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Petra Vlhova (links) und Lara Gut-Behrami liefern sich im Gesamtweltcup ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bild: keystone

Analyse

Kampf um die grosse Kugel – die Mathematik spricht für Vlhova, der Rest für Gut-Behrami



Lange sah das Rennen um den Gesamtweltcup bei den Frauen wie eine One-Woman-Show aus: An Petra Vlhova schien einfach kein Weg vorbeizuführen. Die 25-jährige Slowakin reihte im Slalom zu Saisonbeginn Sieg an Sieg und auch in den restlichen Disziplinen punktete die Allesfahrerin regelmässig.

Doch seit dem letzten Wochenende grüsst plötzlich eine andere Fahrerin von der Spitze des Gesamtweltcups: Lara Gut-Behrami. Die 29-jährige Tessinerin befindet sich seit Mitte Januar in einer Traumform. Sie hat seither fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Der Stand im Gesamtweltcup (26/34):

Bild

bild: screenshot srf

An der WM in Cortina d'Ampezzo holte sie zweimal Gold und einmal Silber, im Weltcup stand sie in den letzten sieben Rennen stets auf dem Podest – fünfmal ganz zuoberst, zweimal wurde Gut-Behrami Zweite. Aus einem Maximalrückstand von 367 Punkten ist so ein Vorsprung von 187 Punkten geworden. Der zweite Triumph im Gesamtweltcup nach der Saison 2015/16 liegt in Griffweite.

Der Kampf um den Gesamtweltcup:

Was für eine steile Kurve bei Lara Gut-Behrami. grafik: watson

Noch stehen in diesem Winter acht Rennen an. Das Restprogramm spricht dabei klar für Vlohva: Gleich vier Slaloms werden noch gefahren, dagegen nur zwei Riesenslaloms, ein Super-G und eine Abfahrt. Da Gut-Behrami keine Slaloms fährt – falls doch, hätte sie kaum Aussicht auf Punkte –, kann sie nur noch in vier Rennen punkten. Die Slowakin dagegen startet in allen Disziplinen und stand in den bisherigen fünf Slaloms in dieser Saison stets in den Top 4. Dreimal durfte sie sich als Siegerin feiern lassen, zweimal wurde sie Vierte.

Die restlichen Rennen der Saison:

Der Ziel von Vlhova ist klar: Die Riesenslalom-Weltmeisterin von 2019 muss in Jasna sowie anschliessend bei den zwei Slaloms in Are den Rückstand auf Gut-Behrami wettmachen. Dann würde vor dem Weltcup-Final in Lenzerheide, wo alle vier traditionellen Einzeldisziplinen gefahren werden, ungefähr Gleichstand herrschen – und es käme auf jedes Rennen an.

epa09004310 Lara Gut-Behrami of Switzerland reacts in the finish area during the Women's Super G race at the Alpine Skiing World Championships in Cortina d'Ampezzo, Italy, 11 February 2021.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Gut-Behrami muss ihre gute Form konservieren, wenn sie gegen Vlhova eine Chance haben will. Bild: keystone

Für wen schlägt der Zeiger aus? Nimmt man die bisher gewonnenen Punkte pro Disziplin und rechnet sie auf die einzelnen Rennen bis zum Saisonende hoch, dann hätte Vlhova am Ende die Nase ganz knapp vorn und würde sich die grosse Kugel mit einem Vorsprung von 26 Punkten holen.

Durchschnittspunkte pro Disziplin in der Saison 2020/21:

Die Hochrechnung im Kugel-Kampf:

Nach «Expected Points» steht Vlhova am Ende knapp vor Gut-Behrami. grafik: watson

Doch Skifahren ist keine reine Mathematik. Zu den nackten Zahlen kommen auch noch weiche Faktoren hinzu – beispielsweise Form, Druck, Erfahrung, Erholung und Schneeverhältnisse. Schauen wir uns die einzelnen Faktoren etwas genauer an:

Lara Gut of Switerland celebrates with the women's Alpine Skiing World Cup Overall trophy during the podium ceremony at the FIS Alpine Ski World Cup Finals, in St. Moritz, Switzerland, Sunday, March 20, 2016. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Lara Gut-Behrami im März 2016 mit der grossen Kristallkugel. Bild: KEYSTONE

epa09025884 Second placed Petra Vlhova of Slovakia reacts in the finish area during the second run of the Women's Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Championships in Cortina d'Ampezzo, Italy, 20 February 2021.  EPA/ANDREA SOLERO

Vlhova war mit sich und der Welt zuletzt nicht gänzlich zufrieden. Bild: keystone

Wie das Rennen um den Gesamtweltcup ausgehen wird, steht natürlich trotz aller Prognosen und Analysen weiter in den Sternen. Der Blick in die Kristallkugel ist schliesslich erst möglich, wenn diese auch verteilt ist. Sicher scheint derzeit nur eines: Dass der Kugelkampf bis zum Ende extrem spannend bleibt. Womöglich wird er erst im letzten Rennen der Saison entschieden. Im Riesenslalom in Lenzerheide, wo Gut-Behrami und Vlhova in etwa gleich stark einzuschätzen sind.

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