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ALS VORSCHAU AUF DIE AM MITTWOCH, 7. SEPTEMBER 2016, BEGINNENDE EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE A SAISON, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Klotener Patrick Obrist, links, und Steve Kellenberger, rechts, gegen die Langnauer Ville Koistinen, links, und Martin Stettler, Mitte, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und den SCL Tigers am Freitag, 4. Dezember 2015, in der SWISS Arena in Kloten. (KEYSTONE/Valeriano Di Domenico)

Was für ein Gerangel in der Schweizer Hockey-Politik. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Hockey-Politik: Scheitert das «Jahrhundert-Projekt» Salary Cap?

Die National League hat sich als Aktiengesellschaft ins Handelsregister eingetragen. Der erste Schritt zur Unabhängigkeit vom Verband – aber mit einem schweren Geburtsfehler. Und das «Jahrhundert-Projekt» Salary Cap gerät ins Stocken.



Die National League kapselt sich von Swiss Ice Hockey ab. Das Gründungskapital von 120'000 Franken ist einbezahlt, jeder der 12 NL-Klubs hat 10'000 Franken beigesteuert. Der Geschäftssitz ist Ittigen bei Bern. Das Bernbiet bleibt das heimliche und wahre Machtzentrum unseres Hockeys. Der Verwaltungsrats-Präsident ist bestimmt. Matthias Berner, einst Philippe Gaydouls tüchtiger Defizit-Verwalter in Kloten, wird der grosse Vorsitzende. Um es zu werden, ist er vorher aus der Führung des Verbandes zurückgetreten.

Der neue EHC Kloten Cheftrainer Kevin Schlaepfer, von links, EHC Kloten CEO Matthias Berner, Verwaltungsratsmitglied Mike Schaelchli und Praesident Hans-Ulrich Lehmann in der Loge waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und dem EV Zug am Dienstag, 24. Oktober 2017, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Matthias Berner (Zweiter von links) ist der neue starke Mann der National League. Bild: KEYSTONE

Es muss eben alles seine Ordnung haben. Liga-Manager Denis Vaucher wird der Geschäftsführer (CEO) der AG. Alle 12 NL-Klubs bekommen einen Sitz im Verwaltungsrat. Als Aktiengesellschaft bleibt die National League Mitglied des Verbandes, der als Verein konstituiert ist.

Der Grund für den seit langem aufgegleisten und nun juristisch vollzogenen Alleingang: Die Klubbosse wollen den direkten Zugriff auf die TV-Gelder. Der TV-Gesamtvertrag in der Höhe von rund 35 Millionen Franken pro Saison läuft über den Verband. Künftig soll dieses Geld direkt an die Liga gehen. Nun sind die Klubs eine AG und können die TV-Rechte selber zu Markte tragen. Der aktuelle TV-Vertrag läuft noch nächste und übernächste Saison (bis 2022).

Wird Auf-/Abstieg unmöglich gemacht?

Allerdings hat dieser an und für sich richtige Schritt in die Unabhängigkeit einen schweren Geburtsfehler: Die Swiss League ist nicht dabei. Unser Profihockey ist nun in einer Aktiengesellschaft zusammengefasst, in der die 12 Klubs der zweithöchsten Liga nicht vorkommen und nicht mehr mitreden können. Der Unmut ist gross. Langenthals Präsident Gian Kämpf, der Wortführer der Swiss League, bringt es auf den Punkt: «Wie meine Stimmung ist, verrate ich nicht.» Und versichert, man werde aktiv.

Das Problem: Die Swiss League mit mehreren Farm- und Partnerteams im Besitze und unter politischer Vormundschaft der National-League Klubs ist weder sportlich noch kommerziell oder politisch eine mit der National League vergleichbare Einheit. Für die kommende Saison hat die Neuorganisation unseres Profihockeys noch keine praktischen Auswirkungen. Veränderungen sind erst ab der übernächsten Saison (2021/22) zu erwarten. Wahrscheinlich ist, dass die Bedingungen für einen Aufstieg in die National League so erschwert werden, dass er praktisch unmöglich wird und der Auf-/Abstieg auf diese Weise abgeschafft werden kann.

