Schweiz
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ARCHIVBILDER ZUR MITTEILUNG DES BAZL ZUM ABSTURZ DER JU-52, AM DONNERSTAG, 16. AUGUST 2018 ---- HANDOUT - JU-52 crash site on Piz Segnas above Flims, Switzerland, on Sunday, August 5, 2018. The plane crashed yesterday for unknown reasons. 20 people died. (HANDOUT CANTONAL POLICE OF GRISONS)  *** NO SALES, MAY ONLY BE USED WITH COMPLETE SOURCE INFORMATION ***..

Das Wrack der abgestürzten Ju-52 am Piz Segnas oberhalb von Flims im August 2018. Bild: CANTONAL POLICE OF GRISONS

«Leichtsinnige Regelbrüche», «risikoreiches Verhalten» – Ju-52-Absturz selbstverschuldet



Das Urteil der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ist unmissverständlich: Die zwei Piloten, die im August vor zwei Jahren in den Bündner Alpen mit 18 Personen an Bord ihrer Ju-52 abgestürzt waren, haben «leichtsinnig Regelbrüche» begangen und immer wieder «risikoreiches Verhalten» an den Tag gelegt. Die Kontrolle über die abgestürzte Ju-52 haben sie selbstverschuldet verloren, wie die «Sonntagszeitung» heute schreibt (Abo).

Der Bericht der Sust über das Unglück umfasst mehrere hundert Seiten und zeigt auf, dass nicht falsch eingestellte Fluginstrumente oder Rost am Material für den Absturz verantwortlich waren. Es handle sich vielmehr um menschliches Fehlverhalten. Nicht nur beim Absturz sondern auch zuvor sei die Maschine der Ju-Air «hochriskant geflogen» worden.

epa06928846 A handout photo made available by Cantonal Police of Grisons shows a wreckege of Junkers JU-52 aircraft after crashing on Piz Segnas above Flims, Switzerland,05 August 2018. According to reports A Junkers JU-52 aircraft of the JU-AIR crashed on 04 August 2018 at Piz Segnas above Flims, Switzerland, on its way from Locarno to Duebendorf for unknown reasons. Authorities say all 20 people on-board died.  EPA/CANTONAL POLICE OF GRISONS HANDOUT MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Urteil über die Piloten ist vernichtend. Bild: EPA/CANTONAL POLICE OF GRISONS

Wie die «Sonntagszeitung» weiter ausführt, haben sich die Piloten am Absturztag, dem 4. August 2018, auf dem Weg von Locarno zurück nach Dübendorf für eine spektakuläre Route nahe an einer Bergkante vorbei entschieden, obwohl beim Fliegen immer genügend Manövrierraum vorhanden sein muss. Im Bericht steht, die Wahl der Flugroute habe «in krassem Gegensatz» zum Wissen der Piloten gestanden.

Die beiden Piloten der abgestürzten Ju-52 waren 62 und 63 Jahre alt und in den zwei Monaten vor der Tragödie auf 28 Flügen zusammen unterwegs. Dabei haben sie mehrmals die vorgeschriebene Mindesthöhe nicht eingehalten. Der Bericht hält auf fest, die Piloten hätten sich als «unverwundbar» eingeschätzt.

Der Pilot, der am Absturztag Captain war, soll ein «vermindertes Risikobewusstsein» gehabt haben, es ist von «fehlender Selbstkritik» die Rede, immer wieder sei er sehr gewagte Manöver geflogen.

