Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
This April 9, 2020, photo released by Kara Illig shows her daughter, Ainslie Illig, 8, on her computer in Ebensburg, Pa. The frustration of parents is mounting as more families across the U.S. enter their second or even third week of total distance learning, and some say it will be their last. (Kara Illig via AP)

Ungefähr so sieht es bei uns aus. Mit einem etwas grösseren Durcheinander. Ainslie Illig, 8, aus den USA beim Heimunterricht. Bild: AP

Was wir vom Home-Schooling lernen – 11 Erkenntnisse eines Vaters



Seit ein paar Wochen werden sämtliche Primarschülerinnen und -schüler der Schweiz zuhause unterrichtet: per Videokonferenz von Lehrpersonen, aber mehrheitlich von den Eltern.

Wie sehen die Erfahrungen damit aus? Ich habe meine persönlichen Erkenntnisse festgehalten.

Die perfekte Lösung gibt es nicht

Das typische Schweizer Familienmodell existiert nicht mehr. Dafür hat sich die Schweiz in den letzten Jahrzehnten gesellschaftlich zu sehr verändert. Gottlob, ist man geneigt zu sagen. Die Aufgabe für die Schulen wurde damit aber nicht einfacher. Ein Heimunterrichtspaket zu schnüren, das sowohl Alleinerziehenden, Familien mit eingeschränkten Platzverhältnissen, mit Doppelbelastung durch zwei 100%-Jobs, mit unüberwindbaren Sprachhürden, mit einem bildungsfernen Hintergrund und und und gerecht wird, ist unmöglich. Deshalb ist etwas Kulanz angesagt.

Weil die Voraussetzungen derart unterschiedlich sind, sind auch die Erfahrungen mit Heimunterricht sehr individuell. In unserem Fall sind es die Erfahrungen einer Familie mit zwei Kindern, eines davon im Schulpflichtalter, und einem Gesamtarbeitspensum von 180% – auch während des Lockdowns. Wir arbeiteten in grossen Teilen im Home Office.

Heimunterricht verstärkt die Unterschiede

In der Schweiz herrscht keine Chancengleichheit. Haben beide Eltern studiert, stehen die Chancen wesentlich höher, dass das Kind einen ähnlichen Weg einschlägt als bei Arbeiterkindern. Meine Befürchtung ist, dass unfreiwilliger Heimunterricht diese Ungleichheit zusätzlich vergrössert. Dies ist aber eher eine Befürchtung als eine Beobachtung.

Motivationsschwierigkeiten können mit Regelmässigkeit bekämpft werden

Nach wenigen Tagen erhielten wir von der Schule einen Vorschlag, wie ein strukturierter Tagesablauf des Kindes aussehen könnte. Wir haben diesen mit ein paar kleinen Anpassungen umgesetzt und damit gingen die Diskussionen spürbar zurück. Denn Diskussionen gab es. Jeden Tag. Weil:

Heimunterricht ist gemein

Wie bereits erwähnt, betrifft in unserem Fall der Heimunterricht nur die ältere Tochter. Der Zweijährige muss während der Schulzeit der älteren Schwester aber auch bespasst werden. Sonst stört er ohne böse Absicht.

Das ist mitunter in etwa gleich aufwändig wie Heimunterricht zu erteilen und birgt natürlich jede Menge Konfliktpotential. Denn während sie arbeiten muss, darf er spielen. Die Diskussionen endeten, als wir «meine» Schulstunde auf den Mittagsschlaf des Kleinen legten. Trotzdem bleibt Heimunterricht «gemein» und «fies», weil er «schön träumelen» darf, während sie sich den «Kopf zermartern» muss.

Ich mag die App

Intrafamiliär sind die Vorlieben unterschiedlich verteilt, ich persönlich bin ein grosser Fan der App «Anton». Dies ist eine sehr umfangreiche Lern-App, welche von verschiedenen Schulen genutzt wird. Die Kinder werden spielerisch an die Themen herangeführt und erhalten für gute Arbeit Belohnungen.

