Schweiz
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Selbst Ökonomen sind überrascht: Arbeitslosenquote sinkt im Juni auf 3,2 Prozent



ZUR MELDUNG DES SECO, DASS DIE ARBEITSLOSENQUOTE BEI 3,2 PROZENT VERHARRT, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, DEM 8. NOVEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - [Gestellte Szene] Eine Mitarbeiterin des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV, rechts, beraet am Schalter eine Frau, links, aufgenommen am 11. November 2014 in RAV Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zum Glück kein Ansturm auf die Arbeitsvermittlungszentren. Bild: KEYSTONE

Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im Juni bereits wieder etwas aufgehellt. Die Arbeitslosenquote ist auf 3,2 Prozent von 3,4 Prozent im Mai zurückgegangen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mitteilte. Um saisonale Faktoren bereinigt nahm sie allerdings leicht auf 3,3 Prozent zu nach 3,2 Prozent im Vormonat.

Damit ist die Arbeitslosigkeit nach dem stetigen Anstieg wegen der Coronakrise in den vergangenen drei Monaten wieder etwas zurückgekommen. Im Februar 2020, also vor dem Ausbruch der Coronakrise hierzulande, hatte sie noch bei 2,5 Prozent gelegen.

Der Rückgang kommt auch für die Ökonomen überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten Werte für die Arbeitslosigkeit zwischen 3,4 und 3,5 Prozent geschätzt.

Insgesamt waren Ende Juni 150'289 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet. Das waren 5'709 Personen weniger als noch im Vormonat. Gegenüber dem Juni 2019 lag die Zahl damit allerdings um 53'067 Personen höher.

Verbesserung bei Ausländern

In den meisten Untergruppen ging die Arbeitslosigkeit ebenfalls zurück. Bei den Jugendlichen (15-24-Jährige) sank sie auf 3,3 von 3,4 Prozent, während sie bei den Älteren (50-64 Jahre) auf 2,9 von 3,0 Prozent zurückging. Die Arbeitslosenquote bei den Schweizern lag unverändert bei 2,4 Prozent. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Ausländern, wo sich die Quote auf 5,5 Prozent nach 5,9 Prozent verbesserte.

Das Seco hat derweil insgesamt 233'454 Stellensuchende registriert, 472 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im Juni gleichzeitig um 15'218 auf 31'919 Stellen. Von diesen unterlagen 14'739 Stellen der Meldepflicht.

Über 1 Million Kurzarbeiter im April

Angaben zur Kurzarbeit liegen erst für den «Corona-Lockdown-Monat» April 2020 vor. Damals waren 1'077'041 Personen von Kurzarbeit betroffen, das waren 294'605 Personen mehr (+37,7%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 33'637 Einheiten (+34,5%) auf 131'069. Die Anzahl ausgefallenen Arbeitsstunden kletterte um 146 Prozent auf 90'185'271 Stunden. (awp/sda)

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SeboZh 08.07.2020 09:43
    Highlight Highlight Wieder das alljähriche Zahlenspiel?
    ....sind wieder einfach mehr Arbeitslose nun ausgesteuert? Also nun Sozialamt anstatt RAV? Und haben sich in der aktuellen Situation einfach noch nicht alle Arbeitslosen angemeldet?
    • Ökonometriker 08.07.2020 13:06
      Highlight Highlight Derzeit (bis voraussichtlich August) wird niemand ausgesteuert. Aber klar, es werden nur wenige Arbeitslos, so lange Firmen stattdessen mit Kurzarbeit reagieren können.
    • Hangover 08.07.2020 14:00
      Highlight Highlight @Ökonometrikmanipulierer

      Nach der Kurzarbeit folgt die Erwerbsarbeitslosigkeit.

      Mach nur weiter so, Schweiz!
    • SeboZh 08.07.2020 15:37
      Highlight Highlight Ist das fix mit dem nicht aussteuern? Wenn ja, sind die news tatsächlich besser als angenommen... Aber eben, denke in der aktuellen Situation werden noch nicht alle sich gemeldet haben. Kurzarbeit sicher auch ein Grund noch dafür
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 08.07.2020 09:23
    Highlight Highlight Wir leben in der Schweiz und da kann jeder gemäss offizieller Lehre freiwillig einen Vertrag eingehen, also auch einen Arbeitsvertrag.

    Was aber beim RAV geschieht ist, dass Leute mit Druck in Arbeitsverträge gedrängt werden, die sie gar nicht eingehen wollen. Wenn also jemand seine Arbeitsleistung nicht für einen Lumpenlohn verkaufen will, werden Kürzungen der Versicherungsleistung in Betracht gezogen.

    Ist kann so etwas legal sein?
    • Shabbazz 08.07.2020 09:35
      Highlight Highlight Naja, ist auch nicht so einfach und eine perfekte Lösung gibt es hier nicht! Auf der einen Seite ist das für die einzelne Person ein Ärgernis, auf der
      anderen Seite ist das Leben kein Wunschkonzert! Sie können nicht erwarten, dass sie ihren Lohn halten können oder der Lohn immer steigt, genauso können sie kein Geld vom Staat verlangen, wenn sie nicht bereit sind zu arbeiten (und ja man muss da halt schauen was für Jobs aktuell überhaupt verfügbar sind)...
      Also ja es ist legal, wenn sie Arbeitslosengelder erhalten wollen!
    • _andreas 08.07.2020 09:46
      Highlight Highlight "Wenn also jemand seine Arbeitsleistung nicht für einen Lumpenlohn verkaufen will, werden Kürzungen der Versicherungsleistung in Betracht gezogen."