Zum Schlussbericht über das Drama der Ju-52 im August 2018 wollten sich weder die Ju-Air, noch das Bundesamt für Zivilluftfahrt oder die Sust äussern, der Fall sei noch nicht definitiv abgeschlossen. (rst)

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Die Ju-52 darf wieder fliegen

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49
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    Alle Leser-Kommentare
  • -thomi- 31.08.2020 09:59
    Highlight Highlight Als junger Pilotenanwärter habe ich mal gelernt, dass 99% aller Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Sei es Ego oder mangelnde fachliche Kompetenz. Scheint auch hier so zu sein. Aber was war jetzt genau hochriskant? Der Artikel bleibt das schuldig. Pässe überfliegen lernt man in der Schweiz auch als Privatpilot.
  • CaptainLonestarr 31.08.2020 05:08
    Highlight Highlight War das der selbe Pilot, der an einem Zürifest die Ju in einem extremen Manöver über dem Seebecken in den Sturzflug brachte um sie dann knapp über dem Wasser wieder hoch zu ziehen? Mir stockte der Atem als ich das alte Flugzeug in dem Manöver sah. Mag sich sonst noch jemand erinnern?
  • Tabeas 31.08.2020 02:03
    Highlight Highlight Mein Beileid all jenen welche viel Leid erdulden mussten wegen dieser Tragödie. Es würde mich interessieren, ob die Piloten Alkohol getrunken hatten oder ob sie 100% nüchtern waren. Ob dies überprüft wurde, konnte ich bisher leider nirgendwo lesen. Alkohol, bestimmte Medikamente und andere Einflüsse können die Situationseinschätzung stark beeinflussen. Ein Beispiel: Bei 4 von 5 Gewaltdelikten spielt Alkohol eine grosse Rolle.
  • _kokolorix 30.08.2020 18:59
    Highlight Highlight Das ist in erster Linie eine Bankrott-Erklärung des BAZL. Dass ein Pilot, der regelmässig bei den jährlichen Checkflügen die Mindesthöhe unterschreitet, seine Lizenz nicht abgeben muss, kann nur auf Vetterliwirtschaft zurückgeführt werden. Der Laden gehört mal ordentlich ausgemistet. Dort betreiben viel zu viele einfach ihr Hobby auf Staatskosten und verwechseln ausufernde Bürokratie mit Sicherheit. Der Bericht im Blick ist wesentlich aufschlussreicher als die Fassung hier, wo die Versäumnisse des BAZLs mit keinem Wort erwähnt werden
  • Almanaque 30.08.2020 17:46
    Highlight Highlight Wahnsinn... ich weiss von Insider der Ju Air , dass fast alle Piloten ehemalige Swissair Piloten waren.
    Irgendwie scheint es, als wäre ehemaliges Swissair Kabinenpersonal eine spezielle „Kaste“ der Schweizer Gesellschaft. Starallüren wie nur etwas, es scheint als wären die zwei Herren von ihrer Vergangenheit geblendet worden...
    • Spirulina 30.08.2020 19:35
      Highlight Highlight Wohl eher das Cockpitpersonal, die Kabine fängt weiter hinten an ;-)
    • Lucida Sans 31.08.2020 01:17
      Highlight Highlight Früher mal wurden Swissairpiloten mit 55 Jahren pensioniert. Wollten sie weiterhin fliegen, mussten sie sich strengen Tests unterziehen. Mit 60:war dann definitiv Schluss. Unverständlich, dass diese Herren noch fliegen durften. Aber, man betrachtete dies wohl als eine Art Hobby.
  • Demo78 30.08.2020 17:44
    Highlight Highlight Es gibt einen Pilotenspruch der besagt: There are bold Pilots and there are old Pilots but there aren't any bold and old Pilots. Übersetzt heisst das dann: Es gibt kühne Piloten und es gibt alte Piloten es gibt aber keine kühne alte Piloten.
    • Joe Smith 30.08.2020 17:58
      Highlight Highlight Die beiden Piloten waren beide über 60.
    • _kokolorix 30.08.2020 19:01
      Highlight Highlight Na ja, sie waren beide jenseits der 60. Aber bekanntlich schützt das Alter nicht zuverlässig vor Torheit.
    • MasterPain 30.08.2020 22:02
      Highlight Highlight Ja und drum gibt es sie jetzt nicht mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cpt. Jeppesen 30.08.2020 14:57
    Highlight Highlight Hmm, woher hat die Sonntagszeitung den Bericht? Die Untersuchungsberichte der SUST sind eigentlich öffentlich einsehbar. Aber ich finde bei der SUST keinen Abschlussbericht zu HB-HOT, lediglich einen Statusbericht vom 4. August 2020. In diesem ist geschrieben, es gäbe bald einen Abschlussbericht, aber ohne Angabe eines konkreten Datums.
    Von wem hat die Sonntagszeitung ihre Informationen?
    • je-maison 30.08.2020 17:11
      Highlight Highlight Es handelt sich um die Vorabversion des Schlussberichts, welcher den involvierten Parteien vor der Veröffentlichung zur Stellungnahme zugestellt wird. Irgend jemand hat den Bericht wohl der Presse zugespielt.
    • Joe Smith 30.08.2020 18:08
      Highlight Highlight Dieser Entwurf ist übrigens vertraulich, da die betroffenen Parteien das Recht haben, vor der Veröffentlichung ihren Kommentar dazu abzugeben, der dann in den Schlussbericht eingearbeitet wird. Also er wäre eigentlich vertraulich.
  • Der Rückbauer 30.08.2020 14:49
    Highlight Highlight Aussen hui und innen pfui.
    Zuwenig Mechaniker und zu viele Manager.
    • _kokolorix 30.08.2020 19:04
      Highlight Highlight Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung. Die Ju-Air flog Jahrzehnte ohne Unfall, so schlecht kann ihre Organisation nicht sein
    • Bits_and_More 31.08.2020 09:02
      Highlight Highlight Was hat das Verhältnis von Mechaniker zu Manager mit einem Pilotenfehler zu tun?

