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Champagne! Tout le monde! Heute gibt's Mimosa, French 75 und Co.

Bild: watson/eng

watsons Cocktail Basics heute mit einem Dreierpack: Drei Drink-Klassiker mit Champagner – perfekt für die Festsaison! Cheers, allerseits!



Grundsätzlich darf man der Meinung sein, dass ein guter Champagner einfach so getrunken werden sollte. Nichtsdestotrotz gehören die alt-ehrwürdigen Champagner-Cocktails zu den absoluten Drinks-Klassikern. Und, hey, sie sind nun mal doch sehr, sehr fein. Zudem so was von passend für die Weihnachts-Apéros und Co. der Adventszeit!

Heute gibt's drei absolute Klassiker: Champagne Cocktail, French 75 und Mimosa. Allesamt easy zu bewerkstelligen, wie der Autor in den Videos beweist oder auch nicht. Folgendes im Voraus:

Los geht's!

Champagne Cocktail

1 Zuckerwürfel
ein paar Schuss Angostura Bitters
evtl. 1 cl Cognac
Champagner

Ein Zuckerwürfel in ein eisgekühltes Champagner-Flûte geben und mit Angostura beträufeln. Das Glas mit Champagner auffüllen.

Video: watson/Oliver Baroni, Emily Engkent

Gott, ist der Baroni unfähig! Egal – nun weisst du, auf was man aufpassen muss (vorsichtig einschenken!).

«Einer der ganz alten Cocktails», heisst es gemeinhin. Wie alt? Gehörig alt. Die Szene in «Casablanca» (1942), etwa, wo Bogart «Here's looking at you, kid» sagt? Die trinken das dort.

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Bild: giphy

Der klassische Champagne Cocktail wie wir ihn heute kennen, also mit Angostura und den fakultativen Schuss Cognac, ist wohl seit der Jahrhundertwende standardisiert. Die Ursprünge gehen aber bis Mitte 19. Jahrhundert zurück. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich 1855 im Reisebericht «Panama in 1855. An Account of the Panama Rail-road, of the cities of Panama and Aspinwall with sketches of life and characters on the Isthmus» von Robert Tomes. Er schreibt:

«Ich bekenne mich zu dem Glauben, dass das Trinken von Champagner-Cocktails vor dem Frühstück und das tägliche Rauchen von 40 Zigarren einen übermässigen Genuss der guten Dinge dieser Welt darstellt.»

Es folgt eine Beschreibung der Zutaten und Zubereitung, die sich so ziemlich mit den heutigen decken – ausser beim Glas. Tomes geniesst seinen Drink aus einem Whisky-Tumbler. Doch es ist Cocktail-Urvater Jerry Thomas, der in seinem «The Bon Vivant's Companion Or How to Mix Drinks» erstmals das eigentliche Rezept liefert.

In der Erstausgabe 1862 verlangt Thomas ebenfalls nach einem Tumbler als Glas, doch in späteren Ausgaben wechselt er zu einem «goblet», was dem damaligen bauchigen Champagner-Coupe entspricht. Flûtes wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts populär.

French 75

3 cl Gin
2 cl Zitronensaft
1 cl Zuckersirup
Champagner

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in einen mit Eisstücken gefüllten Cocktailshaker geben, gut schütteln und in ein Champagner-Glas abseihen; mit Champagner auffüllen. Nach Belieben mit etwas Zitronenzeste garnieren.

Video: watson/Oliver Baroni, Emily Engkent

Tja, der Baroni schüttelt die Primärzutaten nicht vorher im Mixbecher, was zwar nicht verboten, aber eben heikler zu mixen ist. Schlampig halt, einmal mehr.

Namensgeber des French 75 ist die canon de 75 mm modèle 1897, jener französischen Feldkanone des Ersten Weltkriegs, das als erstes modernes Artilleriegeschütz und als Symbol für das Aufhalten der deutschen Invasion gilt.

Somit darf man annehmen, dass der gleichnamige Cocktail während des Ersten Weltkriegs auftauchte. Tatsächlich existierten Drinks mit ähnlichen Zutaten aber bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Als Erfinder des French 75 gilt einer, der in den watson-Cocktail-Basics öfters aufgetaucht ist (Sidecar, Bloody Mary): Harry MacElhone von der Harry's New York Bar in Paris. Die erste schriftliche Erwähnung ist dementsprechend auch in MacElhones im Jahr 1922 erschienenen «ABC of Mixing Cocktails» zu finden.

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Bild: amazon

So. Und nun für alle, die Brunch lieben (wie ich):

Mimosa

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Bild: shutterstock

Einer der bekanntesten Morgen-Cocktails; einer, nämlich, der perfekt zu den Eggs Benedict oder zum Rauchlachs passt. Oder eben auch zum Advents-Apéro! Einfacher geht's kaum:

Orangensaft
Champagner
Evtl. 1 TL Grand Marnier

Orangensaft in ein gekühltes Champagner-Flûte geben. Mit Champagner auffüllen. Bei Bedarf etwas Grand Marnier beigeben.

Video: watson

Okay, hier muss man der Vollständigkeit halber den Buck's Fizz erwähnen, da er identische Zutaten hat. Beim Buck's Fizz ist das Verhältnis Champagner-Orangensaft 2:1, beim Mimosa 1:1. Buck's Fizz ist eher in Grossbritannien beliebt, Mimosa eher in den USA. Tja, die Briten wieder – mehr Alk. Dafür pflegen etliche Frühstücks-Restaurants in den USA die schöne Tradition der bottomless Mimosas für einen Pauschalpreis. Item.

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Frank Meier vom Hôtel Ritz. Bild: thedailybeast.com

Der knapp ältere Buck's Fizz wurde 1921 im Buck's Club in London erfunden (woher je nach Quelle auch der Sidecar stammt). Und zwar aus dem einfachen Grund, den Herren eine Ausrede zu geben, vor dem Mittagessen mit dem Trinken zu beginnen. Der Mimosa soll vier Jahre später erfunden worden sein – und zwar von Frank Meier, Barchef des Pariser Hôtel Ritz an der Place Vendôme von 1921 bis nach dem Krieg, zeitweiliger Spion, Résistance-Agent und Hemingway-Intimus. Meier beanspruchte aber nie die Erfindung für sich, obwohl die erste schriftliche Erwähnung in seinem Buch «The Artistry of Mixing Drinks» zu finden ist.

Eine alternative These besagt, dass niemand Geringerer als Regie-Legende Alfred Hitchcock den Drink vermutlich in den 40er-Jahren kreiert hat. Ob das stimmt oder nicht, fest steht, dass er sicherlich dazu beigetragen hat, das Getränk in den USA zu popularisieren und es zum beliebtesten Brunchgetränk zu machen, das es heute ist.

Wer auch immer den Mimosa erfunden hat, benannt ist er nach einer hübschen gelb-orangen Blüte namens Acacia dealbata (die auf Deutsch interessanterweise als falsche Mimose bezeichnet wird). Diese Schnittblume soll besonders bei französischen Gärtnern beliebt gewesen sein, was die Geschichte des Ritz unterstützen würde.

Schöne Adventszeit, allerseits!

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin Whatison 08.12.2019 13:13
    Highlight Highlight 😂👍🏻
    Benutzer Bildabspielen
  • DrDeath 08.12.2019 11:56
    Highlight Highlight Ich habe immer gewisse Probleme damit, Mixturen aus nur zwei Zutaten als Cocktail zu betrachten. Demzufolge wäre ein Panaché oder ein Weißweinschorle auch ein Cocktail. Ich finde, ein bisschem muss auch was dahinter sein, wenn man das grosse Wort "Cocktail" dran schreibt. Bei den Preisen, die dafür abgerufen werden, frage ich mich sowieso jedes mal ernsthaft, wie die zu rechtfertigen sind. Bei solchen "Cocktails" schlägt das dann ernsthaft in ein "Die verarschen mich doch" um.
    • lilie 08.12.2019 13:46
      Highlight Highlight @DrDeath: Hm, ich schätze Schlichtheit und Raffinesse höher als die reine Anzahl der Zutaten.

      Gilt übrigens nicht nur für Cocktails.

      Und Cocktails enthalten in meinem Verständnis Hochprozentiges. Da müsste noch ein Schuss Brandy in den Apfelschorle oder ein bisschen Cointreau ins Panache (🤔🤢😅).
  • Kurt isch furt 08.12.2019 09:55
    Highlight Highlight Grausam, grausam.....Sowas kommt halt raus, wenn Banausen am Werk sind. Was kommt als Nächstes?? Romanee–Conti mit Himbeersirup und Sonnenschirmli oder oder Château Latour mit Cola und Eiswürfel?
  • Jamaisgamay 07.12.2019 23:57
    Highlight Highlight "..ist stets die trockene Variante gemeint." Aber hallo, 'sec' ist mit +17g RZ) weeeiiiit von weg trocken
  • TanookiStormtrooper 07.12.2019 16:36
    Highlight Highlight Der Baroni macht eine Schweinerei und die Camille muss es wegwischen. HALLO?!?

    Ausserdem haben Helene und ich gleichzeitig: "Ich hoffe der ist gesund" gesagt. 🤣

    #meile4french75doch
    • obi 08.12.2019 11:44
      Highlight Highlight Ich habe gefühlt 20 mal geputzt und ja Camille hat geholfen. She rocks.
    • TanookiStormtrooper 08.12.2019 12:18
      Highlight Highlight Dann wars wohl der Schnitt, der nur Camille zeigen wollte. 😏
      Da musst du intervenieren, sonst stehen wir Männer immer als Idioten da. 😉
  • What’s Up, Doc? 07.12.2019 16:13
    Highlight Highlight Hendrick's, einfach immer mein Favorit unter den Gin und das Beste, man bekommt den sogar im Laden mit den 4 orangen Buchstaben. Manchmal ist's eben doch ganz einfach.
  • lilie 07.12.2019 16:12
    Highlight Highlight Ich war der Meinung, dass der Casablanca-Spruch "Here's TO looking at you, kid" lautet, was wörtlich ungefähr "Ich trinke darauf, dich ansehen zu dürfen" lautet, frei übersetzt aber einfach nur "Prost" heisst.

    Kurze Internetrecherche ergibt, dass ich das "to" dazugedichtet habe, weil ich das automatisch in einem englischen Toast erwarte.

    Englisch ist aber auch eine unmögliche Sprache. Überall nur Ausnahmen. Können diese Engländer nicht EINMAL etwas konsequent durchziehen?! Mann. 🤨

    PS: Pst, ich liebe Englisch! Aber nicht weitersagen! 😉
  • lilie 07.12.2019 16:01
    Highlight Highlight Darf ich an dieser Stelle meinem Schrecken Ausdruck verleihen, dass Meister Baroni für seine Arbeit nicht einmal einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommt, sondern als Arbeitsplatzvagabund seine Kolleg*Innen belästigen muss, was bestimmt ganz ausserordentlich schädlich fürs wörpleiss inwirrement ist??? 😳
    • obi 08.12.2019 11:45
      Highlight Highlight My thoughts precisely.
    • dmark 08.12.2019 12:03
      Highlight Highlight Ich stelle mir gerade vor, wie Obi "angeheitert" mit einer Sackkarre, beladen mit den unterschiedlichsten Spirituosen in den Büros umher tingelt und Cocktails mixt...
    • lilie 08.12.2019 13:40
      Highlight Highlight @obi: Ich unterstelle dir jetzt einmal ganz frech, dass dir das Vagabundenleben ganz gut gefällt! 😁

      So ein bisschen den Wörkleissinwirrement-Rüpel spielen und den Leuten genüsslich auf den Sack gehen, während man ein paar Drinks mixt! 😆

      Und dafür auch noch bezahlt werden, was für ein Leben! 😅

      @dmark: So stelle ich mir das auch vor. 🤣

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