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Teaser FH Schweiz Lohnstudie 2021

Bild: watson/shutterstock

So viel verdienen Fachhochschul-Absolventen

Wer einen Fachhochschul-Abschluss besitzt, verdient im Durschnitt 100'000 Franken. Doch es gibt grosse Unterschiede – nicht nur zwischen Frauen und Männern.



Die höchsten Löhne für Fachhochschul-Absolventinnen und Absolventen gibt es im Finanz- und Versicherungswesen zu holen. Das ist auch ein Grund, warum Teilnehmerinnen der heute erschienen FH-Lohnstudie weniger verdienen als gleich ausgebildete Männer.

Alle zwei Jahre führt FH Schweiz (Dachverband Absolventinnen und Absolventen Fachhochschulen) ihre Lohnstudie durch. In der Ausgabe 2021 wurde mit über 13'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Rekord von 2019 nochmals deutlich übertroffen (10'500).

70 Prozent der Teilnehmer sind dabei unter 40 Jahre alt, 58 Prozent sind männlich, 42 Prozent weiblich. 27 Personen nannten ihr Geschlecht «divers», da dies total nur 0,2 Prozent ausmacht, wird diese Gruppe für die Auswertung nach Geschlechtern nicht berücksichtigt.

Das sind die Antworten zum Arbeitsverhältnis, Lohn, Weiterbildung und berufliche Aussichten:

Ein Drittel arbeitet Teilzeit

Rund zwei Drittel aller Teilnehmenden arbeiten Vollzeit. Auffallend: Von den Männern arbeiten zwei von zehn nicht 100 Prozent, bei den Frauen sind es sechs von zehn.

Part time job. Road sign on the sky background. Raster illustration.

Rund ein Drittel der teilnehmenden FH-Absolventen arbeitet Teilzeit. Bild: Shutterstock

Rund 70 Prozent aller Studienteilnehmer arbeiten in der Sach-/Fachbearbeitung oder in einer tiefen Kaderposition. Insgesamt ist der Fachbereich «Wirtschaft und Dienstleistungen» (34%) bei den Studienteilnehmenden am häufigsten vertreten. Bei den Männern arbeiten 40 Prozent in Bereich «Technik und Informationstechnologie», bei den Frauen ist der Fachbereich «Gesundheit» mit 33 Prozent der häufigste.

Grosse Unterschiede beim Median-Lohn

Der Brutto-Median-Lohn beträgt fast 100'000 Franken, womit der Wert zwar etwas tiefer liegt als bei der letzten Umfrage 2019 (101'000), aber über die letzten Jahre gesehen stabil bleibt.

Auffallend ist allerdings weiterhin ein grosser Unterschied zwischen den Geschlechtern, dieser beträgt auf 100 Prozent gerechnet 22'500 Franken im Jahr.

Woher die Lohn-Unterschiede zwischen Mann und Frau kommen

Was den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern unterstützt, ist auch die Wahl der Branche. FH-Schweiz-Geschäftsführer Toni Schmid schreibt auf Anfrage: «Fast die Hälfte der teilnehmenden Frauen arbeiten im öffentlichen Sektor, während drei Viertel der Männer im privaten Sektor tätig sind.»

Rund 40 Prozent der Männer arbeiten im Bereich «Technik und Informationstechnologie» und damit in Branchen, deren Löhne im oberen Segment angesiedelt sind. Frauen hingegen zieht es am häufigsten in die Gesundheits-Branche, die auf der Lohnskala weit unten zu finden ist.

Die grössten Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es in der «Öffentlichen Verwaltung», gefolgt von «Treuhand und Consulting». Speziell: In nur einer Branche verdienen Frauen durchschnittlich mehr als Männer: bei «Kunst, Kultur und Unterhaltung»

Ein weiterer Grund für die Unterschiede ist das Alter: «Während der Anteil der männlichen Studienteilnehmer unter 30 gut ein Viertel beträgt, sind es bei den Frauen fast die Hälfte», erklärt Schmid.

Doch diese beiden Faktoren erklären nicht alle Unterschiede. Schmid sagt: «Wie in früheren Jahren, können wir uns Unterschiede, gerade im Bereich der Einstiegslöhne, der Sach- und Fachbearbeitung oder ersten Kaderstufe nicht erklären und müsste je Fachbereich vertieft untersucht werden.»

Damit die Lohnunterschiede zukünftig kleiner werden, bieten die Fachhochschulen Beratungen zum Thema Lohn an, zudem werden anonymisierte Lohndaten für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt. «Studierende erhalten über den geschützten Bereich ihrer Fachhochschule einen kostenlosen Zugang zu den Lohn-Referenzen, womit sie sich aktiv damit auseinandersetzen können», so Schmid weiter.

So wirkt sich die Position auf den Lohn aus

Die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer arbeitet in der Sach-/Fachbearbeitung oder im unteren Kader. Die Lohnschere zwischen Mann und Frau wird nach oben immer grösser.

Was auch auffällt: Im Vergleich zur Studie 2019 müssen die FC-Absolventen auf allen Stufen Lohneinbussen in Kauf nehmen. Im oberen Kader lag der Median bei der letzten Umfrage noch bei 141'304 CHF, im mittleren Kader bei 122'103 CHF, im sonstigen Kader bei 103'750 CHF und in der Sach-/Fachbearbeitung bei 88'000 CHF.

Wer keinen FH-Abschluss hat, kann vielleicht das mal probieren:

Hier sind die Einsteigerlöhne am höchsten

Die Einstiegslöhne im ersten Jahr nach dem FH-Abschluss sind in der Informatik und im Finanz-/Versicherungswesen am höchsten. Auch nach zehn Jahren im Berufsalltag zeigt sich, dass in den oben genannten Bereichen das Lohnniveau am höchsten ist.

Eine starke Zunahme gegenüber dem Einsteigerlohn verzeichneten die Teilnehmer im Bereich «Treuhand/Consulting». Allerdings werden hier allfällige Weiterbildungen nicht berücksichtigt, was den Vergleich erschwert.

Wenig Lohnerhöhungen im letzten Jahr

Die Löhne bewegten sich im letzten Jahr wenig. Fast die Hälfte der Teilnehmer erhielt keine Lohnerhöhung (48,7%), jeder Vierte erhielt immerhin bis zu zwei Prozent mehr. Eine Lohnerhöhung von über fünf Prozent genossen noch knapp 15 Prozent – wobei hier auch Stellenwechsel berücksichtigt sind.

Was auch auffällt: Je älter, desto schwieriger wird es mit Lohnerhöhungen. Von den Unter 50-Jährigen kassierten 2021 fast ein Drittel einen um mindestens 2 Prozent höheren Lohn als im Vorjahr. Bei den Ü50-Jährigen sind es noch zwölf Prozent der Teilnehmenden.

Wer sich weiterbildet, verdient deutlich mehr

Etwas mehr als zwei Drittel der 13'000 Teilnehmenden macht sich Gedanken über eine Weiterbildung. Frauen interessieren sich dabei zu rund 40 Prozent für ein CAS oder DAS. Bei Männern weisen die beiden Weiterbildungen ebenfalls den höchsten Wert aus (31,5%). Allerdings sind auch MAS, MBA, EMBA mit über 20 Prozent der Antworten hoch im Kurs.

Eine Weiterbildung lohnt sich aus zwei Gründen, wie die Studien-Macher schreiben: «Die Studienteilnehmenden mit einer Master-Weiterbildung (MAS) sind öfter (über 80 Prozent) in einer Kaderfunktion tätig als jene mit einem anderen Abschluss, über 25 Prozent sogar in einer oberen Kaderfunktion. Parallel dazu verdienen diejenigen mit einem MAS-Abschluss deutlich am meisten: Ihr Medianlohn beträgt 133'000 Franken pro Jahr.»

Entscheidend ist auch die Form der Weiterbildung. Hier haben sich die Ansprüche geändert. Sehr wichtig ist für die Teilnehmenden, dass die «Durchführung zeitlich flexibel» angeboten wird. 37 Prozent nennen dies als höchste Priorität. Am unwichtigsten ist den Teilnehmenden der «Erfahrungsaustausch digital».

Wie die Absolventen ihr Chancen auf dem Arbeitsmarkt einschätzen

Spannend ist zum Abschluss der Wert auf dem Arbeitsmarkt. Also wie schnell die Teilnehmenden glauben, innert sechs Monaten eine neue Stelle zu finden.

Antwortmöglichkeiten gab es von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 10 (stimme voll und ganz zu). Während knapp 70 Prozent mit mindestens einer 8 antworteten – also glauben, dass sie problemlos innert eines halben Jahres eine neue Stelle finden würden –, nehmen insgesamt knapp über 40 Prozent an, dass diese auch mindestens gleichwertig wäre. Bei den unter 50-Jährigen, gehen 60 Prozent davon aus, dass sie eine zumindest gleichwertige Arbeit finden.

Aufgrund der Erkenntnisse der in Zusammenarbeit mit der ZGP entwickelten zusätzlichen Kompetenzstudie geht Schmid davon aus, dass der Glaube an ein problemloses Finden eines neuen Jobs mit Flexibilität und Lernbereitschaft zusammenhängt. «Die Absolventinnen und Absolventen sehen bei den persönlichen Kompetenzen hier wenig Handlungsbedarf, was einen direkten Zusammenhang damit haben dürfte, dass man bereit ist, einen neuen Job zu anderen Rahmenbedingungen zu wählen.»

Mit anderen Worten: Die Angst vor der möglichen Arbeitslosigkeit ist unter FH-Absolventen eher klein, aber wer mal eine Stelle hat, glaubt eher nicht, dass er/sie anderswo etwas Gleichwertiges finden würde.

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