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Le top Scorer PostFinance lausannois Denis Malgin patine avec le puck lors du match a huis clos du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le Lausanne HC, LHC, et le HC Fribourg-Gotteron, HCFG, lors de la 2eme vague de la pandemie de Coronavirus (Covid-19) ce mardi 24 novembre 2020 a la patinoire de la Vaudoise Arena a Lausanne. (PostFinance/KEYSTONE/Laurent Gillieron)

6 Tore und 3 Assists in 10 Spielen: Denis Malgin ist bei Lausanne absoluter Leistungsträger. Verpflichtet haben die Waadtländer ihn erst, nachdem sie Hilfe vom Bund erhalten haben. Bild: keystone

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Malgin stürmt auf Kosten des Steuerzahlers – wie Lausannes Management trickst

Warum ist Lausanne dazu in der Lage, aufzurüsten und die Löhne ligaweit mit grosszügigen Offerten hochzutreiben? Ganz einfach: Weil der Steuerzahler hilft. Zur Verärgerung der Liga-Generäle gewährt das Bundesamt für Sport (BASPO) dem HC Lausanne als einzigem Hockeyklub einen Notfallkredit in der Höhe von 2,2 Millionen Franken. Das Geld ist am 1. Juli 2020 ausbezahlt worden.



Es gibt im Eishockey verschiedene Stürmer. Beispielsweise den Flügelstürmer, der auf den Aussenbahnen patrouilliert, den Mittelstürmer, dem es obliegt, das Spiel zu orchestrieren, den Defensivstürmer, der vor allem hinten aushilft, den Zweiweg-Stürmer, der sich vorne und hinten nützlich macht und, als Krönung, den Nationalstürmer: Er darf für die Nationalmannschaft, also für sein Vaterland tätig sein.

Nun gibt es neu auch einen «Bundesstürmer». So dürfen wir ohne viel Boshaftigkeit Lausannes Denis Malgin bezeichnen. Er ist nämlich nachweislich erst nach dem finanziellen Hilfeschrei seines aktuellen Arbeitgebers verpflichtet worden. Und selbst wenn er nur für Gottes Lohn bis zum Saisonstart der NHL spielen sollte – Kosten verursacht er Lausanne halt doch.

Was die Liga-Generäle so empört: Am 21. März hat der Bundesrat das Covid-19-Nothilfepaket für Profiklubs im Eishockey und Fussball bewilligt. Dabei geht es um Kredite, die strengen Auflagen unterliegen und in der Frist von fünf Jahren in fünf Raten – fällig am 31. Juli 2021, 2022, 2023, 2024 und 2025 – zurückbezahlt werden müssen.

Sacha Weibel, CEO of the Lausanne Hockey Club, speaks to the media on the situation regarding the COVID-19 about starting the new season from the National League Swiss Championship 2020-21 during a press conference , at the Vaudoise Arena in Lausanne, Switzerland, Tuesday, July 28, 2020. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Lausanne CEO Sacha Weibel: Sein Klub erhielt vom Bund finanzielle Hilfe. Bild: keystone

Diese Kredite sollen verhindern, dass Sportunternehmen in eine existenzbedrohende Liquiditätskrise geraten. Zwei Hockeyclubs haben solche Kredite beantragt.

Am 13. Mai hat Lausanne einen Antrag auf ein Darlehen von 5,0 Millionen gestellt. Das BASPO hat am 24. Juni 2020 einen Kredit von 2,2 Millionen bewilligt und das Geld am 1. Juli 2020 ausbezahlt.

Am 15. Juni 2020 hat Ambri einen Antrag auf ein Darlehen von 2,4 Millionen gestellt. Das BASPO hat das Gesuch bereits am 18. Uni 2020 vollumfänglich abgelehnt.