ZUM ABTIEG DES EHC KLOTEN IN DIE SWISS LEAGUE, NACH 56 JAHREN IN DER HOECHSTEN SPIELKLASSE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Fans der Kloten Flyers feiern den Sieg ihres Teams in der Verlaengerung im fuenften Eishockey Playoff Viertelfinalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und den ZSC Lions, am Dienstag, 8. Maerz 2011, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Kloten sollte besser in der kommenden Saison aufsteigen – bevor es zu spät ist. Bild: KEYSTONE

Salary Cap auf der Kippe

Ob der emsigen Gründertätigkeit ist das «Jahrhundert-Projekt» Salary Cap – die Lohnbeschränkung – der National League etwas in den Hintergrund gerückt. Eigentlich wollte eine «Allianz der Vernünftigen» bei der nächsten offiziellen Liga-Versammlung am 27. August wegen der grossen, durch die Viruskrise verursachten wirtschaftlichen Sorgen den Salary Cap mit einem Grundsatzbeschluss einführen. Wohl wissend: Sollte das Geschäft wieder einmal brummen, wird der Salary Cap nicht mehr möglich sein.

ZSC Lions CEO Ruedi Zahner an einer Medienkonferenz der Lions zur Saison 2019/20 in Zuerich am Dienstag, 3. September 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

ZSC-CEO Peter Zahner gilt nicht als Freund des Salary Cap. Bild: KEYSTONE

Nun ist klar: Es kommt weder an der noch einzuberufenden ausserordentlichen Liga-Versammlung Mitte August (einziges Traktandum: die Organisation der nächsten Saison) noch am 27. August bei der ordentlichen Liga-Versammlung in dieser Sache zu einer Abstimmung. Die Geschäftsführung der Liga bestätigt auf Anfrage: «Wir sind noch nicht soweit.» Man müsse erst das Gesamtpaket schnüren.

Nächster Termin: die Liga-Versammlung im November. So Gott will. Es ist das aus der Politik bestens bekannte Prinzip der «Verhinderung durch Verschleppung». Die von den ZSC Lions angeführte Opposition gegen den Salary Cap zeigt Wirkung. Die bange Frage ist berechtigt: Scheitert das «Jahrhundert-Projekt» Salary Cap? Die Allianz der Vernünftigen ist nun gefordert.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dubox 24.07.2020 15:26
    Highlight Highlight Das ist das Ende für viele traditionsreiche Vereine wie Kloten, Ajoie, Langenthal oder Olten.
  • manolo 24.07.2020 15:19
    Highlight Highlight macht vorwärts mit dem Salary-Cap , den er hilft allen vernünftig zu wirtschaften! Stellt euch gegen Zahner und zieht ihm die Zähne!
  • goldmandli 24.07.2020 14:50
    Highlight Highlight Operettenliga 🤦‍♂️ Bereue langsam, meine Saisonkarte bezogen zu haben.
  • kanu 24.07.2020 14:38
    Highlight Highlight Bin immer noch extrem erstaunt wie man sich auf ein Element einschiessen kann. Es kann nicht nur ein SalaryCup geben, das wäre mit vielen anderen Massnahmen verbunden. Es fängt nur schon bei einer seriösen Abklärung der Rechtsfragen.
    Nichts gegen eine Weiterentwicklung aber bei Dingen Befürworter könnten man meinen, einfach Einführen und alles ist bestens.
    Sehr sehr sehr Abenteuerlich.
    Mal noch eine andere Frage; ist es einem Club verboten finanziell gut dazustehen? egal wie und warum?
    • kanu 24.07.2020 15:11
      Highlight Highlight Von Blitzer würde ich gerne mal GENAU wissen was die Massnahmen sind, sehe nur was etwas angeblich bewirken soll ( tiefere Kosten, mehr junge Spieler, gesund Finanzen, Paradise auf Hockeyerden usw.).
      Oder wird im Ernst gemeint, 15 Mio Lohnsumme ( von was auch immer) und damit hat es sich
  • 123und456 24.07.2020 13:45
    Highlight Highlight Ich würde es sehr begrüssen, da ein Salary Cap zur Ausgeglichenheit der Liga und einer Bremse der Lohnspirale beitragen kann.
    Zuerst müsste man allerdings die Details kennen. Wobei man die Obergrenze vernünftig setzen sollte und nicht so hoch, dass es bloss den Z, Lausanne und Zug betrifft...
  • Tikkanen 24.07.2020 12:37
    Highlight Highlight ...völlig klar, dass die von Mäzenen üppig genährten Zug und ZSC in ihrer hoffärtigen Manier den Salary Cap verhindern wollen. Wer wie die beiden Jahr für Jahr mit exorbitanten Salären und Transfers gschirret, der wird um jeden Preis verhindern wollen, dass die prallen Kassen plötzlich nicht mehr so stark in Feld geführt werden können. Für seriös, bescheiden und nachhaltig arbeitenden Vereine wie den Meister Bern ist die Lohnobergrenze dagegen als Segen zu betrachten!

