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Ach das? Das macht man halt so in der Schweiz.<br data-editable="remove">
Ach das? Das macht man halt so in der Schweiz.
Bild: KEYSTONE

«Finken! Überall FINKEN!!» – Was Ausländern am Leben in der Schweiz auffällt – Teil II

27.10.2015, 11:49
User input
Der User schickt’s, wir bringen’s.

watson fragte in der Schweiz wohnhafte Ausländer, was ihnen am hiesigen Leben auffiel und auffällt – damals, als kulturgeschockter frisch Zugezogener und auch heute weiterhin als langjähriger Swiss Resident. Die spontanen Antworte der befragten, Briten, Franzosen, Deutschen, Ukrainer, Amerikaner, Ägypter, Brasilianer und Südafrikaner sorgten für grosses Echo.

Natürlich gaben viele der Leserkommentare genauso treffend Aufschluss über Schweizer Eigenheiten als die auslösenden Bemerkungen der Expats. So stellen wir fest, dass gewisse Eidgenossen unglaublich pikiert auf vermeintliche Kritik reagieren:

«Wem's nicht passt der kann ja in eine andere Bananenrepuplik [sic!] auswandern.»

Tja. So einen gibt es immer. Aber solche Kommentare waren die Ausnahme. Die meisten User erkannten sich durchaus selbst wieder und mussten schmunzeln. Und noch viele mehr freuten sich über die Schweizer Eigenheiten und hofften, dass diese noch lange bestehen bleiben.

Man muss nur wollen! Am Schluss gibts gar eine Medaille!<br data-editable="remove">
Man muss nur wollen! Am Schluss gibts gar eine Medaille!
Bild: PHOTOPRESS

Dank User-Input wissen wir nun auch, dass in gewissen Gemeinden die Recycling- und Entsorgungs-Praxis nicht ganz so nervig ist wie das genannte Zürcher Beispiel, und auch dass gute mexikanische Restaurants durchaus existieren (an dieser Stelle herzlichen Dank für die Ausgehtipps!).

Grosse Emotionen entfachte die Behauptung, Schweizer Gipfeli seien fade (wobei die meisten User leider bejahen mussten und mit Kritik an Grossbäckereien nicht geizten), wie auch die Frage eines Engländers, was «Apéro» eigentlich soll. Keine Sorge, liebe Schweizer: Niemand will euch euren Apéro wegnehmen! Und beim einen oder anderen Beck gibt es noch liebevoll handgemachte Gipfeli. 

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Auf die Suchanfrage «Apéro» kommt bei unserer Bildagentur dieses Bild. Ja, für den ersten Geburtstag von Elefantenbaby Omysha gab es ... einen Medien-Apéro.
Bild: KEYSTONE

ABER: macht euch gefasst! Via Leserkommentare und Email kamen etliche weitere Beobachtungen rein. Los gehts, also:

Was Expats am Leben in der Schweiz auffällt, Teil II*:

*ungefiltert und unsortiert

«Jeder ist in irgendeinem Club oder Verein, sei es der Zooverein, ein Wohltätigkeitsverein, der Gönnerclub der Vogelwarte Sempach oder die ‹Freunde der blinden, einbeinigen Backenhörnchen Kanadas›.»
«Schweizer Bar: Ich bestelle einen Cuba Libre, dieser besteht hauptsächlich aus Cola und vielleicht 15 % Rum, für diesen verlangen die 18 Franken. Aber für Knabberzeug sind die zu geizig – und da soll ich noch Trinkgeld geben?»
«Finken! Immer überall Finken! Im Kindergarten, in der Schule, zuhause. Wir Holländer haben in der Schule einfach Schuhe an.»
Kein Entrinnen!<br data-editable="remove">
Kein Entrinnen!
Bild: Shutterstock
«Und whassup mit der riesigen Schultheke? Meine 6-Jährige hat einen grösseren Rucksack als ich!»
«Man sagt beim Anstossen immer den Namen des Gegenüber (aber nur Schweizer haben so ein gutes Namensgedächtnis)»
«Die Schweizer zeigen keine Objektivität bei der Selbsteinschätzung im internationalen Vergleich: Entweder man hält die Schweiz für zu unbedeutend oder man misst ihr eine viel zu grosse Bedeutung zu.»
«Hab mal im Zug gehört wie jemand sagte, wir hätten hier aber schöne Slums. Die Schrebergärten waren gemeint.»
«Die Leute rauchen sowas von viel hier.»
Und zwar bereits im Kindesalter!<br data-editable="remove">
Und zwar bereits im Kindesalter!
Bild: KEYSTONE
«Bin zwar Schweizer aber wohne seit 25 Jahren im Ausland. Was mir jedes Mal in der Schweiz auffällt ist, dass sehr viele Leute rauchen und dass praktisch jeder den Fahrplan vom nächsten Zug auswendig weiss.»
«Die Freundlichkeit bei den Ämtern ist erfrischend: Man wird als Bürger respektiert und fühlt sich nicht als Fussabtreter oder Beute wie in Deutschland. Als einziges negativ ist mir aufgefallen, dass sehr schlecht für die Kinderbetreuung gesorgt ist. Jungen Müttern wird das Leben damit schwerer gemacht als in Deutschland.»
«Schweizer reisen extrem gerne und sind weltbewandert. Logisch, da man innert 50 Kilometer bereits auf Landesgrenzen stösst.»
«Schokolade hat in der Schweiz eine lange, stolze Tradition. Aber die Auswahl in den Läden ist im Verhältnis dazu ziemlich lausig. Und in einem Kiosk sieht man dieselbe Handvoll Produkte – Mars, Ragusa, Branche etc. In England ist die Auswahl viel grösser – selbst im kleinen Cornershop.»
Die alt-ehrwürdige Schweizer Schoggi-Tradition.<br data-editable="remove">
Die alt-ehrwürdige Schweizer Schoggi-Tradition.
Bild: KEYSTONE
«Ausser für die zwei wichtigsten Dinge brauchst du in der Schweiz für alles einen Ausweis/Brevet/Kurs. Du willst einen Hund? Kurs! Du willst Reiten? Brevet! Kinder hüten? Ausweis! Nur fürs Abstimmen und fürs Kindermachen brauchts keine Erlaubnis. Und das merkt man. ;-)»
«Brotvielfalt! Die Zmorgebrötliauswahl im Beck, ja sogar im Coop oder Migros ist grandios.»
Nein, halt, «Brot» meinten wir. Zum essen. Nicht «Fettes Brot» ... ach vergiss es.<br data-editable="remove">
Nein, halt, «Brot» meinten wir. Zum essen. Nicht «Fettes Brot» ... ach vergiss es.
Bild: KEYSTONE
«Von einer Japanerin wurde ich mal gefragt, ob es in der Schweiz ein Gesetz gibt, sein Auto alle zwei Wochen zu waschen. Sie habe nirgends auf der Welt so viele saubere Autos gesehen.»
«Die Preise sind astronomisch. Allesamt.»
«Die Leute sind sehr empfindlich und fühlen sich schnell angegriffen.»
«Viele Schweizer gehen in die Skiferien und behaupten zugleich, Skifahren zu hassen.»
«Verkaufspersonal ist selten bemüht, dir etwas wirklich zu verkaufen.»
«Wenn man in den Ferien auf andere Schweizer trifft: Schnurstracks umkehren und einen möglichst grossen Bogen um diese Truppe machen!»
«Das ‹Grüezi mitenand› ist nun wirklich sehr süss!»
«Oder Jack Wolfskin, The North Face und Mammut Kleidung zu jeder Gelegenheit anziehen – obwohl die eigentlich zum Wandern gedacht wären ...»
Erklär das mal einer Italienerin.<br data-editable="remove">
Erklär das mal einer Italienerin.
«Als Geburtstagsgeschenk bekam ich mal eine Tasche – nichts Schönes oder gar Elegantes, sondern ein grobes, viereckiges Ding, gar nicht damenhaft. Es war aus einem farbigen Plastikstoff, von dem ich das Gefühl hatte, es sei abgenutzt. Das war meine erste Begegnung mit dem Konzept ‹Freitag-Tasche›.»
«In der Schweiz ist jeder Polizist.»
«In der Schweiz muss man sogar mit den eigenen Eltern einen Termin abmachen, um vorbei schauen zu können.»
«Die Schweiz ist das Land der kompletten Ausrüstungen. Ich möchte Motorrad fahren oder eine neue Sportart ausprobieren? Besser mal ALLES an Ausrüstung kaufen. ALLES. Noch keinen Meter gerannt, aber schon mal Laufausrüstung für alle Jahreszeiten besorgt!»
«Der Busfahrer begrüsst und verabschiedet einen mega höflich – zwar nicht mit Handschlag, würde ich Ihm aber meine Hand reichen, er würde mir seine geben und keiner würde sich wundern. Für mich als Ex-Berliner: UNFASSBAR! Faustschlag, schon eher ...»
«Nirgends fahren Autos einem so dermassen dicht hinten auf.»
«Waschküchen-Stundenpläne sind ja noch das eine aber ich glaube jeder Rheintaler (zumindest kenne ich es nur von hier) stimmt mir zu wenn ich sage, dass Wasch-Sperrstunden doof sind…»
«Ich liebe es, nicht länger als fünf Minuten beim Arzt warten zu müssen!»
«Ich musste mich erst daran gewöhnen, wie gut öffentliche Ämter hier funktionieren. Als ich mich für die Staatsbürgerschaft anmeldete, dachte ich, es würde Monate dauern, bis alle Formulare beieinander wären. Doch innert dreier Tage hatte ich alles bereits im Briefkasten!»
«She was friends with all the goats.»<br data-editable="remove">
«She was friends with all the goats.»
«Die Hügel sehen wirklich genau so aus, wie ich mir als Kind die Landschaft in ‹Heidi› vorstellte.»
«Wenn ein Schweizer dich nach deinem Wohlbefinden fragt, erzähl ihm nicht von deiner im Sterben liegenden Tante oder deiner kranken Katze. So genau will er es nicht wirklich wissen.»

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