Ambri's player Diego Kostner, right, celebrate with teammate Noele Trisconi, Tobias Fohrler and Daniele Grassi, from right, the 0-1 goal, during the preliminary round game of National League (NLA) Swiss Championship 2020/21 HC Lugano against HC Ambri Piotta at the ice stadium Corner Arena Lugano, Switzerland, Saturday, November 14, 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Geht es nach dem BASPO, ist der HC-Ambri-Piotta kerngesund, während Lausanne Hilfe benötigt. Bild: keystone

Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben also Lausanne mit 2,2 Millionen ausgeholfen. So dürfen wir ohne Bosheit sagen, dass der nach der Auszahlung des Bundeskredites zusätzlich verpflichtete Denis Malgin ein «Bundesstürmer» ist. Von Bundesgeld finanziert.

Wie kann das sein? Die Liga konnte bei dieser Kreditvergabe nicht mitreden. Ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen hat die eingereichten Anträge geprüft und das BASPO hat sich bei der Bewilligung auf den entsprechenden Prüfungsbericht bezogen. Das bedeutet konkret: Aus der Sicht des BASPO geht es Ambri, das spart und leidet, ächzt und stöhnt, finanziell so gut, dass keine Soforthilfe nötig ist. Lausanne hingegen, das singt und lacht, transfertechnisch prasst und die Preise in die Höhe treibt, ist so notleidend, dass aus der Sicht des BASPO sofort mit Bundesgeld geholfen werden muss. Und also geholfen worden ist.

Wahrlich und wahrhaftig: Gross muss die finanzielle Not in Lausanne sein.

Eine seriöse, umfassende Abklärung des Gesuches aus Lausanne unter vollumfänglichen Einbezug der Liga-Verantwortlichen hätte wahrscheinlich zu einer Ablehnung des Kreditgesuchtes geführt. Doch der Unmut aus den Büros der Liga ist reine Heuchelei: Die Lizenzprüfungskommission der Liga hat bisher die Lizenz für Lausanne jedes Mal durchgewunken. Die tüchtigen BASPO-Beamten sind also nicht blinder oder naiver als die professionellen Lizenz-Prüfer der Liga, die doch ihre Pappenheimer kennen sollten.

Die Macher in Lausanne sind eben schlau. Das ersehen wir auch aus den Unterlagen über den Kauf/Verkauf des Klubs. Im Frühjahr hat eine Investorengruppe den Klub gekauft. Im Kaufvertrag finden wir auf Seite 7 einen interessanten Passus: sollte Lausanne bis am 31. Dezember 2020 in einem Spiel mehr als 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion haben, wird eine Zahlung von 1,4 Millionen Dollar an den nordamerikanischen Verkäufer fällig. Das ist viel Geld, das man sicherlich lieber in der «Transfer-Kriegskasse» sieht.

Kaufvertrag Lausanne HC

Ein Ausschnitt aus dem Kaufvertrag des Lausanne HC. Bild: watson

Die Klubs hatten Anfang Saison die Bewilligung, zwei Drittel der Sitzplätze zu nützen. Lausanne durfte in den drei Heimspielen vor dem Ausschluss des Publikums 6000 Frauen, Männer und Kinder ins Stadion lassen.

Am 1. Oktober kommen zur Saisoneröffnung gegen Langnau 4518 Menschen (5:2)

Am 10. Oktober wohnen 4723 Schaulustige der Partie gegen Davos bei (4:3).

Am 23. Oktober wollen 4343 Fans das Spiel gegen Ambri sehen (3:2).

Allenthalben war die Verwunderung über diese offiziell gemeldeten Zahlen gross. Selbst Liga-Generäle, die beim Spiel waren, meinten, es seien viel mehr und auf jeden Fall mehr als 5000 Fans im Stadion gewesen.

Jetzt kennen wir den Passus aus dem Kaufvertrag und wundern uns nicht mehr. Sicherlich hat Lausanne korrekte Zahlen gemeldet. Wahrscheinlich waren ja schon viel mehr Zuschauerinnen und Zuschauer in er schönen Arena. So wie es die Zeitzeugen vermutet haben. Aber viele waren wahrscheinlich gratis da und zählen im Sinne des Kaufvertrages nicht.

Lausannes Management ist eben tüchtig, versteht sich aufs Melken der Bundeskasse und aufs korrekte Zählen des Publikums.

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