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Sieben Senators-Spieler lassen ihrem Frust während einer Uber-Fahrt freien Lauf. bild: screenshot yotube

Ottawa-Spieler lästern im Taxi über ihren Trainer – und werden dabei gefilmt



Das zweitschlechteste Team der Regular Season, ständige Gerüchte um eine Verlegung des Franchise, ein Zwist zwischen Spielerfrauen, Fan-Aufstand gegen Besitzer Eugene Melnyk und der Abgang von Superstar Erik Karlsson – die Ottawa Senators haben ein regelrechtes Seuchenjahr hinter sich.

Die neue Saison sollte deshalb ganz im Zeichen eines radikalen Wiederaufbaus stehen. Doch kaum hat die neue NHL-Saison so richtig Fahrt aufgenommen, steht bei den «Sens» schon der nächste Skandal ins Haus: Ein Uber-Fahrer hat ein Video mit sieben Ottawa-Spielern veröffentlicht, die bei ihm im Wagen über das Trainerteam lästern. Es handelt sich dabei um Matt Duchene, Thomas Chabot, Dylan DeMelo, Alex Formenton, Chris Tierney, Chris Wideman und Colin White.

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Sieben Senators-Spieler lästern über Assistenz-Coach Martin Raymond. Video: streamable

Die siebenköpfige Gruppe bespricht nach einem Auswärtsspiel in Phoenix vor gut einer Woche – nicht wissend, dass gefilmt wird – die defensiven Probleme des Teams. Neuzugang Tierney, der hinter dem Fahrer sitzt, sieht sich auf seinem Handy die Statistiken im Penalty-Killing an und sofort entsteht eine Diskussion um den dafür zuständigen Assistenz-Trainer Martin Raymond.

Duchene, einer von vier Assistant Captains im Team, spottet: «Marty Raymond, der einzige Trainer der NHL-Geschichte, der im selben Jahr das schlechteste Powerplay und das schlechteste Penalty-Killing hat.» Alle lachen.

Verteidiger Wideman kritisiert die Video-Analysen: «Er bringt überhaupt nichts bei. Er kommentiert nur, was passiert.» Duchene entgegnet darauf: «Wir ändern nie etwas. Wieso machen wir diese Analysen überhaupt. Seit über drei Wochen höre ich gar nicht mehr hin ... Als Wideman sagt, er hasse auch Raymonds ständige Fragerei, sagt Chabot: «Bitte stelle ihm eine Frage, nur dass er sagen kann: ‹Grossartige Frage!›»

Ottawa Senators head coach Guy Boucher, left, and assistant coach Martin Raymond react to a penalty during the first period of the first round of NHL Stanley Cup playoff hockey action against the Boston Bruins in Ottawa on Wednesday, April 12, 2017. (Sean Kilpatrick/The Canadian Press via AP)

Das Ottawa-Trainerteam mit Guy Boucher (l.) und Martin Raymond sieht nicht gerade glücklich aus. Bild: AP/The Canadian Press

Die Lästereien sind nicht bösartig, die Jungs lassen neben den kleinen Lästereien vor allem ihrem Frust über den miserablen Saisonstart freien Lauf. Das kommt in jeder Kabine der Welt vor. Dass der Uber-Fahrer das Video – ohne die Ottawa-Spieler um Erlaubnis zu fragen, versteht sich – veröffentlicht hat, birgt aber natürlich Zündstoff. Senators-Coach Guy Boucher, 2015 Cupsieger mit dem SC Bern, sah sich gezwungen, ein Statement abzugeben. Ausserdem mussten sich die Spieler entschuldigen:

«Wir möchten uns bei Marty Raymond, unseren Teamkollegen und Trainern für unsere Kommentare am 29. Oktober in Phoenix, Arizona, öffentlich entschuldigen. Unser privates Gespräch wurde ohne unser Wissen oder unsere Zustimmung aufgezeichnet. Wir sind begeistert von unserem Team und konzentrieren uns darauf, zusammen zu wachsen. Wir sind dankbar für die Unterstützung unserer Fans und unserer Organisation. Wir werden daraus lernen und es in Zukunft besser machen.»

