Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Priester als Sex-Verbrecher: Der ungewöhnliche Weg einer kleinen katholischen Gemeinde

In einem Dorf im Kanton Solothurn meldet sich ein über 70-Jähriger: Er sei als Kind vom damaligen Priester sexuell missbraucht worden. Gab es noch mehr Opfer?

Annika Bangerter / ch media



In Argentinien wurden zwei katholische Priester wegen Missbrauchs verurteilt. (Symbolbild)

Bild: AP

Als Paul* neun Jahre alt war, streifte er sich erstmals das Gewand eines Ministranten über. Er war stolz. Und arglos. Nach der Messe bat ihn der Pfarrer, zu bleiben. Er müsse etwas mit ihm besprechen. In der Sakristei befahl er ihm, die Hosen runterzulassen. Es war der erste Übergriff von vielen. Woche für Woche verging er sich an Paul. Jahr für Jahr.

Mehr als 60 Jahre später, im November 2018, hielt John Steggerda einen Brief in der Hand, dessen Inhalt ihn fast ein Jahr lang beschäftigen würde. Der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Trimbach las: «Guten Tag Herr Steggerda, ich bin heute 71 Jahre alt, in Trimbach aufgewachsen, 1967 weggezogen (...). Nach Jahrzehnten des Verdrängens habe ich kurz vor meiner Pensionierung mein Schweigen gebrochen und erstmals den im Kindesalter erlittenen sexuellen Missbrauch aussenstehenden Personen anvertraut. Es geht um den längst verstorbenen Alfred O. Amiet (1898–1966), Pfarrer in Trimbach.»

Der Kirchgemeindepräsident fiel aus allen Wolken. Alfred Amiet: Ein Priester, dem er als Zugezogener nicht mehr begegnet war. Und dennoch schien er ihn zu kennen. Aus Geschichten älterer Dorfbewohner. Der Ruf eines Wohltäters hatte seinen Tod überdauert. Er baute die Schulden der Kirchgemeinde ab und die Mauritiuskirche im Dorf um. Damit schuf er sich ein Denkmal. Ein Denkmal, das mit dem Brief plötzlich Risse bekam.

Seit mehr als 25 Jahren erschüttern Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch die katholische Kirche. Irland, USA, Chile, Australien: Nach und nach brachen Opfer ihr Schweigen. Die geschilderten Übergriffe waren massiv, die Aufarbeitung seitens der katholischen Kirche oft katastrophal. Galt sie früher als moralische Instanz, verlor sie an Glaubwürdigkeit – und rutschte in eine ihrer grössten Krisen. Die Schweiz erreichte die Missbrauchsdebatte eher spät. 2002 gründete die Bischofskonferenz ein Fachgremium und erliess Richtlinien für die Diözesen.

Eine Publikation im Pfarrblatt ruft Betroffene dazu auf, sich zu melden

Acht Jahre später, im Jahr 2010, meldete sich Paul beim Bistum Basel. Die Ansprechperson schlug ihm vor, einen Antrag für eine Psychotherapie zu stellen. Kurze Zeit später bekam Paul jedoch die Absage: «Bezüglich einer Entschädigungszahlung sehen die Verantwortlichen des Bistums (das ja keine Kirchensteuern einnimmt) nur die Möglichkeit, an die Kirchgemeinde von Trimbach zu gelangen.» Wütend und enttäuscht zog sich Paul zurück – und gab seinen Kirchenaustritt.

An die Kirchgemeinde in Trimbach wandte er sich nicht. Wieso? «Ich hatte Angst davor, wie ein Laiengremium auf meine Geschichte reagieren würde», sagt er. Kirchenräte verwalten die Einkünfte der Gemeinde oder besorgen den Gebäudeunterhalt. Sie sind aber in der Regel keine Fachleute im Umgang mit sexueller Gewalt. Anders Kirchgemeindepräsident John Steggerda. Der Sozialarbeiter leitet bei Pro Infirmis die kantonale Geschäftsstelle Aargau-Solothurn und hat für einen Sportverband Richtlinien erarbeitet, um sexuelle Übergriffe zu verhindern.

Doch davon wusste Paul nichts. Es sollte Jahre dauern, bis er bereit war, sich jemandem ausserhalb des engsten Kreises anzuvertrauen. Er vertiefte sich in Bücher über das Christentum, über die katholische Kirche, über Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt. Nach und nach fand er Wörter, um das jahrelang Unaussprechliche aufzuschreiben. Doch Ruhe fand er nicht. Deshalb bat er John Steggerda um ein Gespräch.

