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PSG's Neymar, left, celebrates with Kylian Mbappe after teammate Eric Maxim Choupo-Moting scored his team's second goal during the Champions League quarterfinal match between Atalanta and PSG at Luz stadium, Lisbon, Portugal, Wednesday, Aug. 12, 2020. (David Ramos/Pool Photo via AP)

Neymar und Kylian Mbappé – zusammen kosteten sie über 350 Millionen Euro. Bild: keystone

Das Duell der Neureichen im Champions-League-Halbfinal – PSG muss, Leipzig darf

Im ersten von zwei deutsch-französischen Champions-League-Halbfinals treffen am Dienstag Paris Saint-Germain und Leipzig aufeinander. Es ist ein Duell der Emporkömmlinge.



Hätte man vor zehn Jahren einem Fussball-Fan einen Blick ins 2020 gewährt, er wäre aus dem Stauen nicht herausgekommen. Champions-League-Halbfinal im August? Ersatzspieler mit Schutzmasken? Keine Zuschauer? Paris Saint-Germain und Leipzig unter den letzten vier?

Vor zehn Jahren belegte Paris Saint-Germain in der Ligue 1 den 13. Platz - mit 31 Punkten Rückstand auf den Meister Olympique Marseille. Die europäische Spitze lag in weiter Ferne - dachte man zumindest. Dann kamen ein Jahr später die katarischen Investoren und machten dank Millionen-Zuschüssen aus dem immer wieder belächelten Klub einen französischen Serienmeister. Seit 2014 hat PSG nur vier der möglichen 21 nationalen Titel nicht gewonnen.

epa08564941 Paris Saint Germain's Thiago Silva and teammates celebrate with the trophy after winning the Coupe de France final soccer match between Paris Saint Germain (PSG) and Saint Etienne (ASSE) in Saint-Denis, near Paris, France, 24 July 2020.  EPA/YOAN VALAT

In Frankreich ist PSG zum Titelhamsterer geworden. Bild: keystone

International wollte der Durchbruch aber nicht gelingen, obwohl praktisch jeden Sommer ein weiterer hochkarätiger Transfer getätigt wurde. Verschiedentlich schied PSG in den letzten Jahren in der Champions League trotz hervorragender Ausgangslage aus - etwa gegen Barcelona nach einem 4:0-Heimsieg.

Letzte Woche im Viertelfinal gegen Atalanta lief es anders herum: PSG sorgte seinerseits für die spektakuläre Wende - innerhalb von fünf Minuten vom 0:1 zum 2:1. Es soll der Anfang einer neuen Geschichte gewesen sein.

PSG's Neymar celebrates with teammate Eric Maxim Choupo-Moting after his team's win in the Champions League quarterfinal match between Atalanta and PSG at Luz stadium, Lisbon, Portugal, Wednesday, Aug. 12, 2020. (David Ramos/Pool Photo via AP)

Gegen Atalanta schaffte PSG eine dramatische Wende. Bild: keystone

PSG in der Favoritenrolle

Mit dem ersten Champions-League-Halbfinal seit 25 Jahren können sich die Pariser nicht zufrieden geben. Der Druck lastet weiterhin auf ihnen, zumal mit Leipzig ein auf diesem Niveau unerfahrener Gegner wartet, dessen Kader im Vergleich zu jenem von PSG nicht besonders beeindruckt. Mit Timo Werner ist der beste Offensivspieler im Juli zu Chelsea weitergezogen. Seither sucht man die ganz grossen Namen im Leipziger Aufgebot vergeblich.

