Schweiz
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Am Mittwochabend, 22. April 2020, sind zwei Produktionslinien für FFP2-Masken mit zwei Swiss-Flügen aus Shanghai am Flughafen Zürich eingetroffen. Die Produktionsmaschinen werden in den kommenden Tagen bei der Flawa Consumer GmbH in Flawil installiert und in Betrieb genommen. In Vollbetrieb werden sie bis zu 100'000 Masken pro Tag produzieren. Die beiden Maschinen werden vom Bund und dem Kanton Zürich gemeinsam finanziert.

Am Mittwochabend sind zwei Maschinen für die Produktion von FFP2-Masken in der Schweiz eingetroffen (FFP steht für «filtering face piece»). In den letzten Tagen sind die beiden Produktionsmaschinen im Herstellerwerk in China getestet und anschliessend per Lastwagen über 1400 Kilometer an den Flughafen Shanghai transportiert worden. Die Fluggesellschaft Swiss hat die Maschinen als Luftfracht aus China nach Zürich geflogen. Nach Abwicklung der Zoll-Formalitäten wird die Fracht nach Flawil transportiert.

Zwei Maskenproduktionsmaschinen wurden Ende April in die Schweiz geliefert. Bild: VBS/GDZH

Corona-Masken aus Maschinen von Bund und Zürich scheitern beim Qualitätstest

Ende März wurden mit 1,6 Millionen Franken Steuergeldern zwei Schutzmasken-Produktionsmaschinen bestellt. Die Masken dürfen aber immer noch nicht als FFP2- geschweige denn als «Pandemiemaske» verkauft werden.



Im März gaben der Bund und der Kanton Zürich gemeinsam bekannt, dass zwei Maskenmaschinen gekauft worden seien. Plan wäre gewesen, dass diese noch im Frühling täglich bis gegen 70'000 FFP2-Schutzmasken hätten produzieren sollen. Auf den Markt kommen sie aber immer noch nicht, es kommt erneut zu einer Verzögerung.

Die Ostschweizer Firma Flawa, bei denen die beiden Maschinen stehen, teilt in einer Mitteilung mit, dass die Masken die Zertifizierung als «Pandemiemaske» (CPA) nicht bestanden haben. Eine solches Zertifikat wurde angestrebt, weil die Zulassung der Maske als FFP2-Schutzklasse zu lange gedauert hätte.

Laut dem Tages-Anzeiger seien die Prüfstellen derart überlastet, dass mit der CPA-Prüfung ein verkürztes Verfahren angeboten wurde.

Filterleistung bestanden

«Der Zertifizierungsbericht des TÜV Nord hat von rund 40 Prüfkriterien einen Punkt in der Produktion der Flawa-Covid-Pandemie-Atemschutzmasken (CPA) beanstandet», schreibt das Unternehmen. Es betont, dass alle übrigen Tests – «vor allem die Filterleistung» – erfüllt wurden.

Man habe ein weiteres Muster zur erneuten Zertifizierung eingereicht, nachdem die «Verbesserung des beanstandeten Punktes» innerhalb von einem Tag gelöst werden konnte. Was genau beanstandet wurde, wollte der zuständige Firmensprecher Alfredo Schilirò «aus Gründen des Betriebsgeheimnis» nicht nennen.

CPA- statt FFP2-Masken

Unklar ist auch, wann mit der ursprünglich geplanten FFP2-Zertifizierung gerechnet werden kann. Schilirò verweist auf die weltweite Entwicklung im Prüfwesen: «In ganz Europa werden im Moment keine FFP2-Zertifizierungen durchgeführt, sondern nur Prüfungen zur CPA-Pandemiemaske, da dies den Maskenengpass weltweit beheben soll.»

Gekostet haben die vom Bund und Kanton Zürich gekauften Maskenmaschinen je rund 800'000 Franken. Zuvor versuchte sich der Bund in der Beschaffung von Gesichtsmasken-Grosseinkäufen.

Die Meldung kam in einer Zeit, in der sich die Schweiz – rückblickend – auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung befand und jeden Tag über 1000 Neuinfektionen gemeldet wurden. Diskutiert wurde schweizweit, wie gut Gesichtsmasken vor einer Ansteckung schützen. Die Diskussion verflüchtigte sich diese Woche, als der Bund selbst einen gewissen Schutz der Hygienemasken anerkannte und eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr anordnete.

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