DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Vue du tribunal cantonal vaudois ou a lieu le proces du caporal de police juge pour meurtre, ce mardi 23 mars 2021 a Renens. Le proces du policier qui a abattu un pere de famille congolais de 27 ans lors d'une intervention a Bex (VD) en 2016 a debute mardi a Renens. Ce caporal de la police du Chablais doit repondre de meurtre, chef d'accusation passible de cinq ans de prison au moins. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

das Gerichtgebäude in Renens VD. Bild: keystone

Mann friert und mauert Leiche von Ex-Frau ein – zu wenig Beweise für Tötungsdelikt



Ein 56-jähriger Waadtländer, der 2016 die Leiche seiner Ex-Frau zuerst in der Gefriertruhe aufbewahrt und danach eingemauert hatte, ist vom Vorwurf der vorsätzlichen oder fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Das Gericht in Renens verurteilte den Mann am Dienstag wegen unterlassener Hilfeleistung, Störung der Totenruhe und Sozialhilfebetrugs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bestrafung des Angeklagten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten wegen fahrlässiger Tötung beantragt. Der Mann war verdächtigt worden, 2016 seine Ex-Frau in ihrem Haus in Orbe VD im Verlauf eines Streits vorsätzlich oder fahrlässig getötet zu haben.

Die Umstände ihres Todes konnten durch die Ermittlungen jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Das Gericht entschied mangels Beweisen nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten».

Die Richter glauben nicht, dass die Ex-Partnerin Selbstmord durch Erhängen beging, wie der Angeklagte behauptete. Auch war das Gericht der Ansicht, dass es nicht unmöglich sei, dass der Angeklagte seine Frau erwürgt habe. Aber es gebe keine Beweise, die dies belegen würden.

Zahlreiche Widersprüche

Weiter kritisierte der Gerichtspräsident die «nicht sehr glaubwürdigen und widersprüchlichen Aussagen» des Angeklagten, der sich der Schwere seiner Taten habe bewusst sein müssen.

Dem Tod der Frau war eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Ex-Partnern, die zusammen zwei Kinder hatten, vorausgegangen. Der Streit entzündete sich, als die Frau erkannte, dass die Wohnung, die ihr Ex-Mann seit Jahren versprochen hatte, nicht existierte.

Nach dem Tod der Frau bewahrte der Angeklagte die Leiche des Opfers zwei Monate lang in seiner Gefriertruhe auf. Danach mauerte er die sterblichen Überreste im Gewölbe unter der Aussentreppe ein. Zudem liess er sich die Invalidenversicherung der vermissten Frau während vier weiteren Monaten auszahlen. 12'610 Franken kamen so zusammen.

Dysfunktionale Paarbeziehung

Gemäss Experten leidet der Angeklagte an einer Persönlichkeitsstörung, Depressionen und einer affektiven Entwicklungsstörung. Seine Ex-Frau war suizidgefährdet und litt an paranoider Schizophrenie. 2012 trennte sich das Paar auf Wunsch der Frau nach rund 25 gemeinsamen Jahren. Aber es lebte weiterhin unter einem Dach, zusammen mit seinem jüngsten Sohn, und weitgehend abgeschnitten von der Aussenwelt.

Nach der Urteilsverkündigung sagte der Angeklagte, der zuvor 182 Tage in Untersuchungshaft verbracht hatte, vor Gericht: «Vielen Dank.» Er sei erleichtert, es sei ein grosses Glück, auf Menschen gestossen zu sein, die verstanden hätten, worum es gegangen sei, sagte er vor den Medien, bevor er auf seinem Motorroller in die Freiheit fuhr. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Fünf Pannen und Fehlentscheide in Justiz und Vollzug der letzten fünf Jahre

1 / 7
Fünf Pannen und Fehlentscheide in Justiz und Vollzug der letzten fünf Jahre
quelle: keystone / steffen schmidt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ermittler verlangen Kundenkarten-Daten – und Coop und Migros können sich kaum wehren

Staatsanwälte nutzen Daten der Kundenkarten von Coop, Migros und der SBB gerne. Weniger gerne reden sie darüber, wie oft dies geschieht. «Eine Staatsanwaltschaft erhält Einblicke, die über das hinaus gehen, was mit dem Strafverfahren zusammenhängt», sagt ein Rechtsanwalt.

Sie sind in fast allen Portemonnaies. Manche nehmen sie täglich in die Hand. Und denken wohl selten daran, welche Datenspuren sie damit hinterlassen. Die Kundenkarten von Coop oder Migros. Aus ihren Daten lässt sich viel herauslesen: Was jemand einkauft, wo er einkauft. Und vielleicht auch ganz persönliche Vorlieben.

Es sind Daten, die auch die Behörden interessieren. In Strafverfahren verlangen Staatsanwaltschaften immer wieder Kundendaten von den Detaillisten. Doch gross darüber reden möchte …

Artikel lesen
Link zum Artikel