      "Abgelehnt darf eine Arbeit werden, wenn der Lohn tiefer ist als 70% des versicherten Verdienstes (es sei denn, die versicherte Person bekommt Kompensationszahlungen)"
      quelle: https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/kann-das-rav-arbeitslose-zu-einem-job-zwingen

      Als ich vor ein paar jahren Arbeitssuchend war, hatte ich genau diesen Fall, und konnte das ensprechende Stellenangebot ablehnen ohne irgendwelche Konsequenzen.
    • freeLCT 08.07.2020 10:04
      Highlight Highlight @Stefan Morgenthaler-Müller:

      Nein, die Vertragsfreiheit im Arbeitsmarkt ist nicht garantiert.

      Entweder du hockst dem Staat auf der Kasse (und musst dich folglich den Regularien unterwerfen um Arbeitslosengeld zu erhalten), oder du gehst für diese Kasse arbeiten (und musst Steuern zahlen).

      Ich sehe in beiden Szenarien keine Vertragsfreiheit und etwas dazwischen wird der Bund nicht zulassen wollen.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Dave1974 08.07.2020 09:20
    Highlight Highlight Mich verwundert das nicht, wenn man bedenkt dass nur die als Arbeitslose gelten, welche bei den RAV gemeldet sind.
    Und nein, nicht jeder nicht gemeldete Erwerbslose ist automatisch ein Fall für die Sozialhilfe.

    Es wurde vieles aufgefangen und wohl auch viele Ersparnisse angezapft. Die effektiven Auswirkungen werden wir erst einiges später analysieren können.

    Bestes Beispiel sind die teils schwimmenden Fluggesellschaften - es ist vieles offen.
    • versy 08.07.2020 11:03
      Highlight Highlight schwimmende Fluggesellschaften 😆🤣
      Wortspiel des Tages

      Aber im Ernst: Du hast absolut Recht.
  • Zeit_Genosse 08.07.2020 09:18
    Highlight Highlight Das hilft, Begriffe und Zahlen zu interpretieren und beschützt, schnelle Schlussfolgerungen auf ungenügendem Datenmaterial zu machen:

    Also, hier findet ihr Zahlenmaterial:
    https://www.seco.admin.ch/dam/seco/de/dokumente/Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_Formulare/Arbeit/Arbeitslosenversicherung/Die%20Lage%20auf%20dem%20Arbeitsmarkt/arbeitsmarkt_2020/alz_pressedok_06_2020.pdf.download.pdf/PRESSEDOK2006_D.pdf

    Zumindest ein Versuch ;)


  • Hangover 08.07.2020 09:11
    Highlight Highlight Erwerbsarbeitslos, ausgesteuert, sozialhilfemepfangend, verarmt, vom Staat verlassen ...

    Die allermeisten waren am Aufbau und der Wertschöpfung in diesem Land beteiligt, im Gegensatz zu der Bundesanwaltschaft ...

    Schweiz, mach nur weiter so!
    • Hangover 08.07.2020 14:49
      Highlight Highlight Und: Die Entlassungswelle rauscht schon bald an.

      Mach nur weiter so, Schweiz!


  • Ludwig van 08.07.2020 08:46
    Highlight Highlight Achtung, die Kommentare werden voll sein mit Leuten die den Zusammenhang nicht versten werden sagen dass diese Dinge irrelevent sind weil nicht alle die keine Arbeit haben arbeitslos sind.

    Lernt den Unterschied zwische Arbeitslosenquote und Erwerbslosenquote! Die beiden Dinge sagen etwas anderes aus. Die zu oder Abnahme der Arbeitslosenquote ist nützlich um die kurzfristige Entwicklung der Konjunktur abzuschätzen.

    Wenn ihr sagt der Verlauf der Arbeitslosenquote ist irrelevant, dann liegt ihr falsch.
  • Antichrist 08.07.2020 08:33
    Highlight Highlight Alle Prognosen, die der Bund oder NGO's die vom Staat leben bisher gemacht hatten, waren falsch. Alarmisten, um ihre eigenen Kassen zu füllen.
  • Spitzbuab 08.07.2020 07:58
    Highlight Highlight Ich denke mal dass viele einfach ausgesteuert wurden und so nicht mehr in die Auswertung kommen.
    Dafür steigen dann die Sozialhilfebezüger.
    • Kanuli 08.07.2020 08:14
      Highlight Highlight Ja, einfach mal behaubten. Keine Fakten, keine Nachforschung, schöne Welt. Das wäre einfach zu ändern gewesen, keine Minute googlen:
      Etwa 3000 werden pro Monat ausgesteuert. Also bei einem Rückgang von 5700, kann man also nur etwa die Hälfte auf die Ausgesteuerten schieben. Ist somit also weiterhin eine positive Nachricht.
    • Vecchia 08.07.2020 08:16
      Highlight Highlight In der Regel werden 2000-3000 Personen pro Monat ausgesteuert.

      Nachdem die RAV trotz Corona ziemlich Druck aufgebaut hatten, würde es mich aber auch nicht wundern, wenn es in Zukunft mehr Working Poors gibt. Stellen brauchte es in der Logistik, Reinigung etc., wo Löhne ja kaum für den Lebensunterhalt reichen.
    • Irene Adler 08.07.2020 08:21
      Highlight Highlight Man würde aber erwarten, dass jetzt mehr Leute arbeitslos geworden sind als vor 2 Jahren.
    Weitere Antworten anzeigen

Frauen verdienen immer noch weniger – hier der Beweis

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