Ecce homo

Bild: shutterstock.com

Im Januar 2019 trafen sich die beiden Männer erstmals, redeten lange. Paul fragte: War er das einzige Opfer – oder verging sich Amiet an weiteren Kindern? Diese Frage lasse ihm, Paul, keine Ruhe. Gemeinsam mit Antonia Hasler, Leiterin des Pastoralraums, entschloss sich John Steggerda zu einem aussergewöhnlichen Schritt: Im Pfarrblatt der römisch-katholischen Kirche berichteten sie unter dem nüchternen Titel «Aus dem Kirchgemeinderat Trimbach-Wisen» über den sexuellen Missbrauch von Amiet.

Der Kirchgemeinderat fühle sich verpflichtet, darüber zu informieren. Sie entschuldigten sich – und riefen Betroffene dazu auf, sich zu melden. Den Täter nannten sie mit vollen Namen: Alfred Otto Amiet.

Die kleine Kirchgemeinde macht alles richtig, im Gegensatz zum grossen Bistum

Dieses Vorgehen ist ungewöhnlich. Das Bistum Basel, zu dem die Gemeinde gehört, wusste auf Anfrage von keinem vergleichbaren Fall. John Steggerda war für Paul ein Glücksfall. In der kleinen Kirchgemeinde fand er jene Ansprechperson, die alles richtig machte. Das grosse Bistum war zuvor an dieser Aufgabe gescheitert. So entschuldigte sich Steggerda beim ersten Treffen bei Paul für den Missbrauch. Auch bot er ihm unbürokratisch an, Kosten für eine eventuelle Psychotherapie zu übernehmen. «Vor mir sass ein Mann, dem es nie um Rache ging, sondern um die Anerkennung des erlebten Leids», sagt Steggerda.

Sein Vorgehen löste in der Kirchgemeinde Fragen aus, wie: Stimmt die Geschichte von Paul auch wirklich? Kommt das Geld nicht einem Schuldeingeständnis gleich, das weitere Forderungen auslösen könnte? «Es waren spontane Reaktionen in einem überforderten Laiengremium», sagt Steggerda. Sie zeigen aber auch, wie rasch Überforderung in Zweifel oder Ablehnung kippen kann. Eine Haltung, die seitens der Opfer verheerend wirkt, weil sie ihre Ohnmacht nährt.

Theologin Antonia Hasler leitet den Pastoralraum, zu dem auch Trimbach-Wisen gehört. In ihrer Funktion ist sie Teil des Kirchgemeinderats. «Ich war froh um die Klarheit von John Steggerda», sagt sie. Sie habe von Anfang an die Publikation unterstützt. «Auch im Bewusstsein, dass die Nachricht eine Lawine auslösen kann. Doch der müssen wir uns stellen. Das ist das Mindeste, was wir für die Opfer tun können», sagt sie.

Die Übergriffe fanden über Jahrzehnte statt

Nach der Veröffentlichung im Pfarrblatt war klar: Alfred Amiet verging sich an mehreren Kindern und Jugendlichen. Die Übergriffe fanden über Jahrzehnte hinweg statt. Ein weiterer Betroffener meldete sich persönlich. Zudem kontaktierten Angehörige von zwei schon verstorbenen Opfern den Kirchgemeinderat. «Wir wissen nun von vier Opfern – und vermuten ein weiteres, das bereits gestorben ist», sagt John Steggerda.

Das sei eine hohe Zahl, wenn man beachte, dass die Betroffenen betagt sind. Alfred Amiet war zwischen 1937 und 1964 als Pfarrer in Trimbach tätig. Zu einer Zeit, in der Pfarrer mit «Hochwürden» angesprochen wurden, in der Sexualität tabuisiert und sexuelle Missbräuche in der Kirche schlicht undenkbar waren. Die Betroffenen blieben in ihrer Wortlosigkeit teilweise ein Leben lang alleine. Ein Opfer habe sich erst auf dem Sterbebett einer Spitex-Mitarbeiterin anvertraut, sagt Steggerda.

Betretenes Schweigen oder Ruf nach Gerechtigkeit

Aus seinem Briefkasten zog Steggerda auch einige negative Reaktionen. In einem Brief las er: Es sei schlimm, dass das Erbe von Pfarrer Amiet beschmutzt werde. Er habe viel für die Gemeinde getan. Etwa, jungen Männern von Trimbach das Studium ermöglicht.

