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[EDITOR'S NOTE: Topical image, posed picture with fake money] A briefcase with bundles of fake banknotes of Swiss Francs, pictured on July 21, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Zeigt her, die Moneten: Viele Schweizer haben ihr Vermögen freiwillig offengelegt.
Bild: KEYSTONE

Schwarzgeld: 40'000 Schweizer zeigen sich selbst an – das bringt dem Staat rund 2 Milliarden

Seit 2010 haben in der Schweiz rund 40'000 Personen freiwillig ihr Vermögen offengelegt – sie profitieren von der kleinen Steueramnestie. Finanzminister Maurer freut's trotzdem, er nimmt Milliarden ein.

Stefan Schmid / Nordwestschweiz



Das Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Staat sei einzigartig. Die Steuermoral höher als in den meisten anderen Staaten. Zahlen, die diese Thesen stützen, gibt es zwar nicht. Bund und Kantone verzichten seit den 1960er-Jahren darauf, die Höhe der Schwarzgelder zu schätzen.

Doch seit 2010 gibt es die kleine Steueramnestie (siehe Infobox am Ende des Artikels). Diese liefert Indizien, wie gross das Ausmass des Betrugs sein könnte. Die meisten Kantone legen Anzahl Personen, deklarierte Vermögen und zusätzliche Steuereinnahmen offen.

2 Milliarden für den Fiskus

Die «Nordwestschweiz» hat sämtliche kantonalen Steuerämter angefragt und alle verfügbaren Zahlen seit 2010 auf den neusten Stand gebracht. Nur die Waadt und Appenzell Innerrhoden weigern sich, Daten herauszugeben. Im Ostschweizer Kleinkanton seien die Verhältnisse so überschaubar, dass Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden könnten, heisst es in Appenzell.

Und in der Waadt sei das Interesse an Publizität in Steuerfragen nicht eben gross. Diese Zeitung hat deshalb für die zwei Kantone Annahmen getroffen, die aufgrund von Zahlen aus anderen Regionen plausibel erscheinen.

Das sind die Resultate:

Druck für generelle Amnestie

Wie steuerehrlich sind also die Schweizer? Fakt ist: Auch in der Schweiz entgehen dem Staat Milliarden durch Steuerbetrug. Die Linke fordert deshalb die Abschaffung des Bankgeheimnisses im Inland. Die aktuelle Steueramnestie müsse zeitlich befristet werden. Weitere Sonderregelungen für Steuersünder soll es nicht mehr geben.

Die Rechte wiederum will das Bankgeheimnis zementieren und fordert eine generelle Amnestie zu attraktiveren Konditionen als der straflosen Selbstanzeige. Dadurch sollen vermögende Schweizer ermuntert werden, ihre Gelder hier zu deklarieren, anstatt sie in Länder zu verschieben, die den automatischen Informationsaustausch nicht einführen werden. Wie viel Schwarzgeld noch auf verborgenen Konten schlummert, weiss niemand. David Schenker, Leiter Nachsteuern und Bussen beim Kanton Aargau, sagt nur: «Es ist davon auszugehen, dass noch sehr viel Geld im Ausland gelagert wird.»

Einmal im Leben reinen Tisch machen

Die Möglichkeit, einmal im Leben eine straflose Selbstanzeige einzureichen und damit nicht deklarierte Einkommen und Vermögen zu melden, besteht landesweit seit 2010. Dabei müssen die Steuerpflichtigen die Nachsteuer auf maximal zehn Jahre zurückbezahlen, erhalten aber keine Busse. Die selbstangezeigten Vermögenswerte und die daraus fliessenden Erträge werden damit nachhaltig der ordentlichen Besteuerung zugeführt – das heisst, sie tauchen auch in künftigen Steuererklärungen wieder auf.

Die meisten Selbstanzeigen betreffen natürliche Personen, die zum Beispiel nicht angegebene Nebenbeschäftigungen oder Renten und insbesondere Vermögen sowie Erträge aus nicht deklarierten Wertschriften, Konten oder Liegenschaften melden. Nur wenige Fälle betreffen juristische Personen. Forderungen nach einer generellen Amnestie, bei welcher der Fiskus auch auf Nachsteuern verzichtet, waren bisher nicht mehrheitsfähig. (ssm)

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