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epa06832004 Swiss players Stephan Lichtsteiner (C) and Valon Behrami (R) celebrate after the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia in Kaliningrad, Russia, 22 June 2018. Switzerland won 2-1.

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Die Schweizer Jungs haben bestimmt noch nicht ausgejubelt. Bild: EPA/KEYSTONE

Analyse

Captain Lichtsteiner und 4 weitere Gründe, warum es die Schweiz weit bringen kann

Die Schweizer Nationalmannschaft nahm sich für die WM 2018 Grosses vor. Und das Team von Vladimir Petkovic ist auf gutem Wege, Grosses zu erreichen. Die Gründe für den möglichen Schweizer Höhenflug.



Immer mit der Ruhe

Was die Schweizer Nationalmannschaft beim 1:1 gegen Brasilien und dem 2:1 gegen Serbien am markantesten auszeichnete, war ihre Ruhe im Aufbauspiel. Gegen beide Teams lag die Nati mit einem Tor in Rückstand. Doch zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass das Team von Vladimir Petkovic aus der Fassung gerät. Völlig unbeirrt machte die Schweiz in den bisher 180 Minuten ihr Spiel, die vier Punkte sind der verdiente Lohn dafür.

epa06831743 Swiss players Stephan Lichtsteiner (L) and Xherdan Shaqiri (R) react during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia in Kaliningrad, Russia, 22 June 2018. 

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Konzentriert bis zum Schluss: Captain Stephan Lichtsteiner und Xherdan Shaqiri. Bild: EPA/KEYSTONE

Selten hat man in der Vergangenheit eine Schweiz gesehen, die nach einer vergleichbaren Situation wie beim frühen 1:0 der Serben so ruhig weitergespielt hat. Und auch nach dem Ausgleich hat die Schweiz nie aufgehört, Fussball zu spielen. Der Siegestreffer ist die logische Konsequenz dieser bestechenden Ruhe – auch wenn er erst in der 90. Minute gefallen ist.

Die Leistung ist beachtenswert: Kein Team hat an der WM in Russland zuvor ein 0:1 noch gedreht.

Selbstvertrauen

«Wir wollten gegen Brasilien natürlich gewinnen, aber ein Punkt ist auch okay.»

Steven Zuber nach dem 1:1 gegen Brasilien

Von einem WM-Debütanten erwartet man alles – nur keine zu grossen Worte. Steven Zuber ist da anders. Nach dem Spiel gegen Brasilien sagte er gegenüber den Medien trocken: «Wir wollten gegen Brasilien natürlich gewinnen, aber ein Punkt ist auch okay.»

Was früher als selbstüberschätzende Hochnäsigkeit abgestempelt worden wäre, ist heute Ausdruck des gesunden Selbstvertrauens der Schweiz. Kein Gegner ist mehr zu gross, nicht einmal ein Brasilien mit Spielern wie Neymar, Coutinho und Gabriel Jesus. Ein wichtige Eigenschaft, wenn man Grosses vor hat.

Switzerland's Steven Zuber, right, duels for the ball with Brazil's Philippe Coutinho during the group E match between Brazil and Switzerland at the 2018 soccer World Cup in the Rostov Arena in Rostov-on-Don, Russia, Sunday, June 17, 2018. (AP Photo/Darko Vojinovic)

Zuber steht für das grosse Selbstvertrauen, das die Schweizer Nati besitzt. Bild: AP/AP

Fokus auf Leistung

Doppeladler hier, ein «ic» zu viel dort. Wenn die Schweiz eines kann, dann ist das Nörgeln. Noch nie hatte die Schweiz ein derart heisses Kader an einer WM, doch scheint dies nicht jeden Schweizer Fan zu beeindrucken.

«Es ist die beste Nationalmannschaft, in der ich gespielt habe.»

Stephan Lichtsteiner

Alle reden über politische Themen und weitere Störfaktoren im Team von Vladimir Petkovic – ausser die Nati selbst. Seit den ersten Diskussionen 2014 hat das Gerede um die Herkunft der Spieler abgenommen. Ein Grund dafür ist Stephan Lichtsteiner. Der Captain vertritt die Garde der «Vollblut»-Schweizer, von denen einige gern mehr hätten – doch der 34-Jährige lobt das Schweizer Team mit all seinen Facetten in den höchsten Tönen. Und er hat den vollsten Respekt von Seiten der Leaderfiguren wie Granit Xhaka sowie auch Trainer Vladimir Petkovic. Eine Mischung, die in einer Multikulti-Truppe von immenser Bedeutung ist.

Swiss national team players Stephan Lichtsteiner, left, and Granit Xhaka, right, during a training session in Lugano, Switzerland, Thursday, June 7, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Stehen für die perfekte Mischung der Schweizer Nati: Stephan Lichtsteiner und Granit Xhaka. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Manuel Akanji

Der beste Innenverteidiger, den die Schweiz je hatte? Vielleicht noch etwas früh, um dies zu behaupten. Doch was der junge Manuel Akanji an dieser WM bisher zeigt, ist grossartig.

Switzerland's Manuel Akanji, left, and Brazil's Roberto Firmino challenge for the ball during the group E match between Brazil and Switzerland at the 2018 soccer World Cup in the Rostov Arena in Rostov-on-Don, Russia, Sunday, June 17, 2018. (AP Photo/Felipe Dana)

Eine Macht: Manuel Akanji. Bild: AP/AP

Souverän am Fuss, grandiose Übersicht und ein Zweikampf-Verhalten, das einerseits spektakulär aussieht, andererseits bestechend sicher ist. Sein Tackling gegen Neymar im ersten Spiel und seine Grätsche im eigenen Strafraum gegen Serbien wenige Minuten vor Schluss zeigen zudem, dass der erst 22-Jährige nur so vor Selbstvertrauen strotzt. Wenn er jetzt noch im Luftkampf etwas zulegt, kann er der beste Innenverteidiger werden, den die Schweiz je hatte.

Stürmerwechsel

Im wohl wichtigsten Spiel dieser WM-Gruppenphase hat Vladimir Petkovic wieder einmal alles richtig gemacht. Nach der schwierigen Auftaktpartie gegen Brasilien seinen Mittelstürmer auf der Bank zu lassen, hätte unnötige Unruhen ausgelöst. Nach einer schwachen ersten Halbzeit gegen Serbien war jedoch der richtige Moment, die viel kritisierte Nummer 9 auszuwechseln.

Serbia's defender Dusko Tosic, left, and Serbia's defender Nikola Milenkovic, right, fight for the ball with Switzerland's forward Haris Seferovic, center, during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia at the Arena Baltika Stadium, in Kaliningrad, Russia, Friday, June 22, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Seferovic kam auch gegen Serbien nicht auf Touren. Bild: KEYSTONE

Mit dieser Amtshandlung machte der Trainer erste Anzeichen dafür, dass der bisher gesetzte Seferovic in den folgenden Spielen auch gut einmal auf der Bank gelassen werden könnte. Ein entscheidender Wechsel, der auf dem Weg in Richtung K.o.-Phase ausschlaggebend sein könnte.

So schön jubelten die Schweizer nach dem Sieg gegen Serbien

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So schön jubeln die Schweizer
quelle: keystone / laurent gillieron
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