An der Beerdigung von Amiet hiess es zudem: «Der Betreuung der heranwachsenden Jugend widmete er seine ganze Aufmerksamkeit.» Die Reden sind überliefert, alle streichen das grosse Engagement des Klerikers für die Kinder im Dorf hervor. Es sind Aussagen, die Jahrzehnte später Grauenvolles vermuten lassen. Auch Paul bekam die gymnasiale Ausbildung an einem Internat von Amiet bezahlt.

Innerhalb der Kirchgemeinde habe sie drei unterschiedliche Reaktionen erlebt, sagt Pastoralraumleiterin Antonia Hasler. Betretenes Stillschweigen, der Ruf nach Gerechtigkeit für die Opfer und eine Kenntnisnahme im Sinne «es ist passiert, aber der Täter ist tot». Alles in allem sei es relativ ruhig geblieben, sagt Hasler. Zu ruhig. «Ich hätte mir mehr Rückmeldungen und eine Auseinandersetzung gewünscht.»

Aufgewühlt haben die Übergriffe auch den heutigen Priester des Pastoralraums. Er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, um auf keinen Fall mit dem Täter verwechselt zu werden. Dessen Übergriffe lösen bei ihm «Widerwillen und Abscheu» aus. Er habe es fast nicht geschafft, den schriftlichen Bericht von Paul aufzuschlagen. «Beim Lesen verstand ich, was in einem Menschen vorgeht, der das alles jahrelang mit sich herumtragen musste und nicht darüber sprechen konnte», sagt der heutige Priester.

Bistum entschuldigt sich für Fehler, aber nicht für Missbrauch

Als Paul 2011 beim Bistum Basel seinen Missbrauch meldete, wurde er an die Kirchgemeinde Trimbach «abgeschoben», wie der Leiter des Fachgremiums sexueller Übergriffe des Bistums im Nachhinein eingestand. Für das «unprofessionelle und fehlerhafte Handeln» bei der Kontaktaufnahme entschuldigte sich auch Bischof Felix Gmür. Das Bistum sei damals «nicht vorbereitet und überfordert» gewesen. Wie viele Missbrauchsopfer das Bistum Basel vor 2016 an Kirchgemeinden verwiesen hatte, weiss es nicht.

Heute käme ein solches Vorgehen nicht mehr vor, heisst es beim Bistum auf Anfrage. Seit 2016 gibt es für Opfer von verjährten Übergriffen einen Fonds für Genugtuung. «Der Prozess ist klar definiert und gut verankert», schreibt der Bistums-Sprecher. Auf Wunsch würden Opfer begleitet und ihnen die Akten zu den Tätern offengelegt.

Als der Fonds 2016 jedoch eingerichtet wurde, informierte das Bistum Paul nicht direkt. Bis heute hat er keine persönliche Entschuldigung seitens des Bistums für den erlebten Missbrauch erhalten. Im März entschuldigte sich der Leiter des Fachgremiums bei Paul dafür, dass niemand mit ihm Kontakt aufgenommen hatte. Er sei tief beeindruckt vom umfangreichen Bericht, den ihm Paul geschickt hatte. Gleichzeitig teilte er ihm mit: «Entschuldigen für sein Verhalten kann sich nur der Täter selbst.» Eine Haltung, die man in Trimbach nicht teilt.

*Name geändert

Hinweis: Paul* hat eine Selbsthilfegruppe für Opfer von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld gegründet. Details unter: www.selbsthilfesolothurn.ch (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

39
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Geiwetschteiler 17.12.2019 10:51
    Highlight Highlight Die Kirche hat mehr Verbrechen begangen als irgendeine andere Institution auf der Welt.
    Der Vatikan vertuscht die Tatsachen und beschützt die Verbrecher. Meiner Meinung nach müsste man die Katholische Sekte als Terrororganisation einstufen. Sie haben in den letzten paar hundert Jahren mehr Menschen getötet als irgend ein Diktator, sie haben den Menschen massenhaft Geld gestohlen und sich an Kindern vergangen. Andersdenkende wurden gefoltert und verbrannt, die Wissenschaft mit Füssen getreten.
    Mit Gott hat das nichts zu tun. Auf den Scheiterhaufen mit diesen Ketzern!
    • Torkar 17.12.2019 20:56
      Highlight Highlight Leider habe ich eine Zustimmung gegeben bevor ich den letzten Satz gelesen habe. Dem Rest stimme ich jedoch vollkommen zu.
      Persönlich möchte ich aber niemals auf die Ebene herabsinken jemanden dem Feuer zu übergeben. Das wurde eben schon zu oft getan von Katholiken wie auch Protestanten.
  • Nik G. 17.12.2019 08:35
    Highlight Highlight Wirklich?! Diesselbe aussage wie bei Weinstein. Er hat viel für die Jungen gemacht! Ja vielleicht aber er hat Kinder misshandelt. Nur weil man gutes tut macht rechtfertigt es solche Taten nicht! Ich habe Kinder missbraucht aber den Armen geholfen. Ahja dann ist es ja nicht so schlimm. Machen Sie nur weiter. Sie helfen so gut den Armen dann dürfen Sie schon ein bisschen.......
    Nein das geht einfach nicht.
  • Emado 16.12.2019 20:53
    Highlight Highlight Als eingefleischter Atheist versteh ich die Religion gar nicht.
    Spätestens seit meiner Jugend, Ministrant, Klosterinternat usw. sind Priester und andere "religiöse " Persönlichkeiten nur Witzfiguren für mich.
    • Baba 17.12.2019 06:26
      Highlight Highlight Schön für Sie.

