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Justin Abdelkader, mitte, von Zug im Spiel gegen Henrik Toemmernes, rechts, von Servette beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem Geneve Servette HC vom Mittwoch, 24. Maerz 2021 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Kampf auf Biegen und Brechen: Tömmernes gibt Abdelkader Saures. Bild: keystone

Analyse

Zugs Meisterprüfung gegen euphorisierte Genfer

Der EV Zug und Genève-Servette kämpfen ab heute um den Meistertitel. Die Zuger sind Favorit, auf ihnen lastet ein grosser Erfolgsdruck. Die Genfer haben einen Lauf und strotzen vor Selbstvertrauen. Eine Auslegeordnung.

Philipp Zurfluh / CH Media



«Unstoppable»: Die Qualifikation des EV Zug mit dem Punkterekord (119 Zähler) erinnerte etwas an den US-amerikanischen Thriller aus dem Jahr 2010. Im Action-Streifen nimmt ein führerloser Zug Fahrt auf und wird immer schneller, er gerät ausser Kontrolle.

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Der Trailer zu «Unstoppable». Video: YouTube/20th Century Studios DE

Der EVZ ist zwar nicht unbeaufsichtigt, schliesslich halten Trainer Dan Tangnes und sein Coaching-Staff die Zügel in den Händen. In den Playoffs muss der Schnellzug ein paar Mal abbremsen, fährt aber sauber auf den Schienen Richtung Final.

Ausländer kämpfen, punkten, treffen

Für den Erfolg gibt es einige Gründe: Da wäre zum Beispiel Goalie Leonardo Genoni, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt wie an seinen besten Tagen. Nach ein paar Unsicherheiten im Viertelfinal gegen den SC Bern forderten ungeduldige, kritische Fans bereits seine Rückversetzung. Man möge doch Ersatzmann Luca Hollenstein eine Chance geben. Tangnes verschwendet keinen einzigen Gedanken daran. Zu Recht. Genoni zeigt im Halbfinal, warum er seit Jahren ein Meister seines Fachs ist. Seine Interventionen sind stilsicherer.

Leonardo Genoni, von Davos jubelt mit dem Pokal im Playoff-Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Samstag, 11. April 2015, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Hexte Davos und Bern zu je zwei Titeln: Zug-Goalie Genoni. Bild: KEYSTONE

Auch die Ausländer Jan Kovar, Justin Abdelkader, Nick Shore und Carl Klingberg kämpfen, punkten und treffen – so, wie es der Trainer von ihnen fordert. Des einen Freud, des anderen Leid: Der überzählige Ausländer Erik Thorell schmort seit vier Wochen auf der Zuschauertribüne. Dem Schweden wird zwar in den Trainingseinheiten eine vorbildliche und professionelle Einstellung attestiert, doch momentan gibt es an den anderen ausländischen Spielern kein Vorbeikommen.

Im Vergleich mit Servette waren die Lakers ein laues Lüftchen

Die Resultate geben Tangnes recht. Kovar agiert weniger auffällig als auch schon, seine Passqualitäten sind jedoch unersetzlich; Klingberg befindet sich in Bestform; Shore spielt unauffällig, aber effizient; Abdelkader sorgt mit einer unnötigen theatralischen Einlage für negative Schlagzeilen, skort aber gleichzeitig in regelmässigen Abständen und sorgt mit einer unerschrockenen Spielweise für die nötige Playoff-Härte. Der Plan von Tangnes scheint zu funktionieren. Da kann Thorell trainieren wie ein Weltmeister.

Das brisante Kräftemessen im Viertelfinal gegen den SC Bern war gemessen an Emotionen, Intensität und psychologischen Mätzchen ein Vorgeschmack auf den Final. Der Halbfinal gegen die Lakers war dagegen ein laues Lüftchen. Ein echter Gradmesser waren sie für den EVZ nicht. Ein Kämpferherz und unbändiger Wille konnten der spielerischen Qualität der Zentralschweizer nicht beikommen.

Manzato überragend – aber keiner kann Meister wie Genoni

Die Genfer sind eine andere Grösse. Sie verfügen mit Henrik Tömmernes, Linus Omark, Eric Fehr und Daniel Winnik über das beste Ausländer-Quartett der Liga. Der Schwede Tömmernes ist die herausragende Figur der bisherigen Playoffs. Ob im Powerplay an der blauen Linie, als Vorbereiter, Torschütze oder Antreiber. Er zieht die Fäden und kommt notabene als Verteidiger auf den überragenden Wert von 1,38 Punkten pro Spiel in den Playoffs.

Geneve-Servette's goaltender Daniel Manzato, left, saves a puck past Geneve-Servette's center Tanner Richard, 2n right and Lions' forward Denis Hollenstein, right, during the second leg of the National League Swiss Championship semifinal playoff game between Geneve-Servette HC and ZSC Lions, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, April 27, 2021. The game is played behind closed doors due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Unverhofft ein Meisterheld? Servette-Keeper Manzato. Bild: keystone

Die «Grenats» glänzen mit Spielfreude und Abschlussstärke – die Euphorie ist ausgebrochen. Sie sehnen sich nach dem ersten Titel der Klubgeschichte. Und im Tor versetzt Daniel Manzato die Hockeyfans- und Experten ins Staunen. Weil sich Stammgoalie Gauthier Descloux im vierten Viertelfinal-Spiel verletzte, tritt der 37-jährige Routinier unerwartet ins Rampenlicht und brilliert bislang mit einer Fangquote von 97,81 Prozent. Doch Zug hat mit Genoni den besten Schweizer Goalie, der nach dem sechsten Meistertitel strebt. Er kann Meister wie kein anderer.

Wer wird Eishockey-Meister 2021?

Zuger Kampf gegen sich selbst

Der EV Zug tritt gegen Genf zur Meisterprüfung an. Er ist reif für den Titel, doch der Erfolgsdruck riesig. Es wird nicht nur ein Ringen mit den Genfern, sondern ein Kampf gegen sich selbst. Die Zuger müssen den Beweis antreten, dass sie in der wichtigsten Phase das beste Hockey zeigen können. Eine solche Chance bietet sich so schnell nicht mehr …

Die Analyse von SRF-Experte Marc Reichert. Video: SRF

Im eingangs erwähnten Film ist Star-Schauspieler Denzel Washington der heldenhafte Lokführer, der zusammen mit einem Kollegen den Zug schliesslich stoppen kann. Bislang konnte sich dem EV Zug noch keine andere Mannschaft in den Weg stellen. Servette-Coach Patrick Edmond hat es in der Hand. Ein Unterfangen mit offenem Ausgang.

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Ob der EVZ dazu gehört? Diese 10 Dinge hassen Genfer am meisten

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Diese 10 Dinge hassen Genfer am meisten
quelle: shutterstock/watson
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