Der deutsche PSG-Trainer Thomas Tuchel warnt aber vor dem Team seines Landsmannes Julian Nagelsmann, der einst als Scout von Tuchel die ersten Schritte Richtung Coach machte: «Sie verteidigen im Vorwärtsgang auf aggressive Art. Sie sind angriffig und mutig.» Leipzig ist eine junge Mannschaft, die sehr wohl den einen oder anderen werdenden Star in den eigenen Reihen haben könnte. Im Viertelfinal gegen Atlético Madrid kamen sieben Spieler zum Einsatz, die noch nicht 24-Jährig sind.

epaselect epa08602009 Players of Leipzig celebrate winning the UEFA Champions League quarter final match between RB Leipzig and Atletico Madrid in Lisbon, Portugal, 13 August 2020.  EPA/Lluis Gene / POOL

Leipzig setzte sich im Viertelfinal überraschend gegen Atlético durch. Bild: keystone

Das ebenfalls durch einen reichen Investor alimentierte Leipzig überlässt aber die Favoritenrolle gern dem Gegner. «Wenn wir einen richtig guten Tag erwischen wie gegen Atlético, dann können wir mit ein bisschen Glück das Spiel gewinnen», sagt der Österreicher Marcel Sabitzer. «Wir müssen sehr vorsichtig sein», mahnt Goalie Peter Gulacsi, für den Paris Saint-Germain «mit dem Ball einer der besten Mannschaften Europas ist».

Gut möglich, dass Tuchel für den Halbfinal Neymar, Mauro Icardi, Kylian Mbappé und Angel Di Maria gleichzeitig aufs Feld schickt. Der damals noch nicht ganz fitte Mbappé war gegen Atalanta nach einer Stunde gekommen, Di Maria büsste eine Sperre ab.

Grosse Namen alleine werden aber nicht reichen, um Leipzig zu beeindrucken. Die Deutschen haben in diesem Jahr gegen Tottenham und Atlético Madrid bewiesen, dass sie auch gegen die Besten Europas gut bestehen können. Die Angst von Nagelsmann ist deshalb auch eine andere: «Die Gefahr ist in solchen Spielen, dass man die Welt einreissen will.» Sollte RB Leipzig gut zehn Jahre nach seiner Gründung als Fünftligist den Sprung in den Champions-League-Final schaffen, stünde die Fussballwelt endgültig Kopf. (dab/sda)

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dong 18.08.2020 20:26
    Highlight Highlight Ich würde mich für die Ossis und wegen Sabitzer freuen, wenn RB das packt.
  • N. Y. P. 18.08.2020 19:39
    Highlight Highlight Was müsste passieren, dass beide ausscheiden ?

    Das sind doch Witz - Clubs. Keine Historie. Null. Da ist nichts. Sobald unsere arabischen Freunde den Geld - Hahn zudrehen, gehts wieder in die fünfte Liga runter.

    Wie kann man sich als Fan freuen, wenn man innert 10 Jahre von der fünften Liga bis ins Halbfinale der CL kommt ? Leipzig ist nur eine Hülle aus Geld.
    • N. Y. P. 18.08.2020 20:35
      Highlight Highlight Oupps, die Araber pumpen ja bei Paris Kohle rein und nicht in Leipzig. Dort pumpt ein anderer. Kleiner Verwechsler.
  • Victor Paulsen 18.08.2020 19:04
    Highlight Highlight Beide haben grosse Investoren. Über das übertrieben grosse und unsportliche Vermögen von PSG muss man gar nicht diskutieren.
    Auch Leipzig hätte ohne die Investoren den Schritt in die 1. Bundesliga wohl nicht geschafft, aber seit dem Aufstieg halten sie ihre Ausgaben ziemlich tief und konnten auch durch Spieler wie Werner nochmals ordentlich einnehmen.

