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Mohammed Mustafa Memeti

Der Berner Imam, Mustafa Memeti, über den Hassprediger in Winterthur: «In unserer Gesellschaft hat es keinen Platz für Prediger, die zu Mord aufrufen.» Bild: André Albrecht

Nach der Verhaftung des Imams ist man sich einig: «Ein Aufruf zu Mord ist unmenschlich»

Die Reaktionen von Politikern reichen von«bestürzt» bis «nicht überrascht». Der Berner Imam Mustafa Memeti verurteilt den Mordaufruf scharf.

 fabio vonarbug / Aargauer Zeitung



Die An’Nur-Moschee in Winterthur bot in den letzten zwei Jahren viel Raum für Spekulationen. Die grosse Frage: Was wird im Gotteshaus gepredigt? Nun scheint die Zürcher Staatsanwaltschaft Fakten zu haben – zumindest zum 21. Oktober.

An diesem Tag soll Imam Shaik Abdurrahman auf Hocharabisch dazu aufgerufen haben, jene Muslime zu töten, welche die Gebetszeiten nicht einhalten oder nicht zum gemeinsamen Gebet erscheinen.

«Am Kragen packen»

«Ich wünsche der Staatsanwaltschaft, dass sie genügend Beweise sammeln konnte, um den Herrn endlich am Kragen packen zu können», sagt Peter Regli. Der ehemalige Chef des Schweizerischen Nachrichtendienstes forderte im September gegenüber der Zeitung «20 Minuten», man müsse die salafistische Bedrohung «endlich ernst nehmen».

Er sieht seine Aussage bekräftigt: «Seit einer Weile spricht man von dieser Moschee. Kurt Pelda hat sich dazu geäussert und auch Saïda Keller-Messahli – beide sehr kompetent in diesem Bereich. Sie sind sich einig: Man hätte schon lange zugreifen sollen.» Als besorgter Bürger sei er sehr dankbar für die gestrige Polizeiaktion.

Auch FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger (AG) befürwortet das Durchgreifen der Polizei. Einer vorübergehenden Schliessung der Moschee steht die Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission nicht abgeneigt gegenüber. «Die derzeitigen gesetzlichen Grundlagen sind jedoch ausreichend.» Dem stimmt Nationalrat Jakob Büchler (CVP/SG) zu, den der Mordaufruf «bestürzt».

Zwang zur Landessprache

Er sei nicht überrascht, sagt hingegen Nationalrat Walter Wobmann (SVP/SO) und fordert Massnahmen. Das Problem sei zu lange zur Seite geschoben worden. «Vor allem muss man die Imame zwingen, in einer Schweizer Landessprache zu predigen.»

«Es kann nicht sein, dass ein Imam auf Hocharabisch predigt und wir keine Ahnung haben, was er sagt.»

Peter Egli

Eine Forderung, die man gestern von vielen Seiten hörte. So kann auch Büchler der Idee einiges abgewinnen, und Peter Regli meint: «Unbedingt. Es kann nicht sein, dass ein Imam auf Hocharabisch predigt und wir keine Ahnung haben, was er sagt.»

Peter Regli, ehemaliger Chef des Geheimdienstes, spricht an einer Veranstaltung in Zuerich am Mittwoch, 3. Oktober 2012. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Peter Regli, ehemaliger Chef des Schweizer Nachrichtendienstes, befürwortet den Zwang zur Landessprache.  Bild: KEYSTONE

Der ehemalige Chef des Schweizerischen Nachrichtendienstes nimmt die Muslime in die Pflicht. Regli hofft, dass der gestrige Tag sie wachrüttelt. «Es wird Zeit, dass sich die schweigende Mehrheit unserer Muslime endlich zu Wort meldet und sich offen gegen die Salafisten stellt. Denn diesen Kampf können wir nur gemeinsam gewinnen.» Sobald es in der Schweiz zu einem Terroranschlag käme, sei es dazu zu spät. «Dann werden alle in der Schweiz lebenden Muslime an den Pranger gestellt.»

Muslime beziehen Stellung

Auch Mustafa Memeti fordert Muslime dazu auf, solche Aussagen öffentlich anzuprangern, und macht es vor: «In unserer Gesellschaft hat es keinen Platz für Prediger, die zu Mord aufrufen», sagt Memeti, selber Imam und Leiter des Muslimischen Vereins Bern. «Ein Aufruf zu Mord ist unmenschlich. Er gehört weder in eine Moschee noch sonst irgendwohin.» Religion solle die Menschen beruhigen und nicht provozieren.

Die Bilder zur Razzia in Winterthur

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