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In diesen Sportferien ist fast nichts normal: Das sind die Gewinner und Verlierer

Von Braunwald bis Zermatt: Trotz Corona zieht es viele Schweizerinnen und Schweizer in die Berge. Diese Sportwochen sind aber für die Hotellerie alles andere als normal. Ein Überblick.



Corona-Ausbrüche hin oder her: Diese Woche haben in den ersten Kantonen die Sportferien begonnen. Für einmal sind dabei die Schweizerinnen und Schweizer in den Bergen unter sich. Wegen den Corona-Beschränkungen tummeln sich praktisch keine ausländischen Feriengäste im Land. Dies stellt den Sportwochen-Tourismus mancherorts auf den Kopf.

Gewinner I:
Die Feriengäste

Dank der einheimischen Gäste ist in den Schweizer Skiorten der Einbruch bei den Hotelübernachtungen während der Festtage nicht so gross ausgefallen wie noch im Herbst befürchtet. (Archivbild)

Einheimische Gäste retten im Corona-Winter die Schweizer Hotellerie. Bild: sda

In normalen Jahren kriegt man Anfang Februar kaum mehr ein Zimmer in den Bergen. Die Sportwochen sind «Peak-Season.» Heuer ist alles anders: Selbst in den absoluten Top-Destinationen wie Zermatt hat man noch die Qual der Wahl. «Zermatt verfügt über 14'000 Gästebetten. Diese sind etwa zur Hälfte ausgelastet», sagt Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt Tourismus, zu watson.

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Laut Hotelleriesuisse liegt der Buchungsstand in den Berggebieten für die Sportwochen 50 Prozent unter dem Vorjahr. «Es wird sehr kurzfristig gebucht», sagt Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse und Gastgeber des Hotel «Schweizerhof» in der Lenzerheide.

Gewinner II:Hotels mit Spa & mehreren Restaurants

A woman relaxes in a bath of the spa at the Hotel Gstaad Palace in Gstaad in the canton of Berne, Switzerland, pictured on February 9, 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Frau entspannt sich am 9. Februar 2009 in einem Bad im Wellnessbereich des Hotels Gstaad Palace in Gstaad im Kanton Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Weil sonst alle Bäder dicht sind, sind Hotels mit Spa gefragt. Bild: KEYSTONE

Endlich mal im Whirlpool abtauchen: Da wegen Corona alle Bäder in der Schweiz geschlossen sind, können Hotels mit grossen Wellness-Bereichen besonders punkten. «Für die Psyche der Menschen ist es wichtig, wenn sie aus dem Homeoffice herauskommen und sich in den Bergen erholen können», so Züllig weiter.

«Für die Psyche der Menschen ist es wichtig, wenn sie aus dem Homeoffice herauskommen und sich in den Bergen erholen können.»

Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse

In der Gastronomie droht wegen des Beizen-Lockdowns Langeweile. Sieben Tage im gleichen Restaurant zu essen, gefällt nicht allen. «Gäste mögen Abwechslung. Hotels, die über mehrere Restaurants wie Fondue-Stübli oder Pizzerias verfügen, haben einen Vorteil», so Luggen weiter.

Gewinner III: Ferienwohnungen

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Das Maiensässresort Aclas Heinzenberg ist trotz Corona gut gebucht. bild. reka/zvg

Wie schon im Sommer sind Ferienwohnungen wegen der Corona-Situation besonders beliebt. Die Reka-Appartments in den Bergen etwa sind in den Sportwochen zu «weit über 90 Prozent» ausgebucht, wie Reka-Sprecherin Julia Scheidegger auf watson-Anfrage erklärt.

«Wir verzeichnen ein grosses Interesse an Urlaub in Ferienwohnungen», erklärt auch eine Sprecherin von der Weissen Arena AG in Flims-Laax. Bei den Hotelbuchungen hingegen verzeichne man ein Minus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Selbstläufer sind die Ferienwohnungen nicht. Besonders die durch den Bundesrat erlassene 5-Personen-Regel hat die Sportferien-Planung bei manchen Leuten auf den Kopf gestellt. Eine vierköpfige Familie etwa kann nicht mehr die Grosseltern als «Hüeti-Unterstützung» mitnehmen. «Deswegen haben wir einige Stornierungen oder Umbuchungen erhalten», sagt Urs Jossi, der in Grindelwald die Vermietung von Ferienwohnungen koordiniert. Derzeit seien rund 65 Prozent der Appartements für die kommende Woche beginnenden Sportferien vermietet.

Verlierer:
Luxushotels

hotel intercontinental davos

Das Intercontinental in Davos macht nach einer Zwangspause im Februar wieder auf. bild. Zvg

Viele 5-Sterne-Hotels haben die Wintersaison beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Sie sind die grössten Verlierer. Das berühmte «Hotel Victoria» Jungfrau in Interlaken befindet sich komplett im Winterschlaf. «Luxushotels in den Ferienregionen haben in dieser Corona-Situation die grössten Herausforderungen. Sie sind auf ausländische Gäste angewiesen. Der Schweizer Markt ist dafür zu klein», erklärt Züllig von Hotelleriesuisse weiter.

In Zermatt etwa hat das «Monte Rosa» gar nicht erst aufgemacht. Bei grossen Hotels lohne sich der Betrieb wegen den hohen Fixkosten derzeit kaum, sagt Kurdirektor Luggen. In St.Moritz ist das berühmte «Badrutt's Palace» nach einem Corona-Ausbruch vorübergehend geschlossen worden. Wann es wieder aufgehen soll, ist nicht bekannt.

In Davos musste das als «goldene Ei» bekannt gewordene «Intercontinental» Anfang Januar dichtmachen. Für die Sportferien empfängt das 5-Sterne-Haus zumindest vom 12. bis 28. Februar wieder Gäste, wie der Hotel-Webseite zu entnehmen ist.

Bonus: Full House im Märchenhotel

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Hoteldirektor Patric Vogel (oder seine Frau Nadja) erzählt den Kindern jeden Abend ein Märchen. Bild: zvg

Während viele Hoteliers unter Corona ächzen, ist im Märchenhotel Braunwald kein Bett mehr frei: «Wir sind im Februar ausgebucht», sagt Patric Vogel, der das bekannte Familien-Resort zusammen mit seiner Frau Nadja führt.

Spezialität des Hauses im autofreien Glarner Ort sind – wie es der Name schon sagt – die Märli. Jeden Abend Punkt 18 Uhr liest ein Mitglied der Direktion den Kindern der Hotelgäste ein Märchen vor.

Ein wenig märchenhaft mutet Vogel auch der Geschäftsgang an. «Wir bewegen uns trotz Corona auf Vorjahres-Niveau. Das ist super», sagt Vogel. Er sieht noch viel Potenzial für Häuser, die sich speziell um die Kleinsten kümmern: «Es gibt in der Schweiz zu wenig Hotels, die auf Kinder spezialisiert sind», so der Unternehmer weiter.

Trotz der guten Buchungslage will Vogel nicht abheben. Wegen Corona sind rund 15 Prozent weniger Zimmer buchbar, damit in den Speisesälen genug Abstand herrscht. «Die Unsicherheit bleibt. Niemand weiss, wie sich die Corona-Situation weiterentwickelt.»

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Langweilige Touristenbilder mal anders

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Langweilige Touristenbilder mal anders
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Wer auf Bali gegen die Maskenpflicht verstösst muss... naja, seht am besten selbst

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