      Hat aber so gar nichts mit dem Fall "Paul" zu. Ausser der Erkenntnis, dass auch Witzfiguren missbrauchen können.
  • virus.exe 16.12.2019 17:45
    Highlight Highlight Geht das nur mir so, oder war der (natürlich begründete) Aufschrei bei den Causas Wein- & Epstein massiv lauter als bei all diesen kirchlichen Missbrauchsfällen?
    • Asmodeus 17.12.2019 08:42
      Highlight Highlight Vor Allem der Aufschrei der Männer war grösser die rumgeheult haben wieso sich die Opfer erst Jahre später melden würden.

      Ich warte hier noch auf die erste Person die dem Opfer vorwirft nur auf Geld/Publicity etc. aus zu sein.
    • Bosshard Matthias 18.12.2019 07:49
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Ruefe 16.12.2019 17:28
    Highlight Highlight "Aus seinem Briefkasten zog Steggerda auch einige negative Reaktionen. In einem Brief las er: Es sei schlimm, dass das Erbe von Pfarrer Amiet beschmutzt werde. Er habe viel für die Gemeinde getan. Etwa, jungen Männern von Trimbach das Studium ermöglicht."

    Ich verstehe es nicht wie man als Person so sehr an einem "Heile-Welt-Bild" festhangen kann...
    Der Mann hat enormes Leid verursacht, und die Opfer haben ein Recht darauf gehört zu werden, egal welches Weltbild erschüttert oder welches Erbe "beschmutzt" wird.
    • Na_Ja 17.12.2019 00:23
      Highlight Highlight Es ist unglaublich traurig, dass bei sexuellen Übergriffen den Opfern oft entweder nicht geglaubt oder sogar die Schuld zugewiesen wird.
  • fools garden 16.12.2019 16:55
    Highlight Highlight Es bleibt nur zu Hoffen dass Jugendliche heute viel schneller Reagieren, als dieser arme Tropf der das seinen Lebtag mit sich herumtrug.
    Denn von der Katholischen Kirche wird nichts kommen, die überdauert nochmals ein paar tausend Jahre.
  • homo sapiens melior 16.12.2019 16:00
    Highlight Highlight Was sagt es über die weltliche Struktur einer Religion aus, wenn sie Anlaufstellen und Fonds über sexuellen Missbrauch durch ihre Priester und Angestellten braucht? Ich sage absichtlich "weltliche Struktur" und nicht "Glaube". Denn der Glaube hat nichts damit zu tun, sag ich mal als Atheist. Es sind kranke Menschen, die eben diese weltliche Struktur ausnützen, um ihre abnormalen Triebe an Unschuldigen zu befriedigen.
    So lange Organisation und Struktur nicht geändert werden, wird sich auch das nicht ändern.
    Woran der Priester wohl während der Predigt gedacht hat?
    • Garp 16.12.2019 18:39
      Highlight Highlight Es muss aber auch gesagt werden, dass es kaum Hilfe gibt, wo Pädophile, die ihre Triebe nicht ausleben wollen, Unterstützung bekommen. Wollen wir als Gesellschaft die Kinder und Jugendlichen besser schützen, wären auch solche Stellen wichtig.
    • Tagedieb 17.12.2019 00:00
      Highlight Highlight Warum blitz ihr Garp? - Genau das find ich auch wichtig! Pädophile müssen sich auch eingestehen dürfen, dass sie ein Problem haben. Das wäre das Problem bei der Wurzel packen! Was totgeschwiegen oder stigmatisiert wird, ist nicht weg. ( Und von Kinder zu erwarten, dass sie Hilfe holen ist sehr viel erwartet. Ich weiss wovon ich spreche.)
    • Perseverance 17.12.2019 09:05
      Highlight Highlight Fälle sexuellen Missbrauchs insbesondere im kirchlichen Umfeld voreilig mit Pädophilie zu begründen, halte ich für gefährlich vereinfachend. So gut wie alle Missbrauchsskandale z.B. katholischer Institutionen weisen eine Gemeinsamkeit auf: Die Kombination aus Machtgefälle, Autoritätshörigkeit, Dogmen und TäterInnen, die häufig grosse Verehrung aufgrund ihres sozialen Engagements geniessen bis sie sich irgendwann unangreifbar fühlen. Macht korrumpiert früher oder später jeden Menschen und sie kann enorm berauschend sein. Sexuelle Erregung/Befriedigung muss also nicht zwingend DAS Motiv sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • insert_brain_here 16.12.2019 15:55
    Highlight Highlight Es ist immer wieder verstörend, dass viele Menschen den Gedanken jemandem zu Helfen der diese Hilfe vielleicht nicht verdient hat als abschreckender empfinden als die Vorstellung einem Opfer weiteres Unrecht anzutun. Was der Typ am Kreuz wohl dazu sagen würde...
    • Musikuss 17.12.2019 02:36
      Highlight Highlight Das hat der „Typ“ gesagt: “Es wäre ihm besser, daß man einen Mühlstein an seinen Hals hängte und würfe ihm ins Meer, denn daß er dieser Kleinen einen ärgert.“ Lukas 17.2
  • Füürtüfäli 16.12.2019 15:51
    Highlight Highlight Ohne Aufhebung des Zölibats wird das nichts werden.