Nicht wegzureden sind auch die Vorteile dieser App für die Eltern. Böse Zungen werden monieren, dass man sich so nicht auf die Kinder einlassen muss und die Verantwortung dem Programm übergibt. Weniger böse Zungen reden von einer Entlastung der Eltern und einer professionellen App, die von didaktisch ausgebildeten Leuten entwickelt wurde, die besser als jeder Hobbylehrer wissen, wie Lernstoffe schmackhaft verkauft werden. Ausserdem bleibt während des Lockdowns genug Zeit, sich intensiv mit den Kindern auseinanderzusetzen. Es sind nicht die Phasen, die zu kurz kommen.

Ich teile allerdings den Einwand, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem Tablet oder einem Smartphone für schulische Zwecke haben. Stichwort: Ungleichheit.

Konstanz gilt auch für den Arbeitsplatz

Unsere Tochter hat ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Schreibtisch. Wenn immer es möglich war, habe ich darauf geachtet, dass sie ihr Schulpensum unter meiner Knute dort erledigt. Der Esszimmertisch ist heilig. Der ist für die Musse da, fürs Schlemmen und für Spiele. Dasselbe gilt fürs Sofa und das Bett.

Dass dieser Luxus nicht für alle gilt, ist mir bewusst. Ich habe von einer Familie gehört, in der sich die zwei Eltern und die Kinder Küchentisch und Esstisch für Home Office und Heimunterricht teilen.

Heimunterricht findet am besten immer noch unbemerkt und spielerisch statt

Unsere Tochter liebt es, während den Mahlzeiten zu quizzen. Beliebt sind das Märchenquiz (In welchem Märchen kann der böse Mond sprechen? Die Auflösung gibt es am Ende des Artikels) oder Gedankenratequiz. Aber auch Sätzchenrechnungen und banale Rechnungen funktionieren zu unserer Überraschung tipptopp. Wir stehen dieser Unterhaltung natürlich nicht im Weg.

Heimunterricht ist kein Ersatz für die Schule

Zahlenmauern lösen und Adjektive zuordnen ist nicht Schule. Das ist Lernstoff. Was die Schule wirklich ausmacht, ist die soziale Komponente. Gelernt wird als Beigemüse, das Fleisch am Knochen sind aber der Austausch mit den Freundinnen und Freunden, das Gekicher, die Spiele in der Pause, die Interaktion in der Gruppe. Heimunterricht kann das nicht bieten.

Heimunterricht ist «geil» auf Instagram

Heimunterricht ist eine perfekte Gelegenheit, sich in den Selbstbestätigungsportalen als engagierter Vater zu präsentieren. Nach verschiedenen Versuchen klappt es dann auch mit dem fürsorglich-strengen, aber doch liebevoll-väterlichen Blick. Dann noch den Laptop so drapieren, dass es nach systemerhaltender Heimarbeit aussieht. Im Hintergrund wie zufällig ein paar Pfännchen hinstellen und angeschnittenes Gemüse. Weil neben Home Schooling und Home Office ist auch noch Zeit für homegemadeten Superfood. Köcheln tut nur der Sugo, sicher nie die eigenen Nerven. Man ist ja keine Pfeife. Wenigstens nicht auf Instagram.

Heimunterricht ist nicht das Gelbe vom Ei

Die Wahrheit sieht anders aus als auf Instagram. In meinem Umfeld teilt sich ein Grossteil der Eltern ein Arbeitspensum von mindestens 140 Prozent. Der Median liegt bei 160 Prozent, einige, wie wir auch, arbeiten noch mehr. Vielen Hobbys kann man so nicht mehr frönen, aber es gibt gute Lösungen, auch mit einem derartigen Arbeitspensum den Kindern, dem Partner und der eigenen Vorstellung von Karriere gerecht zu werden.

Corona grätscht hier brutal dazwischen. Wir spüren den ausfallenden Grossmuttertag extrem. Heimunterricht ist eine zusätzliche Belastung, ein zusätzlicher Faktor, der dafür sorgt, dass berufstätige Eltern ihre Komfortzone verlassen müssen. Mein Blick ist in der Regel nicht fürsorglich-streng, aber doch nicht liebevoll, sondern müde und ausgelaugt. Es gibt keinen stundenlang auf kleiner Flamme geköchelten Sugo. Es gibt Fischstäbchen.