Auch Uber hat sich für die Veröffentlichung des Video-Materials entschuldigt. Der Schaden, der ist aber bereits angerichtet. In aller Ruhe am Wiederaufbau arbeiten, das können die Senators nun definitiv vergessen. (pre)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baccaralette 06.11.2018 16:23
    Highlight Highlight Guy Boucher.

    Da war doch mal was..
  • kanu 06.11.2018 15:47
    Highlight Highlight Wenn von allen Grösse gezeigt wird, gibt es nur Gewinner aus der Situation.
    Bei dem Gehalt, müsste man ja nicht unbedingt.......... fahren😎
  • Der müde Joe 06.11.2018 12:57
    Highlight Highlight Der Senators-Zirkus geht in die nächste Runde. Die Aussagen der Spieler zeigt doch erst recht auf was in dieser Organisation schief läuft und gerade weil hinter dem Rücken diskutiert wird! Ich glaube wenn der GM einigermaßen kompetent wäre, würde wohl keiner mit der Hand vor dem Mund sprechen. Nein nein, die Sens sind weit entfernt von Friede, Freude, Eierkuchen!
  • Curly Turkey 06.11.2018 12:26
    Highlight Highlight Wer jemals Teams geleitet hat, weiss genau: Deine Mitarbeiter reden ab und zu über dich, wenn du nicht dabei bist. Positiv sind die Gespräche dann definitiv nicht immer. That's the price. Das ist ganz normal, und das wird hoffentlich jeder Trainer der Welt wissen.

    Anyway: Die Karriere-Entwicklung von Ex-Riesentalent (und Ambri-Lockout-Spieler) Duchene lässt darauf schliessen, dass der Co-Trainer nicht das einzige Problem seiner Laufbahn ist...
  • walsi 06.11.2018 12:22
    Highlight Highlight Der wirkliche Skandal ist doch, dass die Leute ohne ihr Wissen gefilmt wurden.

    Hätten sie besser ein professionelles Taxi genommen.
    • goldmandli 06.11.2018 12:43
      Highlight Highlight Das kommt scheinbar häufiger vor. Habe schon zig Uber-Videos im Netz gesehen. Nie kam der passagier dabei gut weg.
  • Zaungast 06.11.2018 11:25
    Highlight Highlight Private Gespräche müssen privat bleiben.
  • zellweger_fussballgott 06.11.2018 11:20
    Highlight Highlight Naja immerhin haben sie kein Blatt vor den Mund genommen und Raymond weiss jetzt, was er besser machen kann... Wobei wenn sich die Spieler so über den Assistant Coach lustig machen, ist wohl kein Respekt vorhanden und man müsste die Spieler wegtraden (damit haben sie ja Übung nach der Karlssonstory) oder den Assistant Coach entlassen.
    • Schreiberling 06.11.2018 11:54
      Highlight Highlight Aber wenn die Spieler ein Problem mit dem Assistent haben, warum gehen sie damit nicht zum GM? Oder noch besser: Warum sprechen sie das Problem nicht wie erwachsene Menschen direkt an?
    • chnobli1896 06.11.2018 12:29
      Highlight Highlight @Schreiberling: Auch wenn es keine Entschuldigung ist, da war wohl eine grosse Portion Frust dabei. Da macht man manchmal Dinge die man hinterher anders gelöst hätte.
    • Leguan 06.11.2018 12:36
      Highlight Highlight @ Schreiberling
      Hockeyunternehmen funtionieren nicht demokratisch. Da immer irgendjemandem irgendwas nicht passt, hätte man endlose diskussionen über jeden und alles.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mad_aleister 06.11.2018 11:11
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