Schweiz
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Urin, Gold und USB-Sticks: Weshalb 17'000 Post-Pakete 2018 ihr Ziel nicht erreichten

Die Fundstelle der Schweizerischen Post hatte 2018 viel zu tun: Mehrere tausend Sendungen konnten nicht zugestellt werden. Nun reagiert der gelbe Riese.

Benjamin Weinmann / CH MEdia



THEMENBILD ZUM PAKETTRANSPORT AN WEINACHTEN --- Mitarbeiter der Post sortieren Pakete, am Dienstag, 23. September 2014, im Paketzentrum der Schweizerischen Post in Haerkingen. Die Schweizerische Post erhoeht mit Blick auf den Boom im Online- und Versandhandel die Kapazitaet ihrer Paketzentren Haerkingen SO, Frauenfeld TG und Daillens VD. Statt 20'000 werden pro Anlage kuenftig 25'000 Pakete sortiert. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Elvis Presley konnte ein Lied davon singen. Von der Post, die nie ankommt. Auf Englisch sang der King of Rock'n'Roll: «I gave a letter to the postman, he put it in his sack. Bright in early next morning, he brought my letter back. She wrote upon it: Return to sender, address unknown. No such number, no such zone.»

Unbekannte Addresse, falsche Postleitzahl und falsche Hausnummer. Mit derartigen Mängeln haben die Briefträger der Schweizerischen Post ebenfalls zu kämpfen. 17000 Mal im vergangenen Jahr, um genau zu sein. So viele Pakete und Briefe konnten 2018 nicht zugestellt werden. Dies schreibt die Post in einem neuen Blogbeitrag.

Postangestellte sortieren Briefe und kleine Pakete im neuen Briefzentrum Zuerich-Muelligen der Post, am Dienstag, 20. November 2007 in Zuerich. Ab 2008 sollen in dem Zentrum taeglich sieben Millionen Sendungen verarbeitet werden, darunter alle internationalen Briefsendungen aus der und in die Schweiz. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

«Uns überrascht nichts mehr», sagt Anna Visconti, Verantwortliche beim Kundenservice für die zentrale Fundstelle in Chiasso TI, im konzerneigenen Kanal. Sogar Goldbarren und eine Tauchausrüstung für mehrere Personen seien im vergangenen Jahr in der Fundstelle gelandet. «Einmal sah es bei uns aus, als hätte ein Lastwagen für ein Spielwarenhaus seine gesamte Ladung verloren», sagt Visconti. Durchschnittlich können rund 30 Prozent der Fundgegenstände schlussendlich einem Besitzer zugeordnet werden. Die restlichen 70 Prozent werden nicht gesucht oder konnten nicht bei der Post geortet werden.

Falsch verpackt

Wie die Post schreibt, sind es unterschiedliche Gründe, die dazu führen, dass eine Sendung in der Fundstelle in Chiasso landet. Entweder könne weder Empfänger noch Absender ermittelt werden, weil zum Beispiel die Sendung falsch adressiert ist. Oder Absender und Empfänger würden sich beide weigern, die Sendung zu empfangen respektive zurück zu nehmen. So wurde die zentrale Fundstelle laut Post-Blog kürzlich in einen Rosenkrieg verwickelt, als sich ein Paar in der Scheidung persönliche Gegenstände zuschickte und gegenseitig die Annahme verweigerte.

Doch auch die Technik kann beim Sendeprozess dazwischenfunken: Wenn kleine Gegenstände wie Schlüssel oder USB-Datenträger falsch verpackt sind, können sie durch die Sortiermaschinen aus der Verpackung herausgerissen werden. Oder sie rutschen in den nationalen Brief- und Paketzentren vom Förderband.

Die Hitliste

Laut eigenen Angaben erfasst die zentrale Fundstelle der Post alle gefundenen Gegenstände in einer zentralen Datenbank. So kann der Kundendienst direkt überprüfen, ob das Gesuchte bereits gefunden wurde. «In der Regel melden sich Kunden innerhalb von drei Monaten bei uns», sagt Visconti. Gemäss den AGB muss die Post die Gegenstände ein Jahr aufbewahren. «Aus datenschutzrechtlichen Gründen darf die Post keine Datenträger wie zum Beispiel Memory-Sticks überprüfen, um den Besitzer zu ermitteln.» Diese würde die Post später fachgerecht entsorgen. Neben Datenträgern landen die folgenden Dinge am häufigsten in Chiasso:

Weil auch in der Schweiz immer mehr Pakete transportiert werden, sind die Platzverhältnisse in Chiasso inzwischen knapp. Deshalb zieht die Fundstelle im Frühjahr 2020 innerhalb des Kantons Tessins von Chiasso nach Cadenazzo um, wo die Räumlichkeiten grösser sind.

Zeitungen austragen für einen Hungerlohn

Video: srf/SDA SRF

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