Irgendwie dem Kind gerecht werden, irgendwie dem Partner gerecht werden, irgendwie dem Arbeitgeber gerecht werden – irgendwie durchkommen. Das ist die Realität. Auch beim Home Schooling. Und ich persönlich bin froh, wenn die Tochter wieder in die Schule darf. Für sie, aber auch für uns.

Heimunterricht ist auch für das Kind nicht so toll

Und nach so viel Gerede des Vaters darf auch die Tochter noch zu Wort kommen:

Bild

bild: watson.ch

Auflösung der Quizfrage: Der böse Mond kann in «Die sieben Raben» sprechen.

Jumbo in Zürich - 27.04.2020

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

24 Kinder, die Anweisungen ihrer Eltern zu wörtlich nehmen

So freuen sich spanische Kinder über ihr Stündchen draussen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

92
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
92Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • landre 30.04.2020 11:12
    Highlight Highlight Kombiniere ich den Inhalt dieses interessanten Artikels mit den alltäglichen Feststellungen, ergibt sich mir eine Schlussfolderung, die mich leider in eine primitive Klassifizierung drückt.

    Es gibt Eltern und Lehrpersonal die sich deren (nicht nur gesellschaftlichen) System relevanten "Funktion" bewusst sind und mit bestem Wissen und Gewissen konstruktiv daran arbeiten.

    Und es gibt leider Eltern und Lehrpersonal die (nicht nur gesellschaftlich) mehr Schaden anrichten als es uns allen womöglich bewusst ist.

    (Konkrete Beispiele folgen falls dieser Kommentar aufgeschaltet wird.)

    • landre 30.04.2020 11:27
      Highlight Highlight Konkrete Beispiele:

      Sprachlehrer der während des Schuljahres seine Klassen permanent vor die TV-Glotze setzt während er auf seinem Handy herumtippt. Danach auch noch mit den pubertierenden Schulmädchen "herum flirtet".

      Mutter die ihrer Tochter eintrichtert (Indoktrination?) dass Freundschaft nicht existiert, sondern nur Familie und sich selbst. Danach aber jeden möglichen Rappen nicht nur von "Mutterstaat" verlangt/ abknüpft.

      (Ich hatte damals beide darauf angesprochen...Das Resultat bewegt und schockiert mich noch heute...)

      PS. Zufälligerweise(?) schwärmte diese Mutter von diesem Lehrer
  • Kong 29.04.2020 18:06
    Highlight Highlight Eine Randbemerkung zu Fernunterricht und Homeoffice... ich stelle fest, dass der Zusammenhalt sich in unswrem Mikrokosmos verbessert hat. Gemeinsam essen und mehr nötige Rücksichtsnahme, gegenseitig helfen etc. Alles ausgeprägter weil Arbeitsweg und externe Aufenthalte gegen 0 gingen. Ich gebe aber zu, dass wir das Privileg Ausweichraum/ Garten/ Wald haben. Sehe das in kleinerer Whg und mit Abwesenheiten (ohne HO) als Riesenchallenge!
  • Adrian78 29.04.2020 16:03
    Highlight Highlight 2jährige zu „bespassen“ hat Langzeitfolgen.
  • lilie 29.04.2020 15:07
    Highlight Highlight Danke, @Patrick, für den Einblick in den Homeschooling-Homeoffice-Hotpot. 👍

    An alle Leidensgenossinnen und Leidensgenossen von Patrick: Bitte denkt daran, diese Zeit trotz Stress und Herausforderungen auch ein wenig zu geniessen! Eure Kinder werden es vermutlich sowieso als die beste Zeit ihres (noch nicht so langen) Lebens in Erinnerung behalten!

    Und sie ist schneller vorbei, als euch (im Nachhinein) lieb sein kann.