      Und wieso kritisierst du dieses Verhältnis bei Ju-Air?
  • what's on? 30.08.2020 14:49
    Highlight Highlight Tja, so funktioniert unsere Gesellschaft: Die Selbstbewusstesten kommen am weitesten.
    • felixJongleur 30.08.2020 17:48
      Highlight Highlight "am weitesten"
    • ursus3000 30.08.2020 18:42
      Highlight Highlight Aber ängstlichere werden Älter
    • what's on? 30.08.2020 23:51
      Highlight Highlight daraus folgt: die besten Piloten wurden nicht für die Ju-52 ausgewählt, sondern jene, die sich am besten profiliert hatten.
  • eru 30.08.2020 14:16
    Highlight Highlight Erst nach dem Absturz wird kommuniziert, dass die Piloten schon mehrmals "risikoreich" geflogen sind. Trotzdem liess man sie mit 18 Personen fliegen. Traurig für alle Betroffenen...
    • DRIVER I 30.08.2020 14:59
      Highlight Highlight Ja ich habe ja von Fliegerei null Ahnung. Aber kurz nach dem Unglück wurde ja dieser Umstand von diversen Stellen geäussert und man hob die Piloten in den Himmel und liess keine Kritik zu. Der Mensch ist vielfach das Risiko.
  • Klaus & Klaus 30.08.2020 13:39
    Highlight Highlight Die beschriebenen Charakter-Eigenschaften dieser (Ex-Swissair-)Piloten passen bestens in das Bild der alten Swissair-Mentalität. Dort hielten sich die Piloten (nicht alle, aber viele) auch für unsterblich, unfehlbar und fast gottgleich. Ein Selbstbild mit fatalem Ausgang! 😢
  • Adam Gretener 30.08.2020 12:54
    Highlight Highlight Piloten sehen sich oft als Helden und nicht als Handwerker, was Sie defakto sein sollten. Oft erlebt hin Bereich Hobby-Fliegen, wozu ich solche Ausflugsflüge zähle.
    • -thomi- 31.08.2020 10:01
      Highlight Highlight Dann haben Sie die falschen Freunde. Gruss, jemand mit PPL, der seine Kollegen noch nie in Gefahr brachte.
  • Rogan Eizur 30.08.2020 12:40
    Highlight Highlight In der Aviatik-Industrie sagt man treffend; es gibt keine guten oder schlechte Piloten nur alte Piloten.
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 30.08.2020 12:18
    Highlight Highlight Die Frage wäre noch, wie die Chefs der Piloten in die riskanten Flugmanöver verwickelt waren. Wussten sie davon oder stützten sie das Fliegen nahe am Berg zwecks Marketing.
  • El Vals del Obrero 30.08.2020 11:37
    Highlight Highlight Erinnert an Schettino.
    • undduso 30.08.2020 12:06
      Highlight Highlight Oder an den Piloten am Corvatsch, der das Steuer einem Kind übergab....
    • ninolino 30.08.2020 13:30
      Highlight Highlight @undduso:

      Diavolezza, nicht Corvatsch.
    • Jean-Max 30.08.2020 15:15
      Highlight Highlight Oder an den Piloten, der bei Bassersdorf eine Crossair beerdigte...
    Weitere Antworten anzeigen
  • MädMätt 30.08.2020 11:23
    Highlight Highlight Schettino 2.0
    Ob solche Piloten den Passagieren einfach nur selbstlos spektakuläre Erlebnisse bieten oder ob sie mit riskanten Manövern ihr Ego aufpolieren wollen, spielt eigentlich keine Rolle.
    Ein paar Menschen sind charakterlich einfach nicht geeignet, die Verantwortung über das Leben von anderen zu übernehmen.
    • _kokolorix 30.08.2020 19:11
      Highlight Highlight Ich nehme an, dass es eine ungute Gewohnheit war. Die Ju52 ist ein extrem gutmütiges Flugzeug, gerade beim Langsamflug. Da sie jahrzehntelang ohne Unfall geflogen sind, gingen sie immer näher ans Limit.
      Das BAZL hat aber seine Pflichten aufs gröbste vernachlässigt. Der Pilot hat nachweislich, selbst bei den Checkflügen, elementarste Sicherheitsvorschriften ignoriert. Folgenlos.
  • roger_dodger 30.08.2020 11:21
    Highlight Highlight OK, das sind mal mögliche Hintergründe aber noch keine Ursache. Nur weil man die Mindesthöhe nicht einhält stürzt das Flugzeug nicht ab, es verunmöglicht höchstens das auffangen der Maschine. Ich würde eigentlich noch den tatsächlichen Grund (z.B. Strömungsabriss) im Bericht erwarten.
    • HugiHans 30.08.2020 14:51
      Highlight Highlight Die Ursache ist unzureichende Planung, fliegen mit Null Sicherheitsmarge und Vertrauen darauf, wenn etwas schon x-Mal funktioniert hat wird es auch dieses Mal gehen. Ob dann der Stömungsabriss aufgrund von zu tiefer Geschwindigkeit, zu steiler Kurvenlage im Verhältnis zu Geschwindikeit oder aufgrund lokaler Windlagen nicht mehr zu verhindern war, ist nur noch die Auswirkung die aus der Ursache resultierte.
    • fant 30.08.2020 15:50
      Highlight Highlight Beim Gleitschirmfliegen reden wir davon, dass beim Fliegen ein einziger Fehler (z.B. schlechte Flugplanung) in der Regel aufgefangen werden. Sobald aber ein zweiter oder sogar dritter dazukommt (z.B. die Minimalgeschwindigkeit unterschreiten), wird es sehr schnell sehr gefährlich.

      Um beim Beispiel zu bleiben: Wenn ich 1000m über Grund die Minimalgeschwindigkeit unterschreite, rumpelt es zwar, kann aber mein Gerät (mit Höhenverlust von ca. 100-200m) wieder auffangen.

