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Die Anzeigetafel zeigt das Schlussresultat von 6:2 an nach dem Schweizer Fussball Cup Achtelfinal zwischen dem FC Winterthur und dem FC Basel 1893 im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Mittwoch, 17. Februar 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der Totomat lügt nie: Der FCB hat gegen Winterthur im Cup tatsächlich mit 2:6 verloren. Bild: keystone

Analyse

Aller schlechten Dinge sind drei – ab sofort spielt der FCB um das letzte bisschen Ehre

Der FC Basel scheidet im Cup gegen Winterthur beim 2:6 mit einer peinlichen Darbietung aus und verpasst damit auch das dritte Saisonziel. Eine Analyse zum Cup-Fiasko des FC Basel und dessen Logik im grossen Bild.

céline Feller / bz basel



Es knallt draussen. Die Fans lassen Böller los. «Sforza rauuuus!», rufen sie ins leere Joggeli. Der Baum brennt in Basel. Es sind Szenen, Sekunden bevor Valentin Stocker zum Interview erscheint. Als Einziger neben dem Trainer. Weder der CEO nimmt Stellung noch der Präsident. Letzterer ist gar nicht zugegen an diesem historischen Abend für den FC Basel.

Es ist ein Fiasko, das einer groben Aufarbeitung bedarf. Unter dem Motto «aller schlechten Dinge sind drei» verabschiedet sich der FCB bereits am 17. Februar vom dritten von drei Saisonzielen. Das europäische Geschäft? Bereits vor der Gruppenphase Geschichte. Die Meisterschaft? Spätestens seit vergangenem Sonntag und dem 0:2 gegen Zürich gelaufen. Und der Cup – nun ja, seit gestern.

Die beste Cup-Mannschaft der vergangenen zehn Jahre verabschiedet sich auf eine Art und Weise und vor allem mit einer Leistung, die ihresgleichen sucht.

Ein Wort reicht für die FCB-Darbietung:

Keinen Fuss bringt der FCB vor den anderen. Er zerfällt in seine Einzelteile. Stocker betitelt es als «einen Tiefpunkt». Es ist aber viel mehr DER Tiefpunkt, den dieser Klub in seiner jüngeren Geschichte erreicht hat. Die sportlichen Ziele sind futsch. Das Vertrauen der Fans in die Führung schon viel länger. Es mangelt diesem Klub an einem Konzept. Als Stocker dies im Pauseninterview sagt, meint er zwar das Konzept auf dem Rasen und in diesem Spiel.

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Der FCB geht gegen Winterthur unter. Video: YouTube/SRF Sport

Aber der Captain dürfte weiter greifen. Denn das Konzept fehlt dem Verein nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Personalpolitik. Wenig überraschend, wenn kein Sportchef eingesetzt ist. Aber es geht nicht nur um das nicht erkennbare Konzept bei der Kaderzusammensetzung. Sondern auch um jenes bei der Trainerwahl. Jeder der drei Trainer in der Burgener-Ära war eine jeweilige Überkorrektur seines Vorgängers. Auf Routinier folgt Rookie, dann wieder Routinier, wieder Rookie.

Eine klare Idee fehlt. Hinzu kommt, dass das einzige Konzept, welches der FCB mal hatte, über den Haufen geworfen wurde. «Für immer Rot-Blau» heisst dieses berühmte Dokument, welches aufzeichnet, wie der Verein mit Spielern aus den eigenen Reihen an alte Erfolge anknüpfen will. Aber seit Verpflichtungen wie jener von Amir Abrashi oder Pajtim Kasami beispielsweise hat dieses Konzept eindeutig nicht mehr die oberste Priorität.

Basels Spieler mit Timm Klose, Mitte, verlassen das Stadion nach dem Schweizer Fussball Cup Achtelfinal zwischen dem FC Winterthur und dem FC Basel 1893 im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Mittwoch, 17. Februar 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Timm Klose und seine FCB-Kollegen stapfen enttäuscht von dannen. Bild: keystone

Diese war der Meistertitel. Doch auch wenn Ciriaco Sforza diesen noch nicht als definitiv weg erachtet – er ist es. Denn auf die grösste Transferoffensive seit vielen Jahren folgt beim FCB vielmehr eines der grössten Debakel der Historie. In allen Wettbewerben. Stocker nennt es «eine extreme Negativspirale». Man kann ihm nur zustimmen.

Diesem FCB fehlt es an allen Ecken und Enden. Und damit ist nicht nur die Führung gemeint, sondern auch jene auf dem Feld. Auch die Spieler müssen in die Pflicht genommen werden. Man müsse wieder zeigen, was es wert sei, dieses Trikot zu tragen, sagt Stocker.

Es ist eines der wenigen Dinge, das dem FCB geblieben ist. Er spielt in dieser Saison nur noch um Wiedergutmachung. Darum, seine Fans nicht ganz zu vergraulen. In Zeiten, in denen die Entfremdung ohne Stadionbesuche ohnehin grösser wird. Es geht um Glaubwürdigkeit. Und um das letzte bisschen Ehre.

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quelle: keystone / georgios kefalas
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