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Tigers, Robbie Earl, Ben Maxwell, Claudio Cadonau, Anthony Huguenin, von links, kaempften um den Puck, gegen Lausannes, Christoph Bertschy, Mitte, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem HC Lausanne, am Freitag 24. Januar 2020 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

In der Partie zwischen Langnau und Lausanne kommt es zu einem folgenschweren Zusammenprall. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Robbie Earl mit der Trage vom Eis geführt – aber es ist kein Foul, es ist ein Unfall

So gefährlich kann Eishockey sein. Langnaus Robbie Earl muss nach einem Zusammenprall mit Lausannes Fabian Heldner mit einer Trage vom Eis geführt und ins Spital gebracht werden.



Das Spiel wird immer schneller. Das ist Fluch und Segen zugleich. Weil die Aufprallenergie im Quadrat zum Tempo zunimmt, können Zusammenstösse auch dann Folgen haben, wenn korrekt gespielt wird. Lausanne führt in Langnau 2:0. Aber die Partie ist noch nicht entschieden. In der 44. Minute stürmt Robbie Earl mit der Scheibe in Lausannes Defensivzone, prallt mit Verteidiger Fabian Heldner zusammen, bleibt liegen und muss auf einer Bahre vom Eis geführt werden.

Fabian Heldner wird unter die Dusche geschickt. Weil Ben Maxwell noch versucht hat, seinen Teamkameraden zu «rächen» wird Langnaus Powerplay von fünf auf drei Minuten reduziert. Lausanne übersteht den Ausschluss und die Partie ist entschieden.

War es ein Foul? Nein. Die TV Bilder zeigen, dass

Also mit ziemlicher Sicherheit ein regulärer Check. Ein Fehlentscheid der Schiedsrichter? Nein. Alles ging so schnell und der gecheckte Spieler bleibt regungslos liegen. In einer solchen Situation bleibt den Schiedsrichtern eigentlich gar keine andere Wahl als ein Restausschluss. Sie können ja die TV-Bilder nicht konsultieren.

Warum hat es Robbie Earl so erwischt? Die TV-Bilder zeigen, dass es beim Zusammenprall auch einen Schlag Kopf gegen Kopf gibt und Fabian Heldner bestätigt nach dem Spiel, dass er etwas an der Wange gespürt habe. Vor allem aber schlägt Robbie Earl beim Sturz nach der Kollision heftig mit dem Kopf auf dem Eis auf. Soweit auf den TV-Bildern ersichtlich, handelt es sich nicht um ein Foul. Es ist ein Unfall.

Fabian Heldner (23) ist einer der fairsten Verteidiger der Liga. Noch nie hat er sich in der National League pro Saison mehr als 24 Strafminuten zuschulden kommen lassen und in bisher 266 Partien waren es lediglich 34 Strafminuten. Diese Saison hat er bei 35 Partien (13:05 Min. pro Spiel) erst 6 Strafminuten verbüsst. Aber der Nationalverteidiger und ehemalige U-20-WM-Teilnehmer ist ein kräftiger Titan: 193 Zentimeter gross und 95 Kilo schwer.

Der ehemalige Davoser (seit dieser Saison bei Lausanne) war nach der Partie sichtlich geschockt und erkundigte sich nach dem Befinden von Robbie Earl. Er sagte: «Niemand will einen Gegenspieler verletzen. Ich hoffe, es geht ihm soweit gut und die Verletzung ist nicht schwerwiegend. Es war eine sehr heftige Kollision, aber ich weiss nicht, was wirklich passiert ist. Ich muss mir erst die TV-Bilder ansehen und kann nicht sagen, ob es ein Foul war oder nicht. Ich hoffe, dass es keines war und vor allem hoffe ich, dass Robbie Earl nicht schwerwiegend verletzt ist. Ich habe mir grosse Sorgen gemacht, als ich sah, dass er liegen geblieben ist.»

Robbie Earl ist mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Spital Langnau gebracht worden. Weitere Angaben über seinen Gesundheitszustand gibt es noch nicht.

