossi malen uva. - seid kreativ, lernt leben.
  • lomit 29.03.2020 17:50
    Highlight Highlight Eine Riesen Verarschung.
    Für die die immer noch Tag für Tag zur Arbeit müssen.

    Alle wo im Lebensmitelgeschäft Arbeiten oder Altersheimen auf dem Bau.

    Wo die letzten Jahrzehnte sowieso nie mehr Lohn oder sonst was bekommen haben.
    Werden bestimmt noch die grossen Verlierer sein nach der Ganzen scheisse.

    Noch mehr Spardruck noch schlechtere Arbeitsbedingungen.

    Ein bisschen klatschen und gut ist
  • äti 29.03.2020 17:34
    Highlight Highlight Mir gefällt diese Situation sehr. Ich kann ohne schlechtes Gewissen drinnen sein und rum trödeln. Gut, habe gelernt, aus jeder Lage das beste zu picken.
  • auloniella 29.03.2020 17:27
    Highlight Highlight Klar wenn man ne Risikogruppe ist oder eine zu Hause hat, Kinder hat oder durch die Krise in eine finanzielle Notlage geraten ist, ja dann ist es scheisse. Aber sonst.

    Wenn man Freunde hat kann man sie anrufen oder sogar zu zweit mit genügend Abstand spazieren gehen. Auf dem Land einfacher, klar.
    Klar ich vermisse den Sport, meinen Vater kann ich auch nicht sehen. Gleichzeitig habe ich mehr denn je den Anstoss zu reflektieren was ich wirklich wichtig finde für mein Leben...

    Finde es aber dennoch gut dass die psychischen Folgen hier thematisiert werden. Merci
  • MySon 29.03.2020 17:26
    Highlight Highlight Klar, wenn man auf psychische Probleme zu sprechen kommt, haben viele die Einstellung: der soll sich zusammen reissen. Ich habe mit Depressionen zu kämpfen und ja, die aktuelle Situation tut mir nicht gut. Deswegen muss ich aktiv dagegen ankämpfen, so schwer das an manchen Tagen auch ist: einen Spaziergang machen, wenn nicht viele Leute draussen sind, hab mit ein HeimFitness eingerichtet, gehe für Risikogruppen einkaufen. Bleibe mit Familie und Freunden digital in Kontakt, versuche neue Skills zu lernen. Sonst fühlt es sich wirklich an, als wäre ich im Gefängnis in meiner kleinen Wohnung.
    • MySon 29.03.2020 17:38
      Highlight Highlight Es soll bitte niemand meinen sich schämen zu müssen, wenn er Hilfe braucht!
  • N. Y. P. 29.03.2020 17:26
    Highlight Highlight Ausserdem ist es wichtig, dass wir uns regelmässig mit jemandem austauschen und über unsere Gefühle sprechen.

    Das gilt aber nicht für jedermann.

    Austausch finde ich wichtig. Ob man über seine Gefühle reden will, muss doch jeder für sich selber beantworten.

    • Eh Doch 30.03.2020 08:34
      Highlight Highlight Die komnen dann halt irgendwann einfach hoch. Ist wie mit der physischen Gesundheit. Sollte man auch nicht ignorieren.
  • Madison Pierce 29.03.2020 17:20
    Highlight Highlight Ich finde es gar nicht so schlimm im Moment. Klar würde ich gerne wieder auswärts essen oder in ein Museum gehen, aber wir haben sauberes Wasser und genügend Esswaren.

    Wir dürfen raus, können uns ablenken im Garten, im Wald etc.

    Und dank moderner Technik können wir den ganzen Tag telefonieren, in der Gruppe und mit Video und das alles sehr günstig. Wir können online Bücher kaufen und uns mit Spielen unterhalten.

    Vor 50 Jahren wäre das Zuhause-Bleiben weit schlimmer gewesen.

    Wenn wir jammern, jammern wir auf hohem Niveau.
  • Scaros_2 29.03.2020 17:16
    Highlight Highlight WOW "Lagerkoller" - Als wärt ihr in einem Gefängnis. Es ist erlaubt - "alleine oder mit Mitbewohner" rauszugehen.

    Aber hey. Ich als Nerd und ewiger Gamer versteh es echt ned. Ich sitz halt einfach den ganzen Tag am PC oder Konsole und zocke. Gleichzeitig sitze ich mit freunden aus dem Zockerumfeld im Discord und wir reden. Ich fühl mich absolut ned einsam.
    • dmark 29.03.2020 17:52
      Highlight Highlight Hast du auch genug Chips und Bier zu hause? ;)
    • Scaros_2 29.03.2020 22:31
      Highlight Highlight Anfängerfehler. Man isst keine chips zum zocke .