      Wurden aber durch Nachlässigkeit im Vorfeld schon andere Fehler begangen (Flugplanung), ist die Reserve bereits aufgebraucht.
    • LeMac 30.08.2020 16:14
      Highlight Highlight Mangels Flightrecorder ist die Ermittlung der Ursache wohl unmöglich. Denkbar sind Scher/Fallwinde oder Windrotoren, welche an Bergkanten vorallem leeseitig auftreten können. Tödlich für einen Gleitschirm, harmloser für ein Verkehrsflugzeug. Wie anfällig die JU dafür ist, kann ich nicht beurteilen. Vllt. haben die Piloten aufgrund ihrer Verkehrsflugzeugerfahrung die JU in solchen Situationen einfach überschätzt. Spekulation hin oder her, die Mindestflughöhen und Abstände sind u.A
      dazu da, in solchen Fällen auch mit anfälligerem Fluggerät reagieren zu können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 30.08.2020 11:00
    Highlight Highlight Riskante Manöver... da war doch was, auch mit einem Kapitän.

    Sind sich Leute wie Schettino oder diese Piloten eigentlich bewusst dass sie leichtsinnig mit Menschenleben spielen? Für nichts und wieder nichts.
  • Don Alejandro 30.08.2020 10:54
    Highlight Highlight Fahrlässige Tötung. Das könnte dem Unternehmen teuer zu stehen bekommen.
    • Der Rückbauer 30.08.2020 14:51
      Highlight Highlight Das "Unternehmen" lief finanziell schon vorher auf dem Zahnfleisch.
  • HugiHans 30.08.2020 10:45
    Highlight Highlight Wohl die Bestätigung des schon lange vermuteten. Allerdings wird hier den Piloten unterstellt, das sie wilde Hasardeure waren. Das bezweifle ich.
    Hier ist zu bedenken, dass solche JU-52 Flüge gerade wegen der langsamen, spektakulären geländenahen Routen gebucht wurden. Somit versuchten die Piloten nur dem Kundenwunsch zu entsprechen. Das sie dabei allerdings die Sicherheitslimiten auf nahe Null verschoben, ist aber natürlich nicht akzeptabel und absolut tragisch.
    • LeMac 30.08.2020 16:50
      Highlight Highlight Sicherheitslimite UNTER null, sonst wäre das wohl noch glimpflich ausgegangen. Da gem. Bericht ein techn. Problem ausgeschlossen werden kann, liegt die Ursache beim Cockpitpersonal. Beide Ü60 und "pensioniert" ... Nun leider ist die Verantwortung etwas höher als eine Dampflok über die Furkabergstrecke zu fahren und den Passagieren mit einem unerwartetem Halt vor dem Rhonegletscher etwas spezielles zu bieten. Da ist auch das BAZL gefordert, um eine mögliche "Space Cowboy" Kultur in der Fliegerei zu erkennen.
    • HugiHans 30.08.2020 20:19
      Highlight Highlight @LeMac
      Sicherheitslimite = null entspricht z.B. dem Basejump. Ohne Fehler geht es gut, mit einem Fehler endet es in einem Unfall.
      Je höher die Sicherheitslimite um so mehr Fehler können passieren bis es zum Unfall kommt. Die heutige Verkehrsluftfahrt hat technisch und personell einen so hohen Standard, dass sie sehr Fehlertolerant und darum sicher ist.

      Und die Kultur im Unternehmen ist Sache der Geschäftsleitung und der Chef-Piloten, nicht Sache des BAZL's.
    • LeMac 30.08.2020 23:59
      Highlight Highlight Danke, das mit der Sicherheitslimite ist mir bekannt. Interessant indessen der indirekte Vergleich mit einem Basejump...

      Punkto Kultur gebe ich Ihnen insofern recht, wenn es sich um eine Commercial Airline handelt. Bei der JU AIR waren auch Freiwillige und/oder Pensionierte beschäftigt, das hat Vereinscharakter. Anyway, die Oberaufsicht bzw Kontrollbehörde ist das BAZL, und hier wirft der untenstehende 20min Artikel einige Fragen auf. Stichwort "Narrenfreiheit"...

      https://www.20min.ch/story/angehoerige-von-ju-52-piloten-wehren-sich-wegen-absturzbericht-621604486555

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