    Daher bin ich dem Fussball zuliebe klar für Leipzig
  • Seebarsch 18.08.2020 18:50
    Highlight Highlight Egal wer dieses Spiel gewinnt, soll das Finale verlieren.
  • Turbokapitalist 18.08.2020 17:43
    Highlight Highlight Jetzt kommen wieder die selbsterklärten Traditionalisten, die sich über den modernen Fussball beklagen. Langsam wird es langweilig. Erstens interessiert es die meisten Fussballfans nicht im geringsten, woher das Geld für den Fussball kommt und weshalb der Verein gegründet wurde. Zweitens ist es für die sportliche Leistung komplett irrelevant und auf diese kommt es ja in erster Linie an.
    • BVB 18.08.2020 18:19
      Highlight Highlight Also das Konstrukt RB ist nicht schlecht weil es die meisten nicht interessiert und es ist unwichtig weil es für dich für dich um etwas anderes geht? Sehr starke Argumentation, nomol
    • Turbokapitalist 18.08.2020 20:14
      Highlight Highlight Eine komische Argumentation ist es, einen Verein als schlecht zu bezeichnen, nur weil er neu gegründet wurde und weil er durch einen Konzern geführt wird, obwohl das komplett irrelevant ist auf dem Fussballfeld und für den Sport an sich. Diese Argumentation ist ebenfalls komplett haarsträubend. Dazu sind die Kritiker meist von der Ultrafraktion, die ja bekanntlich nicht all zu hell ist, und von Kindern, die vorher genannten einfach nachplappern.
    • Turbokapitalist 18.08.2020 22:51
      Highlight Highlight @BVB Ach und übrigens, du bist Fan einer Aktiengesellschaft. Nicht irgend ein traditioneller, romantischer Verein, der aus Arbeitern besteht, sondern ein Konzern, dessen Ziel es ist, eine Rendite zu erzielen. So viel zur Romantik. Dazu steht „1&1“ bei weitem grösser auf dem Trikot des BVBs, als das eigene Logo. Traditioneller Fussball wurde schon lange durch den spielerisch niveauvolleren und durch Marketing finanzierten modernen Fussball abgelöst.
  • DerLauch 18.08.2020 17:08
    Highlight Highlight Was habt ihr alle mit RedBull?
    Heissen die nicht Rasen-Ball Leipzig😉

    Egal wer in den Final kommt. Bayern oder Lyon sollen es richten!
  • Pana 18.08.2020 16:39
    Highlight Highlight Leipzig ist neu und reich, aber sie sind nicht neureich. Sie sind und bleiben ein künstliches Werbeprodukt.
  • schönreder 18.08.2020 16:03
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • paddyh 18.08.2020 15:54
    Highlight Highlight Lasst uns doch einfach darauf einigen, dass wenn PSG oder Leipzig die CL gewinnen, werden wir das nicht anerkennen, da der Modus gewechselt wurde und daher keine richtige CL gespielt wurde :)
  • Mandelmus 18.08.2020 15:39
    Highlight Highlight Jetzt jammern hier wieder die ganzen Fussball-"Romantiker" 😂
    • BVB 18.08.2020 17:52
      Highlight Highlight Magst du das Geld im Fussball, oder was?
    • Mandelmus 19.08.2020 09:23
      Highlight Highlight Ich mache mich über diejenigen lustig, die CL schauen und das Gefühl haben, Verein A, von einem menschenrechtsverachtenden Scheich alimentiert, sei "echter" als Verein B, gehört einem Getränkehersteller, was aber immer noch besser ist als Verein C, der einer Software-Firma gehört.