    Aber wie schon Gotthelf wusste, verdirbt zuviel Geld immer den Geist und garantiert keine Titel!!

    Item, Schweizermeister
    • das Otzelot 24.07.2020 13:53
      Highlight Highlight @Tiki
      Jetzt trägst du aber dick auf. Das gibt den ersten Blitz von mir für dich. Denn das ist selbst mir als SCB Fan ein wenig unangenehm.
    • Ranger55 24.07.2020 13:56
      Highlight Highlight Zitat Jeremias Gotthelf:
      Je weniger man ist, desto wichtiger man glaubt, sich machen zu müssen.

      Zum Schluss noch dies:
      Item, Aus nach Pre-Playoffs!
    • Shabbazz 24.07.2020 14:10
      Highlight Highlight Warum tun einige SCB Fans so als ob ihr Club am Hungertuch nagt und finanziell nicht mithalten kann? Ist das Sarkasmus?
    Weitere Antworten anzeigen
  • maylander 24.07.2020 11:09
    Highlight Highlight Eine geschlossene möchtegern NHL ohne Salary Cap wir am Ende herauskommen.
    Die Stehplätze werde unter dem Vorwand Coronavirus auch noch entsorgt.
    Kisscam und Cheerleaders gibt ja schon nur noch nicht flächendeckend.
  • Thomtackle 24.07.2020 10:57
    Highlight Highlight Wer gehört zur Allianz der Vernünftigen?
    • Wat Sohn 24.07.2020 12:25
      Highlight Highlight Meine Frage!

      Anyone?
    • Zanzibar 24.07.2020 12:31
      Highlight Highlight ZSC, Lausanne, Zug und Lugano.
    • das Otzelot 24.07.2020 13:49
      Highlight Highlight @ Zanzibar

      Der war gut. War doch ein Witz oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Italian Stallion 24.07.2020 10:46
    Highlight Highlight Eine verzwickte Situation...einerseits wollen die Klubbosse an die Kohle kommen und schalten und walten, wie sie es wollen, was naturgemäss dem Schweizer Eishockey als Ganzes sicher nicht helfen wird, andererseits will man nicht ganz zu unrecht den Verband aushebeln, der sich immer wieder als inkompetent gezeigt hat, und wo Vetternwirtschaft nicht nur schädlich ist, sondern auch viel Geld kostet, weil sich zuviele Nichtsnutze bedienen dürfen. Es wird Zeit, den Graben zu schliessen und gemeinsam eine professionelle Struktur zu schaffen resp. wiederzubeleben. Sonst zahlt der Sport den Preis.
  • Züzi31 24.07.2020 10:39
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, wieso "mein" Club gegen den Cap ankämpft. Also, ich verstehe wieso, weil man mehr Geld hat als die anderen. Zumindest ist das jetzt noch so.
    Aber sportlich braucht man sich eigentlich auch gar nicht davor zu fürchten. Im Gegenteil, mit Cap würde die Wichtigkeit einer tiefen Mannschaft inklusive guten eigenen jungen Spielern viel grösser. Hast du viele Eigengewächse im Team integriert, kannst du auch besser Top-Shots engagieren als die Konkurrenz. Ist in der NHL genau das gleiche.
  • dechloisu 24.07.2020 10:38
    Highlight Highlight Ps. ein neues Bild von der Kurve in Kloten wäre von Vorteil, die Leute da drauf sind doch schon 10 Jahre älter inzwischen
  • dechloisu 24.07.2020 10:36
    Highlight Highlight Ja dann nichts wie hoch, bevor es zu spät ist.

Eismeister Zaugg

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