    Also: Humor behalten und auch die guten Seiten sehen! 👍
  • dämittemgröschte 29.04.2020 14:57
    Highlight Highlight Ziemlich gute Zusammenfassung. Die Kombi von Homeschooling und Homeoffice ist 💩
    Am 11.5. gönne ich mir um 07h50 im leeren Daheim ein alkoholfreies Bierchen und eine Tüte Chips🤗
  • Lioness 29.04.2020 14:31
    Highlight Highlight Super geschrieben. Entspricht auch meinen Erfahrungen mit meiner 11 Jährigen. Für die Kinder ist es überhaupt nicht leicht, wenn die eigenen Eltern auch noch die Lehrer sind. Man kann zu Hause nicht vom Tag, den Lehrern und der Schule erzählen, das fehlt. Zum Glück können sich die Schüler meiner Tochter über "Teams" miteinander per Videoanruf unterhalten, so bleibt ein ganz kleiner Trost.
  • Gina Staub 29.04.2020 14:09
    Highlight Highlight Es heisst Fernunterricht. Damit ist etwas ganz anderes gemeint als Home-Schooling. Beim Home-Schooling entscheiden sich Eltern bewusst gegen die Volkschule und stellen Lerninhalte selber oder mit Privatlehrpersonen zusammen. Der Titel ist also irreführend oder stellen Sie das Programm für die Tochter selber zusammen?

    Zur Chancengleichheit: Natürlich stellen Sie dort nichts fest, Sie gehören zu den Akademikern. Ich unterrichte an einem Ort mit vielen Migranten. Viele Eltern können die Kinder nicht unterstützen. Da wird in 2 Wochen ein grosser Unterschied im Klassenzimmer bemerkbar sein.
    • sowhat 29.04.2020 20:54
      Highlight Highlight Wie enttäuschend, dass jemande die unterrichtet kein besseres Textverständnis hat.

      Das mit der fehlenden Chancengleichheit hat er genau so geschrieben.

      und was den ersten Punkt betrifft: stimmt Sie haben recht. Ist aber in der derzeitigen Situation zum Sprachgebrauch geworden. Also in dieser Situation etwas "geklugscheissert" (und korrigieren Sie mir diesen Begriff ja nicht, erklingt grammatikalisch korrekt ganz schlimm ;)).
    • Gina Staub 30.04.2020 13:16
      Highlight Highlight Er befürchtet es, beobachtet es aber nicht. Daher ist meine Antwort absolut treffend. Ich beobachte dies ja bereits seit Wochen...

      Von einem Journalisten würde ich schon erwarten, dass er den richtigen Begriff wählt, besonders da der Begriff sogar die Schlagzeile ziert.
    • sowhat 30.04.2020 18:47
      Highlight Highlight Wie soll er es bitte beobachten? Einfach bei einer Klassenkameradin seiner Tochter klingeln und dort in die Küche reinspazieren?
      Es ist Lockdown, er darf nicht!
  • iceman999 29.04.2020 13:47
    Highlight Highlight Ja, genau so, und nicht anders, ist es. Alles gesagt, top Artikel.
  • node 29.04.2020 13:26
    Highlight Highlight Home-Schooling zeigt vor allem eines auf: Wie komplett das gesamte Schulsystem der Schweiz die Digitalisierung verpennt hat. 25 Jahre haben wohl nicht gereicht ...
    • _Qwertzuiop_ 29.04.2020 14:59
      Highlight Highlight Schonmal was vom Lehrplan 21 gehört?:)
    • BVB 29.04.2020 18:23
      Highlight Highlight Bei mir funktioniert's
  • Lucernefan 29.04.2020 12:56
    Highlight Highlight ich danke dem autor dieses artikels für die nachvollziehbare schilderung von Homeschooling aus elternsicht! vieles kann ich als lehrperson jetzt besser einschätzen, wie es auf der anderen seite aussieht und was die probleme sind. soweit denkt man als LP viel zu wenig. aber es stimmt schon: man kann nie das perfekte vorgehen, den zuckersüssen wochenplan liefern. man kann nicht jeder familie gleich gerecht werden. aber man ist zumindest darum bemüht!
    ich wünsche dem autor dieses artikels und allen anderen eltern, denen es gleich geht viel energie und nerven für die restliche homeschooling-zeit!
  • Firefly 29.04.2020 12:53
    Highlight Highlight Ein gemeinsames Pensum von 180% ist ja schon arg viel, wie wäre es mit einem gemeinsamen Pensum von 140% also 60/60 zum Beispiel.