Update: Earl war im Spital bereits wieder ansprechbar und hatte Besuch von Mitspielern.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chloote 26.01.2020 08:26
    Highlight Highlight Einfach "Bireweich" die Aktion von Heldner gegen Earl. Er konnte ihn jederzeit auf Faire Weise versuchen von der Scheibe zu trennen. Nein, Heldner nahm bewusst in Kauf, das sein Handeln zu einer schweren Verletzung seines Gegenspielers führen könnte. Sorry, aber bei solch wüsten Fouls darf es keine zwei Meinungen geben. Solche Angriffe sind inakzeptabel und müssen nun endlich einmal vom Verband härter sanktioniert werden. Wie viele Karrieren sind durch solche "Bireweiche" Aktionen von Spielern schon zunichte gemacht worden, ohne das die Täter auch aus dem Verkehr gezogen worden sind.
  • SörgeliVomChristophNörgeli 25.01.2020 15:23
    Highlight Highlight Ich verstehe Zaugg nicht. Der Ellbogen geht gegen den Kopf und Heldner springt zum Schluss ab. Das war ein ziemlich dreckiger Check, aber na ja, der Täter ist auch ehemaliger Spieler des Spendercup-Vereines, von denen kennt man es nicht anders.
    • SörgeliVomChristophNörgeli 25.01.2020 16:39
      Highlight Highlight Und täglich grüsst der mukeli... Hast du auch mal Argumente statt persönliche Angriffe gegen Leute, die anderer Meinung sind als du??
  • AndOne 25.01.2020 14:07
    Highlight Highlight Der Check war sauber! Heldener spring beim Check auch nicht ab, wie einige hier schreiben.
    • Hoopsie 25.01.2020 15:22
      Highlight Highlight Doch tut er. Und der Verband hat ihn übrigens schon gesperrt und ein Verfahren eröffnet. Wärs ein sauberer Check, wäre das nicht passiert.

      Aufwärtsbewegung Richtung Kopf, Treffer = Foul und Sperre.

      Einfache Gleichung, auch wenn das nicht alle wahrhaben wollen.
    • AndOne 25.01.2020 17:35
      Highlight Highlight "Aufwärtsbewegung" was soll das für eine Regel sein?
    • Hoopsie 25.01.2020 18:13
      Highlight Highlight Die "Aufwärtsbewegung" ist das Abspringen, der Moment bevor er in der Luft ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Whal 25.01.2020 12:31
    Highlight Highlight Unglückliche Zusammenstösse sind bei einem schnellen Sport wie Eishockey leider immer möglich. Hoffe Earl hat sich nicht verletzt.
    Auch wenn der Check nicht mit diesem Resultat geplant war, ist der Restausschluss angemessen.

