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22 Touristen aus der Hölle, die Respekt vor gar nichts haben

Massentourismus und Lokalkultur vertragen sich per se nicht. Doch dann gibt es noch vereinzelte Vollidioten (und nein, für dieses Wort muss man sich in diesem Kontext nicht entschuldigen), welche diese Divergenz auf die Spitze treiben.



Das Phänomen ist definitiv kein Novum: Touristen kommen in Massen, reissen sich alles unter den Nagel, was als «authentisch» gilt, glauben für ein paar Tage (oder Stunden) wie locals zu leben, steigen in ihre Cars und hinterlassen eine malträtierte Lokalkultur, geschunden von ihrer Ignoranz.

Ein Beispiel hierfür lieferte letztens eine Influencerin, die sich in Bali mit heiligem Wasser bespritzen liess – ein Affront erster Güte für die lokale Bevölkerung. Auch in Europa fürchten sich immer mehr Städte vor touristischem Imperialismus und ergreifen Massnahmen. Hier 22 Beispiele, die zeigen, dass das womöglich gar keine allzu schlechte Idee ist.

Der Uluru (oder «Ayers Rock») befindet sich in der zentralaustralischen Wüste. Also eigentlich irgendwo im Outback. Natürlich heisst das keineswegs, dass er deswegen vor Touristen sicher ist, ...

Ayers Rock bei Sonnenuntergang

Bild: wikimedia

... wie diese Bilder zeigen. Bitte Schild beachten:

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Schild im Vordergrund: «Wir, die Anangu, traditionelle Eigentümer, haben Folgendes zu sagen: Uluru (Kolonialname Ayers Rock, Anm. d. Red.) ist heilig in unserer Kultur. Es ist ein Ort grossen Wissens. Gemäss unseren traditionellen Gesetzen ist Klettern nicht gestattet.» Bild: reddit

Kann man ja mal übersehen, ne. Ausser man hat sich zuvor den Wikipedia-Artikel darüber angesehen, der bereits im zweiten Satz auf die Heiligkeit des Berges im Aborigine-Glauben verweist. Ab Ende Oktober 2019 soll das Bergsteigen allerdings gesetzlich verboten werden. Ob sich jemand daran hält, wird sich zeigen.

Süss, wie Kindern spielerisch das tierische Wildleben näher gebracht wird:

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Bild: reddit

Angeblich handelt es sich bei der Schildkröte im Bild um die streng unter Schutz gestellte Echte Karettschildkröte im «Sabah Wildlife Department» in Malaysia.

Das Bild zirkulierte Anfang dieses Jahres in den sozialen Medien, die zuständigen Behörden versuchten den Fall zu prüfen, ohne aber die schuldigen Personen identifizieren zu können. Zudem konnte nicht festgestellt werden, wann und ob sich der Vorfall tatsächlich dort zugetragen hat.

Höhlen sind langweilig. Ausser man gestaltet sie mit:

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gif: youtube

Auf dem Gif ist ein Besucher der «Jiulong Cave» in der chinesischen Guizhou-Provinz zu sehen, der nonchalant einen rund 10 Mio. Jahre alten Stalagmit wegtritt. Wieso auch nicht, wenn man's kann?

Hach, die «Queen's Guard», ein beiläufiges Relikt längst vergangener Tage. Da kann man auch mal etwas näher ran gehen:

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gif: reddit

Dieses Video machte vor zirka einem Jahr ebenfalls die Runde auf Social Media und ist die Antwort auf die Frage deiner diabolisch-verführerischen Stimme im Kopf, «was wohl passieren würde, wenn ich mich einfach in den Weg stelle?»

Immerhin: dümmer geht's n-

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gif: reddit

Würden alle Menschen dieser Erde ihre beiden Hände zur Verfügung stellen, so hätte man exakt die Hälfte aller Facepalms, die es brauchen würde, um diesen Vorfall angemessen zu kommentieren.

Oh, nein, diese armen Seesterne können im Wasser doch nicht atmen! Schnell, auf den Sand mit ihnen!

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Bild: reddit

Vermutlich für Zwecke der Instagram-tauglichen Fotografie haben diese unbekannten Touristen Seesterne auf dem Strand angeordnet. Seesterne gelten als sehr fragile Lebewesen, die nicht angefasst und schon gar nicht aus dem Wasser gehoben werden sollten.

Sonst noch jemand gute Ideen für eine adäquate Foto-Pose? In Auschwitz?

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Bild: reddit

Die Geschmacklosigkeit dieses Bildes muss nicht erklärt werden. Hoffentlich.

Ah, voilà, sehr würdevoll. Und dann auch noch ab auf Instagram damit!

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Bild: reddit

Dito.

Diese Abgrenzung des Strandes vor dem Nistplatz der Schildkröten? Ah, die ist bestimmt dazu da, um darauf hinzuweisen, dass die Schildkröten nach Gesellschaft lechzen!

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Bild: reddit

Nistplätze für Schildkröten sind ein wenig wie Pierluigi Collina: Wenn man auch nur einen Hauch gesunden Menschenverstand hat, respektiert man sie. Aber hey, die Absperrung ist weder zwei Meter hoch noch unter Strom gestellt. So wichtig kann es also nicht sein.

Wir lernen: Wenn du Nistplätze siehst, dann denk an dieses Gif ...

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Pierluigi 😍 Gif: imgur

Nichts geht über eine Rast auf den nicht zu betretenden Stufen eines heiligen Tempels:

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Bild: reddit

Die südostasiatische Fülle an spektakulären Tempeln allein ist atemberaubend. Da ist auch Kambodscha, wo dieses Bild angeblich entstanden ist, keine Ausnahme. Und klar ist es als Aussenstehende*r einer Kultur schwierig, sich allen Verhaltensregeln und Normen gewahr zu sein.

Dennoch lässt so ein Schild subtil vermuten, dass es nicht so wirklich gewünscht wird, sich hier hinzusetzen:

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«Nicht betreten.»

Wenn du die Schönheit und Grazie freier Tiere unbedingt deinen Liebsten zuhause zeigen willst:

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Bild: reddit

Füttern und anfassen verboten? Niemand hat was von Bondage-Fotografie gesagt.

«Hey, Kinder! Aber ganz sicher nicht! Nicht, ohne dass ich ein Foto von euch mache!»

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gif: youtube

Das Video stammt von den Sicherheitskameras des «Museum of Glass» in Shanghai. Wie sprachaffine Leser bereits korrekt vermuten, handelt es sich beim Englischen Terminus «Glass» um das Pendant zum deutschen Wort «Glas». Das gilt in der Regel als tendenziell zerbrechlich, ähnlich wie Absperrungen tendenziell als Zutritts-Verbot gelten. Vollpfosten.

Der Trick in Museen ist es, alles kritisch zu hinterfragen. Zum Beispiel all die «Vorsicht, zerbrechlich. Nicht anfassen»-Schilder:

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gif: youtube

Das Video stammt aus dem «National Watch and Clock Museum» (USA). Das Museum hat das Video (mit dem subtilen Titel «Please Don't Touch!!!») selbst auf Youtube geladen. Als Prävention vermutlich.

Aber das ist natürlich einfacher gesagt als getan, denn wer verspürt bei filigran konzipierten Uhren schon nicht den Drang, mal ein wenig daran rumzufingern?

Da reden sie immer von allmächtigen Göttern, aber nicht mal aufräumen kann der!

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Bild: imgur

Dieser Tempel hat in seinen rund 800 Jahren Unwettern, Kriegen und zahlreichen anderen Widrigkeiten getrotzt – da wird er wohl mit diesem Picknick-Müll auch fertig werden.

In Washington D.C. hat man leider nur sehr wenige Möglichkeiten, seine Schweiss-Füsse zu waschen. Die wenigen Chancen wollen darum genutzt werden!

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Bild: reddit

Unwichtige Randnotiz:

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«Respektiere unsere Veteranen. Keine Münzen in den Brunnen werfen. Kein Waten im Brunnen.»

Man mag ja vom amerikanischen Kriegs-Patriotismus halten, was man will. Vielleicht ist es aber als Tourist ja gar nicht mal so schwierig, diese Kultur einfach so zu akzeptieren, wie sie nun mal ist. Und ergo nicht in Denkmälern gefallener Soldaten zu waten.

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«Italien stoppt britische Touristin mit Mosaik-Fliesen aus Pompeji.» Bild: screenshot bbc

Die junge Britin hat im Frühling dieses Jahres probiert, Mosaik-Fliesen aus dem «Casa dell'Ancora» in Pompeji zu stehlen, ehe sie von der italienischen Polizei erwischt wurde. Im Zuge ihres Versuchs hat sie die Fliesen herausgeschnitten, wobei sie beobachtet wurde.

Der Wert des Diebstahls belief sich gemäss Angaben der Behörden auf rund 3000 Euro. Aber he, diese Fliesen braucht doch eh niemand mehr hier ...

«Kuck mal, wie nahe ich an dieses Tier mit dem spitzen Geweih ran komme!»

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gif: reddit

Wieder mal etwas aus der Kategorie «Bleib einfach auf dem verdammten Weg, pfetelli!» ... In Nationalparks nehmen es sich Touristen zusehends heraus, einfach mal ein wenig näher an die Tiere zu kommen. Gerne auch mal mit den Händen im Hosensack. So richtig ... charmant.

Wenn die alten Byzantiner schon ihre Geschichten auf Wandzeichnungen verewigen durften, darf ich wohl auch noch alle wissen lassen, dass ich hier war:

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Bild: reddit

Wer wo war, wer wo eine gute Zeit hatte und wer wen für immer lieben wird, scheinen die drei Aspekte touristischen Lebens zu sein, die unbedingt archiviert werden müssen. Ob am Busunterstand in Oberengstringen oder einer jahrtausendealten Stätte der Byzantiner, ist dabei egal.

Dasselbe mit anderen Schriftzeichen:

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Bild: imgur

Egal. Ägyptische Kultur gibt's ja eh noch genug.

Und hier noch im Special-«Wildlife»-Format:

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Bild: reddit

«Pius-Ingeborg hat diesen Baum gesehen». Cool, Pius-Ingeborg, ich hoffe, dir hat der Baum gefal- Oh. Du hast sogar geschrieben, dass er dir gefallen hat. Danke, Pius-Ingeborg. Du Hanswurst.

Die Absperrung am unteren Bildrand lässt den Rückschluss zu, dass die Zugänglichkeit dieses Felsvorsprungs etwas beschwerlich ist. 3/5 Punkten.

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Bild: reddit

Es reicht halt nicht mehr, Dinge so zu sehen, wie sie andere bereits gesehen haben. Man will ja etwas Einzigartiges. Da kann man auch mal etwas an die Grenze gehen. Idealerweise mit Flipflops oder sonstigen Touri-Latschen.

Vielleicht zum Abschluss einfach noch ein wenig schadenfrohe Genugtuung:

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gif: reddit

Sie ist entschuldigt. Es hatte ja kein Schild.

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