    Katholische Priester sollen heiraten und Kinder grossziehen, anstatt Ehepaaren Ratschläge zu geben, wie sie leben und ihre Kinder grossziehen sollen.

    Schizophrenes Konzept mit dem Zölibat.

    Und das traurigste: Jede andere Organisation wäre weltweit geächtet und verboten...
    • Uf em Berg 16.12.2019 16:04
      Highlight Highlight Ich verstehe Deine Gedanken bis zu einem Punkt, doch jetzt die ganze katholische Kirche zu verteufeln ist auch falsch. Wenn ein Versicherungsvertreter, Banker oder Lehrer jemanden missbraucht, wird auch nicht die Abschaffung des Arbeitgebers verlangt. Klar besteht die Möglichkeit, dass das Zölibat solche Übergriffe nährt, doch generell ist Pädophilie auch ausserhalb des Zölibats verboten! Pädophilie ist eine Neigung, die nichts mit dem Zölibat zu tun hat. Wichtig ist einfach, dass die Zeiten des Schweigens vorbei sind und solche Fälle nach Möglichkeit verhindert oder aufgearbeitet werden.
    • El Vals del Obrero 16.12.2019 16:31
      Highlight Highlight Wenn die Bank oder Versicherung gegenüber ihren Mitarbeitern sexuelle Verbote (für ausserhalb Arbeitszeit und -ort und solange gesetzlich legal) erlässen würde, wäre ja schon auch Kritik gerechtfertigt.

      Klar hat Zölibat nichts direkt mit Pädophilie zu tun (diese Täter sind ja auch nicht mehr zölibatär). Aber diese Regel kann Pädophile vielleicht anziehen. Wenn man ohnehin nicht an Erwachsenen interessiert ist und man (zumindest früher) gleichzeitig eine Respektposition erhält, ist das für die ja sicher interessant.

      Nebenbei gibt es ja auch die Christlich-Katholischen, die kein Zölibat kennen
    • Ueli der Knecht 16.12.2019 16:38
      Highlight Highlight Das Zölibat mag wie Dünger sein. Der Nährboden bietet aber die Tabuisierung, die der katholischen Kirche nun aufgebrochen wurde. Deswegen kommen diese leidigen Geschichten nun ans Licht.

      Im Fussballverband gibt es zwar kein Zölibat (dafür Männlichkeitswahn), aber die Tabuisierung ist extrem ausgeprägt. Weder gibt es sexueller Missbrauch noch gibt es Homosexuelle. Das ist Tabu.

      Ich kann dir daher mit schierer Sicherheit sagen, dass sexuellen Missbräuche an vorzugsweise den Wehrlosesten, innerhalb den SFV-Strukturen genauso wenn nicht viel krasser wie in der katholischen Kirche stattfindet.
    Weitere Antworten anzeigen

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel