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Touchdown! Spektakulär fliegt Devonta Freeman in die Endzone. bild: ap

Akanjis Revier

Warum mich als Fussballprofi das Football-Virus gepackt hat

Fussball ist meine Leidenschaft, die ich zum Glück zu meinem Beruf machen konnte. Mit ihm beschäftige ich mich auch in meiner Freizeit, doch genauso begeistert verfolge ich die NFL.

Manuel Akanji
Manuel Akanji



Wie ich zum Football fand

Es ist nun vier, fünf Jahre her, da habe ich mir für die Playstation das American-Football-Game «Madden» gekauft. Ich begann es zu spielen, aber ich verstand die komplizierten Regeln nicht. Dann habe ich angefangen, NFL-Spiele zu schauen und so kapierte ich mehr und mehr. Seither bin ich angefressen.

Als Christian Pulisic noch beim BVB spielte, habe ich mich oft mit ihm über Football unterhalten, er ist ja Amerikaner. Jetzt wo er bei Chelsea ist, habe ich mit Roman Bürki einen anderen Teamkollegen, der sich auch für die NFL interessiert. Er war im Sommer im Training bei den Carolina Panthers zu Besuch und das hat ihn beeindruckt. Ich habe ihn dann ein bisschen «bearbeitet» und seither schaut Roman auch jedes Wochenende Football.

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BVB-Torhüter Bürki bei den Panthers. Video: YouTube/Borussia Dortmund

Weshalb mich Football begeistert

Die Regeln sorgen dafür, dass Action schon fast vorprogrammiert ist. Es passiert einfach immer viel, selten ist es wirklich langweilig. Natürlich gibt es auch einseitige Spiele. Aber wenn es Big Plays gibt, egal ob in der Offense oder in der Defense, dann geht das Stadion sofort voll ab, das gefällt mir.

Für die Spieler ist in jeder Situation viel Druck vorhanden, weil der Ballbesitz zum Gegner übergeht, wenn es einem Team nicht gelingt, in vier Versuchen zehn Yards Raumgewinn zu schaffen. So geht es häufig hin und her, das macht Football so spannend.

Gelati in den Ferien mit dem Trikot von Steelers-Wide-Receiver Antonio Brown.

Klar: Spektakel sieht man eher von der Offense. Die Verteidiger haben weniger Chancen, ein Big Play zu machen. Es ist eigentlich wie im Fussball: Es ist für die Abwehrspieler schwieriger zu glänzen als für die Angreifer. Mir gefällt es, wie das Publikum gelungene Aktionen der Defense anerkennt und sie ebenso laut bejubelt wie einen Touchdown. Im Fussball wirst du als Verteidiger zwar auch gefeiert, aber anders als im Football. Bei uns wird das Spiel ja auch nur nach einem Tor unterbrochen, nach einer gelungenen Abwehraktion geht es oft schnell wieder weiter.

Wem ich die Daumen drücke

Mein Lieblingsteam sind die Atlanta Falcons. Leider läuft es ihnen nicht mehr so gut, seitdem sie 2016 im Super Bowl gestanden sind. Als ich anfing, Football zu schauen, hat mich ihr Spiel sehr beeindruckt: Die Offense spielte extrem variantenreich, hatte viele verschiedene Plays, mit denen sie die Gegner überraschten.

Julio Jones ist einer der besten Wide Receiver der Liga, er ist mein Lieblingsspieler. Es ist noch witzig: Ich stellte erst im Nachhinein fest, dass auch viele meiner Kollegen und auch meine Cousins, die in den USA leben, Anhänger der Falcons sind.

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Mit vereinten Kräften versuchen die Detroit Lions, Julio Jones von den Atlanta Falcons zu stoppen. bild: ap

Wie ich die NFL verfolge

Ich bin selbstverständlich nach wie vor ein grosser Fussball-Fan. Die Champions League schaue ich eigentlich immer und am Wochenende die Spiele meiner Kollegen.

Mit einigen Freunden zusammen bin ich in einer Fantasy-Football-Liga, deshalb schaue ich auch immer genau, wie sich «meine» Spieler schlagen. Ich bin gut dran und hoffe natürlich, dass ich die Liga gewinnen kann.

Mehr Football-Geschichten:

Wenn immer möglich, schaue ich am Sonntag ab 19 Uhr NFL-Partien. Ich verfolge die «Red Zone», das ist eine Konferenz-Übertragung, damit ich alle Touchdowns mitbekomme. Das ist schliesslich auch wichtig für mein Fantasy Team.

Wie ich den Super Bowl Anfang Februar verfolgen werde, weiss ich noch nicht. Am Samstag spielen wir mit dem BVB gegen Union Berlin, am Sonntagabend ist der Super Bowl, am Dienstag schon das wichtige Pokalspiel gegen Werder Bremen. Natürlich würde ich das Saisonhighlight der NFL gerne live sehen, aber Borussia Dortmund geht immer vor. Ich muss genügend Schlaf haben, um fit zu sein für unsere Spiele. Auch wenn ich den Super Bowl noch so gerne sehen würde, muss der grosse Final hinten anstehen.

Wieso ich noch kein Spiel im Stadion sah

Die Saison überschneidet sich weitgehend mit unserer im Fussball. Aber einige NFL-Spiele finden ja jeweils in London statt und in diesem Herbst hätte mich Christian Pulisic einladen sollen, weil ich eine Wette gegen ihn gewonnen habe. Wir hatten in der Zeit aber so viele Spiele, dass es nicht drin lag. Schade, aber vielleicht klappt es nun im nächsten Jahr – ich vergesse bestimmt nicht, meinen Wettgewinn einzulösen!

Pulisic beim Spiel der Rams gegen die Bengals im Londoner Wembley-Stadion.

Die Stimmung in London ist wohl nicht mit jener in den USA zu vergleichen. Eines Tages werde ich bestimmt einmal dorthin reisen, um eine NFL-Partie im Stadion zu erleben.

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bild: sven germann

Akanjis Revier

Von Wiesendangen auf die grosse Fussballbühne: Manuel Akanji hat sich als Bundesligaspieler und in der Schweizer Nati etabliert.

In seinem Blog auf watson erzählt der 25-Jährige aus dem Leben eines Profifussballers. Unverblümt, authentisch, anekdotenreich – mit einem spannenden Einblick auf und neben das Spielfeld.

Mehr von Manuel Akanji gibt's hier:
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Akanjis Revier

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Der müde Joe
17.12.2019 13:23registriert October 2016
Ääähm, das Trikot der Falcons sieht aber anders aus, lieber Manuel!😉
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Baron Swagham IV
17.12.2019 13:06registriert February 2019
Um es in den Worten von Esume zu sagen: in der Abwehr geht's um jagen und erlegen.
Gut verteidigen ist eine rustikale Kunst. Im Gegensatz zum Fussball oder Basketball wird es im Football mehr gewürdigt.
Im Fussball ist die Abwehr meist einfach im Fokus wenn sie ganz wüst im Schilf steht. Und das unabhängig davon ob die Offensiven pressen oder einfach mässig elegant hin und her traben.
Gönn Dir sonst mal Nick Bosa- wuchtig, schnell und eine verdammt gute Antizipation🙏
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DerRaucher
17.12.2019 15:31registriert January 2016
Als ich 2008 anfing die NFL zu verfolgen, hat man so gut wie nie jemanden getroffen den das ganze auch interessiert. Gefühlt nahm das ganze dann ab 2012 zumindest in deutschland seine wende und startete ab 2015 mit ran auf pro7 maxx richtig durch. In der schweiz ist es leider noch ein weiter weg um hype technisch auf den stand von deutschland zu kommen. Medien berichten kaum, fanartikel gibts wenige bis gar nicht usw.
American Football macht einfach riesen Spaß und hat zumindest bei mir den Fußball immer mehr und mehr verdrängt.
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