      Chips essen = klebrige finger = dreckige controller oder tastatur/ maus

      Und ja, bier, wein und gin in ausreichender menge da. Aber wasser reicht.
  • fools garden 29.03.2020 17:06
    Highlight Highlight Für jede Tür die zu macht, geht eine Andere auf, wir haben aber die Tendenz zu stark auf die sich schließende Tür zu Fokussieren.
    • fools garden 29.03.2020 19:11
      Highlight Highlight deshalb lieb ich Pendeltüren😉
  • Erklärbart. 29.03.2020 16:53
    Highlight Highlight Tipp: versetzt euch in die Zeit nach dem Lockdown. Wäre es dann nicht super ärgerlich, wenn man feststellen würde, dass man dies und jenes hätte machen können? Dinge für die man vermeintlich nie Zeit hatte VOR dem Lockdown. Zum Beispiel die Schublade mit Dingen die man "irgendwann" brauchen wird.

    Erspart euch diesen Ärger.

    Und setzt euch "Ziele". Wir haben jetzt den Luxus keinen Zeitdruck zu haben. Somit können wir schön entschleunigen, aber trotzdem auf kleine Ziele hin arbeiten.

    Sorgt dafür, dass ihr nach Corona nie oder weniger oft "habe keine Zeit" sagen müsst. Das ist doch was.
    • Ohniznachtisbett 31.03.2020 08:20
      Highlight Highlight Wie viele Schubladen hast du denn zu Hause, die nicht aufgeräumt sind? Selbst wenn ich alles, aufräumen würde, was zu Hause mal aufgeräumt werden müsste, wäre ich nach spätestens zwei Tagen durch (vermutlich reicht einer). Bei 60 Tagen Quarantäne, hab ich da ja wunderbar viel Zeit totgeschlagen. Auch sonst habe ich nichts, was ich schon immer mal machen sollte aber halt nie Zeit dafür hab, mind. nicht zu Hause. Also hänge ich hier rum und frage mich, was ich denn nach dem Homeoffice tun soll. Und da kommen dann nicht so viele Ideen, insbesondere wenn man mal nicht sitzen oder liegen will.
  • Pipikaka Man 29.03.2020 16:50
    Highlight Highlight Man kann ja raus in der Schweiz, aber man muss sich an die Regeln halten. Daher sollte man nicht überdramatisieren.
  • DocHoliday 29.03.2020 16:19
    Highlight Highlight Man kann rausgehen, einkaufen, sich mit freunden treffen (natürlich mit entsprechendem Abstand!)....für viele ändert sich noch nicht mal so viel im Leben und manche tun so, als wär der dritte Weltkrieg über die Schweiz hereingebrochen...
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 29.03.2020 15:42
    Highlight Highlight Man kann's den Leuten auch einreden...

    Also bitte, gab es in den letzten 50 Jahren je einen besseren Zustand als jetzt? Schon klar, die vom Konsumismus berauschten "Ich-weiss-nichts-mit-mir-selbst-anzufangen"-Chläuse haben jetzt natürlich ein gewaltiges Problem, da sie sich ihrem Sinn, dem sinnlosen Konsumieren, beraubt sehen. Das kommt davon, wenn sich der Lebensinhalt rund um das Smartphone aufbaut und dieses der zentrale Lebensmittelpunkt darstellt und nicht man selbst. Da wird einem die Zalandowerbung ins Gesicht gepusht, aber was bringt's, wenn's keine Parties mehr gibt? Arme Generation.
    • Mike Milligan 29.03.2020 16:49
      Highlight Highlight Genau deiner Meinung
    • Stoufel 29.03.2020 17:38
      Highlight Highlight Besser könnte man es nicht ausdrücken!

      Leider.
    • skisandtrail 29.03.2020 18:08
      Highlight Highlight Naja.. JETZT dreht sich der Lebensinhalt rund ums Smartphone.. vorher nicht
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mia_san_mia 29.03.2020 15:37
    Highlight Highlight Was Lagerkoller? Verdammt noch mal, man ist nicht im Gefängnis, man ist in seinem eigenen Zuhause.
    • Team Insomnia 29.03.2020 16:48
      Highlight Highlight Danke, ich dachte auch als erstes „hä, welches Lager“...😅
    • Mia_san_mia 29.03.2020 17:03
      Highlight Highlight Typisch Schweizer, das ist echt krass...
    • Hamudi Dudi 29.03.2020 17:08
      Highlight Highlight Für Leute, die in einer kleinen Einzimmerwohnung ohne Balkon leben, ist es vielleicht schon nicht so geil, dass man daheim bleiben soll.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atorator 29.03.2020 15:22
    Highlight Highlight Fotoalbum nachführen? Räumlichkeiten nutzen, um alleine zu sein? Ah ok. Danke. Meine Fotoatlanten. Die hatte ich ganz vergessen.

    Was noch? Parkett neu sortieren? Maiskörner in der Büchse zählen?
    • Kruk 29.03.2020 17:04
      Highlight Highlight Mehr Zeit als vorher haben glaub ich die wenigsten...
    • dmark 29.03.2020 17:59
      Highlight Highlight Toilettenpapier abrollen und kontrollieren, ob die Anzahl der Blätter korrekt angegeben ist.
      Alle Rollen natürlich... ;)
    • atorator 29.03.2020 18:07
      Highlight Highlight dmark: Habe alles schon gemacht. Und gebügelt. Und mich beim Kundendienst beschwert, dass ich 2 Blätter mehr bekommen habe als angegeben.
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