Schweiz
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Der Napoleonturm, der Rheinfall, das Wasserschloss Hagenwil und die Kanufahrt auf dem Untersee: Das und vieles mehr wartet im vierten Teil unserer fixfertigen Ferienpläne auf dich.

Für dich hört die Schweiz östlich von Winterthur auf? Dann kommt hier dein Ferienplan

Böse Zungen behaupten: Die Schweiz hört im Osten von Winterthur auf. Diese Aussage ist einer der grössten Fehler, den Leute machen können. Unser fixfertiger Ferienplan zeigt dir warum.



Die Grenzen öffnen zwar bald, aber Ferien in der Schweiz machen im Sommer 2020 noch mehr Sinn als sonst. Nachdem wir den Jura, die Innerschweiz und das Zürcher Oberland vorgestellt haben, geht es dieses Mal in den Thurgau und Schaffhausen.

Die Region wird völlig zu unrecht immer wieder als Mostindien verschrien. Denn hinter Winterthur bietet die Schweiz nicht nur traumhafte Landschaften und Seen, sondern es gibt auch sehr viel zu entdecken. Für die vierte Folge unserer fixfertigen Urlaubsplan-Serie legen wir den Fokus auf eher sportliche Familienferien. Es gibt aber auch überall immer die Möglichkeit, auf den ÖV umzusteigen oder ein Stück damit zurückzulegen.

Die Tour

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bild: watson

Tag 1: Von Romanshorn nach Bischofszell

Wir starten in Romanshorn, das mit dem Zug gut erreichbar am Bodensee liegt. Gleich beim Bahnhof mieten wir bei Rent a bike E-Bikes oder Velos für drei Tage.

Heute radeln wir an Amriswil und vielen für die Region typischen Apfelbäumen vorbei rund 15 Kilometer nach Bischofszell, dem vermutlich schönsten Städtli der Schweiz (Heimatort des Autors: Bischofszell).

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Schon von aussen ahnt man, dass es hier sehr schön sein muss, im Städtli herumschlendern ist noch viel besser. Bild: Blick auf das Altstädtli Bischofszells mit dem Stadttor links (roter Turm), der katholischen Kirche in der Mitte und rechts daneben dem Schloss (weisses, hohes Gebäude). bild: Roland Geiger

Vielen dürfte der Ort mit dem rot-gelben Bischofstab-Wappen zumindest bekannt sein: Steht er doch auf so vielen Konservendosen.

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Ein Picknick an der Thur gleich neben der Fussgänger-Thurbrücke. bild: Thurgau Tourismus

Doch «Bischi» hat viel mehr zu bieten. Wir radeln hoch ins Altstädtli und beziehen im Hotel Le Lion unsere Zimmer. Danach geht es zu Fuss auf Erkundungstour im kleinen Altstädtli mit dem kleinen Schloss. Natürlich besuchen wir auch die Thur, wo die alte Thurbrücke, eine der bedeutendsten mittelalterlichen Brückenbauten der Schweiz, wartet.

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Bischofszell darf sich offiziell Rosenstadt nennen und feiert dies jährlich mit der Rosenwoche (2020 musste wegen Corona abgesagt werden). bild: thurgau Tourismus

Den Nachmittag verbringen wir mit Baden (an der Thur/Sitter oder im Freibad). Zu empfehlen ist ein Ausflug – ob zu Fuss oder mit dem Velo – zur Waldschenke. Hier am Waldrand hat man einen wunderbaren Weitblick bis zum Säntis und den Alpen, während man sich verpflegen kann, vergnügen sich die Kinder auf dem grossen Spielplatz. Znacht könnte man hier auch essen.

PS: Übernachtungs-Option für Paare, da nur für zwei Personen: Das Baumhaus in Halden bei Bischofszell.

Tag 2: Via Wasserschloss zurück zum Bodensee

Heute geht es mit dem Velo zurück an den See. Wir haben am Morgen keinen Stress. Denn auf (direktem) Weg erreichen wir unseren Mittagsstopp – das Wasserschloss Hagenwil – in rund einer halben Stunde. Wer also Lust auf einen kleinen Umweg davor hat: nur zu. Beispielsweise über Hauptwil, St.Pelagiberg und Muolen wäre eine Möglichkeit.

Wasserschloss Hagenwil

Das Wasserschloss Hagenwil. bild: shutterstock

Kurz nach der Weiterfahrt können wir uns im Hofladen des Sunnehof Beeri unter anderem mit den weit herum bekannten Erdbeeren eindecken. Dann geht es weiter zum Camping Seehorn in Egnach, wo wir ein PodHouse beziehen und den Tag am Wasser ausklingen lassen.

