Schweiz
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«Noch einmal gut gegangen» – das schreibt die Schweizer Presse über Macrons Wahl



Nach der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen französischen Präsidenten sind sich die Zeitungskommentatoren einig und die Ablehnung von Marine Le Pen wird einhellig begrüsst. Einige weisen jedoch darauf hin, dass die Gefahr für den Populismus noch nicht gebannt ist:

«Neue Zürcher Zeitung»

«Zuletzt hat doch noch die Vernunft gesiegt im Lande Descartes'. Manche hatten schon daran gezweifelt in diesem verrückten Wahlkampf voller Überraschungen. Jetzt steht fest: Emmanuel Macron ist der neue Präsident Frankreichs. Allerdings startet er als schwacher Präsident, aus persönlichen wie aus institutionellen Gründen. Macrons Zielsetzungen und Überzeugungen scheinen merkwürdig unbestimmt - hat er überhaupt solche, mag man sich fragen. Viele Bürger haben ihn nicht gewählt, weil er sie mit seiner Person und seinem Programm hätte gewinnen können, sondern, weil sie die Gegenkandidatin ablehnten.»

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Die Frontseite der heutigen «NZZ».

«Tages-Anzeiger» / «Bund»

«Auf dieses Resultat haben alle gehofft, aber keiner hätte darauf gewettet. Rund zwei Drittel der Franzosen wählen den deklarierten Pro-Europäer Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten. Und das, obwohl er keinen etablierten Parteiapparat hinter sich hat. Nach Donald Trump und dem Brexit ist dies ein bemerkenswertes Resultat. Die Schweiz und Europa können aufatmen, alles bleibt stabil und berechenbar.»

«Aargauer Zeitung»/ «Berner Zeitung»/«Luzerner Zeitung»

«Nach dem Brexit und der Trump-Wahl bleibt der dritte populistische Coup aus. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Marine Le Pen den Einzug ins Elysée geschafft hätte: In Paris, aber auch in Brüssel wäre kein Stein auf dem anderen geblieben. Um Le Pen zu verhindern, schenkten die Franzosen ihre Gunst einem noch nicht 40-Jährigen. Das ist unerhört in einem Land, das von Königen und Kaisern, Generälen und bestandenen Staatspräsidenten wie de Gaulle und Mitterrand regiert wurde.»

«Blick»

«Das Schlimmste ist verhindert, der Schock ausgeblieben. An der Spitze der Kulturnation und Wirtschaftsmacht Frankreich steht keine fremdenfeindliche, hetzerische Ultrarechte. Die Enttäuschung von Marine Le Pen ist Europas Erleichterung. Der Wahlsonntag war ein guter Tag. Aber leider nicht viel mehr als ein Tag. Denn der herrische Extrem-Nationalismus in weiblicher Gestalt hat zwar nicht die Macht ergriffen. Aber er bleibt mächtig.»

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Der «Blick» bedankt sich im Namen Europas.

«St. Galler Tagblatt»

«Das ist noch einmal gut gegangen - und zwar deutlicher, als zu befürchten war. ... Der befürchtete Durchmarsch der Rechtspopulisten scheiterte also auch in Frankreich, so wie schon in den österreichischen Präsidentschafts- und in den niederländischen Parlamentswahlen. Nun darf man hoffen, dass auch in den deutschen Bundestagswahlen im Herbst die AfD in die Schranken gewiesen wird. Das Rezept ist einfach: Jene, die für eine offene Gesellschaft und für einen demokratischen Rechtsstaat einstehen, müssen ihre Stimme erheben und auch an der Urne abgeben.»

«Le Temps»

Die Zeitung «Le Temps» sieht in der Wahl Macrons eine glatte Meisterleistung. Es sei ein Zeichen der Reife der Wähler und klarer Ausdruck dafür, dass ein altes Land wie Frankreich tatsächlich einen Wandel sowie einen kompletten Neuanfang will.

«Le Courrier»

Die Zeitung «Le Courrier» moniert in einem Kommentar die vielen ungültigen und leeren Stimmen sowie die immerhin 34 Prozent-Wähler für Le Pen. Darin würde sich die starke Unzufriedenheit in der französischen Bevölkerung ausdrücken. Obwohl man angesichts solcher Resultate nur von einer teilweisen Erfüllung des Auftrages gegen fremdenfeindlichen Nationalismus sprechen könnte, sei die grösste Gefahr für die Demokratie und Menschenrechte erst einmal gebannt. (sda)

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