Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

900'000 Passagiere mehr als 2017 – Postauto trotz Krisenjahr gut unterwegs



ARCHIV -- ZUR HEUTIGEN BILANZMEDIENKONFERENZ DER POST AM DONNERSTAG, 7. MAERZ 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Ein Postauto ist auf der Fahrt durch das Eigenthal im Kanton Luzern am Sonntag, 16. September 2018. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Postautos haben im vergangenen Jahr 900'000 Fahrgäste mehr befördert als 2017. Insgesamt nutzten 155.5 Millionen Fahrgäste landesweit 901 Linien (Vorjahr 897).

Total waren 2412 Postautos im Einsatz, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im Fahrplanverkehr seien 120 Millionen Kilometer zurückgelegt worden (Vorjahr 110 Millionen Kilometer), dies entspreche täglich acht Erdumrundungen. Mehr Linien und Fahrgäste hatten auch mehr Angestellte zur Folge: 4298 Angestellte (Vorjahr 4214) fuhren die Fahrgäste an ihr Ziel. Dies entspricht laut Mitteilung 3723 Vollzeitstellen (Vorjahr 3655).

Im letzten Jahr wurden auch Versuche mit rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen ausgebaut, heisst es weiter. So fährt im Kanton Obwalden zwischen Sarnen und Alpnach ein Elektropostauto. Es ist nach dem 2017 in Betrieb genommenen Elektropostauto in Interlaken das zweite Elektrofahrzeug, das Postauto im Linienbetrieb einsetzt. Ein weiteres kam im Februar 2019 dazu, es transportiert die Schulkinder im bündnerischen Valposchiavo.

In Saas-Fee VS sind zudem seit November 2016 zwei Elektropostautos im Winter als Shuttlebusse zu den Bergbahnen im Einsatz. Postauto will mit den elektrisch betriebenen Fahrzeugen Erfahrungen sammeln, um langfristig von fossilen Treibstoffen wegzukommen, wie es in der Mitteilung heisst.

Tür-zu-Tür-Service getestet

In der Region Brugg testet Postauto bis Oktober 2019 unter dem Namen «Kollibri» einen neuen Tür-zu-Tür-Service mit Kleinbussen: Kunden bestellen via App ein Fahrzeug, das individuell gewählte Routen abfährt und sich nicht an einen fixen Fahrplan hält. Fahrgäste mit ähnlichen Strecken können unterwegs einsteigen.

Beim Versuch in Brugg handelt es sich um ein einjähriges Pilotprojekt, das auf der letzten Meile die Lücke zwischen öffentlichem Verkehr (ÖV) und Taxi schliesst. Das Projekt ist ein Schweizer Novum. Damit sollen auch Menschen angesprochen werden, die bis anhin nur selten mit dem ÖV unterwegs waren. Postauto testet «Kollibri» mit den Partnern Amag, SBB und lokalen Taxianbietern sowie in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau und dem Bundesamt für Verkehr (BAV).

Neuer Chef nach Subventionsskandal

Anfang November 2018 übernahm Christian Plüss das Steuer von Postauto. Mit viel Dialog und hoher Transparenz in der Rechnungsstellung will der neue Chef nach der Subventionsaffäre bei Postauto das Vertrauen in die Traditionsmarke wiederherstellen. Plüss installierte eine neue Führungscrew, wobei sich alle früheren Mitglieder neu bewerben mussten. Interimistisch hatte Thomas Baur das Unternehmen seit Februar 2018 geführt.

Im Februar dieses Jahres eröffnete das Bundesamt für Polizei (Fedpol) wegen Leistungsbetrugs ein Verwaltungsverfahren gegen den ehemaligen Postauto-Chef Daniel Landolf und dessen Finanzchef. Bisher lief das Verfahren lediglich gegen unbekannt. Im schlimmsten Fall drohen fünf Jahre Gefängnis.

Das Verwaltungsverfahren gegen unbekannt wurde im Februar 2018 vom Bundesrat auf Antrag der damaligen Verkehrsministerin Doris Leuthard beschlossen. Mitte August hatte das Fedpol bei der Post und bei Postauto eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Finanziell ist der Postauto-Skandal seit Ende September 2018 erledigt. Die Postauto Schweiz AG wird dem Bund, Kantonen und Gemeinden insgesamt rund 205 Millionen Franken an erschwindelten Subventionen zurückzahlen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Brand in Postauto-Garage in Chur

Auf einen Schlag fehlen 20 Fahrzeuge

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3

Mit 235 km/h auf A1 im Aargau erwischt – zwei Rasern droht Gefängnis und Landesverweis

Zwei Junglenker sollen nach einem mutmasslichen Raserrennen auf der Autobahn A1 im Ostaargau und weiteren Tempo-Exzessen zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Baden fordert für den Serben und den Kosovaren zudem eine fakultative Landesverweisung.

Der 19-jährige Serbe und der 21-jährige Kosovar aus dem Kanton Zürich waren in der Nacht auf Samstag, 11. April, auf der A1 bei Spreitenbach AG mit massiv übersetzter Geschwindigkeit geblitzt worden.

Die beiden …

Artikel lesen
Link zum Artikel