Tag 3: Velofahrt nach Kreuzlingen

Der dritte Velotag bringt uns nach Kreuzlingen – und das alles dem Bodensee entlang. Während den etwas mehr als 20 Kilometern unbedingt in einer der Seebadis unterwegs eine Pause einlegen (Kesswil, Güttingen, Altnau, etc.). Wer sich das Gepäck liefern lassen will, hier gibt's die Möglichkeit dazu.

Familie mit Velos im Seepark Romanshorn..© Foto: Christof Sonderegger

Velofahrt entlang des Bodensees: Ein Spass für die ganze Familie. bild: thurgau tourismus/Christof Sonderegger

In Kreuzlingen beziehen wir ein Fischerhaus auf dem Camping Fischerhaus direkt am See. Danach bringen wir die Velos bei Rent a bike zurück.

Tag 4: Napoleonmuseum- und Turm

Der heutige Tag steht im Zeichen Napoleons. Mit dem Zug fahren wir in knapp 20 Minuten von Kreuzlingen bis Mannenbach-Salenstein. Von dort spazieren wir in zehn Minuten zum Arenenberg, dem einzigen deutschsprachigen Napoleonmuseum.

tour dur dschwiiz 29. etappe

Das Schloss Salenstein. Bild: Reto Fehr

Anschliessend wandern wir auf den Seerücken bis zum Napoleonturm in Hohenrain bei Wäldi. Wir könnten den direkten Weg wählen, dann benötigt man keine zwei Stunden. Es lohnt sich aber ein kleiner Umweg durch den Wald und auf kleineren Wegen. Das kostet vielleicht 30 Minuten mehr (hier gibt es gute Wandertipps dazu).

Napoleonturm, bild: Thurgau Tourismus

40 Meter hoch ist der Turm und 208 Treppenstufen führen auf die Aussichtsplattform. bild: thurgau tourismus

Der Turm selbst kann kostenlos besichtigt werden und bietet traumhafte Rundblicke auf den See, aber auch über den Thurgau bis zu den Alpen. Für den Rückweg nehmen wir ab Wäldi (Haltestelle Dorfplatz) den Bus bis Kreuzlingen. Die Nacht verbringen wir erneut im Fischerhaus – für das Abendessen lohnt es sich, durch die nahe Altstadt von Konstanz zu schlendern und sich ein Restaurant auszusuchen.

Tag 5: Kanufahrt nach Steckborn

So, jetzt geht es endlich richtig auf's Wasser. Wir mieten in der nahegelegenen Jugendherberge für die nächsten zwei Tage Kanus. Diese gibt es in verschiedenen Grössen und für eine verschiedene Anzahl Personen. Unser Gepäck muss mit ins Boot. Wer das Gepäck lieber transportieren lässt, der kann das hier organisieren.

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Eines der vielen schönen Häuser in Gottlieben. Und gleich dahinter liegt der Seerhein. bild: reto fehr

Auf dem Seerhein paddeln wir zum Untersee. Eine Pause lohnt sich auf jeden Fall in Gottlieben, dessen Schloss wir kurz vor dem Ort vom Wasser aus am besten sehen. Weiter geht es dem Ufer entlang bis Berlingen oder Steckborn. Beide Dörfer liegen hübsch am Ufer.

Turmhof Steckborn. Bild: Shutterstock

Der Turmhof in Steckborn in der kleinen, aber feinen Altstadt und direkt am Wasser. bild: shutterstock

Wir entscheiden uns für Steckborn, wo wir im Hotel Frohsinn direkt am Ufer übernachten. Mit einem Spaziergang durch das Altstädtli und einem Sundowner am Ufer lassen wir den Tag ausklingen.

Tag 6: Kanufahrt nach Stein am Rhein

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Sonnenaufgang in Steckborn vom Hotel Frohsinn aus. bild: reto fehr

Die zweite Kanu-Etappe ist etwas kürzer. Vielleicht verspürt der eine oder andere auch etwas schwere Arme vom ersten Tag. Kanu fahren macht Spass, ist aber auch nicht ganz ohne. Auf jeden Fall erreichen wir Stein am Rhein, wo wir die Kanus abgeben. Danach bleibt genügend Zeit, um die herrliche Altstadt zu besichtigen.

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Die Altstadt von Stein am Rhein mit den prächtigen Häuserfassaden. bild: reto fehr

Für die Übernachtung wählen wir ein Hotel in der Altstadt, beispielsweise das Garni-Hotel Mühletal. Etwas ausserhalb wären auch die Jugendherberge oder das Camping Wagenhausen, wo im Zirkuswagen übernachtet werden kann, eine Überlegung wert.

Tag 7: Drei Seen und die Kartause Ittingen

Am siebten Tag geht es zur Kartause Ittingen, wo wir im Familienzimmer übernachten – oder für Paare auch im spektakulären Bubble-Hotel.

