Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
New Jersey Devils goaltender Gilles Senn (31) makes a save against Boston Bruins left wing Anton Blidh (81) during the third period of an NHL preseason hockey game, Monday, Sept. 16, 2019, in Newark, N.J. (AP Photo/Noah K. Murray)

Gilles Senn hat in der NHL erste Erfahrungen sammeln können – nächste Saison will er durchstarten. Bild: AP

Gilles Senn über erste Saison in Nordamerika: «Hätte noch viel mehr zeigen können»

Gilles Senn ist eines der grössten Schweizer Goalie-Talente. Der Walliser, der in diesem Jahr für die New Jersey Devils sein Debüt in der NHL gab, blickt auf seine erste Saison in Nordamerika zurück.



Es ist ein lustiges Bild, das sich zum Abschluss des Trainings am Mittwochmorgen im Rahmen des Prospect Camps des Nationalteams in Cham bietet. Der 1.95 m grosse Senn muss in voller Goalie-Montur auf dem Eis Purzelbäume schlagen. Das gehöre nach einer Niederlage dazu. «Bei mir sah es nicht so filigran aus, aber der Wille war da», sagt der 24-Jährige schmunzelnd.

Ein deutlich bessere Figur machte Senn in seiner ersten Saison in Nordamerika beim AHL-Team Binghamton Devils, dem Farmteam der New Jersey Devils, die ihn 2017 als Nummer 129 gezogen hatten. Und zwar eine solch gute, dass er bei seinem Team zum «Rookie des Jahres» gekürt wurde. «Es ist eine schöne Wertschätzung», erklärt Senn.

Dabei missriet ihm der Start gründlich. In den ersten beiden Ernstkämpfen für Binghamton kassierte er nicht weniger als neun Gegentore. Er benötigte Zeit, um sich an das kleinere Eisfeld, die anderen Winkel, die anderen Wege zu gewöhnen. Zwar lief es ihm im Training und den Trainingsspielen nach seinem Gefühl gut, «dennoch war ich im ersten ‹richtigen› Spiel etwas überfordert. Es war vom Speed her nochmals etwas anderes.»

Er hatte jedoch sehr gute Leute um sich herum, die ihm halfen. «Sie sagten mir, dass es kein Problem sei, wenn ich am Anfang Fehler machen würde, ich keine Angst haben dürfe, solche zu machen», so Senn. «Je länger die Saison ging, desto besser lief es mir.» Am Ende betrug die Abwehrquote 90.1 Prozent, in 13 seiner letzten 15 Einsätzen verliess er das Eis als Sieger. Insofern kam der Abbruch der AHL-Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie umso ungelegener. «Ich hätte noch viel mehr zeigen können.»

Das Ziel ist selbstredend die NHL. In dieser Saison konnte er bei den New Jersey Devils immerhin schon zweimal in der besten Liga der Welt schnuppern – einmal spielte er von Anfang an. «Dort ist die Genauigkeit im Spiel schon noch viel höher, und sie schiessen so oft wie möglich aufs Tor, wollen etwas kreieren. Da musst du als Goalie vielmehr dagegenhalten, darfst du nie den Fokus verlieren.» Es sei jedoch in jeder neuen Liga ein Prozess. Mit der Zeit falle es einem leichter, die Spieler zu lesen.

abspielen

Das sagte Senn nach seinem ersten NHL-Spiel von Beginn an. Video: YouTube/New Jersey Devils

Bezüglich NHL setzt er sich allerdings nicht unter Druck, auch wenn er sich in der nächsten Saison selbstredend für mehr Einsätze empfehlen will. So oder so ist er froh, bei den New Jersey Devils einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben zu haben. «Sie (die Verantwortlichen) sind immer ehrlich mit dir. Sie waren zufrieden, wie ich mich steigern konnte.» Inwiefern hat er sich in seinem ersten Jahr in Nordamerika entwickelt? «Ich bin etwas reifer geworden, weiss nun, dass es noch viel mehr braucht, um ganz oben mitzuspielen.»

Damit weg von zu Hause zu sein, hatte er kein Problem. Schliesslich verliess er schon mit zwölf Jahren das Elternhaus und wohnte bei seiner Cousine – vor dem Wechsel zu Visp hatte er für Saastal gespielt. Mit 15 Jahren zog er nach Davos. Wie gefiel ihm das Leben in den USA? «Das passte mir gut. Es war mal etwas anderes. Ausserdem half die Organisation, wo sie konnte. Die Lebensqualität ist aber schon nicht die Gleiche wie hier in der Schweiz. Und die Amerikaner sind etwas oberflächlicher, deshalb war ich viel mit anderen Europäern zusammen.»

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Tourist🇬🇷

Ein Beitrag geteilt von Gilles Senn (@91senn) am

Wann genau die neue Saison in der AHL beginnt, ist Senn nicht bekannt. Er weiss lediglich, dass die Camps frühestens am 17. November starten können. «Vielleicht gehe ich schon im September rüber und trainiere dort, wenn es möglich ist.» Seit Anfang April ist er in Davos, wo er sich auch auch nach dem Prospect Camp nach den Plänen eines eigenen Konditionstrainers fit hält. Zudem hat er die Möglichkeit, mit dem HCD aufs Eis zu gehen. Einer guten zweiten Saison sollte also nichts im Weg stehen. (pre/sda)

Mehr zur NHL:

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • eye love two hockey 30.07.2020 09:57
    Highlight Highlight Noch etwas Background zu den Binghamton Devils, wo Senn seine letzte Saison mehrheitlich verbracht hat:

    Saisonstart-Weihnachten 2019
    9 Siege, 17 Niederlagen, 4 Overtime-Niederlagen

    Weihnachten 2019-Saisonabbruch
    25 Siege, 7 Niederlagen und keine OT-Niederlage


    Ja, Senn hatte definitiv nicht den optimalen Saisonstart erwischt. Das gilt aber für seine ganze Mannschaft. Nach den Festtagen kam aber der Turnaround und man hatte sich vom Liga-Keller bis zu einem sicheren Playoff-Platz hinaufgekämpft (St. Louis 2.0 quasi) und hätte wohl in der Postseason ein ernsthaftes Wörtchen mitreden können.

Eismeister Zaugg

Joe Thornton kann nächste Saison mit Davos spielen – wenn er will

Am Samstag ist NHL-Star Joe Thornton (41) in Davos eingetroffen. Er kann nächste Saison für den HC Davos spielen. Sofern er das wünscht. Er hat den Schweizer Pass und würde keine Ausländerlizenz beanspruchen.

Seit der Saison 2004/05 ist Joe Thornton ein Teil der HCD-Kultur. Er verbrachte damals die verlorene NHL Saison («Lockout») zusammen mit Rick Nash und Niklas Hagmann bei Davos, feierte den Meistertitel und den Spengler Cup-Triumph. In 40 Partien produzierte er 54 Punkte und in den Playoffs schwebte er über dem Eis: 29 Punkte in 14 Partien. Beim zweiten Lockout (2012/13) kehrte er erneut zum HCD zurück (33 Spiele/36 Punkte).

Seither gehört Joe Thornton sozusagen zum HCD. Jedes Jahr «pilgert» er …

Artikel lesen
Link zum Artikel