    Aber plötzlich wird mitten in der Saison das Regelwerk rigoros angewendet. Hätte schon längst passieren müssen!
    Ausnahme SCB, die geniessen offenbar immer noch den Welpenschutz🤦🏻‍♂️
    • Hoopsie 25.01.2020 15:24
      Highlight Highlight Ehm nein, das Reglement ist seit Jahren so. Jeder "Angriff auf den Kopf" ist ein Foul. Immer. Und hier wird klar der Kopf getroffen.
    • Miguel70 25.01.2020 15:57
      Highlight Highlight @Whal...
      Nenn mir Szenen bevor du auf den SCB losgehst...
    • Whal 25.01.2020 17:35
      Highlight Highlight Der Check von Scherwey mit ausgestrecktem Ellenbogen gegen den Kopf von Roe im November. 2+10 min. Aber von einer Sperre wurde abgesehen.
      Egal von welchem Team. Wer solche Attacken fährt gehört nicht auf das Eisfeld. War ja zudem nicht das erstemal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Coffey 25.01.2020 12:28
    Highlight Highlight „ Das Spiel wird immer schneller. Das ist Fluch und Segen zugleich.“
    Es ist überhaupt nicht Segen! Die Skills unserer Spieler reichen schlicht nicht aus, um in diesem Tempo Hockey zu spielen. Deshalb sehen wir in unserer Liga nur nach das unsägliche Herumgesurre ohne besonders viel Struktur. Und doch, die Schiedsrichter müssen fähig sein, gerade in einer solchen Situation zu erkennen, ob etwas regelkonform ist oder nicht. Wenn nicht, ist auch das ein Hinweis, dass das Spiel eben mittlerweile zu schnell gemacht wurde.
    • ujay 25.01.2020 16:32
      Highlight Highlight So ein Chabis!!
    • Coffey 25.01.2020 16:44
      Highlight Highlight Schön konnten wir uns auf so hohem Niveau über die Thematik austauschen. Hat mich sehr bereichert, auch mal eine andere Meinung zu hören 🙄.
    • ujay 26.01.2020 16:10
      Highlight Highlight 🙄Dein Kommentar war eine niveauvolle Vorlage. Für jemand, der nicht begreift, dass Eishockey immer schneller wird, weil die Technik, die Athletik und das taktische Verständnis immer besser wird und nicht durch das Regelwerk oder sonstwas, sicher die richtige Antwort.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theophilus Carter 25.01.2020 12:18
    Highlight Highlight Gute Besserung Robbie.
  • Rübli 25.01.2020 10:51
    Highlight Highlight Ich bin mir nicht sicher, aber Heldner hat nach dem Check beide Schlittschuhe nicht mehr auf dem Eis oder nicht? Was aufgrund der Aufwärtsbewegung verständlich ist und entsprechend regelwidrig wäre...
  • neutrino 25.01.2020 10:28
    Highlight Highlight Das Foul ist nach heutiger Regelauslegung glasklar. Bzgl. Strafe: der Eismeister vergisst, dass heute auch der "Outcome" des Fouls, d.h. die mögliche Schwere der Verletzung stark gewertet wird. Auch richtig so, wie im richtigen Leben - wenn zwei den gleichen Schlag machen, bei einem stirbt das Opfer (weil es anders fällt), bei einem nicht, dann gibt's im ersten Fall höhere Strafen. Kann man als ungerecht empfinden, ist aber einfach so.

    Die Auslegung des Eismeisters war früher richtig (bis so 90er) heute allerdings komplett veraltet.
  • HabbyHab 25.01.2020 10:16
    Highlight Highlight Deshalb wurde Heldner jetzt ja provisorisch für ein Spiel gesperrt. Weil es nur ein Unfall und kein Foul war ;)
    • Mia_san_mia 25.01.2020 12:54
      Highlight Highlight Hä was willst Du?
  • Darkside 25.01.2020 10:03
    Highlight Highlight Korrekter Check. Gute Besserung Earl.
    • Hoopsie 25.01.2020 15:24
      Highlight Highlight Gute Besserung ja, korrekter Check nein!
  • SGR 25.01.2020 09:39
    Highlight Highlight Heldner's rechte Schulter trifft Earl am Kopf. Sieht man gut im Standbild bei 0:04
    Darum finde ich den Entscheid der Schiris korrekt.
    Sicher keine Absicht. und wie gesagt
    man braucht schon Standbild um es zu sehen.
    Gute Besserung Robbie Earl.
  • MARC AUREL 25.01.2020 09:13
    Highlight Highlight Absolut korrekter Check! Eine Strafe wäre lächerlich!
    • Beaudin 25.01.2020 18:59
      Highlight Highlight Wenn es einen SCB Spieler erwischt hätte würdest du anders schreiben
    • SörgeliVomChristophNörgeli 25.01.2020 19:32
      Highlight Highlight Warum korrekt? Weil beim direkten Konkurrenten nun ein wichtiger Spieler ausfällt?
  • Hoopsie 25.01.2020 08:46
    Highlight Highlight Es war ein Foul - Aufwärtsbewegung ist klar zu sehen, wie auch der „Treffer“ am Kopf. Jeder Treffer am Kopf ist ein Foul, per Definition. Wenn das keine Sperre gibt, ist die Verbandsjustiz definitiv ein Witz! Schaut mal nach wofür Cervenka und Schneeberger gesperrt wurden und vergleicht und staunt!
  • lukas97 25.01.2020 08:33
    Highlight Highlight Lieber Eismeister, ich kann nicht mehr als dir überhaupt nicht zustimmen. Der Check ist direkt vor unseren Augen passiert, die Bewegung (siehe Wiederholung) ist ganz klar mit dem Oberkörper gegen den Kopf gerichtet. Er nimmt, wenn er den Check so ausführt, die Verletzung des Gegners in Kauf.

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