      Ihr wollt Romantik? Schaut Regionalfussball. Wem das zu langweilig ist muss akzeptieren, dass er mit seinem Konsum das System Grossverein mit all seinen Vor- und Nachteilen mitträgt. Und soll nicht über "Romantik" referieren. Habe fertig :)
  • raph124 18.08.2020 15:32
    Highlight Highlight Ich stehe damit wohl allein auf weiter Flur, aber ich mag Leipzig. Sie spielen tollen Fussball und haben eine junge, talentierte Mannschaft ohne übertrieben teure Stars.
    • ldk 18.08.2020 16:12
      Highlight Highlight Genau meine Meinung. Lieber Red Bull als Gazprom oder weiss der Gugger was..
    • covidel 18.08.2020 17:13
      Highlight Highlight Kein Wunder wenn sie die Spieler billig von Red Bull Salzburg „kaufen“ können.
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 18.08.2020 17:37
      Highlight Highlight natürlich nach den bayern das höchste transferminus (in den letzten 10Jahren das ist besonders damals war man ja noch in der 4 liga) , wer das okei findet zerstört den Sport mutwillig. Dazu fragwürdiger umgang mit dem FFP. Eine wahre bereicherung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • trichie 18.08.2020 14:58
    Highlight Highlight Mir ist egal wer dieses Halbfinal gewinnt. Gönne es aufgrund der klubphilosophie keinem von beiden
    En. Ich hoffe eh dass - wer auch immer morgen gewinnt - dann auch den pott holt
  • ThePower 18.08.2020 14:20
    Highlight Highlight Pest gegen Cholera😏
    • DichterLenz 18.08.2020 15:48
      Highlight Highlight Mateschitz gegen Neymar... brrr... da schüttelt es mich. Kann mich echt nicht entscheiden....
  • TanookiStormtrooper 18.08.2020 14:09
    Highlight Highlight Der Verlierer ist bei diesem Duell ganz klar der Sport.
    • goschi 18.08.2020 14:36
      Highlight Highlight zewit RB Leipzig denn schlechten Sport?
    • Pipikaka Man 18.08.2020 15:31
      Highlight Highlight ich hasse RB Clubs, aber sie sind den Scheich Vereinen moralisch überlegen, denn wenigsten bringen sie denn Fussball voran, wenn man die Zerstörung von Tradition auslässt. Scheich Vereine sind nur Elitespieler am zusammenkaufen, mehr nicht.
    • TanookiStormtrooper 18.08.2020 16:12
      Highlight Highlight Vom Konzept her ist RedBull sicherlich besser. Wie RedBull aber sonst mit Sportlern abseits des Fussballs umgeht ist trotzdem nicht ganz sauber. Geschweige denn die Verbindungen von Mateschitz in die Rechtsextreme Szene. Da bin ich eben auch kein Fan von... 🤷‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • McStem 18.08.2020 13:53
    Highlight Highlight Ich dachte nicht, dass das geht, aber PSG ist dann doch die sympathischere (bzw. weniger unsympathische) alternative.
    • Kyle C. 18.08.2020 14:10
      Highlight Highlight Seh ich genau andersrum, auch wenn ich ggü Leipzig genau gleich emotionslos bin. Aber auf dem Feld, mit jungen nahezu unbekannten Spielern soweit zu kommen ist - Red Bull hin oder her - schon eine Leistung. Und wenn man die Geschichte anschaut muss man schon eingestehen, dass nur mit Geld ein solcher Aufstieg in 10 Jahren nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht auch sportlich kompetente Leute dahinter stehen würden. Clubs wie PSG oder ManCity sind für mich hingegen Paradebeispiele für eine destruktive Dekadenz im Fussball.
    • Staedy 18.08.2020 14:22
      Highlight Highlight RedBull oder Qatar Sports Investment. Da nehme ich die Brause, weil sie nun wirklich das kleinere Übel für den Fussball ist. Oder hat mal jemand von Red Bull je 222 oder 135 Mio. für einen Spieler ausgegeben? Nein sie arbeiten mit mehrheitlich jungen Spielern welche wie zB bei PSG nicht zum Einsatz gelangen.
    • McStem 18.08.2020 14:27
      Highlight Highlight Ja, du hast recht. Mit Geld alleine geht das nicht, dazu braucht es auch Netzwerkclubs (Salzburg, New York, Ghana, Liefering, Pasching), überrissene Gehälter (in den unteren Ligen), Tricksereien (RB Salzburg und RB Leipzig sollen nicht zusammen gehören laut UEFA), Schuldenerlasse von 100 Millionen, weitere Tricksereien (Logo), ...

      Des weiteren zeigt sich die Dekadenz bei Leipzig noch mehr (meiner Meinung nach), da der einzige Gründungszweck die Werbung ist. Macht die Machenschaften von PSG und City keinen Millimeter besser, aber einer der beiden ist mir 1000 mal Lieber als das Zuckerwasser.
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