    Wo lägen da Probleme?

    Vom Einkommen her sollte es eigentlich reichen müssen oder es stimmt was in der Wirtschaft nicht.
    • loquito 29.04.2020 13:59
      Highlight Highlight 60 + 60= 140%
      Dochdoch... Evtl. Ist schon da das Problem an Ihrer Überlegung...
    • Firefly 29.04.2020 14:11
      Highlight Highlight Meinte natürlich 60/80 zum Beispiel aber 60/60 ist auch ein gute Veriante.

      Aber das scheint unter Workaholics nicht gut anzukommen. ;)
    • febu 29.04.2020 14:17
      Highlight Highlight Hoffe dass kein Kind bei Eltern homeschooling machen muss, bei denen 2 * 60% insgesamt 140% ergibt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fenstersimsli 29.04.2020 12:51
    Highlight Highlight Der Begriff Homeschooling ist schlicht falsch. Es geht hier um Fernunterricht. Homeschooling, die Eltern müssten den Unterricht vor- und nachbearbeiten, dass wäre dann noch ein ganz anderes Kapitel.
    • Patrick Toggweiler 29.04.2020 14:40
      Highlight Highlight Da hast du recht.
  • Toerpe Zwerg 29.04.2020 12:39
    Highlight Highlight Ich unterrichte die Kinder nicht. Ich schaffe bloss die Struktur, in der sie - von ihren Lehrern und Lehrerinnen hervorragend angeleitet - ihre Aufgaben erledigen. Es braucht mich selten. Mal ein Diktat, mal ein Lösungsweg ... ich bleibe Vater, werde nicht Lehrer.

    So kann der Sugo stundenlang köchelt und der Teig hat Zeit zum Aufgehen. Die Rolle der Eltern im Home-Schooling wird überschätzt. Die Kinder machen das zusammen mit ihren Lehrern. Haltet euch zurück!
    • Kong 29.04.2020 18:02
      Highlight Highlight Ich gebe Dir absolut Recht. Bei den ganz Kleinen ist sicherlich nebst der Struktur auch Controlling & Motivation ein Thema. Wir dtellen fest, dass bei 3 Kids die LPs sehr unterschiedliche Ansätze wählen u d die Kids vom Typ her auch verschieden darauf ansprechen.
    • bebby 29.04.2020 19:40
      Highlight Highlight Offenbar haben hier die meisten eigenmotivierte Kinder. Wenn die Kinder nicht sonderlich motiviert sind, dann ist ein Lehrer besser, weil er mehr Distanz hat als die Eltern und damit auch mehr Druck erzeugen kann.
    • Garp 29.04.2020 22:27
      Highlight Highlight Druck ist nicht seh motivierend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Elmas Lento 29.04.2020 12:38
    Highlight Highlight Bin zwar selbst nicht betroffen, sehe aber bei Kollegen dass da teilweise ganz "banale" Probleme eine echte Herausforderung sind. Als Beispiel: Vater arbeitet 80%, jetzt im HomeOffice, Mutter arbeitet 60% auswärts, Sohn und Tocher beide schulpflichtig, aber nur ein arbeitstauglicher PC. Da ist es schon eine Herausforderung die PC Nutzung aufzuteilen damit alle ihre Aufgaben erledigen können. Das dann noch mit den Betreuungsaufgaben zu kombinieren erfordert ein sehr gutes Zeitmanagement.
    • ChillDaHood 30.04.2020 09:59
      Highlight Highlight Ich würde als allererstes bei der Schule anfragen, ob ein Leihgerät verfügbar ist (ist häufig so, werden aber nicht genommen). Dann bei Kollegen...
  • frohwanda 29.04.2020 12:35
    Highlight Highlight Zu 8: Der Unterschied ist nicht nur das Umfeld, sondern die Art zu lernen. Kompetenzorientierter Unterricht ist per Distanz noch viel schwieriger. Je kompetenzorientierter umso mehr müssen wohl die Eltern mal einspringen/unterstützen. Je eher es um reines Wissen eintrichtern geht, umso bequemer ist es für Eltern und Lehrer. Wobei - wenn die Kinder (zu Recht) rebellieren, ist es auch für die Eltern bald ungemütlich. Man kann auf alle Fälle im Moment gut sehen wie die verschiedenen Lehrer „ticken“.
    • ursus3000 29.04.2020 14:43
      Highlight Highlight Ja die kleinen Kinderkönige rebellieren zurecht , weil Lehrer , weil Eltern , weil Gesellschaft , weil Kinder komptetenzorierntiert
  • nass 29.04.2020 12:29
    Highlight Highlight Meine Erkenntnisse mit drei Kids in drei unterschiedlichen Schulstufen. Lehrer die sonst schon guten Unterricht machen, die Kids begeistern können, können das auch jetzt. Es steht und fällt mit den Lehrpersonen.Man könnte viel mehr Stoff in kürzerer Zeit vermitteln wenn man mehr im Fernunterricht unterrichtet. Es entspricht viel mehr dem Biorythmus der Kids wenn sich nicht schon um 6:00 aus dem Bett müssen. Kinder sind anpassungsfähig und sie haben fürs Leben gelernt, dass in die Schule gehen keine Strafe sondern ein Privileg ist.
    • Dan Rifter 29.04.2020 15:21
      Highlight Highlight Man könnte noch viel, viel mehr Stoff vermitteln, wenn alle Kinder gleich wären.

      Also gleich und schlau.

      Sind sie aber nicht.
      Merkst du was?
  • H1tchh1k3r 29.04.2020 12:13
    Highlight Highlight Patrick, du sprichst mir/uns aus der Seele. wir beide (180% Stellenprozent) arbeiten seit 8 Wochen permanent zuhause. Zusammen mit Homeschooling unserer Erstklässlerin ergeben sich oftmals Spannungen und gereizte Situationen...
    Daher: ja, wir alle sind froh, wenn die Schule wieder ihre Pforten öffnen.
  • Vecchia 29.04.2020 12:03
    Highlight Highlight Der Kommentar der Tochter ist der "küülste"! :-)

    Und sonst: so einfach ist das eben nicht mit dem Eintrichtern von Schulstoff. Eltern, die dem modernen Leistungsdenken unterliegen und ihr Kind schon als "Doktor Professor Oekonomie" sehen, müssen jetzt selbst Druck auf den Nachwuchs ausüben, statt Lehrer dafür verantwortlich zu machen. Einige werden dies tun...
    Ich würde mir den Kindern zuliebe im ganzen Schulsystem mehr Zeit und Gelassenheit wünschen.
    • benn 29.04.2020 12:43
      Highlight Highlight Genau, wir sind ja schon europäisches schulmittelmass, und die studierten chefs können wir mit der personenfreizügigkeit reinholen. gute idee, noten brauchen wir dann auch keine und jeder praktiziert selbstorganisiertes lernen, genauso wie er/sie lust und laune haben.
    • Derdada 29.04.2020 14:42
      Highlight Highlight @benn Ich hoffe du bist nicht Vater. Denn starken Leistungsdruck bei Kindern ist kontraproduktiv. Schüler zu fördern ist wichtig, sie aber mit Überforderungen zu stressen, schadet ihrem Selbstwertgefühl. Wenn Kinder in einem guten Verhältnis mit sich selber stehen, erst dann werden sie es schaffen sich in der heutigen Gesellschaft zurechtzufinden und möglicher Weise auch zu grossen Persönlichkeiten heranwachsen, die die erwähnten wichtigen Arbeitsplätze belegen können.
      Deine Erziehungsansicht würde das Selbstwertgefühl bei vielen Kindern verringern.
    • Vecchia 29.04.2020 15:32
      Highlight Highlight "...und die studierten chefs können wir mit der personenfreizügigkeit reinholen."

      Selbstverständlich kannst Du versuchen, alle CHer zu Akademikern und CEOs zu machen (peitschen, zwingen, Titel erkaufen...).
      Dann musst Du einfach für alle andern Jobs die Personenfreizügigkeit bemühen...

      Ich hielte es allerdings für klug, endlich zu begreifen, dass es alle braucht und das alle ein anständiges Einkommen verdient haben.

      Der Arzt kann übrigens einpacken, wenn die Kehrichtmänner den Abfall nicht mehr entsorgen...Hat mir mein Hausarzt gesagt, ist ein paar Gedanken wert. Gerade jetzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gondeli 29.04.2020 11:59
    Highlight Highlight Leseverständnis, Rechtschreibung und Math Math Math Math Math! Alles andere ist Zeitverschwendung in der Heimschulung.
    • Lioness 30.04.2020 01:30
      Highlight Highlight Sie vergessen Englisch, Französisch und Deutsch.
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 29.04.2020 11:54
    Highlight Highlight Lieber Patrick,

    Vielen Dank für diesen interessanten und ehrlichen Einblick in das Leben mit homeschooling. Der hat mir sehr gut geholfen, mich in die Lage aller Eltern mit schulpflichtigen Kindern hinein zu denken.

    Daher möchte ich ein riesengrosses Kompliment an alle Eltern die sich dieser Situation stellen aussprechen.
    Danke für Euren Einsatz und viel Kraft für die nächsten 2 Wochen!
  • bokl 29.04.2020 11:48
    Highlight Highlight Zu Punkt 4:
    Das Leben ist generell «gemein» und «fies». Je früher die Kinder dies lernen, desto besser.

    Dazu noch ab und zu noch ein Zückerchen - z.B. länger aufbleiben - für die Grossen und gut ist.
    • Lucernefan 29.04.2020 12:57
      Highlight Highlight das ist ein bisschen sehr einfach gedacht.... schade
    • Garp 29.04.2020 14:52
      Highlight Highlight Auch Kinder können einsehen, dass der Kleine halt träumen darf. Sie durften ja auch, als sie klein waren. Man könnte sie ja mit zum Mittagsschlaf schicken. 😂

      Empathische Kinder maulen zwar auch, aber sie zeigen schon auch Einsicht. Damit dass das Leben fies und gemein ist, hat höchstens zu tun, dass sie ihre Gspänli nicht sehen können.

      Kinder brauchen Vertrauen ins Leben, ich hoffe Du hast keine eigenen, bokl.
  • Atavar 29.04.2020 11:47
    Highlight Highlight Wäre doch eine schöne Konsequenz, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Folge stärker gefördert würde.

    Mir gefällt:
    - Eltern wird gezeigt, dass Lehrpersonen einen durchaus fordernden Beruf haben
    - Einzelne Lehrpersonen erkennen, dass ihre Methoden nicht genügen (wer hatte nicht schon Lehrer, die exakt das Gleiche über Jahre exakt gleich "vermitteln"?)
    - Homeschooling und damit digitales Lernen erhalten massiv Vorschub

    Wenn wir hinschauen & hinhören können wir viel von dieser Kriese profitieren.
    • bebby 29.04.2020 19:28
      Highlight Highlight Ich hoffe, man lernt daraus auch, dass digitale Apps noch lange kein Ersatz sind. Was habe ich mich damit schon herumgeärgert.
  • Raymond Wiedmer 29.04.2020 11:33
    Highlight Highlight ACHTUNG: Homeschooling ist nicht gleich Fernunterricht!

    Beim Homeschooling werden die Schülerinnen und Schüler von ihren Eltern zuhause Unterrichtet.
    Play Icon
  • Quo Vadis 29.04.2020 11:25
    Highlight Highlight Um es mit den Worten einer israelischen Mutter zu sagen...
    Play Icon
    • bebby 29.04.2020 19:26
      Highlight Highlight Diese Mutter war diese Zeit immer ein grosser Trost für mich:-)
  • ursus3000 29.04.2020 11:23
    Highlight Highlight Home Schooling ist für die Eltern wahrscheinlich lehrreicher als für die Kinder , jedoch aus anderen Gründen
    • Lioness 30.04.2020 01:35
      Highlight Highlight Es ist auch in Echt, vom Schulstoff her sehr lehrreich. Beim Huberquiz hätte ich den Chloderich sonst nie gewusst. Danke, Lehrer meiner Tochter und dem NMG Unterricht zum Thema Mittelalter.
  • Michele80 29.04.2020 11:21
    Highlight Highlight Zu 2: man wird momentan immer SuS haben die "abtauchen", die man unter den gegebenen Umständen nur unzureichend erreichen und unterstützen kann. Und an den Übergängen kann das durchaus problematisch sein. ABER, die Schulzeit ist lang, ich gehe davon aus, dass engagierte LPs die allermeisten davon im Herbst wieder hochziehen können und längerfristig das wenig Schaden anrichtet. Schichtbedingte Ungleichheiten bleiben, das ist ganz klar! Die waren aber auch vor Corona schon Tatsache und das ist eigentlich im Grunde viel bedenklicher.
    • niklausb 29.04.2020 11:52
      Highlight Highlight Ich habe das gefühl das es da noch eine 3. Gruppe gibt und zwar Kinder von Eltern die kein bzw. nur sehr wenig deutsch/französisch/italienisch können und somit ihren Kindern beim Heimunterricht nicht gross helfen können. Bzw. Bei denen die Kinder dann auf der Stelle treten bei der sprachlichen Entwicklung weil daheim nur Muttersprache gesprochen wird.
    • Michele80 29.04.2020 14:01
      Highlight Highlight Ich betreue zwei solcher Kinder. Diese Schwierigkeit ist den LPs bekannt, weil ja nicht neu sondern nur verschärft. Hier wird v.a. die DAZ-LP als Unterstützerin hinzugezogen und bietet auch mal 1:1 Hilfe. Rein theoretisch ist es aber scho so, dass der Unterricht von der LP so gestaltet werden sollte, dass die Eltern nicht zu den neuen Lerncoachs werfrn müssen. Struktur geben ja, unterrichten sollten sie aber gar nicht erst müssen, unabhängig der Sprache.
    • Michele80 29.04.2020 14:13
      Highlight Highlight SuS = Schülerinnen und Schüler. Weil man sich sonst die Finger krumm tippt 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amadeus 29.04.2020 11:13
    Highlight Highlight Als Lehrer hoffe ich, dass drei Sachen passieren, wenn die Schüler zurück sind.

    Eltern hören auf, mir zu erklären, wie ich meinen Job machen muss.
    Eltern merken, dass ihr kleiner Sonnenschein halt manchmal wirklich nicht so schlau ist, wie sie mir immer erzählt haben.
    Eltern verstehen, dass guter Unterricht nicht immer ganz so einfach ist

    • SIEGLINDE 29.04.2020 11:46
      Highlight Highlight Leider liegt es doch auch an den Lehrkräften! Mein Sohn ( Berufsschule) kam mit dem Satz nach Hause ,, vergesst das was ihr in der Pflichtschule gelernt habt ,denn die Lehrer dort sind KEINE FACHLEHRER,,
    • Pitefli 29.04.2020 11:48
      Highlight Highlight Das wünsche ich mir auch sehr für euch. Vorallem Nr. 2.
      An dieser Stelle viele Dank an alle Lehrer. Noch nie war ich so froh dass meine Kinder noch nicht schulpflichtig sind.
    • H1tchh1k3r 29.04.2020 12:14
      Highlight Highlight wie viele Eltern wohl jetzt gemerkt haben: "der Lehrer ist ja gar nicht schuld."
    Weitere Antworten anzeigen
  • anundpfirsich 29.04.2020 11:10
    Highlight Highlight Ja nun merken viele Eltern mit dem Homeschooling, dass doch nicht die Lehrer die Bösen sind.
    • Selbstverantwortin 29.04.2020 14:40
      Highlight Highlight Und manche merken auch, dass nicht die Kids das Problem sind.

Wer sagt, im ÖV sei es langweilig, der lügt! 27 Bilder als Beweis

Das BAG hat die Home-Office-Empfehlung wieder aufgehoben. Die logische Schlussfolgerung: Die Anzahl Personen in den Zügen, Trams und Bussen wird wieder steigen. Das Gute daran: Im ÖV gibt es immer einiges zu sehen! Diese Woche noch ohne Maske...

(Wir haben im Nachhinein zwei Bilder entfernt, weil sie etwas unpassend waren. Exgüse.)

(smi)

Artikel lesen
Link zum Artikel