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Eine 8 Meter lange Holz- und Holzzement-Verbundplatte wird in einem Projekt des Nationalen Forschungsprogramms 66

Eine 8 Meter lange Holz- und Holzzement-Verbundplatte wird in einem Projekt des Nationalen Forschungsprogramms 66 "Ressource Holz" an der Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg getestet. Bild: NFP66

Dieser Beton kann auch schwimmen – Schweizer Forschende haben ihn erfunden



Bauelemente aus Beton und Holz zu kombinieren, wird in der Architektur immer beliebter. Freiburger Forschende gehen noch einen Schritt weiter: Sie haben einen Leichtbeton entwickelt, der zu etwa der Hälfte aus Holz besteht.

«Sie wiegen höchstens die Hälfte von normalem Beton - die leichtesten schwimmen sogar!»

Daia Zwicky von der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg

Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 66 «Ressource Holz» haben Forschende um Daia Zwicky von der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg neue Betonmischungen entwickelt, die teils zu über fünfzig Prozent aus Holz bestehen. Statt Kies und Sand wird eine Art Sägemehl in den Zement gemischt, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Mittwoch mitteilte.

Zwicky und sein Team testeten Mischungen mit verschiedenen Anteilen und unterschiedlicher Granularität des Holzes sowie diverse Zusatzstoffe. Die so entstandenen Bauelemente wiesen einen guten Brandschutz und eine gute Wärmeisolation auf, schrieb der SNF. Zudem seien sie sehr leicht: «Sie wiegen höchstens die Hälfte von normalem Beton - die leichtesten schwimmen sogar!», sagte Zwicky.

Auch für tragende Elemente einsetzbar

Ersten Belastungstests zufolge wäre der Holzbeton auch für tragende Elemente einsetzbar. Das Verfahren würde sich für Fertigbauelemente eignen, hiess es weiter. Welche Zusammensetzung für welchen Einsatzzweck - zum Beispiel für Decken oder Wandelemente - optimal geeignet ist, wollen die Freiburger Forschenden mit weiteren Tests herausfinden.

«Einige Jahre werden wohl vergehen, bis die ersten Gebäude gebaut werden, in denen Holz-Leichtbeton eine buchstäblich tragende Rolle spielt», so Zwicky. Noch seien die Kenntnisse für eine praktische Anwendung im grossen Stil zu gering.

Der Ansatz könnte aber nicht nur neue Möglichkeiten für die Architektur bieten, sondern Beton auch nachhaltiger machen. Der Holzbeton besteht immerhin zu einem grossen Teil aus einer erneuerbaren Ressource. Und am Ende seiner Nutzung als Bauelement liesse er sich sogar zur Energiegewinnung verwenden: Unter den speziellen Bedingungen in der Kehrichtverbrennung liesse sich der Holzanteil herausbrennen, schrieb der SNF. (whr/sda)

Video: reuters

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