Bubblehotel Kartause Ittingen. bild: Thurgau Tourismus

Wer zu zweit unterwegs ist, kann sich das Bubble-Himmelbett in der Kartause Ittingen gönnen. Übrigens: Wer auf Glamping steht – hier lang! bild: thurgau tourismus

Der Weg dorthin kann mit dem ÖV zurückgelegt werden. Wir fahren bis zur Haltestelle Kreuz in Warth, welche wir im Bus ohne Umsteigen in 20 Minuten erreichen.

Nach dem Einchecken in der Kartause geniessen wir den Tag in der Ruhe, optional mit kurzen Spaziergängen oder wer Lust auf eine Wanderung hat: Mit einer knapp dreistündigen Wanderung erreicht man Nussbaumen und passiert dabei die drei Seen Nussbaumersee, Hasensee und Hüttwilersee im Seebachtal. Vieles hier ist Naturschutzgebiet, im Hüttwilersee und Nussbaumersee kann aber an entsprechenden Stellen gebadet werden. Zurück geht es mit dem Postauto bis zur Haltestelle Rohr in Warth (danach noch 15 Minuten zur Kartause).

Morgenstimmung am Nussbaumersee.

Wer will kann auch von Stein am Rhein über den Seerücken und an den Seen vorbei auf zwei Teilstücken des Thurgauer Rundwanderwegs zur Kartause wandern. Das dauert rund vier Stunden. Es würde sich in diesem Fall lohnen, den Grossteil des Gepäcks in Stein am Rhein zu lassen, wohin wir am nächsten Tag wieder zurückkommen.

Tag 8: Mit dem Schiff nach Schaffhausen

Nach der Nacht in der Kartause kehren wir mit dem Bus nach Stein am Rhein zurück und nehmen das Schiff nach Schaffhausen.

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Unter der alten Brücke durch bei Diessenhofen auf dem Weg nach Schaffhausen (auf dem Bild fährt das Schiff in die andere Richtung). bild: THurgau Tourismus

Dort bleibt genügend Zeit, um die Stadt – natürlich mit dem Munot – zu besichtigen und sich beim Rheinfall von den Wassermassen beeindrucken zu lassen.

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Der beleuchtete Munot in Schaffhausen. Es lohnt sich, das Bauwerk auch von innen zu besichtigen. bild: Shutterstock

Wir übernachten im Kronenhof in der Altstadt. Interessant wäre noch eine Nachtwächter-Führung, allerdings lohnt es sich dabei preislich, wenn man eine grössere Gruppe ist.

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Der Rheinfall. Von Schaffhausen her kommend lohnt sich der Gang über die Brücke, um dann auf der anderen Seite bis unten ans Wasser zu können (eintrittspflichtig). Auf der Schaffhauserseite fahren Boote nahe an den Wasserfall. bild: shutterstock

Tag 9: Fasshotel und Weintour im Klettgau

Während den letzten beiden Tagen besuchen wir das Klettgau. Mit dem Zug geht es von Schaffhausen in 17 Minuten direkt bis Trasadingen. Dort werden wir am Abend im Fasshotel oder gleich daneben im WeinFassHotel Rüedi übernachten.

In diesen Fässern kann übernachtet werden. Bild: rueedi-ferien.ch

Den Tag verbringen wir mit dem Räuberweg im nahe gelegenen Wilchingen und auf dem Wein-Lehrpfad. Zum Nachtessen gönnen wir uns am letzten Abend natürlich einen Wein aus der Region.

Tag 10: Eselwanderung & Heimkehr

Schon bricht der letzte Tag an. Wir spazieren nochmals zu Fuss durch das malerische Klettgau. Mit dabei: Esel. Denn wir haben eine Halbtagestour bei Picknick mit Esel gebucht. Die einfache Wanderung führt über Feldwege durch die Reblandschaft bis unterhalb der Bergkirche St.Moritz in Hallau. Man ist nach einer kurzen Einführung übrigens alleine mit den Eseln unterwegs – ein traumhafter Abschluss, vor allem für Familien mit Kindern.

Picknick mit Esel Klettgau. Bild: Picknick-mit-esel.ch

Unterwegs mit den Eseln und dem Picknick. Im Hintergrund Oberhallau. bild: picknick-mit-esel.ch

Schon sind die zehn Tage um und am Nachmittag steht die Rückreise auf dem Programm.

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
tina76
31.05.2020 16:25registriert May 2020
Ich liebe den Bodensee, wirkt manchmal wie ein Meer für mich.
Ging mir lange Zeit gleich, dass ich dachte, die Ostschweiz hat nicht so viel zu bieten für Ferien. Aber seit ich sie besser kenne, entdecke ich immer wieder neue schöne Flecken.
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Paddiesli
31.05.2020 16:49registriert May 2017
Grossartige Artikelreihe. Das macht Lust auf Schweiz. Danke.
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mitchfuchs
31.05.2020 16:21registriert May 2020
Danke für die Tipps - und danke für diese Ferienserie. Hoffe, da kommen noch mehr👍🏼
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47

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